Star Trek Star Trek: Starfleet Academy

Wie gesagt, der Brand ist aus Discovery und ein alter Hut. Und er hat einen klaren narrativen Zweck, nämlich den Status Quo radikal zu verändern und eine Situation zu schaffen in der man eben alte und neue Dinge entdecken/wieder entdecken kann.

Ich bin gespannt welche anderen Ideen ihr habt, wie sowas zu bewerkstelligen wäre. Das könnte ein eigenes Thema wert sein.

In Star Trek: The Next Generation wurde festgestellt das der Subraum durch zu schnellen Warpreisen beschädigt wird und diesen unbrauchbar für Überlichtreisen via Warpantrieb macht.
900 Jahre in der Zukunft könnte das zu einem echten Problem werden. Man könnte es so auslegen das entweder gewisse Regionen des Weltraums gar keinen Warp mehr zulassen oder es zu gefährlich wird.

So würden sich dann im Weltraum entsprechende Handelsrouten neu formieren. Die Föderation zerbricht langsam weil sie ihre Mitglieder nicht mehr effektiv verteidigen kann. Es kommt zu einer Zersplitterung.


Um es aufs Rollenspiel zu übertragen ist es halt wie Vampire Masquerade 5te Edition. Man hat durch mutmaßliche Änderungen in einem Zeitfenster eine Rechtfertigung für einen neuen Status Quo, muss man nicht mögen, ist mMn aber besser als Werwolf Apokalypse 5te Edition, wo man einfach hart sagt, ist ein Reboot, akzeptiere den neuen Status Quo einfach.
Ein Reboot mit alternativer Timeline wäre mir ab diesem Zeitpunkt lieber gewesen. Star Trek mit der Original Serie, TNG, Voyager, Deep Space Nine und Co ist cool. Ich kann aber auch verstehen wenn Leute den Überblick verlieren und es schwer wird was neues einzufügen (Gerade auch was neue Designs angeht).

Ich meine... anstatt zu rebooten haben die Schreiber das aktuelle Szenario soweit entrückt das es quasi ein reboot ist. Ich meine,... wir sind Jahrhunderte in der Zukunft. Es gab den Brand als Event um das ganze Interessanter zu gestalten. Die Förderation hat dadurch Mist gebaut und ihren Ruf verschandelt... da wäre der offene Reboot auch der ehrlichere Umgang mit den Fans und Zuschauern wenn man es "New Trek" oder so genannt hätte.


Wie gesagt, der ganze Hintergrund um den Brand ist massiv konstruiert und zweckmäßig. Aber die Möglichkeiten für neue und andere Geschichten in dieser Zeit sind dadurch schon gewachsen, wenn man das Entdecker-Thema bedienen will. Quasi das Trek in Star Trek.
Ich bin der persönlichen Meinung, wenn man einen solchen Soft Reboot macht, dann mit der nötigen Sorgfalt. Weil wenn du schon deinen Soft Reboot so verschandelst um für dich eine optimale Storyumgebung zu schaffen wie soll dann der Rest aussehen? Und da muss ich sagen krankt es auch gewaltig in der Serie.
 
Es gibt diverse Youtuber die ebenfalls anmerken, dass die einzelne Folge in der die Thematik mit den Schädigungen des Subraums durch Warp und die folgende Geschwindigkeitsbegrenzung schon in der nächsten Folgen keine Sau mehr interessiert und nie wieder erwähnt wird. Aber es wäre natürlich möglich gewesen einfach den Zerfall der Föderation durch etwas anderes als einen plötzlichen Naturkatastrophen zu zerstören. Ob das narrativ besser gewesen wäre, weiß ich nicht.

Davon abgesehen betrifft der 800Jahr Zeitsprung ja nur Discovery und Star Fleet Academy. Die vier anderen Serien des "NuTrek" betrifft es dagegen nicht. Picard, Lower Decks und Prodigy sind ja nach Voyager angesiedelt und Strange New Worlds direkt vor TOS.

Und ja, die "Fans" die z.T. reißerische YouTube Videos machen, sind mMn inkonsequent, wenn sie den Klingonen der Arzt werden will für den Untergang von Star Trek halten, aber Worf trotz seiner "Ich bin jetzt Pazifist"-Aussage in Staffel 3 von Picard gefeiert haben.

Ich denke aber auch, dass ein ganz neuer Ansatz funktioniert hätte bei dem man sagt "Es heißt Star Trek und hat vage die gleichen Themen, ist aber nicht im gleichen Universum". Das wäre gewesen, wie ein zweites Mal "The Orville" zu erschaffen und darauf konnte man wohl nicht hoffen.


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Ich habe übrigens die Folge 5 von Academy gesehen. Im Vorfeld haben einige der YouTube-Star Trek-Nörgler sich schon, mMn unbegründet, darüber gesorgt, dass Benjamin Siskos Verbleib Thema einer Folge sein würde und es ist diese. Ich meine man hätte da viel kaputt machen können, klar, hat man aber mMn nicht.

Die Folge dreht sich primär um SAM, die holographische Kadettin. Sie ist als Abgesannte ihres Volkes an der Akademie und da Sisko auch Abgesannter war, begibt sie sich auf dessen Spuren. Dabei kehrt Cirroc Lofton als Aufzeichnungen eines erwachsenen Jake Sisko zurück.

Insgesamt ist die Folge ganz nett gestaltet, auch wenn sie von ihrer Machart jetzt ein wenige poppiger war als für Star Trek üblich. Und es hat auch wieder einfach dumme Elemente, die es nicht wirklich bräuchte. Das unter bestimmten Umständen Khitonier Glitter erbrechen ist einfach nur Bullshit, finde ich. Dass Caleb, wenn er versucht SAMs Programmierung anzupassen, so dass sie Essen schmecken kann, ihr stattdessen die Frisur oder die Klamotten ändert, ist genauso billiger versuch von Klamauk, den es nicht braucht. Aber das sind auch nur zwei Szenen der Folge, die ansonsten ganz okay ist.

Twany Newsome ist bei der Serie als Co-Produzentin tätig und bei der Folge auch Mitautorin. Das erklärt vielleicht ein wenig diesen Ton. Sie ist ja im Star Trek Kontext vor allem bekannt als Beckett Mariner aus Lower Decks. Und dafür. dass sie mal bei einem Panel gesagt hat, sie würde gerne eine Work Place Comedy in Star Trek umsetzen.
In dieser Folge hat sie sich dann auch eine Rolle selbst zugeschrieben und das hätte echt nicht sein müssen...
...sie spielt eine neue Wirtin von Dax.

Und ich denke auch, dass einige Dinge einfach nicht so durchdacht werden, weil man mehr Fokus auf die Geschichten die man erzählen will legt, als auf konsistentes Worldbuilding. Ich habe z.B. keine Ahnung, ob die holographischen Lebensformen jetzt KIs sind, die holographische Avatare haben, die aber Emitter brauchen, oder ob sie Lebewesen aus Licht und Magnetfeldern, oder was auch immer.
 
Man kann halt schon innerhalb der ersten Folge sehen das sich die Schreiber keine Mühe gegeben haben.

Die Förderation trennt eine Frau und ihr Kind weil während einer Aktion um an Nahrung zu kommen EIN Föderationsoffizier stirbt. Wir erfahren auch nie inwiefern die Mutter darin involviert ist außer den Verantwortlichen gebeten hat ihr Nahrung zu geben und der meint "Ich habe da eine Idee" und es kam zu dem Vorfall wo eine Person starb.
Aber das alleine hat schon ausgereicht um in ein Gefängnis oder Arbeitslager gesteckt zu werden.

Während der Folge sorgt die Kontaktaufnahme mit der Mutter, dass unser Protagonist seinen alten Freund anlockt der das Schiff angreift. Wir sehen in der Serie wie mehrere Schüler durch Explosionen an die Wand geschleudert werden. In der Serie wird nie gesagt ob jemand gestorben ist, es wird aber der Eindruck vermittelt. Dafür sehen wir nie das er irgendwie bestraft wird.
Klar man kann sagen die Förderation verfolgt nun einen anderen Ansatz als vor 15 Jahren, aber er hat die Systeme "gehackt" einen Notruf abgesetzt und das Förderationsschiff wurde angegriffen. Da wäre eine ehrenlose Entlassung das mindeste.

Oder auch das der Kerl der das Schiff angreift den gesamten Warpkern haben will.... durch den Brand wissen wir das nur das Dilithum teilweise zerstört wurde. Die Serie behandelt Dilithium als Treibstoff (was es nicht ist, was durch Suns Video wunderbar erklärt wurde), wieso nehme ich dann den MOTOR aus dem Schiff (welche durch Automatik auch einfach ausgestoßen werden können) und nicht nur die Dilithium Kristalle?
Dieser ganze Angriff wäre in nichtmal 5 Minuten fertig gewesen.

Und das ist der MAIN-PLOT! Da ist nichtmal die ganze halbgare Scheiße drin die nebenbei gezeigt wird.
 
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