Meine Lieblingsdisziplinen:
1. Koldunische Hexerei (bes. Weg des Windes)
Gibt es irgendwas cooleres, als mit dem Wind zu flüstern, auf dem Wind zu reiten und sich schließlich und endlich "in Luft aufzulösen"? Der Weg der Trauer ist auch total stimmungsvoll, besonders, weil die slavische Mythologie aufgegriffen wird. (Das veranlasste mich spontan zu einer Riesenrecherche über die slavische heidnische Religion, total spannend!) Leider sind die anderen Wege ein bissel heftig; also meiner Ansicht nach für Spielercharaktere völlig übertrieben (Welcher Spieleabend lässt sich bitte retten, wenn gerade ein Viertel irgendeiner Stadt, in der es eigendlich keinen Vulkanismus gibt, unter Lavaströmen verdampft?!?). Ich denke, hier ist ein vernünftiger Umgang mit den Disziplinen angesagt.
2. Schattenspiele
Ist es die Dunkelheit der Seele, der schlichte Schatten oder die personifizierte, materielle Dunkelheit, die hier heraufbeschworen wird? Es gibt wohl mindestens so viele Ansichten hierzu, wie es Hüter gibt, aber eins bleibt festzuhalten: Schattenspiele passt mehr als gut in ein "Erzählspiel um persönlichen Horror".
3. Tierhaftigkeit
Ich finde den Gedanken einfach nur faszinierend, mit Tieren zu sprechen, Tiere zu rufen, sie zu besänftigen, sogar durch die Augen eines Tiers sehen zu können (und vor allem: so vielleicht nach Jahrhunderten das erste Mal die Sonne zu sehen)! Auch kommt man dem einzigen Feind näher, den jedes Kainskind am meisten fürchten sollte: der Bestie, die aus ihm werden könnte.
4. Fleischformen
Gut, hier bin ich stark von einer gewissen Clansvorliebe getrieben, zugegeben. Trotzdem finde ich die Möglichkeiten dieser Disziplin faszinierend: Was bleibt jemandem, der ganz wörtlich sein Gesicht verloren hat? Welche Möglichkeiten eröffnen sich dem, der sich und andere aussehen lassen kann, wie auch immer er will (ohne dass selbst modernste Überwachungstechnik oder ausgefeilte Aurenwahrnehmung einen Unterschied feststellen könnte)? Wirklich hübsch beschrieben finde ich diese Disziplin in den Clansromanen am Beispiel des bemitleidenswerten Parmenides.
Zu guter letzt muss es doch auch für jeden Kainiten total erhebend sein, sich auflösen zu können in die Essenz dessen, was ihn am "Leben" hält; in Blut.
5. Auspex
Ebenfalls sehr faszinierend, wie die Welt sich verändert, wenn jedes kleine Fundstück tatsächlich seine Geschichte erzählt. Zudem gehören übernatürlich geschärfte Sinne zum Vampirmythos wie Blut und Fänge; die Vorstellung, so viel mehr von der Welt zu sehen, zu hören, zu fühlen ist glaube ich für jeden verführerisch.