The Shadow of Yesterday [TSOY] Diary of Sessions: Online-Runde (Session 1 / Gruppenzusammenführung)

oliof

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Wie so häufig bei Online-Runden mußten wir zunächst ein paar technische Hürden überwinden. In diesem Fall konnte mein Skype-Client nur eine 5er-Konferenz, doch das Problem war schnell gelöst, weil ja die anderen auch alle Skype hatten und jemand anderes eine aktuellere Version mit 10er-Konferenzen aufbieten konnte.

Skype allein reichte aber nicht; wir brauchten noch einen verlässlichen Würfelbot; nachdem mein alter Favorit sich als flügellahm erwies, erinnerte ich mich an Doms Spieltisch, der sich als hervorragendes Werkzeug erwies, auch wenn die Anleitung für die nichttechnischen Teilnehmer etwas knapp ausfällt.

Den Subchannel für links, Anmerkungen, Nachfragen etc. hatten wir im IRC belassen. Die Mischung hat sehr gut geklappt, und die technische Basis bleibt so bestehen. Letztlich auch, weil sie ohne Probleme zwischen macs, windows-rechnern und auch linux-rechnern funktioniert, was bei unserer Gruppenzusammenstellung wichtig ist.

Wir begannen (nach einer halben bis dreiviertel Stunde Gesabbels) damit, noch einmal kurz in Anwesenheit aller die Zusammenhänge zwischen den Charakteren zu klären. Es blieb weiterhin klar, dass Enki, der Zaru, bisher keines der anderen Gruppenmitglieder kennt. Hieraus ergab sich – zusammen mit der Tatsache, dass es Enkis Spieler recht war – die erste Szene. Kiani stolperte gerade zufällig über Horensas Pferd, das ausserhalb eines maldorischen Ruinenfeldes angeleint war, in dem sich Horensa, Orhux und Dancian befanden.

Und dann kam aus Richtung Ammeni der fliehende Zaru, verfolgt von ammenitischen Bambuskriegern, die mit ihm mehr ein Katz-und-Maus-Spiel treiben, als ihn wirklich gefangenzunehmen. Die Gruppe greift natürlich ein, und rettet Enki, der zwischendurch von einem der Krieger am Arm verletzt wird, ohne einen der Krieger zu töten. Dancian hält sich derweil im Hintergrund, schließlich soll keiner wissen, dass es in diesen Ruinen etwas zu holen gibt erklärt er später.

Im Spiel ergibt sich, dass die Ratkin in unserer Fassung die menschliche Sprache nicht beherrschen, und nur Horensa mit seiner Gabe der Tiersprache mit dem Ratkin direkt sprechen kann – der Wookie-Effekt aus dem alten Star Wars d6. Diese Entscheidung traf der Spieler des Ratkin, der mit dem Begriff Wookie nichts anfangen konnte – mit 15 ist er der jüngste Teilnehmer, und ein Haufen subkultureller "Fakten" sind ihm unbekannt. Letztlich führt das aber nur dazu, dass wir mehr eigene Inhalte schaffen und uns nicht so sehr auf der Kenntnis bestimmter Medieninhalte ausruhen werden. Toll!

Mit Abschluß der Szene (ein Ammenit flieht, ein anderer wird aufgefordert, zu fliehen, die beiden Bewußtlosen werden auf ihre Pferde gehievt, und die bekommen einen auffordernden Klaps auf die Hinterseite) sammelt sich die Gruppe an der Raststätte der drei ursprünglich hier anwesenden. Enki fühlt sich seinen Rettern verpflichtet und wird so wohl bei der Gruppe bleiben.

Damit war das Kernziel des Abends erreicht: Die Gruppe ist zusammengeführt, ein grobes Beziehungsgeflecht ist aufgeklärt und ein paar offene Reibungspunkte sind angespielt worden. Weiter geht es nächsten Dienstag, mit einer Tour durch die Ruinen. Mal schauen, was ich dort ansiedeln werde.

Noch zwei Anmerkungen zur Technik: Für längerfristige Dinge wie eine kurze Zusammenfassung, Charakterblätter etc. richte ich ein gruppeninternes Wiki ein - dadurch steigt die Anzahl der technischen Hilfsmittel auf 4 (IRC, Skype, Dice Roller, Wiki), aber es dient dann doch der Übersichtlichkeit.

Fazit: Rollenspiel über Skype funktioniert recht gut. Allerdings gibt es auch ein paar Dinge zu beachten: Da man die anderen Leute nicht sieht, sondern nur ihre Stimmen hört, kann es schwierig sein, den jeweiligen Akteur herauszuhören. Wir haben deshalb im Spiel vereinbart, nach Möglichkeit in der 3. Person zu beschreiben, was die Charaktere tun, und auch direkte Rede mit einem Satz einzuleiten, der das klar macht. Von den sechs Teilnehmern kennen sich nur 4 vom Sehen, dann ist die Zuordnung einfacher, aber es ist ganz klar eine Sache, die man bedenken muß. Einer der Spieler sagte, dass er im Gegenzug weniger Probleme hatte, sich dem Spiel zu öffnen, weil er nicht mit Fremden an einem Tisch saß, sondern sich nur die Charaktere vorstellen brauchte. Wir machen auf jeden Fall weiter hieß es einvernehmlich, und das freut mich doch sehr.
 
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