[12.05.2008] Die Party geht weiter

Schwarze Tänzer? Ist das der örtliche Motorradclub des Sabbats? Er konnte sich gerade nicht daran erinnern, ob er schon irgendetwas über diese Tänzer aufgeschnappt oder erzählt bekommen hatte. Aber das was die Blondine da erzählte hörte sich so an, als wollten die Archonten Krieg spielen. Soldaten: Männer, die offene Rechnungen der Politiker mit ihrem Leben bezahlen., ging ihm ein Zitat durch den Kopf. Von wem war das noch? Ron Kritzfeld? Seine Mimik zeigte wenig Begeisterung aufgrund dem, was er da gerade gehört und daraus geschlussfolgert hatte.

Eigentlich hatte er nun die Information, die er gewollt hatte. Aber so wie die Situation sich gerade darstellte konnte er jetzt unmöglich aufspringen und hinaus eilen. Also blieb er sitzen und musterte die Gesellschaft mit einer Miene, der man die jagenden Gedanken hinter der Stirn deutlich ansah.
 
Kriegspropaganda war so ziemlich das Letzte von dem Jack heute Nacht hören wollte. Seit Vietnam war der Amerikaner der Auffassung, dass Jene, die Kriege anzettelten, auch diese austragen sollten. Nachdem die Harpie ihren kleinen Vortrag gehalten hatte, verdrehte Jack merklich genervt die Augen und kehrte postwendend zurück zur Theke. Auf einem der Barhocker angekommen bestellte er sich bei Maya noch einen kleinen Drink zur Aufmunterung seiner Gemütslage.

Ihm war es egal, wie sehr die Allgemeinheit über Alkoholkonsum schimpfte - niemals bedachten sie, wie oft Alkohol der Retter in der Not war. Es gab Momente in denen Jack alteingesessenen Camarillamitgliedern am Liebsten den Inhalt ihrer hohlen Köpfe an die Tapete geschossen hätte, aber nach einem guten Schluck konnte er sich meistens entspannt zurück lehnen und beobachten, wie sie sich ihre eigenen Gräber schaufelten. Manche nannten es Karma, manche nannten es Gottes Wille. Jack nannte es ausgleichende Gerechtigkeit.
 
Jack sah Malik Trapper aus dem Hinterzimmer kommen. Dies kam dem Amerikaner sehr gelegen und so spazierte er geradewegs auf diesen zu, um die Geißel in eine kleine Plauderei zu verwickeln.

"Hallo Malik!", ertönte es.
 
"Na, Roxana Dragomir hatte angeboten, welche zu besorgen, doch leider hatte Monsigniore dafür kein Verständnis, er meinte, die frühere Assistentin von Ziege sollte die haben oder besorgen", erklärte Anonia. "Es sollte alte Karten geben, vielleicht darf einer diese in der Bibliothek des Prinzen suchen gehen."

Dann wurde ihr Blick ernst.

"Wir werden ohne Enio auskommen müssen, Clan Brujah hat diesen abberufen, das macht die Sache nicht einfacher."
 
"Sollte man die Karten nicht auch anderweitig auftreiben können, wenn sie die Frage gestatten ? Immerhin sollte es auch im Interesse des Monsigniore liegen, wenn man anhand einer Karte planen kann, anstatt blind vorzugehen..." überlegte er laut.

Der Kriegsherr nicht mehr in der Stadt, Waffen unsicher, Karten auch... Schöne Bescherung !
 
"Vielleicht hat ihr Primogen was, aber er hat nichts dazu gesagt, es könnte auch sein, dass die Tremere was haben, aber die werden sie nicht geben", erwiderte Antonia. "Vielleicht kann ihm Helena das auf dem Weg erklären, was wir brauchen, denn ich weiß nicht, wer sonst außer Lady Noir wissen sollte, was es in der Bibliothek zu finden ist."
 
Malik sah Jack und nickte ihm zu. "Ich habe jetzt gerade keine Zeit." und schaute sich weiter nach Ian um, den er dann mit einem Telefon am Ohr sah. "Später vielleicht." Der Brujah konnte schnell an Maliks Körpersprach ablesen, dass er gerade nicht zu einem leichten plausch aufgelegt war und so ging er dann auch geradeweg auf den Ventrue zu.

"Mister Finnlay, wir müssen reden." Maliks Ton schien klar zu machen, dass er nicht warten wollte und Ian wohl nach seiner Meinung das Gespräch lieber sofort beenden sollte.
 
Iain hatte sein Gespräch gerade zuende gebracht, verabschiedete sich noch, ohne den Namen seines Gesprächspartners zu nennen und legte auf.

"Herr Trapper, selbstverständlich!"

Während er sein Telefon in Sacko verstaute deutete er auf einen in einer Ecke etwas abseits gelegenen Tisch, um sich dort in aller Ruhe mit der Geissel unterhalten zu können.

"Ich nehme an, es geht um den unerhöhrten Vorfall in den Toilettenräumen des Elysiums, Herr Trapper?"
 
Küken? Nah genug. Marta hatte nicht wirklich Lust die Einzelheiten ihres - nicht besonders hohen - Status zu erläutern und beließ es dabei. Eine Musikschule? Große Pläne, Cowboy. Jedenfalls wollte sie weder den Geizkragen herauskehren, noch sich ausnehmen lassen. Also musste er sich mit einem blauen Schein und einem tiefen Blick in die Augen zufrieden geben.

"Für den Anfang. Vielleicht gibt es mehr, wenn ich mich von ihren edlen Absichten überzeugt habe. Zum Beispiel auf dem Konzert. Und danke für die Einladung!"

Sie zwinkerte ihm noch einmal zu, dann begann die Erzählung. Prinz retten? Woanders waren sie froh, wenn der Alte endlich seinen Platz räumte. Was für Tänzer? Ist das eine Art schräge Sekte? Die weiteren Pläne klangen nicht rosig. Marta konnte nur sehen, dass ihr ein Fronteinsatz - natürlich als Kanonenfutter - erspart blieb. Garou? Garou.. oh... Werwölfe sollten auch dabei sein? Ohne mich Leute! Nicht dass sie im Zweifelsfall wirklich eine Wahl hatte. Silberwaffen? Und der Kriegsherr war abberufen? Was soll der ganze Mist? Jack schien ebenso begeistert zu sein und zog sich an die Bar zurück. Trapper kam aus dem Hinterraum und verschwand nach draußen. Allein. Du kennst die Geißel, Cowboy? Dieser Cunningham war schon interessant...
 
Die Geißel nickte und ging mit dem Ventrue zu der Ecke.

"Miss Peel hat mir gesagt, dass sie ihr Erzeuger sind und daher führen wir dieses Gespräch. Ich bin mir sicher, dass ihr Clan nicht sehr darüber erfreut sein wird, was vorgefallen ist, doch will ich sie warnen, nicht selber der Bote der Justiz zu werden. Solange Miss Peel in dieser Domäne ist, wird ihr kein körperliches Leid zugefügt, wenn es nicht den Segen des Prinzen hat und hierbei meine ich auch den Prinzen und nicht Miss d'Auvergne. Was sie Clansintern für Strafen verhängen geht mich nichts an, solange es nur ihren sozialen Status betrifft und selbst da, müssen sie sich mit dem Prinzen absprechen." Malik machte eine kurze Pause, damit die Worte seinen gegenüber erreichen konnten und fuhr dann fort.

"Da sie jedoch ihr Erzeuger sind und nicht nur Bürge, werde ich ihnen einen gewisses Mitentscheidungsrecht gewähren. Was also schlagen sie vor, soll ich offiziell mit ihr machen." Scheinbar war der Schwarze kein großer Fan mehr von der Ventruearchontin oder ein anderes spiel wurde gespielt. jedenfalls gab er Iain gerade die Gelegenheit Amanda ein milderes Urteil zuzuteilen, als es vielleicht die Geißel tun würde.
 
Nun, wenn Marta gefragt hätte, um was es sich handelt hätte sie natürlich auch eine Erklärung bekommen, aber so war nur das grosse Schweigen da, also würde sie alle anderen Sachen erstmal für sich behalten.
 
Jack erwiderte Maliks Aussage mit einem verständnisvollen Nicken und sah zu, wie die Geißel mit Iain aus seinem Blickfeld verschwand. Der perfekte Zeitpunkt, um dem Duke einen Besuch abzustatten...

Der Amerikaner sah nach links, dann nach rechts, sah zur Gruppe um die Harpie herum und machte sich in einem scheinbar sicheren Moment auf den Weg ins Hinterzimmer.
 
"Herr Trapper, stünde Miss Peel noch unter meiner Obhut, hätte ich bereits eingeschritten und sie für diese Unerhörtheit zur Rechenschaft gezogen - und das hätte ihr sicherlich nicht ansatzweise gefallen, seien Sie dessen versichert. Da Amanda jedoch ein freier, mündiger Vampir ist, untersteht sie nicht mehr meiner Entscheidungsgewalt. Selbst wenn ich also ihr Erzeuger bin haben wie Sie bereits richtig feststellten die hiesigen Autoritäten - namentlich der Prinz und die Hüterin als beleidigte Parteien und Zuständige - die alleinige Entscheidungsgewalt und ich werde diesbezüglich sicherlich weder etwas übereilen noch eigenmächtig unternehmen."

Iain hielt kurz inne und ordnete seine Gedanken.
"Ein Ventrue, der im London Queen Anne's eine solche Tat begangen hätte, wäre sicherlich entweder beiläufig vernichtet worden, oder hätte zumindest sämtlichen Besitz und Status verloren. Sollten der Prinz und die Hüterin diese beiden Bestrafungen nicht in Betracht ziehen wollen, so wäre eine mögliche Alternative, Amanda der Domäne zu verweisen und sie mit der Nachricht welche Taten hier zu ihrem Ausschluss geführt haben an Queen Anne zurück nach London zu entsenden. Diese dürfte dann relativ züge und hart durchgreifend handeln und urteilen."
Zumindest hat Amanda dort die Chance, dass sich die Alte von London über Amandas Handeln und den Gesichtsverlust eines Toreadorprinzen so amüsiert, dass Amanda mit dem Unleben davon kommt...
 
Der Duke wartete und drehte sich bewußt langsam um, als sich die Tür öffnete.

„Ui, mit dir hät´ ich nich´ jerechnet. Wat willste? Is´ immer noch miese Stimmung drausen?“


Was wollte der Torri-Schnösel? Ihm den Marsch blasen oder die Leviten geigen? Haha, wasn Wortspiel.


Inzwischen war sogar dem Duke klar, dass etwas nicht stimmte. Er dachte bereits über einen Umzug nach, hatte ja quasi noch nicht mal ausgepackt. Oder aber er legte es drauf an, … ja aber auf was denn? Ohmannohmannohmann, DAS waren mal wieder Probleme, die er magisch anzog.
 
Jack schloss leise die Tür hinter sich und musterte den Duke. Einen kräftigen Typen wie ihn konnte Jack künftig als Begleiter gut gebrauchen. Mit dem Hut voller Geld ins Gesicht gezogen begann er mit seiner Erklärung.

"Hey Kumpel. Ja, die sind echt wahnsinnig mies gelaunt. Ich kann das auch nicht ganz nachvollziehen. Aber - und das ist viel wichtiger im Moment - du scheinst mir ein ehrlicher Typ zu sein und deswegen möchte ich dir einen Vorschlag machen. Ich könnte versuchen Malik dazu zu bringen dich in Ruhe zu lassen und dafür gibst du mir in zwei Tagen Rückendeckung. Ich werde das dumme Gefühl nicht los, dass die Harpie mir eins auswischen möchte. Es wird höchste Zeit, dass hier in der Stadt andere Winde wehen. Diese Herrschaft der Toreador und Ventrue ist doch nicht zum Aushalten. Für einen Brujah wie mich ist das nichts und dir kann ich schon an der Nasenspitze ansehen, dass die intriganten Schlipsträger und du auf Kriegsfuß stehen. Also, was sagst du? Bist du an etwas Action in der nächsten Zeit interessiert?"
 
Ja, wollte der Duke spontan sagen, .. dann klickerte aber was in ihm, …

„Du wilstn Brujah sein? Hm, … wirklich? DAS soll ich glauben? … OK. Dabei. Wennde mich veraarschst, reiß ich dir den Kopp ab!“ grinste der Riese.

Fucker, alles Fucker, diese Schwuchteln von Blaublütern, Ausnahmen ausgeschlossen. „Abba warum soll ich Probleme mit Malik haben?“
 
Jack grinste breit. Er hatte den Duke richtig eingeschätzt.

"Warum sollte ich kein Brujah sein? Weil ich Musik mache? Das ist doch Schwachsinn. Was ist schon ein Clan? Wir teilen uns die Fähigkeiten und das Temperament im Blut, aber ansonsten kann jeder von uns so unterschiedlich sein, wie es ihm beliebt. Was Malik angeht... Ich kann mir gut vorstellen, dass der blutdurstige Klüngel dort draußen drastische Bestrafungen beim Prinzen für euch fordert. Und es ist Maliks Job die Befehle des Prinzen auszuführen. Ein gutes Wort in seinen Ohren soll daher nicht dein Nachteil sein. Also, kommen wir ins Geschäft?"

Der Brujah streckte dem Duke die Hand aus, um das Geschäft zu besiegeln.
 
"Mh...ich verstehe." Wie es schien war Iain nicht sehr von seinem Kind angetan oder er versuchte sich keine Blöße zu geben. Doch das war Malik im Moment dann auch egal.
Die Geißel erhob sich dann auch schon wieder.

"Beide werden entsprechend bestraft werden und morgen wird die Strafe bekannt gegeben. Danke für ihre Zeit." Damit wäre Malik schon mit diesem Gespräch fertig, wie es schien gab es bei diesen Ventrue nichts durch eine mildere Strafe zu gewinnen.
 
Antonia sah in die Runde.
"Wenn noch jemand Fragen zu irgend etwas hat, kann er mich gerne ansprechen, aber das allgemeine Interesse scheint nicht gegeben zu sein", meinte sie dann.

Sie hatte viel mehr am Rande mitbekommen, als sie wissen wollte und vermutlich hatte Helena Recht gehabt mit der Vermutung, dass sich jede Menge Gesöcks einfinden würde, das noch nie im Leben was geleistet hatte und hier billig Macht einstreichen wollte. Ob dabei die Tremere helfen konnten? Ihr Blick blieb an Kiera und dem jungen Tremere hängen. Mal sehen, bei Gelegenheit würde sie wohl auf die Beiden zurückkommen.
 
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