AW: Durchs wilde Tulamidistan - DSA Meridiana Fortsetzung
Planlos in Punin III.Teil
Ein weiterer Pechtag für Gaiomo - Erst zog er sich beim Aufstehen einen Speissel unter den Nagel, dann riss er sich an einer Kante im Flur übel die Hüfte - irgendwas läuft zur Zeit einfach schief. Löffel rutschen in den Haferbrei, wenn er aufsteht und den Stuhl zurück rückt, geht gerade in dem Moment jemand hinter im vorbei - er hat das Pech derzeit wirklich gepachtet.
Aber um nicht länger auf dem vielen Gold zu sitzen, machte er sich gleich in der Frühe mit Benjaminus auf, um das Schulgeld für Nandurian Neudorfer einzuzahlen - Hialli hatte sich verabsentiert und hat ohnehin noch nie Interesse für das Pentagrammaton gezeigt. Unbehelligt durch Steuereintreiber und andere Wegelagerer erreichten die beiden die Magierakademie, die auch schon so früh am morgen vor Aktivität brummte. Aber auch hier gingen ein paar Sachen nicht ganz nach Wunsch - insbesondere gab es ein Wiedersehen mit der Elevin, die Gaiomo als weicher Prellbock nach seinem Treppensturz gedient hatte - sie ist die Hilfskraft des Quästors Gerro Chiabatta, der Gaiomo amüsiert über seinen neuen quasielfischen Spitznamen aufklärte - "Regenbogen, der auf Maiden liegt". Glücklich an der Sache immerhin ist, dass selbst die Elevin Gaiomo nicht böse ist, sondern nur genau wie Gaimo selbst unter der Peinlichkeit leidet - der Rest der Akademie scheint sich köstlich amüsiert zu haben...
Sofern Gaiomos Ruf gelitten hatte, so wurde er durch das Einzahlen von 1.500 blinkenden Dukaten sogleich wieder hergestellt und angehoben - Gäste, die Eleven das Schulgeld bringen sind auch im Pentagrammaton stets gern gesehen.
Den Rest des Vormittags verbrachte Gaiomo in der Bibliothek - fern aller Möglichkeiten für gesellschaftliche Katastrophen - er vermied es auf Leitern zu steigen oder gar unter solchen hindurch zu gehen, aber trotzdem schlug das unbarmherzige Schicksal zu. Als sein Lehrmeister Gigio kurz vor Mittag in die Bibliothek trat, erblickte er einen extrem verlegenen Gaiomo, dem bei geöffneter Robe die Hosen auf den Schuhen lagen. Und vor allem kniete eine ausnehmend hübsche Elevin vor ihm. Beide wirkten derartig schuldig, dass es nur eine einzige Erklärung für dieses Bild geben konnte... Wer glaubt da noch an gerissene Gürtel und herunter gefallene Bücher!
Es setzte eine Strafarbeit für die Studiosa Larissa Ulmenwiegler, die am liebsten im Boden versunken wäre, und eine Einladung zu einem ernsten Gespräch an Magister Gaiomo.
Aber trotzdem hatte die Angelegenheit etwas Gutes - Meister Gigio überprüfte nämlich mit einem schnellen Spruch, ob Beherrschungsmagie im Spiel gewesen sei und entdeckte an Gaiomo Spuren eines Fluches. Als alter Kenner satuarischer Magie identifizierte er den Fluch nach kurzer Analyse erfreut als den sogenannten" Levthanstritt", mit dem Hexen Männern eine ungeahnte Anziehungskraft auf das schöne Geschlecht verleihen können - eine Nebenwirkung sei eine gewisse Täppischkeit, die Gaiomo wahrscheinlich schon bemerkt habe. Es gelang Magister Gigio nicht nur, den Fluch zu beenden ("Bevor ihr noch sämtliche Elevinnen des Pentagrammatons in Verlegenheit bringt, nicht wahr, junger Mann!") sondern aus Begeisterung, seit langem mal wieder eine wirkende satuarische Fluchmatrix analysieren zu können schenkte er Gaiomo ein Artefakt, welches in der Lage sein soll, Hexenflüche auf ihren Verursacher zurückzuwerfen... Gaiomo soll von seinen Erfahrungen berichten, damit Magister Gigio sie in sein Werk aufnehmen kann...
Von da an wurde der Tag besser. Keine Hundehaufen unter seinen Schuhen, keine auf die Butterseite fallenden Brote mehr - Gaimo ließ sich das Mittagessen munden und genoss die Welt. So war er auch offen für Lunaras Sorgen, die nach einem morgendlichen Gespräch mit Caldaya immer mehr dem Verdacht nachging, das eben nicht die Rebenthals hinter der Duellforderung steckten sondern Alriccios schmählich vernachlässigte junge Frau. Gaiomo versprach ihr, ein Artefakt zu erschaffen, dass während des Duells ein deutliches Signal geben würde, wenn Magie eingesetzt würde und versprach, sich sofort an die Arbeit zu machen - er entschied sich dabei für eine mittels Flim-Flam aufgeladene Laterne, die bei Magiegebrauch in unmittelbarer Nähe auslösen würde.
Lunara hatte für den frühen Nachmittag noch einmal ein Treffen mit Bagnolo vereinbart - immerhin war er bisher der einzige, der außer Ihr Almaniel schon einmal näher kennen gelernt hatte. Ein gemeinsamer Ausritt vertiefte ihren Verdacht - Almaniel hat offenbar schon einmal eine Frau gerächt, indem er ihre Vergewaltiger forderte und den einen tötete und den andern blendete - es waren zwei niedrigrangige Mitglieder des Hauses Al'Kasim, deren Familienname sie vor Verfolgung geschützt hatte. Die Frau damals war eine Nanduriatin, eine gewisse Aramanita Sfandini. War es jetzt der Gedanke an Gedrucktes oder einfach nur Zufall - jedenfalls erinnerte sich Lunara daran, dass Almaniel als Adliger in der Stammrolle der Magistratur zu finden sein müsste, und vielleicht wäre dort auch sein Landsitz zu finden. Sie verabschiedete sich von Bagnolo mit dem versprechen, ihre Al'Anfaner Freunde zu seinem "Abend" zu schicken und begab sich in die Registratur.
Ein wahres Labyrinth! Nach vielem Suchen und Verlaufen musste sie ihren Stolz schlucken und mittels dezent eingesetzter weiblicher Reize einen Schreiber bitten, sie zum Archiv zu führen. Hier stieß sich auf eine weitere Sfandini - nämlich Aramanitas Großmutter, die Almaniel nicht nur ganz offensichtlich kannte sondern auch sehr hoch schätzte, trotz eines für eine Frau ihrer Position ungewöhnlich starken Vorurteils gegen Adlige, dessen Ursprung Lunara aber schon erahnte. Trotz Ehrenhaftigkeit und Wahrheitsliebe entschied sie sich, nicht ihre Hauptgrund für die Suche nach Almaniel vorzubringen sondern brachte statt dessen einen Grund, wie ihn nur eine Frau nennen kann. Es gelang ihr, die alte Sfandini zu erweichen und sie erfuhr, von Almaniels kleinem Landsitz etwa eine Stunde östlich vom alte Traviakloster.
Frisch entschlossen ritt sie hin und platzte in eine ländliche Idylle. Almaniel übte auf dem Hof des schmucken kleinen Anwesens mit einem Bauernburschen mit Holzstöcken fechten, war aber hocherfreut, Lunara wieder zu sehen - auch wenn er sich keiner Sekunde der Illusion hingab, sie sei wegen ihrer gemeinsamen kurzen Vergangen gekommen.
Lunara erhielt nun zumindest die Antwort für sein Verschwinden - sie hat definitiv einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen und er wusste, dass ihr Vater sie eher verstoßen würde, als sie einem dahergelaufenen kleinen Landjunker mit Elfenblut in seinen Adern zu verheiraten. Bezüglich des anstehenden Duells ließ er sich wenig entlocken, beruhigte Lunara aber, so dass sie sich ziemlich sicher war, dass Alriccios Augenlicht nicht wirklich in Gefahr sei und ihr Verdacht, Alriccios Frau Ysabella di'Madjani habe in ihrer Verzweiflung einen kleinen Denkzettel für ihren Herumtreiber erbeten verdichtete sich immer mehr. Solchermaßen beruhigt ritt Lunara zurück,
verpasste es aber, Caldaya von ihren Erkenntnissen zu berichten.
Am Duellmorgen fiel ihr dann auf, dass im Stall vier Pferde fehlten - wie sich später herausstellte, hatte in Caldaya die Mutterliebe über die Ehre gesiegt und sie hatte in aller Frühe Fechtmeister Phillippe mit drei der treuesten Söldner des Hauses losgeschickt, um das "Problem zu lösen".
Als sie auf dem Duellplatz eintrafen war davon noch nichts zu bemerken - Alamaniel erwartete sie in Begleitung seiner Sekundantin - der schon vom Namen her bekannten Nanduriatin, die auch einen Skizzenblock dabei hatte. Das Duell verlief schnell und unerwartet - anstatt wie ein Duellmeister herumzutänzeln und Finten zu schlagen, ging Almaniel Alriccio in direkter Linie an, womit dieser überhaupt nicht gerechnet hatte. Die Attacke mit dem Rapier konnte er noch gerade abwehren, musste dazu aber seine Deckung öffnen, was Alamaniel nutzte, um ihm mit dem Dolch einen schmerzhafte aber nicht sehr tiefen Schnitt quer über das Gesäß zu ziehen.
Dann erst verkündete er, dass er früh genug gekommen sei, um die auf ihn angesetzten Söldner zu überraschen. Philippe hat es mit einer schweren Verwundung an der rechten Hand überlebt - Benjaminus hatte nun doch noch etwas zu tun - die drei altgedienten Söldner sind jedoch tot. Sowohl Lunara wie auch Alriccio wären am liebsten im Boden versunken - zumal Alriccio nun langsam aufging, was seine Vergnügungssucht für ungeahnte Folgen hatte. Ein schwacher Trost war, dass Almaniel den Anschlag Caldaya nicht übel nahm - "wer könnte einer Mutter grollen, die sich um ihren Sohn sorgt", und er schien auch überzeugt, dass weder Lunara von Alriccio von den Söldnern wussten, so dass er seine Sekundantin tatsächlich dazu brachte, dieses peinliche Element in ihrem Duellbericht ("Alriccio von Streitzig büßt für seine Tändeleien bei einem Duell mit einem Stich ins Gesäß" [mit Karikatur] ) zu unterschlagen.
Nun ging es nach Hause - Lunara hatte einiges mit ihrer Familie zu regeln. Sie wusch Alriccio gründlich den Kopf, machte ihrer Schwester Vorwürfe ob der Söldner und besuchte schließlich auch Alriccios Frau, um dort etwas Eheberatung zu betreiben - zu ihrer Erleichterung konnte sie sich überzeugen, daß Ysabella Alriccio immer ncoh liebt und "nur" dafür sorge wollte, dass Alriccio sich eine Weile nicht mehr in Puni zeigen lassen kann, ohne für Gespött zu sorgen. Bezüglich der tieferliegenden Probleme empfahl Lunara ihr den gemeinsamen Besuch von ihr und Alriccio in einem Rahjatempel... Schließlich stand ein Besuch bei Papa Praiodar an, dem sie nun endlich beweisen konnte, daß sie - wenn auch auf ihre Art - der Familie Streitzig Ehre gemacht hat. Nunmehr ziert der Schädel der im Dschungel erlegte Riesenboa Praiodars Trophäenwand und Lunara kann sich wieder neuen Abenteuern zuwenden.
In Punin erlebten derweil Benjamuns, Hialli und Gaiomo (Nunmehr stolzer Reversalis- und Transversalis-lernender) einen Al'Anfanischen Abend der kulinarischen Superlative bei Bagnolo und Cimonie - über pikante Details schweigt der Chronist und verweist auf die persönlichen Erfahrungsberichte. Gaiomo zumindest konnte sich und seinen Spitznamen im neuesten Yaquirblick bewundern – dieser wird ihm in Punin wohl eine Weile nachhängen... die Zeichnung hat ihn gut getroffen, aber in typischer Journallienmanier wurde die Szene noch überspitzter dargestellt als sie sich zugetragen hat...
Aber wenigsten hat wieder einmal das Gute gesiegt (so kurz vor dem Jahr des Feuers) und Praios lacht über das lebenslustige Almada
Aufgaben: Alle erledigt :chaka:
Das nächste Mal lenkt wieder Bandari mit kundiger Hand die Heldenschicksale...