[18.05.08]Dienst im Krankenhaus

Die Fahrt zu Krankenhaus war recht kurz, denn die Straßen um diese Zeit waren leer und der Weg zum Toreadorgebiet nicht weit. Caitlin parkte in einer Seitenstraße und sie stiegen zügig aus. "Ich bin nicht sicher, aber ich kann mir vorstellen, dass das Dominieren aufgrund des Sprachproblems schwierig wird. Ich werde in den Geist der Zeugen eindringen und ggf. versuchen, Sie ebenfalls damit zu verlinken. Das habe ich noch nie gemacht. Es ist also ein Versuch. Falls es nicht nötig ist - und das hoffe ich - halten Sie bitte Wache." meinte Caitlin. „Ich werde mit einem anderen Namen vorstellig, falls uns jemand fragt. Und davon gehe ich aus. Also sein Sie bitte nicht überrascht, wenn Sie Dr. Gillian Winter von mir hören. Wie wir reinkommen, weiß ich noch nicht genau. Versuchen wir es heimlich, falls es nicht gelingt wenden wir uns direkt an das Personal und geben an, Spezialisten zu sein, was meinen Sie?"
Was Anna, nachdem sie aus dem Auto gestiegen waren, irgendwann bemerkte, war, dass die Regentin plötzlich verändert aussah. Sie war größer als bisher, waren ihre Haare nicht sonst dunkler? Diese hatten eher die Farbe von Weizenblond. Und überhaupt, die seltsamen blauen Augen. Caitlin willensstarke Augen waren immer sanftes Rehbraun. Wie war das Möglich? In die Gedanken Annas hinein, ob Caitlin womöglich Verdunklung beherrschte, lächelte sie wissend und hielt einen zierlich silbernen Ring hoch. Ein Schmuckstück aus ihrer Zeit in Oxfort noch, dass ihr in solchen Situation gute Dienste geleitet hatte. Dennoch benutze sie es sehr, sehr selten und Anna einzuweihen war ein großer Vertrauensbeweis in Caitlins Augen. So würde das Krankenhaus nicht eine typische McKinney-Schwester betreten, sondern vielmehr eine Frau, die von den Gesichtszügen leicht an die erinnerte, aber doch waren der Mund und die Wangenknochen leicht anders. Die blonden Haare sowie die blauen Augen und ein Muttermal am rechten Mundwinkel taten sein Übriges.

Währenddessen näherten sie sich dem Gebäude. Caitlin wusste in etwa, wo sie hinmussten. Ihr Kontakt in der Medikamentenausgabe hatte ihr die Zimmernummern und damit das Stockwerk der Zeugen, sowie den Namen des Chefarztes der Chirurgie für den Notfall vermittelt. Sie suchte also aktiv parallel nach einem offenen dunkeln Fenster in dem entsprechenden Stockwerk, wenn möglich sichtversteckt. Den Namen „Lisa Reeben“ speicherte sie für den Notfall ab. Annas Ergänzung könnte sich als hilfreich erweisen.

Am Krankenhaus angekommen musste Caitlin feststellen, das nicht nur die Verletzten, sondern auch die Polizei vor Ort waren und vor den Zimmern Wachen standen, die Zutritt nur bestimmten Krankenhauspersonal gewähren wollten. Sie hatte sich entscheiden müssen, den offiziellen Weg durch die Pforte zu nehmen, da die anwesenden Polizisten ihrem heimlichen Eindringen leider einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Ein bewusst munteres Gespräch mit Anna und einen selbstbewusster Gang - als wäre es das natürlichste der Welt - hatten sich als hilfreich erwiesen, trotz der späten Stunden vom Empfang in Ruhe gelassen zu werden. Diese Damen benötigten keine Hilfe sondern fanden schnell und ohne Umwege die gut ausgeschilderte Chirurgie.

Am Tresen beim Schwesternzimmer angekommen, sprach Sie die anwesenden Personen direkt an:" Guten Abend, bitte verzeihen Sie die später Störung. Mein Name ist Professor Dr.med Gillian Winter. Ich bin die angeforderte Spezialistin aus Dortmund für Posttraumatische Belastungsstörungen und soll dabei helfen, die Opfer der heutigen Schießerei zu stabilisieren. Kann mir jemand von Ihnen weiterhelfen?“
 
Michael hatte keine logische Erklärung dafür und wendete sich langsamen Schrittes zum Gehen.

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Die Verkleidungskünste der Damen reichen, dass Michael sie nicht ohne weiteres erkennt und an ihnen vorbei gehen würde
 
„Ich vermute, die meisten werden nur vorgeben schlecht deutsch zu können.“ erwiderte Anna auf die möglichen Probleme mit der Beherrschung. „Allerdings sollten sie mich wahrscheinlich mit rein nehmen, weil ich ihre Begründung sein kann, aus der heraus sie angefordert wurden – wegen der russisch Kenntnisse. Meine offiziellen Papiere lauten derzeit auf den Namen Lisa Reeben.

Anna hatte ihre Aktentasche dabei, die auch ihren Laptop enthielt. Wichtig aussehen war in solchen Situationen nicht verkehrt.

Anna spielte brav mit, als sie die Pforte passierten. Zum Glück war ihre Allgemeinbildung nicht die schlechteste und sie konnte einigermaßen vernünftige Bemerkungen zu dem fiktiven Fall machen, den Caitlin so eben mit ihr zu diskutieren begann. Die Regentin erklärte ihr gerade, warum sie Teile des provokanten Therapiestils in der Situation mit dem angeblichen Patienten für angebracht hielt.

Merke: provokanten Therapiestil googeln.

Als die beiden Frauen in der Chirurgie ankamen, fiel Anna ein Mann auf, der einen Arztkittel trug. Erst ein zweiter Blick brachte sie darauf, warum er sie aufmerksam werden lies. Sie kannte ihn nicht wirklich und hatte ihn nur wenige Male gesehen. Als die Regentin heute Nacht seinen Namen erwähnt hatte, hatte sie noch nicht mal die Verbindung gezogen. Zu wenig kannten die zwei einander, zu seltsam war es, dass es sie beide aus Hamburg hier her verschlagen hatte. Michael Köning ging an den beiden Frauen vorbei und bekam von Anna einen längeren, ruhigen Blick.

Als Kind sprach sie ihn natürlich nicht von selbst an und ob er sie eines zweiten Blickes würdigte oder zu sehr in seinen eigenen Gedanken verstrickt war, blieb ihm überlassen.

Allerdings berührte Anna ihre Regentin sacht und unauffällig am Arm um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne das Gespräch durch Worte zu unterbrechen. Für die Regentin mochte das gar nicht so unauffällig wirken, denn Körperkontakt hatte Anna bisher noch nie von sich aus aufgenommen und es war auch ein Schritt, der sie gewisse Überwindung kostete.
 
Caitlin lies sich erst nicht unterbrechen, während sie offenbar etwas müde aber lächelnd auf Antwort wartete. Die hatte Annas Berührung selbstverständlcih bemerkt, desto seltener soetwas geschah, desto auffällig war es schließlich. Wie nebensächtlich schaute sie also mal kurz auf Anna, und folgte dann ihrem Blick auf den fremden Arzt. Irgendwas störrte Anna an ihm wohl, was Caitlin dazu brachte genauer hin zu sehen. Dass er ein Vampir war erkannte sie auf Anhieb. Seltsam. Ein neuer Toreador in der Stadt? Davon wusste sie noch gar nichts. Irgendwie schien er plötzlich gehen zu wollen, vielleicht hatte er sie nicht bemerkt? "Dr. bitte, haben Sie einen Moment?" sprach sie ihn an bevor er das Weite suchen konnte. Sie sollte ihre Anwesenheit zumindest erklären, befand sie sich doch auf Toreadorgebiet - wenngleich in offizieller Mission. Die Etikette war wichtig und verlangte es.

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Auspex 2 -> 3 Erfolge gegen 8
 
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Michael ist genervt und frustriert

Michael reagierte erst gar nicht auf das Gesagte, da er hier scheinbar nur bisher allen nur im Weg war, warum sollte gerade jetzt jemand etwas von ihm wollen. Sollen die doch alleine klar kommen. Wenn der Bulle meint ihm würden die Verletzten nur ein Wort sagen, bitte soll er dies glauben. Er würde schon noch den Hintergrund erfahren. Morgen geht dies auch noch oder Vazili könnte sich notfalls auch mal umhören.

Den Blick von Anna hatte Michael zwar wahrgenommen, aber zuerst nicht wirklich verarbeitet.
Langsam dämmerte es ihm, er könnte damit gemeint sein. Die anderen Ärzte sollten alle beschäftigt sein.

„Ja“ es klingt sichtlich nicht besonders gut gelaunt. Höflicherweise drehte Michael zumindest den Kopf in die Richtung der Sprecherin und stoppte kurz.
 
Unglücklich... sie war immer noch vom Status her ein Kind, auf der anderen Seite war sie diejenige, die die Beteiligten kannte... und ihre Regentin trat unter falschem Namen auf.

Trotzdem übernahm Anna die Vorstellung, als die Aufmerksamkeit des Doktors auf den beiden Frauen lag. Das war ja auch schon fast eine Erlaubnis oder aufforderung zum Sprechen und wenn der Mann sich erinnerte, war es dezenter möglich, ihn darauf hin zu weisen, wer die Regentin war, als wenn sie hier jetzt was von Haus und Clan oder ähnlichem reden musste oder sie erst mit dem Doktor irgend wo hin verschwanden.

„Guten Abend. Herr Doktor Köning, nicht wahr?“ Die Frau, die Michael flüchtig kannte, hatte er nur mit streng hoch gesteckten roten Haaren kennen gelernt, während sie jetzt lange, offene braune Haare trug.

„Vielleicht erinnern sie sich nicht. Wir haben uns im Rahmen einer Tagung im Grand Elysee in Hamburg kennen gelernt. Sie haben einen Vortrag über plastische Chirurgie gehalten und ich hatte im Anschluss das Gespräch gesucht.“

Ganz so war es nicht gewesen. In dem Hotel hatten sie sich schon kennen gelernt. Der Anlass war ein Ball mit Anwesenheitspflicht gewesen und sehr viel mehr als ihre Namen und ein paar höfliche Floskeln waren nicht ausgetauscht worden. Das Hotel mit seiner großen Kunstsammlung war natürlich in den Händen eines Toreadors, der es mühelos geschafft hatte, sich an die Moderne an zu passen. es war ein recht junges und mordernes Hotel und legte in der Kunst einen Schwerpunkt auf die Maler des Nordens. „Reeben mein Name. Darf ich Ihnen meine Vorgesetzte und Mentorin Professor Doktor Winter vorstellen?

Ich habe gar nichts von dem Umzug ihrer Klinik gehört oder sind sie auf Grund des Unfalls im Tunnel angefordert worden?“

Alles, was Anna sagte, war für einen normalen Zuhörer unverfänglich. Für den, der zwischen den Zeilen zu hören vermochte, steckte natürlich noch so einiges mehr in ihren Sätzen. Ohne ihn direkt eine Koryphäe zu nennen, schwang diese Beschreibung in ihren Worten mit, einfach nur durch den Umstand, dass sie eine mögliche Abordnung auf Grund seiner Fähigkeiten für möglich hielt. Falls Michael sich an die etwas steife, wenig zum Small Talk neigende Frau erinnerte, die er damals kennen gelernt hatte, erinnerte er sich unter Umständen auch daran, welchem Clan sie angehörte – wenn man von diesem ganzen Malheur bei der Schießerei mal absah. Sogar ihr Status als Kind fand in ihren Sätzen wohl irgend wie Beachtung... sonst hätte sie die Regentin lediglich als Vorgesetzte vor gestellt.
 
Mit der Einführung seitens Anna könnte sich Michael tatsächlich an Anna erinnern, Anna Reeben, wenn er sich nicht täuschte, stand sie bei den Clans mit den er in Hamburg nichts zu tun hatte, also den Clan der Könige, der Rosen und Haus und Clan Tremere, den Rest schloss er aus. Michael fand die Art Annas eher sachlich als steif, auf den Treffen wird meist nur Belangloses zwischen den Clans gewechselt, reine Zeitverschwendung.

Vorgesetzte damit konnte Michael wohl den Clan der Rosen ausschließen, zudem passte dazu ihre Kleidung nicht, bliebe nur der Clan der Könige oder Haus und Clan Tremere. Krankenhaus sprach für Haus und Clan Tremere und die Russenmafia eher für die Ventrue.

Mit Mentorin, war klar gestellt, dass die Frau Winter hier den höchsten Status haben müsste. Von den Statusverlust wusste Michael zu diesem Zeitpunkt nichts, also nahm er die Mentorin, wörtlich, wie er es bei sich gewöhnt ist. In Hamburg war Anna Neonate gewesen, folglich nahm Michael an; hier wahrscheinlich auch.

„Auch den Damen einen guten Abend, Frau Professor Dr.Winter,“ verbunden mit einer leichten Andeutung einer Verbeugung in deren Richtung; „Frau Reeben, richtig Michael Köning. Ich habe aufgrund des Tunnelunglückes den Krankenhaus meine Hilfe angeboten", zu Anna. Kurz, knapp und sachlich wirkte die Antwort.

Wenn Anna gleich mit ihrer Mentorin hier aufschlägt, muss es bei der Schießerei, um mehr als nur einen gewöhnlicher Mafiastreit gegangen sein. Gottes Wege sind wunderbar. Michael Plan sah eigentlich vor, den Inspektor als Pfleger mitzunehmen, da er davon ausging, dass die Polizei niemanden schickt der bei verletzten Russen nicht auch ihre Sprache beherrscht. Und wenn sie sich als Abgesandte der Mafia ausgeben würden und mittels Beherrschung hätte Michael schon den genauen Ablauf der Tat erfahren. Die Idee einer direkten Verwicklung – als Drahtzieher sicherlich - von Kainiten hatte Michael nicht auf seinem Radar.


Eine Frau Professor Dr. muss reichlich veröffentlicht haben, ansonsten ist zumindest der Professor nicht echt. Michael überlegte sofort, ob er eine Frau Professor Dr. Winter als Arzt kannte.

Wenn sich Anna ihrerseits erinnerte; Michael stand immer bei dem Rest, wenn um die Clans ging. Den Rest bildeten alle nicht die klassischen Camarilla, also Awie Assamit, C wie Clanlos, G wie Giovanni, R wie Ranvos bis U wie Unhold. Die Weltoffenheit Hamburg hatte auch bei den Kainiten Einzug gehalten, wenn man bei Kainiten von Offenheit sprechen konnte. Aber wie hieß dies immer; spiel nicht mit den Schmuddelkindern -.

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sagt Michael die Professorin als Arzt was?
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Caitlin hatte die Andeutung einer Verbeugung mit einem Hauch eines Nickens sowie einem kleinem Lächeln beantwortet. "Guten Abend. Eigeninitiative also - wie bemerkenswert." erwiderte Caitlin. "Wie es der Zufall will, wurde ich heute hergebeten um ebenfalls zu helfen. Die Leitung erachtet meine Arbeit als notwendig und es ist wichtig, schnellstmöglich anzufangen, um mit dem überforderten Verstand zu arbeiten. Ich muss leider unhöflich sein und unsere Unterhaltung auf einen anderen Zeitpunkt und einen anderen Ort verschieben. Es hat mich gefreut Ihre Bekanntschaft zu machen, Dr. Köning." Die Regentin von HuC wandte sich ab und überlies den anderen Kainiten - sie bezweifelte irgendwie, dass er eine Rose war - wieder sich selbst. Es gab deutlich wichtigere Prioritäten an diesem Abend und sie würden sich noch früh genug wieder sehen. Vielleicht hätte sie dann auch Lust, ihm ihren wahren Namen mitzuteilen. Obwohl, vielleicht eher nicht. Der gehörte zu dem Körper dieser wunderbaren blonden und großen Frau mit den blauen Augen. Ihre Aussage hatte jedenfalls dafür gesorgt, dass ihr gegenüber wusste, dass sie im Auftrag der "Leitung" unterwegs war. Ob er den Bezug zur "Stadtleitung" herstellen würde, wusste sie nicht. Auch das war nicht wichtig. Ihre Anwesenheit war erklärt und das Wintreten in die fremde Domaine rechtens. Über seine Identität würde sie später nachdenken können.

Sollte Michael seine freie Zeit tatsächlich damit verbringen, würde er so einige Werke von Dr. Proffessor Winter finden. Einiges von Männern, einiges von Frauen. Einiges tatsächlich von Caitlin, alias Gillian Winter, allerdings zu einem Zeitpunkt vor 30 Jahren, von dem sie behaupten würde, es sei ihre Mutter gewesen. Zum Glück war der Name recht gängig und die Suche würde nicht nur im deutsprachigen Raum Ergebnisse liefern.

Caitlin jedenfalls ignorierte ihn nun und wandte sich mit einem entschuldigenden Blick wieder der Schwester am Tresen zu, die hoffentlich bei dem ziemlich kurzen Gespräch nicht allzu ungeduldig geworden war. "Verzeihen Sie bitte, die Welt ist soo klein."
 
Anna neigte deutlicher den Kopf und ging dabei so weit, wie es in menschlichen Kreisen noch in Ordnung war. „Bitte entschuldigen sie die kurze Angebundenheit von Professor Doktor Winter. Sie wurde durch den Anruf der Klinik geweckt, als sie angefordert wurde und hat trotzdem keine Mühen gescheut hier her zu kommen. Wir sind die ganze Strecke hier her mit dem Auto gefahren, weil in der Kürze der Zeit keine schnellere Verbindung zu organisieren war. Ich fürchte, sie denkt immer zu erst an die Patienten und erst sehr viel später an andere Dinge.“

Das war sogar realistisch, wenn man kein Flugzeug zur Verfügung hatte.

„Ihr Vortrag damals war sehr inspirierend, doch hat die Psychologie letztendlich eine stärkere Faszination auf mich aus geübt und die Gelegenheit von Frau Professor Doktor Winter persönlich lernen zu dürfen, war nichts, was ich mir entgehen lassen konnte.“

Nicht ganz unabsichtlich mimte Anna hier eine Studentin oder Doktorandin, irgend etwas in der art. Sie wusste nicht genau, was die Regentin vor hatte und wie sie ihnen Zugang zu den Patienten verschaffen wollte, aber ein wenig Smalltalk, der eine mögliche Geschichte stütze, war sicher nicht verkehrt.

Falls sie bei der Schwester, die sich jetzt wieder um ihre Vorgesetzte kümmern durfte, gleichzeitig den Eindruck erweckte, dass auch sie selbst wohl aus dem Bett gerissen worden war und eben so plötzlich hatte handeln müssen wie ihre Regentin angeblich, so war das ein Eindruck, den Anna durchaus stärken wollte. Ja, die Zeiten von Handies waren wirklich ein Kreuz. Nie hatte man wirklich Feierabend. Ständig war man in Rufbereitsschaft.
 
Unsicherheit lag in den Augen der Schwester, irgendetwas lief hier gerade nicht nach ihrer Vorschrift.
"Mir ist nicht bekannt das die Krankenhausverwaltung noch jemanden zu der Behandlung hinzugezogen hat. Da Inspector Martin, der die Ermittlungen der Polizei leitet, nur den behandelnden Ärzten und dem Stationspersonal den Zugang gestattet müsste ich nachfragen ob wir Ihnen den Zugang erlauben dürfen. Ich kann den Inspector anrufen wenn Sie möchten."
 
Michael fragte sich was darauf noch antworten sollte, besser nichts. Die Vermutung lag nahe, das die beiden Damen hier etwas vertuschen wollten. Ja ja Verstand, dabei musste Michael leicht grinsen.


Michael noch kurz auf die Namen der anwesende Schwestern. „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg“ Auch wenn er stark bezweifelte, dass sie wirklich gutes im Schilde führten. Er wende sich ab und ging ein paar Schritte weiter.
 
Caitlin murmelte ein gleichfalls, konzentrierte sich aber dann voll auf die Frau vor ihr. Sie blickte diese erst überrascht, dann ungläubig und schließlich sogar etwas wütend an. "Das ist jetzt nicht ihr Ernst. Es hat einen Grund, warum ich nicht mit Herrn Dr. Köning nett geplauscht habe. Der Faktor Zeit ist in diesem Stadium extrem wichtig. Oder was glauben Sie, warum mich meine Klinikleitung in Dortmund mitten in der Nacht aus dem Bett klingelt. Ich hatte ein tolles Date und noch nicht einmal Bereitschaft. Herrje, ich habe meine Tochter geweckt und zur Oma gefahren, meine Assitentin aus dem Bett geworfen und bin direkt hierher gekommen. 2 1/2 Stunden Autofahrt mitten in der Nacht. Und morgen habe ich das Theater mit einer total übermüdeten 7-Jährigen. Meinen Sie wirklich, ich mache das aus Spaß???"

Hier wechselte Caitlin von wütend zu frustriert, schließlich bat sie um Hilfe. "Ich kann nichts für ihre schlechten Kommunikationswege, aber ich bitte Sie, mich jetzt bei meiner Arbeit zu unterstüzen, damit wir nicht noch mehr Zeit verlieren. Jede Stunde die verstreicht läßt den Geist dieser Männer in eine tiefere traumatische Ebene abgleiten, aus denen ich sie immer schwerer herausholen kann. Und die Polizei möchte sicherlich die Männer möglischst schnell in einem vernehmungsfähigem Zustand." bat sie die Frau eindringlich. Ihre Stimme und Mimik hatte die Regentin im Griff und von ihr ging der Eindruck einer willensstarken, klugen, alleinerziehenden Frau aus, die Mitten im Leben stand und zu Hilfe gerufen worden war. Mit dem Erfahrungsschatz dieser speziellen Tremere sollte eine Frau wie die Oberschwester doch eigentlich erfolgreich zu manipulieren sein.
 
Die Schwester griff zum Hörer und wählte die Nummer der man ihr hinterlassen hatte. Caitlins Probleme waren für sie nicht neu, quasi Alltag und die Erlaubnis konnte ihr nur einer der behandelnden Ärzte geben, die inzwischen zu dieser Zeit auch keinen Dienst mehr hatten...die Verwundeten waren versorgt, zwei von ihnen waren im Koma, das man da noch etwas machen konnte war ihr sowieso neu, aber sie war auch keine Korriphäe aus Dortmund was das anging...aber es war Dortmund und nicht etwa Harvard, Cambridge oder Stanford. Trotzdem rief sie in der verwaltung an und der tatsächlich noch anwesende Direktor meldete sich sogar. "Herr Dr. Reichert, hier ist Schwester Erika von der Notfallchirurgie, ich habe hier eine Frau Prof. Dr. Winter von der Klinik aus Dortmund die zur Unterstützung bei den Schußverletzungen angefordert wurde..."
 
Schön Michael hatte erfahren was er wissen wollte, Frau Professor aus Dortmund, Spezialisten für Schussverletzungen, bei der Ausdruckweise musste Michael fast lachen. Damit würde er sie finden, wenn sie tatsächlich ein echter Arzt war.
 
Aus London war man auch nicht in 2 Stunden da, wenngleich Caitlin auch diese Rolle hätte spielen können. Zumindest kannte sie sich in den Dortmunder Kliniken aus und unterbrach die Oberschwester: "Verzeihung, nicht generell bei Schussverletzungen. Bei traumatischen Erlebnissen. Und mein Vorgesetzer Prof. Dr. Stiller wurde von einem... Prof. Johardo angerufen. Sagt Ihnen das was? Gibt es den bei Ihnen?" Ein Schuss ins Blaue. Vielleicht brachte es was, vielleicht musste sie aber auch die Brechstange auspacken.
 
Die Schwester gab das alles pflichschuldigst weiter und die Dauer des Gesprächs mit dem Leiter der Klinik implizierte irgendwie das Johardo wohl etwas diskreter in der Vergangenheit vorgegangen war wenn er in den Krankenhäusern an den Strippen zog. "Herr Dr. Reichert sagt es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ich rufe jetzt den Inspector an" der wird sich um halb vier Uhr morgens aber freuen, aber da ich den sowieso nicht leiden kann ist mir das auch egal "oder sie stellen sich bei Hr. Dr. Reichert einfach persönlich vor und er kann dann entscheiden ober er sich für Sie verwenden wird."
 
Caitlin warf pflichtschuldig einen Blick auf die Uhr und zuckte dann mit den Achseln. "Sicher, warum nicht. Wenn Herr Dr. Reichert das für nötig erachtet, stelle ich mich ihm gerne persönlich vor. Die armen Kerle werden wohl so schnell nicht weg laufen." Caitlin war sich nicht sicher, ob sie sich über die Chance die Klinikleitung in die Finger zu bekommen freuen sollte oder nicht. Es hätte sicher andere Möglichkeiten gegeben, aber wenn das schon grade nicht suptil war, dann wollte sie nicht wissen, was die Brechstangenmethode wäre. Ihr war aber auch klar, dass der andere in der Zischenzeit entweder in Dortmund anrufen oder Prof Johardo an Telefon zu bekommen versuchte. Es galt sich jetzt also zu beeilen. "Bringen Sie uns bitte rasch hin? Ich möchte so wenig Zeit wie möglich verlieren."
 
Das Büro von Dr. reichert lag einen Stock höher und die Tür stand einaldend offen, was wohl daran lag das um diese Uhrzeit sich niemand mehr im Vorzimmer befand. Als Caitlin dort oben ankam stellte sie fest das der Klinikleiter ohne weissen Kittel in einem teuren Anzug hinter seinem Schreibtisch saß und Akten aufarbeitete...ein Vorgang der der Tremere nur allzu vertraut erschien.
Reichert erhob sich von seinem Schreibtisch und reichte der Regentin die Hand zur Begrüssung. "Frau Prof. Winter, guten Abend, Reichert." Ein verbindliches Lächeln erreichte nicht seine Augen in denen Misstrauen funkelte. Der Klinikleiter schloss extra die Tür bevor er sich Caitlin angriffslustig zuwandte. "Was soll diese Sache mit Johardo? Er soll doch garnicht mehr erwähnt werden habe ich vor einiger Zeit gehört weil er angeblich nicht mehr hier ist...wer sind Sie und was wollen Sie wirklich hier?"
 
"Vielen Dank." Hatte sie Anna von Herrn Köning verabschiedet. Natürlich folgte sie ihrer Regentin auf dem Fuße auch in das Büro von Dr. Reichert. Wie so häufig konnte man sie leicht mit irgend einem schmückenden Beiwerk im Raum verwechseln. Das es ihr so gut gelang wie heute, war allerdings selten. Der Arzt schien noch nicht einmal Notiz von ihr zu nehmen. Oder war er den Umgang mit Vampiren schon so sehr gewohnt, dass er bereits erahnte, was für einen Rang inne hatte?

Brav schwieg sie weiterhin und weil er sie nicht einmal mit einem Blick streifte, erhielt er zu nächst nicht einmal das Neigen ihres Kopfes zur Begrüßung. Sollte er doch geruhen sie zu bemerken, würde sich das natürlich schnell ändern und Anna formvollendet höflich reagieren. Ihr Lächeln würde nicht nur ihre Augen nicht erreichen. Es würde bereits an ihren Lippen halt machen. Die Adeptin beobachtete aufmerksam.
 
Caitlin hatte der Oberschwester noch kurz gedankt, als sich diese entfernte und wandte sich dann Reichert zu. Seine plötzliche Angriffsluste, als die Tür zu war, überraschte sie wenig. Falls ja, lies sie es sich jedenfalls nicht anmerken sondern ging zum spöttischen Gegenangriff über. "Ich wünsche Ihnen ebenfalls einen guten Abend, Dr." sagte sie und nahm Platz, bevor sie dem Dr. in seinem Büro (!) netterweise seinen eigenen Platz zuwies und ihn mit einer befehlsgewohnten Geste bedeutete, sich zu setzen. Für Anna blieb der Platz neben ihr. Ihre Haltung hatte sich sobald die Tür geschlossen war völlig verändert. Statt der jungen, freunlichen und klugen Frau sah ihm nun eine uralte Dame in die Augen, deren Wissen und Willenskraft nicht zu dem zierlichen Äußeren passen wollten, in das sie sich hüllte. Natürlich war Caitlin nach wie vor in der Maske der Gillian Winter. Aber ihre Haltung war absolut erhaben und eine Missachtung ihrer Befehle für den Mann undenkbar. "Was glauben Sie, Dr. Reichert? Ich bin selbstverständlich Johardos Nachfolgerin. Sie haben nicht im Ernst geglaubt, dass ein solches Machtvakuum lange ungefüllt bleibt. " Caitlin schenkte ihm ein mitleidiges Lächeln, während ihre Augen kraftvoll den intensiven Blickkontakt behielten. Ihre Stimme wurde sanft, zärtlich, ähnlich einer Schlange die sich ganz langsam um ihr Opfer windet und ihm dabei in einem hypnotisierten Zustand versetzte. "Und jetzt werden wir uns hier in Ruhe unterhalten. Sie werden mir jetzt berichten, was ihre Beziehung zu Johardo war und noch ist und was sie über ihn wissen." Die Regentin war neugierig geworden. Sie hatte in der kurzen Zeit nichts dazu in den Unterlagen im Gildehaus finden können. Entweder waren die Akten Johardos schlampig geführt, oder er wollte etwas verheimlichen. Ein Grund mehr, den Mann vor ihr zu verhören. Und für Anna eine gute Gelegenheit, Ihr bei der Arbeit zuzusehen. Dominate war immer eine sinnvolle Fähigkeit im Kontakt mit Sterblichen und könnte weitere Maskeradebrüche verhindern. Und soweit Caitlin wusste, hatte Anna noch keinerlei Intention dies zu lernen. Möglich, dass ihr hierdurch das Ganze etwas schmackhafter würde. Dass jetzt dabei vielleicht Geheimnisse herauskamen, die einem Kind evtl. nicht zustanden, interessierte Caitlin wenig. Die junge Tremere wusste sowieso schon dermaßen viel über sie, um sie leicht die Sonne sehen lassen zu können. Und es lag in Caitlins Hand, wielange sie Kind blieb. Eine PatPat-Situation, auf der Vertrauen wachsen konnte.
 
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