Ich hatte ebenfalls niedrige Erwartungen. Der erste Teil hatte mir sehr gut gefallen, den zweiten Teil hab ich nie über ein paar Minuten hinaus geschaut.
Auch hier war ich zu Beginn skeptisch, vor allem weil die Erwartung, die noch da war, irgendwie bei "lustige Rollenspielpersiflage" rumschwebte. Richtig lustig wurde es allerdings nie - und das machte erst als die Hauptstoryline losging richtig Sinn. Es wollte gar nicht so sein.
Tatsächlich steht für mich auch die Persiflage und die Message / Fanservice an und für Geeks und Nerds ein wenig im Hintergrund. Natürlich werden Klischees bedient und Wiedererkennungswerte eingebaut (die ganze Power Rangers - Pokemon Analogie), in erster Linie aber geht es darum, eine klassisch-filmische Heldengeschichte im absurden Rahmen dieses Kartenspiels zu erzählen. Die Figurenentwicklung und die Darstellung standen für mich im Vordergrund und führten letztlich zu einer Art Ode an das Hobby und zu der wirklich sehr genialen Entdeckung, wie viel Kraft und Schönheit in diesen Welten aus Phantasie und Leidenschaft stecken können.
Die Kopie bekannter Figuren und schauspielerischer Eigenarten (Cassy erinnerte in Mimik und Gestik oft an klassische Komödienprotagonisten, manchmal sogar an Jim Carrey, die Mentorenthematik, die am Ende recht cool mit dem Anzugträger und dem Brillenmann aufgelöst wurde, der Verrückte als RoadMovie-Dauerslapstik) und eine trotz schlechter CGI-Kulissen und Kostüme am Ende tatsächlich glaubwürdigen Liebesgeschichte in der Parallelwelt (das Wiedersehen beim goldenen Apfel und der kleine Monolog des untoten Liebhabers war richtig gut gespielt) hat es dann noch für mich rund gemacht, sodass ich gerne gespannt bis zum Ende sitzen geblieben bin. Die Spannung war vergleichbar mit diesen typischen Teeniefilmen. Man weiß, wie es am Ende ausgeht, lässt sich aber gerne die gleiche Geschichte zum hundertsten Mal erzählen. Irgendwie weil die, dies einem vorspielen alle ziemlich sympathisch sind.
Überzeugt haben mich vor allem die schauspielerischen Darstellungen einiger Figuren. Zu Beginn wirkte es gezwungen komisch und ein wenig overacted, bei Schlüsselszenen war es allerdings regelrecht spot on, da merkte man, dass Talente und teilweise auch Profis dabei waren. Der Antagonist zum Beispiel war von der Karate Kid-Anleihe, über die etwas misslungene Mafiaselbstdarstellung bis zum "the best game I had in years" wirklich unterhaltsam, das Gleiche galt für den Anzugträger und seine heldenhafte Aufopferung / Verbrüderung, für den Brillenkerl und seine militärische Schlachtenrede und überhaupt geekige Sidekickartigkeit..
Kein Dauerlacher oder Brüller, keine gagreel über das Nerdsein, mehr die Übertragung klassischer, filmischer tropes und Klischees in eine Nerdstory. Hat mir gefallen, guck ich mir vielleicht sogar nochmal an. Und ich bin und war nie ein begeisterteter Magic-Spieler.