Das ganze hatte was von einem Militärtribunal (die Syndikatsmitglieder - und ihre Komplizen - wurden als feindliche Kombattanten behandelt). Das ist auch etwas, was man durchaus kritisieren kann (und Nahla auch tut), weil das schon ziemlich weit weg von den Prinzipien der Sternenflotte ist, und zeigt wie verzweifelt die Zeiten damals waren (im Konstrast zu der eher hoffnungsvollen Gegenwart der Serie).
Auch die Sternenflotte hatte in anderen Serien ein JAG Corps.
Aber ja, die Serie will vermutlich die drastische Veränderung in der Sternenflotten und der Föderation nach dem Brand ausdrücken. Sie macht das nur mMn nicht gut. Ich glaube sogar, dass sich die Macher von Discovery und folgenden Serien keine Serienbibel für eine konsistente Hintergrundwelt gegeben haben.
Wenn sie übrigens feindliche Kombattanten wären, dann wäre die Föderationserziehung des Kindes ein Bruch des Völkerrechts nach heutigem Stand und ein Rehabilitationszentrum mit mutmaßlicher Umerziehung ebenfalls. Denn dann wären sie ja Kriegsgefangene und keine Kriminellen.
Das ist trotzdem etwas anderes, als ständig diesem Einfluss ausgesetzt zu sein. Die Alternative wäre halt, das Kind allein in einer separaten Zelle zu lassen, während seine Mutter verurteilt wird, ohne Möglichkeit sich zu verabschieden. Auch keine ideale Vorgehensweise, da wurden (aus Ressourcenmangel?) klar Fehler gemacht, die man später versucht zu korrigieren.
Klar, Mutter und Kind im Vorfeld Nahrung zu geben, hätte sie auch von den Kriminellen ferngehalten. Immerhin wird uns verkauft, dass der Hunger der Grund war, warum sie sich mit denen eingelassen hat. Aber da scheint ja mehr zu sein, denn die Mutter sagt man kann den Sternenflotten-Leuten nicht trauen.
Der Fehler der da gemacht wurde war, dass man die Sternenflotten-Mitglieder als unempathisch und damit unsympathisch darstellt, inklusive Nahla. Wobei das kein Fehler war, das war Absicht, aus dem Skript heraus, weil man wollte, dass diese Szene sich genau so abspielt, wie sie sich eben abspielt.
Nus in seiner Zelle sein Urteil zu verkünden, dann tief durchzuatmen, dann der Mutter ihr Urteil in ihrer Zelle mitteilen, große Anschuldigungsszene, dann Schnitt, dann Trennung von Mutter und Kind und dann Flucht des Kindes ggf. sogar mit größerem zeitlichen Abstand wäre viel sinnvoller gewesen für das Verhalten der Personen, aber mutmaßlich schlecht für das Pacing der Episode.
Aber, frühere Serien aus dem Star Trek Franchise wurden auch mal als Kammerspiele mit viel Gerede bezeichnet. Also wäre das vielleicht garnicht so schlecht gewesen...
In TNG, DS9 und Yoyager funktionierte "hacken" genau so (ich weiß gerade nicht, ob in TOS oder Enterprise etwas gehackt wurde)... einfach schnell auf dem LCAS rumtippen, dann ist die Kontrolle über das System übernommen.
Mag sein, hat Caleb aber nicht gemacht. Er steht neben einem Display das etwas über "Tellarite" anzeigt, in einem Raum der eine Art Ausstellung über verschiedene Planeten zu sein scheint. Es gibt zwei kurze Geräusche als akustisches Feedback dass er den Display berührt und schon sagt der Computer "Kommunikations-Subsystem überbrückt".
Einen Scheiß sieht man Hacking, oder hört es, oder er macht irgendwas. Hat der Computer über seine Haut bei der Berührung über das Display seine Gedanken gelesen und ihm dann das Kommunikation-Subsystem aufgemacht? Ich meine, das ist Technologie die vorstellbar ist. Ebenso ist vorstellbar, dass man Cybersicherheit halt einfach nicht mehr ernst nimmt - ein Anzeigebildschirm in einem nominell öffentlichen Bereich sollte einfach keinen Zugang zur externen Kommunikation haben - Punkt. In einer militärischen Einrichtung mit Publikumsverkehr noch weniger.
Später dann wird ein Befehl nicht akzeptiert, weil die Stimmmuster von Lura Tok nicht erkannt werden, aber hier gibt Caleb nicht mal einen verbalen Befehl und man sieht nicht mal was er macht, weil seine Hände nicht im Bild sind - es macht nur zwei kurze Geräusche und voíla.
Der Punkt ist, die ganze Szene ist ein Plotdevice. Sie soll Caleb und Genesis ein Gespräch ermöglichen und den Angriff später rechtfertigen. Die Idee ist sinnvoll, du Umsetzung ist Kacke.
Und wo du das LCAS schon erwähnst, dass ist ikonisch. Die ganzen Holomonitore sind Bullshit. Die Schauspieler fuchteln einfach in der Gegend herum und später rauft sich ein VFX-Mitarbeiter die Haare wie da eine Grafik drüber gelegt werden kann die irgendwie im Handlungsbogen sinn ergibt. Das DVD Bonus Material zu TNG geht ins Detail wieviel Gedanken in das LCAS geflossen sind - hier sieht man nicht, dass sich irgend jemand Gedanken macht die über das für die Handlung nötige hinaus gehen. Das liegt vermutlich auch daran, das von dem Raum nicht so viel echt war. Vielleicht nicht mal die Displays.
Ist halt eher der Fokus auf das "was", nicht auf das "wie"
Ja, aber das schädigt die Immersion.
"Caleb geht zu dem Display und hackt sich in das Kommsystem. Ich habe eine 32 auf Computer gewürfelt, dass sollte doch reichen.", sagte Calebs Spieler und keiner stellte das in Frage...
Ich habe lange Jahre Werwolf: the Apocalypse gespielt und das Problem bei all den schönen theoretischen Beschreibungen von Ritualen, speziell auch jahreszeitlichen Festen ist, dass sie alle wenn man sie im LARP darstellen will noch massive Weiterentwicklung brauchen, denn hier muss man eben die Beschreibung mit Leben füllen. Wo im P&P steht, man feiert und tanzt für 6 Stunden um das Feuer, brauchst du für's LARP halt auch Feuer, Tänze, Musik, Essen, Getränke damit man das "was" (feiern und tanzen) eben mit Leben füllen kann.
Und das fehlt hier einfach.
Außer dass wir ihn in der Folge beim Reinigungsdienst sehen. Und dass er (im Gegensatz zu den anderen Kadetten) nicht einfach zum Tor der Akademie rausspazieren kann, sondern über den Zaun klettern muss.
Es spielt in den Handlungen um Caleb keine Rolle. Es ist als Strafe unerheblich.
Die alten Serien sind auch nicht so bierernst (eher im Gegenteil). Und die Szene hatte eine wichtige Funktion, nämlich dass die Offiziere versucht haben dem Leiter des War College durch Humor über seine Angst vor diplomatischen Situationen hinwegzuhelfen (das fand ich tatsächlich ziemlich süß). Wenn man sich die Szene ohne Kontext anschaut, dann wirkt das natürlich albern, aber das gilt praktisch jede ST-Serie, wenn man (ohne den Kontext zu kennen) in irgendeine Szene reinzappt.
Es macht halt einen Unterschied, wenn ein Royal Shakespear Company Mitglied komische Klick-Klack-Laute ernsthaft in die Kamera schnalzt, weil er eine Spezies angemessen begrüßen will, verglichen zu vier weitgehend humanoiden Föderations-sozialisierten Personen, die ein Krimmidinner mit kleinen Trichtern in der Hand durchführen.
Ich habe auch nichts gegen den Handlungsstrang an sich, er ist sicher unterhaltsam. Ich finde nur unsinnig, dasser umgesetzt ist, als wären ein paar Kumpel am rumblödeln, statt erwachsene, die am Tisch sitzen und neutral und professionell die Eigenarten der fremden Kultur erklären.