AW: The Dark Knight - Sequel zu Batman Begins
Über Geschmack lässt sich halt nicht streiten.
Ich habe auch durchaus schon viele Leute gelesen, die dem Film das Prädikat richtig schlecht geben, und jeden zum merkbefreiten Vollspasten erklären, der das anders sieht.
Ich wiederum kann absolut nicht nachvollziehen, wie man diesen Film für objektiv schlecht halten kann. Ich gebe zwar zu, eine Popcornfilmhure zu sein, aber bei Nolan im allgemeinen und bei TDK im speziellen MUSS ich das gar nicht rauskehren, um die Größe des Films zu erkennen.
Nolan wird oft und gerne vorgeworfen, prätentiös, möchtegernclever und pseudo-nihilistisch zu sein. Von Rassissmusvorwürfen, Frauenfeindlichkeit, der Unfähigkeit, weibliche Figuren richtig darzustellen, einen Film richtig zu schneiden, Actionsequenzen drehen zu können, etc. mal ganz abgesehen.
Nur riecht mir das nach den Unkenrufen von Dramaköniginnen und ewigen Besserwissern, die Nolan nicht verzeihen wollen, dass er jetzt eben mit den großen Jungs spielt, anstatt wie Aaron Daronovski (oder wie auch immer der Pi Regisseur sich schreibt) weiter eher in den hinteren Reihen zu bleiben, wo man ihn noch "indi" und für einen "echten Filmemacher" halten darf, wenn man sich beim Latte Macchiato in der Kastanienallee trifft.
Ich finde an diesem Film eigentlich ALLES toll. Von der Anfangsfeuerfledermaus bis zur Schlussfanfare.
Ja, es gibt kleine Details die vielleicht noch etwas besser hätten sein können.
Aber das sind eben Details.
Besondere Highlights? Der Joker. Die gesamte Figur, wie sie in den Film eingebettet ist, wie er eingeführt wird, wie der Film mit diesem Charakter arbeitet, das ist alles unglaublich gut gemacht. Prenzelberger Filmhochschulstudenten und deren Freundinnen und Freunde lächeln jetzt müde, und erzählen mir was von Nosferatu, von Max Schreck und Kinski, dass das alles ja alte Hüte sind, und schon viel früher viel besser da gewesen, und dass Nolans Batman vollkommen belanglos, platt und charakterlos ist, dass alle Figuren Nolans an Facettenreichtum nicht einmal ANNÄHERND an die Figuren aus den Burton-Batmans herankommen, dass Nolans Batman eben nur ein Actionfilm sei, während Burton unsterbliche FILMKUNST produziert hat... (Wo ist der wichs-smiley wenn man ihn braucht...)
Aber ich schweife ab. Heath Ledgers Joker ist die Essenz der Idee, die hinter diesem Charakter steckt. Ein durchtriebenes, krankes Monster, für dessen Überwindung sich der Held selbst opfern muss, das selbst im Moment seiner Niederlage nicht komplett verliert.
Dann natürlich wieder Bat(e)man selbst. Die geniale Playboy-Fassade und der maskierte Crimefighter.
Bis hin zu den Nebenfiguren, wie der Minirolle von William Fichtner.
Dann dieser spontane, irgendwie unerwartete und großartig Bond-esque Ausflug Batmans nach Hong Kong, der mich zwar auch aus ganz persönlichen Gründen begeistert, aber dennoch einfach GEIL ist, wenn Batman sich mal eben so vom IFC1 stürzt.
Dann Gotham City, dass in seiner hiesigen Inkarnation so sehr viel näher an den großen Comics dran ist. Gotham ist eben NICHT New York. Und auch NICHT Chicago, auch wenn es so aussehen mag. Wer das Quellenmaterial kennt der weiß, dass es im DC Universe eben Gotham City UND New York, Metropolis UND Chicago gibt.
Und nicht zuletzt ist es eine Leistung, den ganzen Film über diese gewisse unterschwellige Bedrohung aufrecht zu erhalten, dass gleich wieder irgendetwas wirklich schlimmes passieren wird.
Letztlich fällt mir nur wieder auf, dieser Batman ist wirklich KEIN Kinderfilm. Und das nicht nur deswegen, weil sich die Designs eher nicht für Spielzeuge eignen.