AW: Mal ne frage zur vorbereitung einer Chronik
Okey^^
ich hatte, das was ich bis jetzt vorbereitet hab, bevor ich aufs Forum gestoßen bin, sehr eindeutig geplant, also "platz A- NSC 1 kommt, spricht" "SC folgt dem NSC und kommt zu platz B, dort wird er auf eine Bar aufmerksam gemacht, in die er natürlich sofort geht " etc.^^
wie kann ich mich davon abhalten zu linear zu sein? =) hat da jemand i-welche tips hilfen oder kann mir sagen wo mein fehler liegt?
Grundsätzlich gilt als Richtlinie: Umso mehr Freiheit die Spieler haben, desto besser. Man sollte die Spieler also nie zwingen, etwas bestimmtes unbedingt zu tun. Selbstverständlich setzt das voraus, dass die Spieler Deine Pläne nicht einfach aus Trotz aushebeln. Als erfahrener SL mit ebenso erfahrenen Spielern ist es durchaus möglich, dass ein ganzes Abenteuer oder gar eine ganze Chronik nur von den Spielern diktiert wird und der SL quasi vollständig improvisiert (aber das sollte in Deiner jetzigen Situation auf keinen Fall Dein Ziel sein).
Beim ersten Abenteuer ist es ganz gut, wenn Du die Spieler führst, die Spieler sollten aber nicht das Gefühl haben, von Dir gegängelt zu werden und insbesondere sollten sie nicht zu Handlungen gezwungen werden, die sie für ihre Charaktere als unlogisch empfinden ("so habe ich mir meinen Charakter aber nicht vorgestellt" oder "warum mache ich das jetzt?").
Stellen wir uns also vor, die Charaktere werden zum ersten Mal zum Prinzen ihrer Stadt gebracht. Ein erfahrener SL würde den Prinzen ausarbeiten, also was ist es für ein Typ, was sind seine persönlichen Ziele, was weiß er schon über die Charaktere, hat er schon Vorurteile gegenüber den Charakteren etc. Möglicherweise hat der SL etwas Bestimmtes für die Charakter im Hinterkopf, will den Spielern z.B. eine Art Auftrag geben, vielleicht entscheidet der SL aber erst während des Gesprächs, wie der Prinz zu den Charakteren steht, je nachdem wie sich das Gespräch entwickelt. Auf jeden Fall sollte bei einer erfahrenen Gruppe, der genaue Ausgang des Gesprächs und die zukünftige Beziehung zwischen Prinz und SCs vom Verlauf des Gesprächs abhängig sein.
Beim ersten Abenteuer würde ich Dir durchaus empfehlen, dass Du beim selben Szenario schon weißt, wo das Gespräch hinführen soll, also z.B. zu einem Auftrag. Ein allzu genaues "Drehbuch" für das Gespräch würde ich nicht empfehlen, wichtiger ist, dass Du eine genaue Vorstellung hast, wie der Prinz (und andere Anwesende) so ist, so dass Du auf jede Frage der Spieler oder Gesprächswendung schnell durch Improvisation reagieren kannst. Bei so einem wichtigen Gespräch ist es aber hilfreich, sich ein paar Aufhänger zu überlegen, z.B. könnte der Prinz einen SC gegenüber dem anderen bevorzugen, weil er einen Erzeuger oder seinen Clan nicht mag; vielleicht stellt er auch eine ganz merkwürdige Frage, mit der die Spieler gar nichts anfangen können (ein klein bisschen Verwirrung kommt immer gut).
Man sollte bei solchen Gelegenheiten auch ein paar "farbenfrohe" Details nicht vergessen, vielleicht hat der Prinz einen besonders verquerren trockenen Humor oder spricht von sich in der dritten Person (naja, allzu albern sollte es nicht werden - also Finger weg von Malkavians im ersten Abenteuer
😉 - hängt auch von den Spielern ab, wieviel Albernheiten sie vertragen).
Eine Rahmenhandlung ist also für Anfänger wichtig, Du solltest aber jede (nicht schwachsinnige) Eigenständigkeit und eigene Idee der Spieler nach Möglichkeit unterstützen. Wenn ein Spieler also etwas tun will, was Du nicht vorgesehen hast, ist das ein gutes Anzeichen und Du solltest gründlich überprüfen, ob Du das nicht irgendwie ins Abenteuer einbauen kannst, ohne dass alles kaputtgeht. In späteren Zeiten lebt das Rollenspiel von der Selbstständigkeit und Initiative Deiner Spieler, also solltest Du sie von Anfang an unterstützen, soweit möglich.
Bevor die ganze Sache aber den Bach runtergeht, sag ihnen ruhig, dass das nicht geht. Sie sollten verstehen, dass Du noch ein Anfänger bist und daher gewisse Zwänge u.U. nötig sind.