Rollenspieltheorie Was für ein Spielleiter bist du?

AW: Was für ein Spielleiter bist du?

@Georgios:
Wie meinst du das?

Das ein Weltenbastler sehr darauf achtet wie 'seine' Welt funktioniert. Wenn man da auf Widersprüche oder Ungereimtheiten stösst, dann kann das oft auch Absicht, statt Unachtsamkeit sein. Als Spieler kann man hier also auch darauf aufbauen.

Das kling meines Erachtens recht negativ.

Nicht, wenn einem das gefällt. Wovon ein Plotmeister oft ausgeht; dass die Spieler Spaß daran haben ein Abenteuer zu spielen, im dem nichts sicher ist und ihnen alles passieren kann.

Klingt auch etwas überspitzt. Solange die Spielentscheidung ingame bleibt, sollte alles erlaubt sein.

Das hat nichts mit sollen zu tun. Wenn man großen Wert auf die Atmosphäre legt, dann geht man in der Runde davon aus, dass die Gruppe im Zweifelsfall Kompromisse dahingehend macht. Wenn der SL vor allem das gemeinsame "Erleben" einer fantastsichen Welt als wichtigstes Element sieht, dann wird er womöglich annehmen, dass die Gruppe gewillt ist ihre Spielentscheidungen unter die Ansprüche der Atmosphäre zu stellen. Das wird genau dann ein Problem, wenn man das nicht macht. Weil man etwa Lust hat eben einen coolen Spruch zu reissen, statt dem König des eigenen Landes ehrfürchtig entgegenzutreten.

Klingt auch negativ. Wieso sollte es der Normalfall sein, dass eine entworfene Persönlichkeit nicht den Regeln entspricht?

Die Erklärung ist hier ähnlich. Ein Schauspieler unterwirft seinen NSCs lieber den Vorgaben ihrer nachvollziehbaren Persönlichkeit, anstatt sich irgendwelchen zusammenhangslosen Regeln anzupassen. Das beste Beispiel dafür ist ein D&D Charakter, dessen Verhalten aufgrund der Situation sich von dem unterscheidet, was die Gruppe unter den Alignments versteht. Ein Schauspieler würde hier die Alignments lieber ignorieren, statt das Verhalten seines NSCs an die Alignments anzupassen.

Also explizit auch der Mittel der vorgenannten SL-Typen? ;)

Nein. Typen sind keine Mittel des Rollenspiels.

Dann passt der Name nicht so ganz zum Programm. Ein Regisseur hat eher selber die Fäden in der Hand und will nicht von seinen Schauspielern überrascht werden.

Das kommt auf den Regisseur an. Ich kenne sowohl solche die sich zum Herren der Produktion aufschwingen, als auch Leute die eng mit ihren Schauspielern arbeiten und viel während der Proben entwickeln und improvisieren.

Sind alle die es machen, weil es sonst keiner machen will automatisch Versorger?

Nein. Aber das habe ich auch gar nicht geschrieben. Warum fragst du?

Wieso in den Burnout? Da ist auch einfach nur Spaßverlust möglich.

Wer viel Aufwand, Zeit und Mühe in das Wohlsein seiner Freunde steckt und dafür keine Bestätigung oder Anerkennung bekommt, der wird irgendwann so frustriert sein, dass er nicht mehr will. Auf neudeutsch nennt sich das Burnout.

Was noch fehlen könnte ist der Playtester, der neue Spiele ausprobiert, um das absolute Rollenspielerlebnis (TM) zu erleben (oder zu fabrizieren).

Nun, so ein Typ würde erklären, warum man Rollenspiele spielt. Aber nicht warum man während des Spielleitens bestimmte Entscheidungen fällt und welche Ziele man mit diesen Entscheidungen verfolgt.
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Dann kann ich nur sagen, dass ich mit deiner Einschätzung der Spielleitertypen in den obigen Punkten nicht konform gehe. :]
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Master of Ceremonies

Hm, ich hatte eher mit Versorger und Regisseur gerechnet, Zeremonienmeister schneidet mich aber auch an.


H
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Actor

You love the drama, and testing the merits of the Player Characters.

Stimmt schon, die Charaktere sind mir ziemlich wichtig (SCs wie NSCs) und der Plot entwickelt sich eigentlich auch nur an Infos entlang, die man von, über oder durch andere(n) Charaktere(n) bekommt. Ich hätte eher auf Plotmeister getippt, aber da die Infos wie gesagt meist von den NSCs kommen... Vielleicht liegt es ein bischen am Spiel, denn ich leite ja im Wesentlichen Vampire... DSA würd ich ganz anders aufziehen, denk ich, aber das kann ich eben nicht so gut. ;)
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Plotmeister

Wobei ich ehrlich sagen muss dass ich weder die Einteilung noch den Test wirklich mag, es gab keine einzige Frage auf die ich eine eindeutige Antwort geben konnte bei denen bei denen keine Mehrfachnennungen möglich waren hab ich eigentlich zufällig eine aus 3-4 Möglichkeiten ausgewählt, und auch aus den vorgestellten Typen würde ich behaupten mich bis auf den Duellanten in eigentlich jedem einzelnen irgendwie ein Stück weit wiederzuerkennen, ohne einen als Schwerpunkt auszuwählen.

Aber andererseits halte ich ja auch nicht so wahnsinnig viel von der ganzen Rollenspieltheoriediskussion aber egal ;)
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Provider ist bei mir rausgekommen.

Das wäre zumindest ein Spielleiterstil, den ich gut finde, vielleicht auch anstrebe. Ich bin aber wohl eher eine Mischung. Ich verwende Methoden verschiedener Stile, weil ich sie gut finde und Ziele erreichen möchte, die verschiedenen Typen zugeordnet sind.

http://georgiosp.blogspot.com/2007/05/georgios-spielleiter-typen.html schrieb:
Der Versorger ist die Art von Spielleiter, die sich vollkommen aus dem Spiel nimmt. Er bezieht seinen Spaß daraus, das die restlichen Spieler Spaß haben. Viele Versorger erfreuen sich allein am gemeinsamen Beisammensein und sind nur deshalb Spielleiter, weil es sonst keiner machen will.

Das Einzige, was davon stimmt ist, dass ich meinen Spaß auch daraus beziehe, dass die restlichen Spieler Spaß haben.

http://georgiosp.blogspot.com/2007/05/georgios-spielleiter-typen.html schrieb:
Das Abenteuer setzt sich häufig aus den Vorlieben der Spieler zusammen und wird vom Versorger gemäß der Regeln umgesetzt. Er ist auch gewillt den Spielern mehr Einfluß am Spieltisch zu gestatten, wenn der Spieler dadurch mehr Spaß hat. Der Versorger sieht sich verpflichtet, den anderen Spielern mit seiner Spielleitung entgegenzukommen.

Ja, ich bemühe mich, die Elemente, die die Spieler schätzen, mit einzubauen. Nein, ich baue daraus nicht direkt das Abenteuer.


Zeremonienmeister
Ich möchte z.B., dass der Spieler in das Erlebnis eintaucht und seinen Charakter gemäß dessen Charakter spielt. Deshalb heißt es ja auch Rollenspiel. Aber das sehe ich eigentlich mehr als die Grundlage. Ich verwende zwar Kerzen und Hintergrundmusik und bemühe mich, mit dem Präludium einen guten Start zu setzen, aber danach sehe ich das eher als eine Selbstverständlichkeit, die aber auch nicht die ganze Zeit vorhanden sein muss. Beispielsweise darf man auch durchaus zuhören, wenn andere Spieler spielen, wobei man dann ja nicht in-Charakter ist. Oder wenn ein Rätsel zu lösen ist, ist ja auch besonders der Spieler angesprochen und nur teilweise der Charakter.

Plotmeister
Nachdem der oben genannte Rahmen gegeben ist, stellt sich aber auch die Frage, was denn eigentlich passiert. Die Atmosphäre ist gut, das Setting kennen gelernt, die Charakteridentifikation gelingt. Aber es muss doch irgendwas passieren. Hier können natürlich die Spieler aktiv werden, weshalb der Plotmeister vielleicht bei mir nicht ganz oben steht, aber irgendwie geht es bei den einzelnen Treffen dann doch jeweils um einen Plot, in dem man eben seinen Charakter immersiv spielen kann.
Und da denke ich mir dann gerne einen Plot aus.

Duellant
Innerhalb dieses Plots gibt es Herausforderungen für die Spieler. Dabei sollte jeder Spieler die Gelegenheit haben, sich zu beteiligen. Die Herausforderungen sollten herausfordern und ein Misslingen möglich sein, aber von den Spielern durch Einsatz relativ gut zu bewältigen sein.
Gewissermaßen spielt der SL hierbei die Gegner der Charaktere und tritt dabei gegen sie an. In-NSC ist der SL Feind, out-of-NSC geht es aber darum, dass die Spieler die Gelegenheit haben, etwas zu schaffen. Sie sollen nicht frustriert werden, aber die Herausforderungen zu schaffen soll auch keine wertlose Selbstverständlichkeit sein.



@ Georgios

Vielleicht bringt dich das ja etwas weiter.
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Ich befürchte, dass die Umschreibungen zum Teil für Missverständnisse sorgen. Die SL-Typen sind weniger SL-Stile oder eine Sammlung von Techniken, sondern definieren sich über die Spaßquelle des Spielleiters. Kurz: der (ans Spielgeschehen gekoppelte) Grund weshalb der SL gerne spielleitet. Die Definition des Provider/Versorgers habe ich seit dem ich den Eintrag geschrieben vermutlich am stärksten überarbeitet.

Der Provider/Versorger ist jemand, der seinen Spaß daraus zieht, dass er den Spielern eine Spielrunde präsentiert, die ihren Interessen entspricht. Die Vorlieben und Interessen der Spieler dienen als Vorgabe, die der SL durch Gebrauch aller ihm durch das Spiel zur Verfügung stehenden Mittel zu erfüllen versucht. Dabei wird Erfolg und Misserfolg an Hand der Reaktionen der Spieler gemessen und daraus leitet sich dann die Daumenregel "Wenn die Spieler Spaß haben, hat der SL Spaß" ab.

Mir ist in meiner letzten Warhammer-Runde wieder aufgefallen, dass ich meinen Spaß als SL etwa nicht daher beziehe. Die Spieler waren alle sehr begeistert, aber mein Spielspaß war davon eher unberührt. Die Kämpfe habe ich dennoch hart gespielt, den NSCs versucht viel Farbe zu geben und die Ereignisse der Geschichte auf möglichst überraschende Art und Weise versucht zu offenbaren. Mir haben eher die kurzen (!) Rollenspielmomente gefallen, die durch unerwartete Aktionen der Spieler entstanden.
 
AW: Was für ein Spielleiter bist du?

Deine Einteilung in die Spielleitertypen finde ich sehr überzeugend! (Einfach als Lob mal loszuwerden...:))

Den Test - ich weis jetzt nicht wer den gemacht hat - hingegen irgendwie nicht. Vielleicht solltest du selbst oder jemand der mit dir zusammenarbeitet mal einen neuen, besseren Test basteln. OK, ich meine der Test ist ja nicht das Zentrale Element der Theorie und insofern nicht so wirklich wichtig. Aber so ein Test ist cool *g*

By the Way: Ich wurde als Provider eingestuft - aber eigentlich bin ich glaube ich eindeutig Weltenbastler.
 
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