AW: [DSA] Steppe, Sumpf und sieben Winde
Zusammenfassung zum 6. Spieleabend
Die Heldengruppe erwachte nach einer etwas anstrengenden Nacht. Außer Aurelia schien keiner sich in dieser Art der Schlafmöglichkeit wohl gefühlt zu haben. Janne wachte regelmäßig schreiend auf, da sie das Gefühl hatte, zu fallen, was an Kandas Nervenkostüm zu kratzen schien, da ihre Rufe ihn jedes Mal unsanft aus dem Schlaf rissen.
Aurelia bemerkte außerdem, wie das Ei zunehmend an Wärem verlor. Tatsächlich waren sie einmal mehr von den feucht-kalten Nächten überrascht worden, die sich klamm auf ihre Haut legten. Aladunja beschloss, das Ei mit ihrem Körper die Nacht über warm zu halten. Mit dem Ei an ihrem Unterleib schlief sie so wohlig ein, wie sie sich schon lange nicht mehr gefühlt hatte.
Nachdem der Morgen endlich ergraut war - ein düsterer Morgen, der wie eine klebrige Masse auf dem Sumpf lag, keine Sonnenflecken bildeten sich irgendwo auf der schlammigen, morastigen Erde - und die Helden ihre unkonventionellen Schlafplätze verlassen konnten, wurde auch schon bald Wasser aufgesetzt.
Aladunja bemerkte, dass das Ei bedeutend an Gewicht zugenommen hatte. Die Bewegungen darin waren jetzt deutlich zu fühlen.
Kasim bemühte sich, den Proviant, der über einem Ast aufgehangen worden war, herunter zu holen.
Sabei fielen ihm die Spuren grauen, kurzen Fells und Blutes schon auf.
Beim Öffnen des Proviant-Sackes biss ihn etwas in die Hand. Fluchend zog er sie zurück, Kanda sprang herbei und stocherte mit seinem Schwert in dem Bündel herum, bis er ein fauchend-quiekendes Geräusch hörte und sein Schwert auf Widerstand stieß. Während sich bereits Schweiß auf Kasims Gesicht ausbildete und die Welt für ihn verschwamm, schüttelte Kanda eine Sumpfratte von seinem Schwert, die tot auf das schlammige Erdreich klatschte.
Janne verarztete Kasim umgehend und setzte einen Kräutersud auf. Ihre Diagnose war eindeutig: Brabaker Schweiß, auch Sumpffieber genannt, der von allen möglichen Sumpftieren übertragen werden konnte. Tatsächlich setzten die ersten Wahnvorstellungen für Kasim bereits ein: er sah einen Sandsturm herauf ziehen, lehnte das dar gebotene Wasser ab und es bedurfte Kandas, der sich auf ihn setzte, um ihn vom Fortgehen abzuhalten. Kasim sah Bruder Vorjew, der sich auf einen der Baumriesen nieder ließ, und ihm Mut zu sprach.
Einstimmig versenkte man den Proviant-Beutel im Sumpf, in dem dunklen, trüben Gewässer, das den Sack blubbernd und zischend in die Untiefen zog.
Indes war Aladunja mit dem Ei beschäftigt.
Von Innen klopfte etwas gegen die Schale. Die ledrige Haut des Eis wog hin und her.
Nachdem Janne Kasim versorgt hatte, so gut es ihr eben möglich war, richtete auch sie ihren Blick auf das Ei. Eine kleine grün-braune, beschuppte Schnauze mit schwarfen Zähnchen war durch die Schale gebrochen. Behutsam versuchte die Norbardin, dem Kleine zu helfen, bis es schließlich mit einem zischenden Quieken auf den Sumpfboden purzelte. Es war noch ziemlich schleimig und ungelenk, und die weiblichen Helden waren ganz angetan vom dem putzigen Ding.
Aurelia holte den Talisman hervor (der sich, Tsa sei Dank, nicht in dem Proviant-Beutel befunden hatte), den Vorjew bei dem Ei gefunden hatte, und lockte das Echsenkind in einen Weidenkorb. Der Kleine hatte offenbar Hunger, denn er biss beherzt in die kleine hölzerne Eidechse.
Kanda beschloss, da sie jetzt alle Hunger hatten, nach etwas Essbarem zu suchen.
Er entfernte sich vorsichtig von dem Lagerplatz, gefolgt von Janne, und stieß unweit davon mit einer hässlichen, übergroßen Fratze zusammen. Kanda erschreckte sich - auch wenn er das nicht zeigte!- fürchterlich, und war erleichtert, als er feststellte, dass es sich um eine gigantisch große Steinstatue handelte. Der abgebrochene, im Erdboden halb eingesunkene Kopf ließ erahnen, wie riesig die ganze Figur des Echsengottes einmal gewesen sein musste!
Kanda rief den Rest seiner Gruppe herbei, und Kasim, dem es allmählich klarer im Kopf wurde, ließ sich breitwillig mitführen. Für ihn war die Welt geradezu wundervoll, er fühlte sich gut und entspannt und lächelte selig...
Nächster Termin: Mittwoch, 09.07.08 um 20h, Ort wird noch geklärt!