7te See

Rollenspieltheorie Wie FOLTERT man Spielercharaktere

Dieses Thema im Forum "Rund um Rollenspiele" wurde erstellt von Wirrkopf, 7. Juni 2018.

Schlagworte:
  1. Floki

    Floki Meister des Wahnsinns
    1. " The World needs YOU!"

    Oh Captain mein Captain.

    Ich glaube du hast mich und einige andere zum Thema Safeword etwas missverstanden.

    Ich zumindest habe nie gesagt das man ein Safeword unbedingt braucht.
    Nur das ich in meinen bisherigen Runden eben nur Gute Erfahrungen damit gemacht habe.

    Wie bereits an mehreren Stellen gesagt habe ich in meiner Runde eine Spielerin die nicht nur mit dem Thema Folter schlecht klar kommt sondern mit Horror im allgemeinen.

    Ihr als Spielerin gibt es eine gewisse sicherheit zu wissen das sie jeder Zeit aus der Scene "Aussteigen" kann so wie es mir als SL eine Gewisse sicherheit gibt zu wissen das ich jetzt nicht bei jedem Satz explizit auf ihre Reaktion achten muss da sie für sich selbst bestimmen kann wie weit sie geht.

    Ich habe schon öfter gesagt das es gut ist wenn sich eine Gruppe gut genug kennt um solche Schutzmaßnahmen nicht zu brauchen aber es Kategorisch ausschließen würde ich es trotzdem nicht.

    Ich finde es auch ein wenig Falsch und Blauäugig dinge wie Folter und einen Kampf gleichzusetzen. Das währe meiner meinung nach das gleiche wie Vergewaltigung mit SM gleich zu setzen.

    Natürlich haben Folter und Kämpfe einige Gemeinsamkeiten aber was beides sehr Stark von einander unterscheidet ist das man bei einem Kampf zumindest eine gewisse Chance hat etwas gegen den Gegenüber zu Unternehmen.

    Man kann Kämpfen wenn man Möchte oder fliehen wenn man es nicht möchte.

    Bei Folter hat man diese Wahl in der regel nicht. Man muss die "Sonderbehandlung" erst einmal über sich ergehen lassen und kann sich dieser in diesem Augenblick nicht entziehen.

    Was den rest angeht gebe ich dir grundsätzlich aber recht.

    Hier verstehe ich um ehrlich zu sein die Frage nicht so ganz.
     
    Scathach und mikyra gefällt das.
  2. mikyra

    mikyra Gott

    Bisher ging es in der Diskussion stets um Fälle, in denen die Spielercharaktere als Opfer in das Geschehen eingebunden sind.
    Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, scheint es @Captain_Jack dabei wohl um den umgekehrten Fall zu gehen.
    Sprich den, in dem die Spielercharaktere als Täter auftreten.

    Mit der Frage des Thread-Erstellers "Wie foltert man Spielercharaktere" konform gehen, würde wohl nur der Fall, in dem sich die SC gegenseitig foltern.
    Andernfalls hätte sie wohl "Wie foltert man Nicht-Spielercharaktere" oder so ähnlich lauten müssen.
     
  3. Captain_Jack

    Captain_Jack Terror of the Seven Seas!

    @Floki : Krieg und Kampf, das was Menschen anderen Menschen antun, kann ebenso brutal und verachtenswert sein wie Folter. Auch ein Mord kann schlimme Konsequenzen haben. Daher könnte man Dein Argument auch umdrehen indem Du so Krieg, Kampf und Gewalt verharmlost bzw. blauäugig betrachtest, oder als etwas nicht so schlimmes darstellt - wovon ich bei Dir allerdings nicht ausgehe. ;)
    Das alles gehört irgendwie zusammen. Denke Du mißinterpretierst meine Aussage. In vielen gängigen Rollenspielen kommt meist per se ein großes Maß an Gewalt vor, man betrachtet nur mal den Umfang von Kampfregeln (was jedoch auch auf der Komplexität der Sache liegt,) jedoch ist es nicht Mittel zum Zweck, ebenso gilt dieses für Folter. Es sind Spielelemente.
    BTW, Vergewaltigung mit SM gleichzusetzen und mir das zu unterstellen finde ich persönlich daneben, aber ich nehme Dir das nicht krumm. ;) Ein Kampf zielt meist darauf ab den Gegner zu überwinden, aber auch ihn zu töten oder zu verletzen, dazu gibt es viele Mittel (und auch die können äußerst brutal sein), z.B. ein Flammenwerfer als Waffe (welche ja auch eine psychologische Wirkung hatte!); auch viele Zauber sind genau betrachtet sehr brutal. Kämpfe und Kriege können Menschen ebenso traumatisieren.
    Es geht also unterm Strich um das was man einander antut, und um die Intensität bzw. den Detailgrad wie man es in seinem Spiel behandelt, sowie die Reflexion darüber. Aber RPG reduziert sich nicht nur auf diese Punkte, sondern bietet viel mehr (positives). Man muss es nicht verteufeln, sondern sich nur bewußt sein worum es geht und was man da gerade (im RPG) tut.

    Okay, das mit der Spielerin ist natürlich ein besonderer Fall. Denke mal auch das ihr kein "Horror"-RPG/-Setting spielt. Darf man fragen was Ihr spielt?

    Die Frage? Naja, Auch SC können aktiv andere NSC foltern, also es geht nicht immer vom SL aus. Denke man könnte das Thema problemlos um diesen Punkt erweitern.
    @mikyra : Also bitte, warum sollten sich SC gegenseitig foltern? Ne, das meinte ich explizit nicht! ;)
     
  4. Arashi

    Arashi Gott

    Ich hoffe mal das ist nicht zu OT ... und sorry für die Länge, ich habs nicht geschafft es signifikant zu kürzen.

    An dem Thema Safeword knabber ich jetzt schon seit der Thread gestartet ist.

    Ich kann gut verstehen warum man das für überflüssig hält, gerade wenn man mit Leuten spielt die man schon lange und gut kennt und ich kann der Ansicht durchaus auch zustimmen schon weil man nicht ALLES in einer sozialen Konstellation beachten kann.
    Dagegen steht zum Teil meine persönliche Erfahrung: ich hatte vor längerem einige Jahre stark unter einer Depression gelitten - einer der zentralen Anker der mir damals geholfen hat weiter am Leben teil zu nehmen war meine Rollenspielgruppe. Zum einen konnte ich mich damit von meinem Leben eine Weile ablenken, vor allem aber war es in Gesellschaft und die Teilnahme war sozial kontrolliert. Eigentlich optimal. Nach dem ich meine depressive Phase hinter mir gelassen hatte, erzählte ich dem SL und seiner Partnerin, beide auch außerhalb des Rpg langjährige enge Freunde von mir, dass ich während die Runde lief 2 Jahre tief in der Depression steckte und mir das spielen sehr geholfen hat. Sie waren davon sehr überrascht - sie wussten zwar, dass ich eine Depression gehabt hatte, waren aber der Meinung, das wäre gewesen bevor wir uns kennen lernten - obwohl ich bei denen nie aktiv versuchte das zu verstecken.
    Das zum Hintergrund, die Lehre für mich war, dass Rpg gerade für angeknackste Persönlichkeiten ein großer Gewinn sein kann - aber dass man das angeknackst sein niemand ansieht und die meisten Menschen mit psychischen Problemen höllisch gut darin sind, das zu verstecken. Nun war das bei mir nicht weiter problematisch, meine Depression war durch das was am Spieltisch passiert praktisch unmöglich zu triggern. Personen die durch "typische" Spielsituationen getriggert werden können kann aber alleine die Möglichkeit vom Spiel abhalten - wer will schon vor einer Runde Freunde plötzlich einen Weinkrampf inkl. peinlicher Befragung was das jetzt war durch machen?
    Nun habe ich zum Thema Safeword schon gelesen (nicht so sehr hier) "Ich will mein Spiel nicht gestört bekommen" - das kann ich auch verstehen aber ich sag mal das Wohlbefinden (nicht nur an den Abend) jedes Unbekannten mit dem man 3x gespielt hat ist einem emotional doch mehr wert als dass man jetzt die Kampf-/Folter-/Sonstwas-szene ausspielt. Und wie gesagt - gerade für Menschen mit psychischen Problemen kann eine Rollenspielgruppe eine imense Unterstützung sein und man siehts den Leuten ja nicht an.
    Also kann man ein Safeword festlegen, und im besten Fall gibt es einem Freund oder Bekannten die Sicherheit unbeschwert mit zu spielen und eventuell auch solche Situationen länger zu spielen weil er weiß es ist sicher - oder im schlimmsten Fall braucht es keiner und es wird nie eingesetzt. Oder man legt keines fest, im besten Fall braucht man es auch nicht, im schlimmsten Fall hält es jemand vom spielen ab oder versaut der Gruppe den Abend. Aber dabei geht es doch nur ums festlegen eines Safewortes - das ist in 10 Sekunden gemacht und in 30 Sekunden erklärt.
    Wenn ich mir vorstelle, meine Phasen wären damals einfacher triggerbar gewesen und ich hätte im schlimmsten Fall aus Furcht vor Peinlichkeiten auf so einen wichtigen Anker für mein Wohlergehen verzichtet obwohl der Einsatz an Ressourcen absolut minimalst ist :-( Zumal auch gerade der Punkt "Ich spiele schon ewig mit dem" nicht zieht - auch Erwachsene, gestandene Persönlichkeiten können in Umstände kommen an denen sie im schlimmsten Fall zerbrechen. Und für meinen Teil wären meine Rollenspielkollegen nicht die allerersten denen ich das erzähle, denn 1. will ich einen unbeschwerten Abend mit ihnen verbringen und 2. wollen die einen unbeschwerten Abend mit mir verbringen.

    So 100% bin ich von meiner Meinung nicht überzeugt ... aber egal unter welchem Gesichtspunkt ich es betrachte, ich komme am Ende immer wieder beim Kosten-Nutzen-verhältnis an und das ist schlicht kaum zu übertreffen. Weder für die mögliche Tiefe des Spiels, noch für den eventuell gefährdeten Abend noch für die Krankenkassen.
     
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  5. Floki

    Floki Meister des Wahnsinns
    1. " The World needs YOU!"

    Ich habe es dir nicht unterstellt (Würde ich auch so nie tun). Ich habe es nur als Vergleich hergeholt wie zwei dinge die sich zwar auf einen "Gleichen Kern" runterbrechen Lassen trotzdem total unterschiedlich sein können.
    Sowohl bei einer Vergewaltigung wie auch bei vielen SM Praktiken geht es darum Macht und/oder Gewalt auf jemand anderen auszuüben. Bei SM allerdings geschieht dies in beiderseitigen Einvernehmen. Bei Vergewaltigung in der Regel nicht.

    Ebenso sehe ich das Gleichnis Krieg und Folter.
    Natürlich kann und ist ein Krieg immer äußerst Traumatisierend die vielen Gescheiterten Existenzen die früher z.B. aus dem II Weltkrieg oder dem Vietnam nach Hause gekommen sind beweisen es. Es ist allerdings eine gänzlich andere sache wie Gefoltert zu werden.
    Wenn ich jetzt von deinem Beispiel ausgehend einen Soldaten nehme. Dieser wurde Ausgebildet und bis zu einem Gewissen Maß Vorbereitet.
    "Deckung, Auf, Feuer." Immer und immer wieder. Dies Passiert in der regel so lange bis diese Abläufe Automatisch geschehen. Man hört auf darüber nachzudenken und Funktioniert nur noch. Natürlich kann es passieren das dieser Automatismus bricht. Aber er ist dennoch gegeben.
    Folter ist etwas gänzlich anderes. Man weis nicht was einen Erwartet, es gibt keine Regeln, keine Vorbereitung keinen Automatismus den man antrainieren kann. Auch kann man in der regel nichts oder nur wenig dagegen tun.
    Man kann nicht Kämpfen. Oder sich entscheiden einfach Wegzugehen oder sich sonst wie der Folter zu entziehen.

    Ich verhamlose Krieg nicht.
    Krieg ist scheiße und der Sound ist auch nicht so geil wie alle immer sagen.
    Aber Folter ist nun mal noch eine Spur Beschissener.

    Das kann natürlich jeder anders sehen aber dies ist meine Umunstößliche Meinung.

    Natürlich darfst du.
    Wir spielen zur Zeit Shadowrun, Schattenjäger, Werwolf und 7te See.
     
  6. Captain_Jack

    Captain_Jack Terror of the Seven Seas!

    @Floki : Schrieb ja auch ich nehm's Dir nicht krum, aber es kam halt wirklich beim ersten Lesen so rüber (nur lese ich ein zweites Mal bevor ich Keule gegneb jemanden auspacke ;)).
    Wir haben halt zwei verschiedene Ansichten, für mich ist beides Ausdruck von Gewalt mit dem Ziel zu Verletzen oder zu Töten. Und im Krieg sind nicht immer nur Soldaten vertreten (Nicht-Kombattanden, Kollateralschäden), und in einen Kampf nicht immer ausgebildete Kämpfer verwickelt (Wenn Du von einen Kampfsportprofi verdroschen wirst kannst Du Dich u.U. genauso hilflos fühlen, auch wenn Du augenscheinlich erstmal handlungsfähig bist). Jemanden als Folter auszupeitschen ist schmerzhaft und Du fühlst Dich hilflos, aber im Kmapf jemanden einen Flammenwerfer auf den Balg zu halten ... naja, wenn ich die Wahl hätte, ich würde die Folter wählen als bei lebendigen Leibe geröstet zu werden. Auch kann es Dir im Krieg passieren das Du einen Aussichtlosen, hoffnungslosen Kampf führst oder verheizt wirst (z.B. Gallipoli WK I), dabist Du auch hilflos, d.h. Du hast den Tod oder Verkrüppelung vor Augen ("They collected the wounded, the crippled, the maimed, And they shipped us back home to Australia, The armless, the legless, the blind and the insane, Those proud wounded heroes of Suvla") während bei Folter noch die Chance besteht zu überlebt oder gerettet/befreit zu werden, Stichwort Hoffnung/Hoffnungslosigkeit.

    Ist also relativ und pauschal nicht zu sagen da es bei beidem zuviele Abstufungen und Facetten gibt.

    Werwolf ohne Horror? Okay ... :unsure: Und Schattenjäger hört sich jetzt auch nicht so ungruselig an. Aber wenn es funzt ... (y)

    Wie sieht das nun konkret im Spiel aus? Du beschreibst die Szenerie, die Folternden, die eventuellen Folterwerkzeuge, und dann wie sie angewendet werden, läßt einen Grund/Anlaß der Folter durchblicken usw., dann machst Du evt. noch Würfe auf passende Fähigkeiten/Fertigkeiten, eben was das System hergibt. Einem Spieler mit Erfahrung sollte dann klar werden was mit ihm, also seinem SC, passiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2018
    Skar gefällt das.
  7. Floki

    Floki Meister des Wahnsinns
    1. " The World needs YOU!"

    Nun das ist tatsächlich Situationsbedingt recht unterschiedlich.

    Gerade bei Schattenjäger kann es einen enormen unterschied machen von wem man Gefoltert wird.

    Bestimmte Kultisten (z.B. Jene des Slaanesh) foltern tatsächlich zum Größten teil aus Spaß an der Freude ohne irgendwelche Hintergedanken oder besondere Gründe.

    Inquisitoren und deren Gefolge Foltern hingegen meist relativ Emotionslos und zur reinen Informationsgewinnung.

    In der Regel ist es bei uns so das Folter recht genau ausgespielt wird. Sprich ich beschreibe die Szene und mit unter die Art der Folter recht Detailreich (Weswegen meine Spezielle Spielerin halt auch ein Safeword hat).

    Gegebenenfalls lasse ich auf passende Werte Würfeln (wenn es zum Beispiel darum geht einer Folter zu wiederstehen weil man keine Informationen breisgeben will währe dies einfach Verhör des Folternden gegen Willenskraft des Gefolterten). Der Gefolterte erleidet je nach Härte und art der "Behandlung" Lebenspunktverlust und/oder muss gegen Wahnsinn Würfeln.

    Auch wenn es sich jetzt anders anhört möchte ich jetzt noch einmal betonen das Folter bei uns in der Gruppe nichts alltägliches ist.

    Es gab bei Spielen die Ich geleitet habe in den Letzten 3 Jahren in denen wir Schattenjäger Spielen etwa 4 Folterscenen bei der entweder eine Person oder gleich mehrere Gruppenmitglieder gefoltert wurden. Eine Scene gab es bei der ein Spieler mit seinem Charakter einen Gefangenen Gefoltert hat um sich für eine Vorrangegangene Folter zu "Revanchieren".
     
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  8. Captain_Jack

    Captain_Jack Terror of the Seven Seas!

    Jetzt wo es konkreter und detailierter wird werden die Zusammenhänge klarer! (y)

    Bei Cyberpunk käme Folter aus Rache, also einem keinen einfachen Tod gönnen, durchaus als Element vor. Und da sich unser Team im grau bis schwarzen Bereich bewegt ist Folter durchaus ein vorkommendes Element, wenn auch weniger häufig. Wobei da natürlich auch mal etwas schiefgehen kann, wenn ein Teammitglied mit Exoskelett (und damit wahrlich übermenschlicher Stärke) sich verschätzt (Kritischer PAtzer) und anstatt den Gefangenen mit dem Kopf auf den Tisch den Gefangenen durch den Tisch hämmer respektive Genickbruch.
    Physische Folter läßt sich meist relativ gut im Spiel "simulieren", aber wie sieht es mit psychischer Folter aus?
     
  9. Floki

    Floki Meister des Wahnsinns
    1. " The World needs YOU!"

    Nun meiner Erfahrung nach lässt sich gerade Psychische bzw. Weiße Folter wesendlich besser im Spiel "Simulieren" als Physische.

    Psychische Folter zielt ja darauf ab jemanden zu Entwürdigen bzw. ihn Emotional von dem Folterknecht oder einer anderen Person abhängig zu machen bzw. ihn durch angst Gefügig zu machen während Physische ja darauf abzielt dem Opfer Schmerzen zuzufügen um sie dadurch gefügig zu machen.

    Schmerz lässt sich schlechter Simulieren als Entwürtigung.

    Ich meine Ich kann den Charakter beleidigen oder in sonstige Entwürdigende Situationen bringen und damit werde ich wohl unweigerlich eine Reagtion bei dem Spieler auslösen (vor allem wenn es dinge sind vor denen er sich selbst Ekelt).
    Bei Schmerz sieht das etwas anders aus.
    Es ist recht schwierig Schmerz so zu beschreiben das es auch eine Reaktion beim Spieler auslöst. Vor allem wenn man solche Spieler hat die sich selbst und ihren Charakter für Chuck Norris, John J. Rambo und was weis ich nich alles in einer Person halten. Denen kann man nicht einfach eine Glühende Klinge an den Körper halten um zu zeigen das sowas wirklich scheiße Weh tut.
     
  10. Captain_Jack

    Captain_Jack Terror of the Seven Seas!

    Ich würde das eher umgekehrt sehen, da sich Schmerz und dessen Auswirkungen sehr gut beschreiben läßt, ebenso den Schaden am Körper weil der auch bei (fast) jeden Menschen nahezu identisch ist. Psychische Folter kennt noch mehr Spielmöglichkeiten als Entwürdigung, Du kannst Leute regelrecht brechen und ihren Geist zerstören wenn Du es darauf anlegst, kannst sie in den Wahnsinn treiben oder gar zum Selbstmord bringen. Z.B. Schlafentzug oder aber Dunkelhaft, oder aber durch Veränderung der Raumtemperatur, oder auch durch Geräusche (siehe die Szene bei "Das Imperium schlägt zurück" wo auf Bespin Han, Leia und Chewie inhaftiert sind, und vorallem Chewie unter der ohrenbetäubenden Lärm zu leiden hat). Weiße Folter wie Du es nennst bietet mehr Methoden als nur Entwürdigung.
    Schmerz haben die meisten schon einmal erfahren, man hat sich mal irgendwo geschnitten oder verbrannt, gestoßen oder was gebrochen/geprellt, diese Erfahrungen haben die meisten schonmal gemacht und können sich daher entwas vorstellen. Aber psychische Auswirkungen dürften die wenigsten erfahren haben.
    Was verstehst Du unter Entwürdigung?
     
  11. Floki

    Floki Meister des Wahnsinns
    1. " The World needs YOU!"

    Zunächst einmal. Weiße Folter nenne nicht ich es sondern das ist tatsächlich die Offizielle Bezeichnung.

    Unter entwürdigung würde ich das bezeichnen was damals in Guantanamo mit den Kriegsgefangenen getan wurde. Auch das Essen von Erbrochenen und/oder anderen Ausscheidungen würde ich entwürdigend nennen.
    Um bei Mittelalterlichen Themen zu beleiben würde ich das "An den Pranger Stellen" bzw. das Tragen einer Schandgeige oder einer Schandmaske durchaus auch als Entwürdigend empfinden.

    Das Entwürdigung durchaus nur eine Methode der Weißen Folter ist ist mir auch bewusst. Aber es ist tatsächlich die wo sich in einem Rollenspiel am einfachsten darstellen lässt.
    Schlafentzug, Dunkelhaft oder ändern der Raumtemperatur, Entzug sämmtlicher Sinneseindrücke usw. sind tatsächlich schwer darzustellen.

    Genauso ist es aber halt auch mit Schmerzen.
    Natürlich hat sich jeder schon mal Geschnitten, viele hatten schon die Rippen gebrochen usw.
    Das Problem das ich persönlich schon oft hatte war einfach das sich die Spieler trotz allem nicht vorstellen konnten das sowas halt auch ihren Charakteren wehtun könnte.

    Wir hatten mal eine Situation in einer meiner alten Gruppen wo der SL eine Scene beschrieben hat wo der Charakter eines Spielers seinen Arm in Kochendes Öl gehalten bekam.
    Reaktion des Spielers (Originalzitat): "Mein Charakter ist ein Ausgebildeter Ritter. Der kann das ab."
    Nach längerem hin und her Diskuttieren darüber das es wirklich Sau weh tut wenn man seine Hand in Kochendes Öl gehalten bekommt. Hat der damailge SL einfach ein Teelicht genommen und dem Spieler über die Hand gegossen. Dicht Gefolgt von der Frage "Tat das Weh."

    Ob die Reagtion des SL in der Situation nun richtig war oder nicht lasse ich jetzt mal dahngestellt. Aber es verdeutlicht sehr gut was ich meine.
    Vielen Spielern fällt es schwer sich Schmerz vorzustellen bzw. Es einzuschätzen. Vor allem habe ich dieses Phänomen bei Spielern von Kampflastigen Charakteren Beobachtet (Ist jetzt nur meine Persönliche Beobachtung und soll jetzt keine Verallgemeinerung sein). Die Hauptbegründung für das Wiederstehen von Körperlicher Folter ist dann meist etwas wie "Er wird in seiner Ausbildung bestimmt schon mal Knochenbrüche und Schnitte erlitten haben." oder ähnliches.

    Zugegeben nicht jeder Spieler ist gleich und es wird wohl keine Zwei Gruppen geben die sich exakt gleichen weswegen es auch schwierig ist eine Allgemeingültige aussage zu treffen. Jede Gruppe sollte selbst für sich selbst entscheiden wie weit sie bei solchen Themen gehen möchte und wie sie an die Sache herangehen wollen.
     
  12. Scathach

    Scathach Stalker

    Hm, ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass weiße Folter (insbesondere der Bereich Demütigungen) besonders stark emotional wirkt. Ist zumindest bei mir so.
    Es kann schwer zu ertragen sein, seine Spielfigur in einer Situation zu erleben, die diese wirklich demütigt oder entwürdigt.
    Wobei man auch da sehr stark wegen Grenzen achtgeben muss.
    Gerade erzwungene Nacktheit kann eben auch schon zu viele Implikationen sexualisierter Gewalt tragen.

    Was ich ebenfalls spielerisch immer schwer erträglich fand, war das Erzwingen bestimmter Handlungen.
    Einer meiner SCs war im Arbeitslager gezwungen worden, einen Mithäftling den sie mochte auszupeitschen.
    Als sie endlich aufhören durfte, war der Betreffende tot. Das ist eine Erfahrung, mit der sie nie wirklich abschließen konnte.

    Im Rahmen dieser Solo-Sessions aus dem Charakterhintergrund im Lager kam viel an krassen Szenen, das war auch angesprochen (und es wurde immer wieder neu gecheckt, ob es für SL und mich noch geht oder Grenzen verletzt).
    Es war für den SL und mich schwer auszuhalten. Sowohl die körperlichen Bereiche, als auch vor allem der psychische Bereich. Die Entmenschlichung, permanente Angst, ständige Erschöpfung, der Schlafentzug.

    Ich denke es kommt bei dem Punkt "wie wirkt sich das auf die Spieler aus" vor allem darauf an, wie sehr sich in den SC versetzt wird (wogegen das viel Abstand halten ja auch durchaus was mit Selbstschutz zu tun haben kann und dementsprechend auch zeigt, dass es durchaus wirkt, man sich aber ein Stück weit schützt - natürlich auch legitim!).
    Sowohl Demütigung, Schmerz als auch Schlafentzug kann man sich in gewissem Umfang vorstellen. Milde, alltägliche Ausläufer davon kennt jeder.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juni 2018 um 15:02 Uhr
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  13. Captain_Jack

    Captain_Jack Terror of the Seven Seas!

    @Floki : Klar ist das ein offizieller Begriff, wollte nur deutlich machen das mehr darunter fällt als Du angesprochen hast.

    Das Beispiel mit dem Teelicht: Es sollte meiner Ansicht zur Allgemeinbildung gehören das Brandwunden mit zu den schlimmsten und schmerzvollsten Verletzungen gehören die es gibt. Auch ein Ritter, ein elitärer Berufskriegerprofi, hält das definitiv nicht aus und steckt das nicht locker weg. Wobei ich als SL jetzt nicht zum Teelicht gegriffen hätte. Siehst, über solche Dinge brauchen wir in unserer Gruppe nicht diskutieren, sowas ist bekannt und steht daher auch nicht zur Diskussion, wenn da eher wie sich das regeltechnisch umsetzen läßt.
    Ein bißchen ist aber auch das Spielsystem selbst in Schuld, ist ja wie in den Hollywood-Filmen, dort laufen Leute mit Schußwunden oder einem Pfeil in Brust noch rum - in der Realatität liegt man höchstwahrscheinlich in der Ecke und veruscht nicht zu verbluten respektive zu krepieren, aber man hüpft definitiv nicht wie ein junger Gott herum. Auch wenn ich Dich mit meinem Schwert, meiner Kriegsaxt oder Streitkolben richtig treffe bist Du dadurch normalerweise schwer eingeschränkt (Prellungen/Brüche), aber daß muss ich Dir ja nicht erklären. Wobei das jetzt nicht schlimm ist, RPG's sollen ja Spaß machen, aber man sollte sich dessen Bewußt sein. Aber das wirkt sich auch eben auf andere Dinge aus wie z.B. Folter.
    Okay, man guckt gerne Horror-Filme und hört gerne Horror-Höspiele/-Bücher, die sind ja auch nicht ohne, aber auch Fantasy-Geschichten können sehr heftig sein; so gab es bei der DSA-Isenborn-Tetralogie auch sehr heftige Szenen
    Die Protagonistein wird entkleidet, gefoltert, und am Ende in kochendes Öl geworfen; der Kessel stürzt dann von der Burgmauer vor ihre eigenen Truppen und sie kommt endgültig zu Tode.
    Allerdings kann ich zwischen Spiel (/Film/Hörbuch/Hörspiel/Buch) und mir trennen so daß ich nicht emotional oder seelisch kompromittiert werde. (Und nein, ich bin nicht grünblütig! ;)) Sowohl bei Cyberpunk, was schon per se einen gewissen grad an Brutalität hat, aber auch bei D&D-Eigenbau hat kampagnenbedingt (Aufkommen eines uralten Bösen, dazu Dämonen, Untote, Kultisten, Orkse usw., Schwarze Magie, geschändetes Land, unbarmherziger Krieg etc.) auch ein nicht unerhebliches Maß an Schrecklichkeit; als Jugendlicher hätte ich damals in dieser Form nicht gespielt.
    Für mich (und unserer Gruppen) gibt es wenn weniger bei den Schilderungen als bei regeltechnischen Umsetzungen Probleme.

    @Scathach : Ich hab da mehr Distanz zu meinen SC, was nicht heißt das mich derer Schicksal nicht berührt, ganz im Gegenteil. Und einige meiner SC's haben schon einiges durchgemacht. Zwei gerieten in Gefangenschaft, einer fast zu Tode gefoltert, der andere hatte auch kein nennenswert besseres Schicksal. Doch sie wurden geretet bzw. befreit; nun gibt es natürlich sowohl den Rachegedanken (wobei beide nicht ausgewiesen Rachsüchtig sind, beides Menschen, Ritter und Pelor-Kleriker). Aber nun wissen auch die andere SC was passiert wenn man dem Feind in die Hände fällt. Natürlich hat beides Spuren hinterlassen, beide gehen unterschieldlich damit um; es herrscht Krieg, das Szenario steht kurz vor der Belagerung der Stadt. Der Kleriker wird von seiner Kirche aufgefangen, vergräbt sich in Studien über den Feind und das alte Böse was dahinter steckt, und hilft noch mehr im Lazarett aus. Der Ritter trainiert weiter, damit ihm das icht noch mal passiert, und versucht sich als Offizier noch mehr für seine Untergebenen einzusetzen, ist nicht mehr so heißspornig wie vor dem Erlebnis.
    Will heißen: Folter hat in den meisten Fällen noch Nachwirkungen, es ist bei der Rettung/Befreiung/Flucht nicht vorbei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juni 2018 um 23:02 Uhr
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