AW: Negativismus im Rollenspiel
Ich mag zwar auch keine -ismen in Rollenspielen bin aber einer Darstellung von Hoffnungslosigkeit durchaus nicht abgeneigt. Strahlemänner mag ich nicht und die Gradwanderung von der eigentlich eher guten Seite zu ziemlich bösen Seite, die Verlockung der Dunklen Seite empfinde ich als spaßiger als das Gegenteil, in dem die Helden losziehen, weil sie einfach Helden sind. Meist entwickelt sich das dann zwar doch in die Richtung, die ich meine und geht gut aus (Star Wars - Luke Skywalker), aber ich bin auch einem bösen Ende nicht abgeneigt - favorisiere es je nach System sogar. Aber ich steh auch auf 30 days of Night, die oWoD (mit Hunter: the Reckoning und Demon: the Fallen) und nicht zu vergessen Delta Green. Eine der genialsten Charakterklassen ist in meinen Augen der Disciple of the Flesh aus Witchcraft oder als Rasse der Vevaphon aus SLA Industries (im übrigen auch kein positives Spiel und auch null Hoffnung). Shadowrun war für mich auch eher immer Straßenstrich, BurnOut BTLs, Mafia und Blutmagie, als Zutaten sammeln für die nächste Astral Quest.
Es geht um Leid und das macht noch viel mehr Spaß (in meinen Augen), wenn die Spieler das Gefühl bekommen etwas bewegen zu können und dann wirds doch nichts (wobei immer die Illusion aufrecht erhalten wird, dass es eigentlich nur an Kleinigkeiten gescheitert ist - so dass die interne Hoffnung* nicht stirbt).
Dabei fühle ich mich nicht übelegener, truer, whinier oder was immer man da auch für Adjektive nutzen möchte - es macht mir einfach deutlich mehr Spaß. Aber ich bin auch Oswald Henke Fanboy 🙂
* Ohne Hoffnung gehts jedoch nicht - die braucht man als Motivator. Wenn die fehlt, dann splittet sich das Spiel, dann verlieren die Spieler möglicherweise das Interesse - würde mir zumindest so gehen.