AW: Was zahlt Johnson denn so?
Dazu kommt noch, dass Johnsons keine Wohltäter sind, und Runs keine ABM für Straffällige. Johnsons kalkulieren knapp. Sie bieten immer weniger an, als sie bereit sind, zu zahlen. Weil sie schon davon ausgehen, dass die Runner mehr verlangen werden.
Sie werden jede Möglichkeit nutzen, Druck auf die Runner aus zu üben. Immerhin kann es immer jemand anderes machen. Die Schatten sind eine freie Marktwirtschaft und Runner haben keine Gewerkschaft. Warum ein Team anheuern, in dem jeder 5.000 haben möchte, wenn man für den Betrag vielleicht auch ein ganzes Team kriegen kann?
Primär möchte Ms Johnson vor allem dass der Auftrag erfolgreich ausgeführt wird, keine Sonderangebote. Das ist das wichtigste von allem. Ein Fehlschlag ist deutlicher teurer als je für die Runner als Kostenpunkt angesetzt worden wäre – zusätzlich für die übrigen Konsequenzen konzernintern für ihm. Schon deswegen wird er den Auftrag an Leute geben, die den Erfolg "garantieren" können und zu denen er ein gewisses Vertrauen hat. Der Preis für ihn ist
relativ nebensächlich. Er ist ein Geschäftsmann und weiß, wie die Kostenkalkulation seiner Kontakte aussehen muss, vermutlich besser als sie selbst, und er ist an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert.
Immer nur das günstigste Angebot zu nehmen ist das Kreuz der öffentlichen Vergabe. Deswegen wird ja auch versucht das zum Umgehen um einen Auftragnehmer zu bekommen, der den Auftrag ohne Probleme lösen kann.
Der Etat für ein Projekt wird konzernintern erst mal in Einzelposten auf unterschiedliche Abteilung aufgeteilt. Der grösste Teil wird gar nicht von Ms Johnson verwaltet. Bei einer Extraktion wird wohl der grösste Anteil von der Personalabteilung an den (Job)Headhunter gezahlt (ein Jahresgehälter des Targets).
Der Projektleiter aus dem Management stellt den Projektplan mit den entsprechenden Aufgaben, Zeitfenster und Einzelkonten auf. Er weißt dann die einzelnen Aufgaben entsprechenden Mitarbeitern zu. Der entsprechende Etat wird vom Manager und einem Expertensystem aufgestellt, unter anderen nach der Konsultation mit Ms Johnson und seiner Planung.
Ms Johnson hat kein grosses Interesse deutlich unter seinen Wert zu bleiben. Falls dies häufiger passiert hat dies zukünftig eher eine Kürzung zur Folge. Ausserdem, wer dauerhaft unter den Voreinschätzungen bleibt macht sich eher verdächtig. Die interne Sicherheit wird dann ein Auge auf seine Arbeit werfen und schauen, ob es eine weitere Geldquelle gibt oder unzulässige Risiken eingegangen werden.
Optimal wäre also ca. 80% der Mittel pro Projekt auszugeben, was ihm über das Jahr die Möglichkeit gibt, ein, zwei Mal den Etat zu überziehen und er immer noch gut am Ende des Jahres da zu stehen. Das heißt nicht, das er freudig den Chars die Nuyens in die Hand drückt.
Zu erst holt er erst einmal selbst Informationen ein, aber möglichst unauffällig. Wie sieht die Sicherheit um das Traget herum aus, hat es aktuelle Veränderungen gegeben? Vielleicht heuert er einen Hacker für etwas recon an, nur um zu schauen, ob sich jemand anders für das Target interessiert. Vor allem aber möchte er diesem Stadium kein Aufsehen erregen. Er macht einen groben Plan und spricht schon für sein Risikomanagement mit ein paar Leuten, zum Beispiel seinen Klinikkontakten. Für dies setze ich 20 Prozent an. Dann spricht er mit den Runnern, die den direkten Zugriff ausführen. Ihnen bietet er vielleicht 40 Prozent seines Etat an, mit einem Bonus von weiter 5 Prozent für diversen Kleinkram. Die übrigen 15 Prozent nimmt er für allgemeine Pflege seiner Kontakte, laufende Kosten usw.
Unter Umständen lässt er dies auch über die Spieler laufen, damit es in den Büchern besser aussieht. Gibt ihnen noch ein paar tausend Nuyens auf die Hand damit sie ein paar Hormone oder synthetische Antikörper für einen Straßendoc besorgen usw.
Natürlich kann der Runner hinterher das Problem haben, dass sein Beta-Smartlink seine Waffe blockiert, wenn er auf Aztech-Gardisten schießen möchte. Aber auf den Straßen muss man eben Risiken eingehen.
Es muss nicht einmal so kompliziert sein. Zum Beispiel kann er für einen Run ein paar schicke Funkgeräte bereitstellen, mit Pulsübertragung und starker Kryptographie. Schickes Spielzeug, in der Stadt kaum ortbar, militärisches Klassifizierung. Aber natürlich hat er auch davon ein Exemplar und die Konzernsicherheit die den Einsatz aus der ferne Covern auch. Die Spieler müssen sich halt überlegen, wenn sie die Dinger beim nächsten Mal einsetzen. Es könnten in der Zukunft ein paar interessierte Fans geben, die zuhören.