AW: Charaktere ,Gesetz, und Gute Sitten
Wenn nicht klar ist, in welche Richtung eine Spielrunde laufen wird und dann in einer Spielsitzung die Vorstellung des Spielleiters (heroisch episches Weltenretten) mit den Vorstellungen der Spieler (gebrochene Charaktere denen ihr nacktes Überleben wichtiger ist als irgendwelche anderen Leute oder gar die ganze Welt), dann kann, wahrscheinlich muss das sogar zu Konflikten führen. Zumindest wird es zu Konflikten führen, wenn beide Seiten weiterhin auf ihren Positionen verharren und nicht aufeinander zugehen. Ich kann auch einen gebrochenen Weltenretter spielen wenn ich will...
Vernünftig. Aber wird dies nicht schon dadurch abgegolten, indem ich dem SL, bzw. der Runde mein Konzept präsentiere, bzw. meinen Charakter mit der Gruppe - wozu ich alle Spielbeteiligten zähle - erstelle? Dann kann mir die Gruppe z.B. mitteilen, sie möchte keinen rassistischen Charakter, weil dies eben die Grenze der Reibungen übersteigt.
Konkretes Beispiel: Wir haben einen Kumpel, der eine Affinität hat, böse/miese Charaktere zu spielen. Wir haben ihm nun gesagt, daß wir in unserer aktuellen D&D-Gruppe dies nicht möchten. Es muß kein strahlender Held sein, aber böse (gesinnungstechnisch) läuft nicht. Ich sehe nicht, wo das Problem liegt.
Ich z.B. bin kein Superhelden-Spieler. Ich kann es nicht. Also spiele ich keine Superhelden und wenn das System darauf ausgelegt ist, wünsche ich meinen Freunden viel Spaß und unternehme an den entsprechenden Spielsitzungen etwas anderes. Mir ist bewußt, daß ich ansonsten den Spielspaß der Gruppe stören würde und da diese nun einmal keine Lust auf Punisher-Kopien hat, ist ein Kompromiß nicht möglich.
Meiner Meinung nach ist es als SL meine Aufgabe, den Spielern einen Spielabend zu bereiten, der ihnen Spaß macht. Allerdings dürfen dabei die Spieler auch nicht vergessen, dass ich ja nicht nur Spielleiter bin weil ich ja ach so altruistisch veranlagt bin, sondern weil es mir im Idealfall auch Spaß macht. Insofern haben die Spieler durchaus auch eine Pflicht mir gegenüber ... oder sie müssen sich einen neuen Spielleiter suchen.
Durchaus zuzustimmen. Ich bin jedoch der Meinung, daß ein SL Spaß haben sollte, wenn er improvisieren kann/muß. Dies gehört für mich nicht nur zu seinem Handwerk, sondern er/sie sollte Spaß an solchen Situationen haben.
Spieler(charaktere) haben - was meine Erfahrung mir zeigt - die Eigenschaft nicht immer so vorzugehen, wie ich es sich der SL idealerweise vorstellt. Wenn dieser nun also nicht zwingend seinen Lösungsweg durchdrücken will (für mich eine schlechte Eigenschaft als SL), muß der SL bereit sein, auf die Ideen der Spieler(charaktere) einzugehen. Als - für mich - elemtare Eigenschaft des SL-Postens sollte er daran also Spaß haben.
Aber: Wenn Spieler gewisse Aktionen durchziehen wie z.B. einen Bischof zu bedrohen, dann sollten sie auch merken, dass so etwas in einer Spielwelt durchaus Konsequenzen haben kann. [...]
Das würde ich auch nie in Frage stellen. Das geht aber an dem aufgezeigten Problem vorbei. Da wurde das "Bedrohen" als störend aufgefaßt - nicht etwa die Reaktion auf Konsequenzen im Spiel.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der SL hatte - anscheinend - seine Probleme, daß die Spieler(charaktere) eine im Spiel hochgestellte Person bedroht haben und er sich dadurch in seinem vorgesehenen Plot gestört fühlte. Das ist für mich unverständlich.
Das Gleiche gilt übrigens für Spieler, die sich über (nachvollziehbare) Folgen im Spiel aufregen - "Warum sucht uns eigentlich die Plizei?", "Weil der Bischoff eine Anzeige gestellt hat und über seine Kontakte dieser eine Priorität einräumen konnte.", "Wäh, Spielleiterwillkür!".
Die Idee den Spielern OT zu verbieten IT irgendwelche Aktionen durchzuziehen halte ich für die denkbar ungeeignetste Lösung!
Absolute Zustimmung.