[11.05.2008] Ehre, Blut und klingende Münze

Aha... Frau de Groote gefällt die Anwesenheit der Archonten nicht, deswegen spricht sie verschleierte Drohungen aus, dass es Nachteile mit sich bringen wird, sich auf ihre Seite zu stellen...

Iain zuckte erneut die Schultern, lächelte freundlich weiter.
"Was soll ich groß dazu sagen? Als Kind von Sir Edward Willkins wurde bei meiner Erziehung extremer Wert auf meine Fertigkeiten im finanziellen wie auch im wirtschaftlichen Sektor gelegt."
Nicht, als würde ihr der Name eines der finanziellen Top-Beratern und Wirtschaftsweisen von Queen Anne etwas sagen...
"Demzufolge lagen nauch Jahrelang meine Haupttätigkeiten weiterhin im Finanzsektor"
Gestatten? Iain Finnlay: Diplom-Finanzwirt, Geschäftsmann, Garant für Gewinne.
"Erst nach der Londoner Blutjagd von 1980 war ich gezwungen, meine Geschäftsinteressen einige Jahre ruhen zu lassen."

Iain ging nicht davon aus, dass sich sein persönlicher Verdienst bei dieser Blutjagd und die Belohnung durch Queen Anne in Form der Erlaubnis, ein Kind zeugen zu dürfen, bis nach Finsertal herumgesprochen hatte. Musste es aber auch nicht. Ging ja schließlich vorerst niemanden außerhalb von London und seines komplizierten kainitischen Gesellschaftssystems etwas an.

"Nun... jetzt versuche ich meine Können in Finstertal. Immer noch mit Schwerpunkt auf Finanzwirtschaft, aber nicht nur."

Iain blickte der Harpyie freundlich in die Augen.

"Sie sind selbst geschäftstätig?"
 
Was seine Gedanken anging, da würde er die blonde Frau wohl erheblich unterschätzen, sie war älter als er dachte und hatte mehr erfahren und gesehen als er dachte, doch das brauchte Iain nicht zu wissen.

"Ich habe meine Möglichkeiten, die ich nutze", sagte sie dann. "Herr Mentesse dachte mal, er könnte mir helfen, doch leider hat er sich dann in andere Tätigkeiten verstrickt, kaum hatte er angefangen. Schade wenn jemand sich in seiner geistigen Unzulänglichkeit verliert."
 
"Oh... nun... Herr Mentesse..." Iain's Lächeln wurde eine Spur beißender.
"Er hat uns wohl einiges in Finstertal hinterlassen, was wir gerne entschärft sähen... seine Villa ist ja eine regelrechte Gefahr für die Allgemeinheit..."

Moishe hat sowieso schon mit ihr darüber geredet, dann können wir ihr auch ein bißchen davon erzählen...
 
Moishe nickte Sophie zu und er tat nicht nur nett. Er war immer der Meinung gewesen das jeder Mensch das Recht auf höflische und gute Behandlung hatte, entsprechend gab er sich auch bei Sterblichen und Gefolgsleuten anderer Kainskinder Mühe nicht herrisch oder hochmütig aufzutreten, zumindest nicht so lange wie der Gegenüber ihm den gleichen Respekt entgegenbrachte. Personen die in der Hierarchie der Kainskinder am unteren Ende angesiedelt waren zu schikanieren war in Moishes Augen nichts anderes als Schwäche und er war nicht schwach.
"Sagen Sie, Miss Sophie" die Betonung klang wie bei einem gewissen Butler James im Fernsehen Sylvesterabend den die deutschen so mochten und den außerhalb des Landes niemand kannte, "wie steht das eigentlich mit den Rauchvorschriften hier im Lokal? Gelten für uns hier im Elysium die gleichen Vorschriften wie für die Sterblichen, um die Verbreitung von Lungenkrebs zu vermeiden? Kurz gefragt, darf man hier rauchen oder müssen wir dann mit einer Razzia der Polizei oder des Gesundheitsamtes rechnen? Egal, ich hätte gerne eine Zigarre, sofern Sie welche da haben." Notfalls würde er die eben erst im Hotel geniessen.
 
"Nein, man darf hier rauchen, ist ja auch ein Lokal für Personen über 18." Sophie grinste leicht und nahm dann eine Packung Zigaretten aus der Schublade. Vermutlich nicht seine Marke, aber bisher hatte außer Jenny keiner welche verlangt und seine Marke genannt. (Marke habe ich leider vergessen)
"Ich habe leider keine anderen da, aber wenn sie ihre Wunschmarke sagen, können wir da auch welche bereit legen." Sie stellte einen Aschenbecher und ein Feuerzeug daneben. "Ich habe auch Streichhölzer, aber das hier ist auf ganz klein eingestellt."
 
"Ja, davon habe ich schon gehört und ich bin froh, dass ich nicht in sein verlassenes Haus muß, er war wirklich mehr als paranoid, ich fürchte er hatte wirklich Angst, jeder will sein Geld und gleichzeitig, mußte er immer damit angeben." Antonia zuckte mit den Schultern. "Ich weiß allerdings auch nicht, warum er das ganze Vermögen seiner Mentorin geerbt hat. Meiner Meinung nach, war er nicht reif genug damit umzugehen. Nicht, dass ich es ihm nicht gegönnt hätte, es war nur unpassend."
 
Moishe nannte Sophie mehrere verschiedene Zigarrenmarken mit verschieden intensiven Geschmacksaromen und schnorrte völlig ungeniert eine ihrer Zigaretten. Würde sich eben positiv aufs Trinkgeld auswirken. Dann entzündete er ohne größere Scheu die Zigarette und inhalierte den Rauch.
"Vielen Dank, vielleicht darf ich Sie im Gegenzug zu einer Zigarre einladen sobald sie eingetroffen sind. Der Tabak ist besser und mit weniger Chemie durchsetzt. Bekömmlicher, wenn auch schwerer. Es geht in einer Musestunde nichts über eine gute Zigarre."
 
"Zumindest die Befestigung und die alleine schon von außen sichtbaren Vorsichtsmaßnahmen lassen nicht gerade auf eine wirkliche Reife schließen. Wir haben dort eine Sicherungsmaßnahme entdeckt, die aussah wie eine Selbstschussanlage mit Flammenwerfer... ich will mir gar nicht vorstellen, was ein Defekt derselben mit dem ganzen Viertel anstellen könnte."

Iains Blick verhärtete sich kaum merklich.
"Nun, mein Clansbruder Moishe dürfte Ihnen ja bereits davon erzählt haben. Wir Ventrue sind es wohl der Stadt Finstertal schuldig, diese 'Hinterlassenschaft' im Namen unseres Clanes zu entschärfen."
 
"Ich habe noch nie Zigarre geraucht", meinte Sophie. "Aber wenn sie mich so nett einladen, werde ich es gerne mal probieren.
Glauben sie eigentlich, es wird hier bald mal wieder normale Zustände geben?"

Warum nicht mal Meinungen einholen, sie war schließlich noch neu im Geschäft.
 
"Wenn wie es scheint Zacharii gestern wirklich erledigt worden ist sieht es aus meiner Sicht gut aus. Es bleibt dann noch abzuwarten wer der nächste Prinz wird und wie der die Dinge anpacken wird. Aber ich glaube es wird noch seine Zeit dauern bis alles so ruhig und normal wird wie es in einer Domäne der Camarilla sein sollte, aber wenn der Koldune fort ist wir seine alten Seilschaften unter den Werwölfen noch beseitigen können sollte sich alles nach und nach wieder normalisieren."
 
"Sie sind also nicht, so wie Helena der Meinung, daß der Gaza-Streifen ein Erholungsgebiet dagegen ist?" fragte Sophie zurück. "Und wer wird wohl der nächste Prinz werden?" Nicht, daß sie schon einen Prinzen erlebt hätte, aber sie hatte schon einiges über dessen Funktion gehört. "Früher soll das mit den Werwölfen ja recht gut geklappt haben, da s0llen sie nicht so über die Stränge geschlagen haben."
Sie hätte sich gerne einen Kaffee geholt, doch irgendwie war das unpassend, wenn ihr Gegenüber nichts wollte.
 
"Das war ihm vermutlich ziemlich egal, was das anging, war er ein Egoist, ich habe auch nie gefragt, was aus dem Architekten und den Arbeitern wurde, es gibt Gerüchte, dass er sie getötet hat, damit keiner irgendetwas über seinen Bau sagen kann", setzte Antonia hinzu. "Es wäre bestimmt gut, diese ganze Anlage zu entschärfen und am besten wieder abzubauen."
Sie trank einen Schluck.
"Man sollte vorsichtig sein, aber das war definitiv zuviel."
 
Moishe bemerkte Sophies Seitenblick auf die Kaffeemaschine und zählte eins und eins zusammen ohne auf fünf zu kommen. "Wissen Sie, ich glaube ich hätte doch gerne einen Kaffee. Darf ich Sie einladen?"
Nach dieser für Sophie gebauten Brücke dachte Moishe einen Moment intensiv über Sophies Fragen nach während diese den Kaffee machte.
"Nun, sehen sie mir nach das ich den Gaza - Streifen wirklich nicht als Erhohlungsgebiet betrachte. Dafür ist die Bedrohung für mein Volk noch zu greifbar - aber wenn ich es wie Helena es wohl gemeint hat als Wortspiel verstehe muss ich sagen das Finstertal....ein wenig speziell ist. Ich bin in meinem Unleben schon ziemlich herumgekommen und kann sagen es Domänen gibt die ich wesentlich unangenehmer finde, hier namentlich in der neuen Welt Chicago wo der dortige Prinz ausschließlich durch Härte und Angst über die Domänne herrschte bis ihm die Werwölfe in einem verheerenden Krieg ein Ende bereitet haben. Auch Prinz Breidenstein von Berlin ist eine beängstigende Persönlichkeit die ich unangenehm finde, auch wenn ich in Berlin ansässig und wohl gelitten bin. Dagegen sind die Finstertaler Kainskinder und Ahnen wesentlich zugänglicher und wie ich meine auch eine einigermaßen homogene Gemeinschaft, soweit man das in unseren Kreisen überhaupt sagen kann. Die Probleme der Domäne kommen von aussen.
Sobald geklärt ist ob Prinz Buchet wirklich vernichtet wurde kann man damit beginnen zu klären ober er wieder sein Amt einnehmen kann. Wenn nicht muss man sehen ob es einen Kandidaten von aussen geben wird oder ob sich beispielsweise Frau McKinney oder Herr Pareto für das Amt interessieren. Vielleicht kann man auch Monsignore Galante dazu bewegen das Amt weiter zu führen, immerhin hat er eine Prinzenwürde auch schon in der Vergangenheit innegehabt und er gehört auch dem Clan der Rose an, so würde es zu keinen Machtverschiebungen kommen, aber das sind nur Überlegungen. Die nächsten Nächte werden es weisen wie es weitergeht.
Was die Werwölfe angeht wäre es hilfreich zu einer Übereinkunft mit der einigermaßen vernünftigen Fraktion dort zu kommen, das wäre eine wichtige Hilfe bei der Beruhigung der Lage."
Natürlich war sich Moishe bewusst das Sophie versuchte ihn auszufragen, aber er sagte nichts was er Helena nicht auch direkt sagen sagen würde. Wenn es Sophie aber nutzte ihn ein wenig auszufragen um so Punkte bei Helena sammeln zu können spielte er das Spielchen gerne mit.
 
Sophie konnte den Kaffee für Moishe schnell und routiniert zu bereiten und ihr eigener war mehr als nur einfach. Immerhin mußte die Temperatur stimmen und das Mischungsverhältnis, sonst würde es kein homogenes Bild ergeben. Mit einem "Danke Schön" stellte sie die Tassen auf die Theke.
"Es schien zumindest früher so zu sein, daß es einen guten Zusammenhalt gab, wie es werden wird, wird auch die Zeit zeigen müssen. Es ist vorallem erstaunlich, daß die Bevölkerung die Stadt nicht verläßt, weil es wie die Hölle erscheint." Auch sie wäre nie auf die Idee gekommen wegzuziehen, sie lebte nunmal gerne gefährlich, da hatten alles Überredungskünste ihre Eltern nichts gebracht. "Naja, ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß Helena fest überzeugt ist, daß Prinz Buchet nicht vernichtet ist, ob Frau McKinney anerkannt würde, weiß ich nicht, aber zumindest Herrn Pareto sind die Leute geschlossen gefolgt, das konnte ich beobachten. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Ob Sophie wirklich Informationen sammeln wollte, das war hier die Frage, vielleicht war es auch einfach nur, die Suche nach Wissen, da Helena nicht viel Zeit gehabt hatte, in den letzten Nächten.
 
"Nun, viele sind nicht mehr hier die ursprünglich noch in Finstertal gelebt haben. Dabei ist in keiner Weise sicher das alle von denen umgekommen sind. Einige sind einfach vor der Gefahr davongelaufen. Aber als jemand der seit seinen sterblichen Tagen keine wirkliche Heimat hat kann ich Ihnen sagen das es das nicht wert ist. Wenn es einen Ort gibt an dem man sich wohl fühlt läuft man nicht einfach weg ohne zu kämpfen."
Jetzt bist Du nicht ganz ehrlich, einmal bist Du gelaufen, aber da warst Du noch ein halbes Kind und es hat Dir das Leben gerettet - dich aber auch entwurzelt und Du hast Deine Familie dadurch nie wiedergesehen.
Moishes Stirn umwölkte sich bei den Gedanken an seine Jugend, die Wunde des Holocaust und der Diaspora seines Volkes schwärte immer noch unter der Oberfläche. Zusammengetrieben wie eine Herde Vieh vor der Deportation in die Lager.
Moishe riss sich zusammen, er wollte Sophie nicht mit den Erinnerungen an einen schon lange in den Nebeln der Vergangenheit entschwundenen Moishe verschrecken. Der Junge von damals war doch längst verschwunden.
 
"Nunja... wir werden sehen, vielleicht lässt sich das ganze ja ohne größere Opfer erledigen. Hoffe ich schon alleine aus Eigeninteressen."
Jetzt schien der Ventrue tatsächlich ein klein wenig amüsiert bei seiner Aussage. Naja... dann fand sie wenigstens einer lustig, war doch schonmal etwas.

"Sie sprachen vorhin von einer gewissen Unruhe, die die Stadt mit der Anwesenheit der Archonten noch immer in Atem hält. Beziehen Sie sich diesbezüglich lediglich auf die Ausläufer der überstandenen Bedrohung durch Zacharii und der nun durch die Anwesenheit der Archonten unsichere Machtlage?"

Iain stützte kurz eine Hand am Thresen ab, blieb aber immer noch höflich aufgerichtet vor der Harpyie stehen.
"Der Garouangriff zu Beginn dieses Monats hat enermo Opfer unter der kainitischen Bevölkerung Finstertals gekostet. Glauben Sie, mit dem Zurückschlagen dieses Angriffes konnte dieser Konflikt beigelegt werden, oder droht der Stadt dadurch immer noch akute Gefahr?"
 
"Es sind wirklich nicht mehr viele da und einige sind auch gegangen, weil es nicht anders machbar war." Einer davon war Alexander Stahl, aber sie hatte versprochen nichts darüber zu sagen. "Ich denke aber, die die gegangen sind, sind vielleicht auch aus Feigheit gegangen." Hatte sie nicht mitbekommen, wie darüber gesprochen worden war, daß zu denen wohl Johardo gehörte?
"Aber es stimmt, die denen die Stadt wichtig ist, sind nicht weggegangen und viele sind tot." Einige Namen, die Helena genannt hatte, tauchten in ihrem Gedächtnis auf, doch gekannt hatte sie keinen davon. "Werden sich denn Leute finden, die sich auf die Suche nach dem Prinzen machen?"

Jetzt war es wirklich ausfragen, denn da war die Aussage von Helena, daß sie auf jeden Fall gehen würde.
 
"Ich weiss nicht ob es Anhaltspunkte zum Aufenthaltsort des Prinzen gibt, ich kann nur sagen das wohl wir Ventrue gehen werden wenn ein Ort bekannt ist wo er möglicherweise festgehalten wird. Die Toreador wahrscheinlich ebenfalls, immerhin ist er ihr Clanbruder. Bei den anderen Clans vermag ich das nicht einzuschätzen."
 
"Ich denke schon, daß die da eine Idee haben", meinte Sophie. "sonst würden sie ja wohl nicht denken, es gibt ihn nicht. Die Schwester der Regentin soll da ganz gut darin sein."
Das war kein Geheimnis, Kiera gab schon das eine oder andere ihres Könnens zum besten, nicht wie die Tremere, die aus allem ein Geheimnis machten.
 
"Ah, Sie meinen Miss Kiera. Die beiden sind Geschwister aus sterblichen Tagen wen ich das richtig verstehe? Es ist ungewöhnlich das zwei so ähnlicheFrauen von unterschiedlichen Erzeugern für den Kuss ausgewählt werden und vor allem das die Tremere nach dem Kuss diesen Kontakt weiter erlauben. Welche Fähigkeiten der besonderen Art hat denn Miss Kiera die so allgemein bekannt sind?"
 
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