Cartagena bei Nacht

Download Entwickler-Blog: Cartagena by Night 2015-05-11

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Ich denke, dass Vampire sehr anpassungsfähig sind, was ihre Einflussgebiete betrifft. Wenn der Politiker zu korrupt ist und daher als Ziel ausfällt, dann ist es eben "Assistent Bob", der für den Ventrue interessant wird. Das dumme an korrupten Politikern ist ua die unbekannte Halbwertzeit, aber einen Bob brauchen sie alle.
 
Ventrue müssen ja nicht unbedingt immer das Klischee von Bänkern, Managern und Politikern erfüllen. Ein Ventrue könnte, gerade im von Lasombra verseuchten Süden Amerikas, eine Guerilla-Miliz anführen, die gegen korrupte Politiker oder die herrschende Machtstruktur der Lasombra / Setitendrogenbarone angeht. Revoluzzer müssen ja nicht immer Brujah sein, das Anführerprinzip funktioniert auch in kleineren Bereichen und auf unteren Ebenen.

Allgemein hast du sehr viel Spielraum, um verschiedene kulturelle Einflüsse mit reinspielen zu lassen. Die Lasombra, die mit den Conquistadores nach Südamerika kamen, waren vielleicht vom Aufstieg des Sabbat etwas isolierter oder entwickelten abseits davon eigene Strukturen und Hierarchien. Die könnten noch richtig mittelalterlich denken, eben feudaler und dementsprechend mehr ihren Dark Ages Pendants gleichen. Dagegen hast du vielleicht einige jüngere Vampire, die sich in südamerikanischen Gangs wie MS13 organisieren. Vielleicht sogar Setiten oder eine Blutlinie derselben, die eben noch mit Bluthexerei aus indigenen Ursprüngen hantiert, mit rituellen Tätowierungen die auch mit der Bluthexerei in Verbindung stehen.

Die Korruption von Regierung, Militär und Polizei kann zu einer ganzen Reihe von eigenen Hierarchien führen. Die örtlichen Brujah könnten sich mit der korrupten Polizei verbinden um Anteil am Drogenschmuggel zu haben und um mal vom Kartellboss-Feudalherrenprinzip der Lasombra wegzukommen, sind die (oder auch gerne Toreador) immer für die Kirche gut. Der katholische Glaube ist wie gesagt da unten noch etwas breitflächiger ausgeprägt und im Alltag relevanter. Das kann dann alles sein, vom lokalen oder überregionalen Machtbischof, der die Menschen über die Religion manipuliert und so eine echte Gefahr für Kartelbosse oder Politik darstellt (in letzter Konsequenz fürchten streng Gläubige vielleicht eher ihr Seelenheil, als Beschädigung ihres körperlichen Wohlbefindens), bis hin zum tatsächlich um seine Schäfchen besorgten Mentor und spirituellen Führer, der vielleicht auch noch nen kleinen Knacks weghat, weil er schon mit den ersten Missionaren nach Kolumbien kam und sich da seitdem ein wenig verrennt.

Dann gibts vielleicht noch die lokale Tia Dalma, eine Setitin oder andere Bluthexerin, die mit allerlei Voodoo-Zeug hantiert und zu der man geht, wenn man was Spezielles braucht. Oder vielleicht kleine Vampiridealisten, die bei der indigenen Bevölkerung leben und beim Abbau von Armut und Korruption helfen wollen.
 
Also fuer eine Reihe meiner NSCs habe ich schon ganz brauchbare Konzepte:

Brujah
-Wettkoenig, illegale Kaempfe
-Kaffee-Exporteur
-Ex-Ballerina, Anarchistin

Giovanni
-Hotel/Casinobetreiber
-Mafia/Drogen???

Lasombra
-Marinekadett, Paramilitärs???
-King of Beggars, Informanten-Netzwerk???
-falscher Priester???

Malkavianer
-El Generalissimo

Setiten
-Kultführer???
-Schmuggler???
-Drogen, Straßengang, Waffenhandel???
-Prostitution/Menschenhandel???

Toreador
-Antiquitaetenhaendler, Autarkis
-Medienmogul, “kommerzieller” Kuenstler
-sadistischer Leiter einer Kunstakademie
-Popsternchen/Juwelendiebin
-Betreiberin eines Schoenheitssalons

Tremere
-PR-Botschafter, Indio-Forscher???

Ventrue
-Bauunternehmer
-Gefaengniswaerter

Caitiff, Blutlinien???
-gefallene Schoenheitschirugin, Strassen-Doc


Alles mit ??? ist dabei bestenfalls ein grobes Konzept, z.B. einer der Beispielcharaktere aus den Clanbuechern. Am meisten hakt es noch bei den Setiten und Lasombra. Ich hab einfach zu wenig Erfahrung mit Nicht-Camarilla Clans. Was Arlecchino sagte, hoerte sich aber gut an. Ich werde mal mehr in diesen Kategorien denken.


Auf der anderen Seite habe ich jetzt eine ganz gute Vorstellung, wie die Kontrolle ueber die Stadt gehandhabt wird: Es gibt keine einheitlich Ueberregierung. Jedes Individuum oder jede Gruppe, die genug Einfluss aufbringen kann, kontrolliert eine Domaene, also z.B. einen bestimmten Stadtteil, wie den Flughafen, das Finanzviertel, etc. Innerhalb dieser Domaene sind sie sowas wie Prinzen. Sie erwarten z.B. das durchreisende Vampire sich bei ihnen vorstellen, wenn sich nicht ein dauerhaftes Freifahrt-Abkommen haben und man muss um Erlaubnis bitten, um dort zu jagen oder Einfluss zu erwerben.
Grosse Teile der Stadt sind aber unkontrolliert. Das sind hauptsaechlich die eher langweiligen Wohngebiete, wo sich jedermann eine Zuflucht einrichten oder jagen kann. Auf der anderen Seite, sind diese eher unschoenen Viertel, aber trotzdem unter der Kontrolle von sterblichen Gangs oder Kriminellen, so dass man sich evtl. mit denen arrangieren muss.
 
Evtl haben die Giovanni auch noch den Flughafen unter ihrer Fuchtel, wäre zumindest nicht untypisch.
 
Einerseits bietet sich, wie Wulf anführte, das Transport-Wesen für die Giovanni an.
Andererseits natürlich eine Involvierung in die Geisterwelt vor Ort.

Das heißt ich würde annehmen das sich ein Giovanni mit den Geistern, nekromantischen Forschungen und dem entsprechenden sammeln von Seelen befasst. So etwas an den Pisanob aus dem Clansbuch angelehnt, jedoch vielleicht mit einer stärkeren Vermischung von nativen Glauben und der Clanstypischen römisch-katholischen Ausrichtung. Im Grunde ähnlich der Vermengung die zu Hoodoo/Voodoo geführt hat.

Daneben bietet sich auch das klassische Thema der Blutbank an.
Heißt Kontrolle über Krankenhäuser bzw. das Gesundheitswesen.
Das vielleicht absichtlich auf einen nach außen hin elendem Niveau gehalten wird. Schließlich will man Blut, und nicht fidele Menschen.
 
Evtl haben die Giovanni auch noch den Flughafen unter ihrer Fuchtel, wäre zumindest nicht untypisch.

Mein Problem mit dem Giovanni NSC ist weniger seine moegliche Einfluss-Sphaere, sei es Flughafen, Krankenhaus oder Nekromantie. Ich sehe momentan noch keine Motivation fuer diesen Charakter-Hintergrund: Warum will er die Kontrolle ueber diesen Bereich, was macht er damit? Was ist seine persoenliche Agenda?
Geht es nur um Geld und Einfluss? Wofuer braucht er Geld und Einfluss? Will er seine Stellung im Clan verbessern? Will er sich unabhaengiger vom Clan machen? Sieht er Cartagena als Moeglichkeit oder wurde er strafversetzt?

Es sind mehr solche Fragen, die mich momentan quaelen...

Das gesagt, find ich die Idee mit dem Krankenhaus eine sehr gute Loesung. Da ist Platz fuer Geld und nekromantische Praktiken.
Und ich finde sie sollte eine Frau sein, aber keine Aerztin.

Hmmm, vielleicht eine Art Gesandte vom Hauptclan, die mit den Pisanob das Schicksal der Hildalgo Blutlinie ergruenden soll? (Die Pisanob waren in den letzten 100 Jahren erstaunlich ineffektiv da etwas zu finden und jetzt wird von oben mehr Druck gemacht.)
Vielleicht sucht sie im Krankenhaus in Blutproben und Patientenakten nach genetischen Spuren der Hildalgos?
 
Clan Toreador
Die kolumbianische Kunstszene wird von Bogotá dominiert und die dortigen Clansmitglieder der Camarilla sehen die ungelenken Bemühungen von Cartagenas Toreador nicht als wahre Kunst an. Daher zählen Cartagenas Toreador im Clan alle als Poseure, während sich die Toreador Bogotás als echte Artiste verstehen.
Obwohl die Toreador Cartagenas nicht völlig ohne Talent sind, stimmt es, dass sie sich mehr darauf verlegt haben, vielversprechenden Nachwuchs zu fördern. Auch wenn dies ihnen weniger Ansehen im Clan bringt, hat es den Mitgliedern wenigstens etwas Einfluss in der Stadt verschafft. Obwohl der zahlreichste sind die Toreador aber weit davon entfernt der einflussreichste Clan Cartagenas zu werden. Immerhin verfügen seine Mitglieder über die meisten Kontakte außerhalb der Stadt.

-Malik Liebossa, 9.Generation, Kuss: 1834
-Santiago Martinez Delgado, 10. Generation, Kuss: 1954
-Vincent Alexander, 10. Generation, Kuss: 1965
-Paola Dinova, 11. Generation, Kuss: 1982
-Eleonora Wells, 12. Generation, Kuss: 2001
(-Jean Baptiste du Casse, in Starre)


Antike Möbel Import & Export (AMIE)

"Der Geist ist nicht wie ein Gefäß, das gefüllt werden soll, sondern wie Holz, das entzündet werden will."
- Plutarch, Moralia, Über das Zuhören, Kapitel 18

Es ist nicht leicht die Räumlichkeiten von Antike Möbel Import & Export (AMIE) zu finden und noch schwerer sie zu betreten. Ausgewählte Personen bekommen eine Visitenkarte mit einer Telefonnummer zugesteckt, über die sie einen Termin vereinbaren können und bekommen auch dann erst eine Adresse mitgeteilt.
AMIE liegt in der Nähe des Hafens und ist in einem Lagerhaus untergebracht, dass sich äußerlich nicht von den zahlreichen anderen in der Nähe unterscheidet, die von namenlosen Logistikfirmen als Lager- oder Umschlagplatz genutzt werden. Lediglich eine kleine, unbeleuchtete Metalltafel neben einer schweren Tür weist auf die Existenz des Geschäfts hin, dass man in den Gelben Seiten vergeblich sucht.
Wurde einem Eintritt gewährt, kommt man durch einen kurzem Flur in den Ausstellungsraum, wo sich verschiedene außergewöhnliche Holzmöbel und Bilderrahmen, aber auch einige kleine Schnitzereien und Holzfiguren besichtigen lassen. Diese stammen zwar aus den unterschiedlichsten Epochen, aber wie für ein Museum wurden sie kunstvoll und harmonisch zusammengestellt. Wie alle Räume sind sämtliche Wände, Decken und Böden ebenfalls holzvertäfelt und nur das geübte Auge entdeckt die Türen zu den angrenzenden Räumen. Durch diese kann man in eine Restaurationswerkstatt, einen Lagerraum und das Arbeitszimmer gelangen. Der Lagerraum verfügt über einen weiteren Außeneingang, über den durch zwei metallene Schiebetüren größere Lieferungen entgegen genommen werden können. Hier stapeln sich Holzkisten bis unter die Decke, die halb ausgepackt noch einige Schätze in dem herausquellenden Stroh verbergen.
Ein mannshoher Wandspiegel mit einem schweren Holzrahmen verbirgt den Durchgang in das Arbeitszimmer. Der Spiegel ist von innen halbdurchsichtig, so dass man aus dem Arbeitszimmer stets den Ausstellungsraum beobachten kann. Neben einem beeindruckenden Schreibtisch und einigem Schränken, die den notwendigen Papierkram für die Geschäftsführung beinhalten (es gibt keinen Computer), fällt dem Besucher als erstes die atemraubende und einschüchternde Sammlung aus hauptsächlich afrikanischen Holzmasken auf, die jede freie Stelle an den Wänden einnehmen. Dazu passend gibt es noch ein paar Speere, die sich majestätisch hinter dem Schreibtischsessel kreuzen. Neben zahlreichen Papieren befinden sich auf dem Schreibtisch auch eine Reihe kleinerer Holzfiguren. In einer der verschlossenen Schreibtischschubladen ist neben einer ebenfalls verschlossenen Geldkassette auch ein schlichter, kleiner Handspiegel in einer samtenen Stoffhülle.
Offensichtlich erwerben nur die wenigsten Besucher das Privileg, in das innerste Sanktum von AMIE vorgelassen zu werden. Die meisten werden noch nicht einmal den Hausherren zu Gesicht bekommen, sondern werden von dessen einzigem Angestellten durch die Ausstellung geführt, der äußerst kompetent und höflich selbst anspruchsvolle Kunden bedienen kann.


Malik Liebossa, der Einsiedler
Toreador, 9. Generation, geboren: 1826, Kuss: 1834, Erzeuger: Gräfin d'Adhemar
Wesen: Märtyrer, Verhalten: Autist
Auspex 4, Geschwindigkeit 2, Präsenz 4, Verdunklung 3
Einfluss 2 (Zoll), Gefolgsleute 1 (Ghul-Diener), Kontakte 4 (Handel weltweit), Ressourcen 3 (AMIE), Status 3
Menschlichkeit 7, Willenskraft 8
Clansschwäche: Malik verliert sich leicht im Erfühlen und Erfahren kunstvoller Holzschnitzereien, besonders aber nicht ausschließlich afrikanischer Machart.

Geschichte: Obwohl er sich ein gewisses Talent für das Geschichten erzählen aus seiner afrikanischen Herkunft bewahrt hat, gilt Malik im Clan doch als Poseur, wurde ihm in erster Linie der Kuss für sein überragendes Aussehen und weniger für andere Talente geschenkt. Seine Erzeugerin, die Gräfin d'Adhemar hatte Frankreich in den Nachwehen der Französischen Revolution verlassen und erkundete die Kolonien. Sie erwarb Malik als Lustsklaven und schenkte ihm den Kuss in einem Moment der Leidenschaft. Bald schon reute sie diese Entscheidung und sie band Malik in ein Blutsband, damit er sich nicht gegen sie wendete.
Malik konnte sein Los nur schwer ertragen und wollte lieber sterben als seinen letzten Rest Stolz in den unnachgiebigen Händen seiner Herrin zu verlieren. Mit einem letzten Aufbäumen seiner Willenskraft stürzte er sich in das Kaminfeuer und die Flammen fraßen in Windeseile das Fleisch von seinem Gesicht. Er überlebte, doch die schweren Wunden heilten nie ganz und es blieben deutliche Narben zurück. Erschüttert wandte sich seine Erzeugerin von ihm ab und entließ ihn in seine Freiheit.
Malik verlässt seine Zuflucht nur, wenn er unbedingt muss, z.B. wenn seine Anwesenheit auf einer kainitischen Veranstaltung erwartet wird. Dennoch genießt er unter den Toreador einen guten Ruf als ruhiger Zuhörer und scharfer Beobachter.
Er nutzt seine weltweiten Kontakte, um aus ganz Afrika und Südamerika seine Waren zu importieren, aber dank einiger Absprachen mit den Zollbehörden könnte er theoretisch auch andere Dinge schmuggeln.
Da er sich stark aus der kainitischen Gesellschaft zurück gezogen hat, verbringt er die meisten Nächte grübelnd in seiner Zuflucht. Zum einem beherrscht ihn die Furcht, dass seine Erzeugerin erneut auftauchen könnte und er seinen alten Platz als ihr Sklave wieder einnehmen muss. Zum anderen ist er sich manchmal nicht sicher, ob er sich richtig daran erinnern kann, wie er die letzte Nacht verbracht hat. Beide Ängste nagen an seiner geistigen Gesundheit und die selbstauferlegte Isolation ist da nur kontraproduktiv.
Da kommt ihm ein anderes Rätsel zur Ablenkung gerade recht. Malik hat in einem doppelten Boden einer seiner Importwaren ein Fragment des Buches Nod gefunden, dass ihn sehr nachdenklich gemacht hat. Der Text stellt vieles in Frage, was er von seiner Erzeugerin über kainitische Geschichte gelernt hat. Er hätte sich gerne mit der Tremere-Ahnin Elaine de Calinot darüber ausgetauscht, die er noch aus seiner Zeit in Afrika kennt, aber der magische Handspiegel über den er sie sonst kontaktieren kann, blieb in der letzten Zeit stets stumm.
Aussehen: Die ehemals gleichmäßige, glatte dunkle Haut ist nun an mehrere Stellen im Gesicht gräulich und fleckig. Auch der Haarwuchs hat an mehreren Stellen gelitten. Daher rasiert sich Malik jeden Abend komplett den Schädel, wenn er das Haus verlassen will.
Er legt großen Wert auf die äußere Erscheinung und hat eine umfangreiche Auswahl verschiedener exquisiter Anzüge in eher exotischen Farben wie Aprikose, Hellblau, Geld und Orange, die er still voll mit einem vollen Set an Accessoires zu tragen weiß. Tatsächlich sponsert er immer noch regelmäßig das Treffen der bestangezogensten Männer Cartagenas, das jedermann offen steht.
Verhalten: Malik ist ein ruhiger, entspannter Zuhörer, den aber die Status-Spielchen der kainitischen Gesellschaft schnell ermüden. Er bildet sich schnell ein sicheres Urteil über jede Person die er trifft (auch mit intensiven Einsatz von Auspex) und versucht Kontakt vor allem mit machtgierigen Powerplayern zu vermeiden, um nicht in deren Intrigen verwickelt zu werden. In den letzten Jahren hat sein Interesse an Philosophie zugenommen und auch wenn er noch kein Wort dafür kennt, sehnt er sich nach dem Frieden Golcondas. Er sieht die vampirische Existenz als eine nicht enden wollende Prüfung und Aneinanderreihung von Zwickmühlen und hat schon mehrfach insgeheim erwogen, in die Sonne zu gehen. Sein Verantwortungsgefühl gegenüber der Gesellschaft hat ihm bis davon abgehalten.
Zitat: „Ich bin verdammt wenn ich es tue und zweifach verdammt wenn nicht.“


Santiago Martínez Delgado, der Kronprinz
Toreador, 10. Generation, geboren: 1906, Kuss: 1954, Erzeuger: Malik Liebossa
Wesen: Kritiker, Verhalten: Architekt
Auspex 3, Geschwindigkeit 1, Präsenz 3
Einfluss 1 (Medien), Herde 3 (Künstler), Kontakte 4 (Kunstwissenschaft weltweit), Mentor 3 (Erzeuger), Ressourcen 3 (Zeitungsverlag), Ruhm 2, Status 2 (Harpyie)
Menschlichkeit 7, Willenskraft 6
Clansschwäche: Santiagos größte Leidenschaft entflammt für die traditionelle kolumbianische Malerei.

Geschichte: Santiago stammt aus einer aristokratischen Familien aus Bogotás Oberschicht. Sein Vater war Vorsitzender der Konservativen Parteien und an Umstürzen gegen die Regierung beteiligt und wurde gezwungen das Land zu verlassen. Mit 11 Jahren begann er ein Kunststudium bei den kolumbianischen Meistern seiner Zeit und mit 18 zog er nach Cartagena, wo er unter dem Pseudonym Sanmardel für eine Zeitung arbeitete und illustrierte. 1926 ging er an das Fine Arts Institute of Chicago, wo er die ansässigen Toreador mit mehreren Kunstausstellungen beeindruckte. Die Toreador von Bogotá, die immer noch einen Groll gegen seine Familie hegten, verhinderten aber, dass er den Kuss erhielt und so kehrte er 1934 nach Cartagena zurück, wo er eine Kunstakademie gründete und einen neuen Malstil prägte. Seine Kritiker (speziell aus Bogotá) warfen ihm vor, dass er seine Arbeit kommerzialisierte und wenig kreativ oder innovativ war.
Sein unabhängiger Erzeuger war anderer Meinung und gab ihm 1954 den Kuss, speziell auch für Santiagos Bemühungen, Kolumbiens kulturelles Erbe zu bewahren. Nachdem sie gemeinsam seinen Tod vortäuschten, verschwand er für einige Jahre aus der Öffentlichkeit, arbeitete aber äußerst erfolgreich als Historiker, Radio-Direktor und Zeitungsverleger für seinen Erzeuger.
Er pflegt weiterhin intensiv seinen weltweiten internationalen Kontakte zu anderen Kunsthistorikern und Akademikern und unternimmt regelmäßig Reisen zu verschiedenen von den Toreador organisierten Kunstausstellungen.
Nachdem sein Erzeuger sich in den letzten Jahren sehr aus kainitischen Kreisen zurück gezogen hat, wird Santiago als öffentlicher Sprecher für den Clan Toreador gesehen. Um seine Basis im Clan zu stärken, wollte er wieder verstärkt mit der von ihm gegründeten Kunstakademie zusammen arbeiten, um vielversprechende junge Künstler zu finden und zu fördern. Diese ist jedoch inzwischen unter den Einfluss seines Konkurrenten Vincent gefallen, so dass er auf andere Quellen ausweichen musste.
Momentan versucht er die Erlaubnis der Ahnen zu bekommen, einem seiner Protegés den Kuss weiter geben zu dürfen. Sollte ihm dies gelingen, hätte er in naher Zukunft die Möglichkeit höhere Ämter anzustreben.
Aussehen: Man sieht Santiago an, dass er aus einer feinen Familien der Oberschicht abstammt. Er hat elegante, spanische Gesichtszüge und die feinen Hände eines Künstlers. Er trägt bevorzugt lockere, weiße Anzüge und Hemden mit schwarzer Krawatte, weiß-schwarze Lackschuhe und einen weißen Panamahut. Gelegentlich geht er noch seiner menschlichen Angewohnheit des Rauchens nach und er ist sehr stolz auf das silberne, gravierte Zigarettenetui und Feuerzeug, die er von seinem Erzeuger geschenkt bekommen hat.
Verhalten: Santiago analysiert präzise jedes Subjekt und Objekt seiner Aufmerksamkeit. Er ist sehr sprunghaft und eigenwillig und nur schwer von seiner Meinung abzubringen. Wenn er sich einem Projekt widmet, dann mit seiner gesamten Energie und Leidenschaft. Obwohl er sozial sehr kompetent ist, zögert er noch sich auf das politische Parkett zu wagen, nachdem was seinem Vater widerfahren ist.
Zitat:Ich bin nicht ich selbst. Ich bin ein Ergebnis aller meiner Vorfahren...“


Die Kunstakademie für Hochbegabte

"Kein Künstler ist während der ganzen vierundzwanzig Stunden seines täglichen Tages ununterbrochen Künstler; alles Wesentliche, alles Dauernde, das ihm gelingt, geschieht immer nur in den wenigen und seltenen Augenblicken der Inspiration."
- Stefan Zweig, Sternstunden der Menschheit

Die Kunstakademie ist in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Privatschule untergebracht, aus der sie auf dem Papier auch hervorgegangen ist. Die Einrichtung ist auf den ersten Blick erst mal unscheinbar. Ein einfaches vierstöckiges Gebäude mit Flachdach und einer Toreinfahrt in einen Innenhof, die mit einem Garagentor verschlossen werden kann. Sowohl Tor wie auch der Durchfahrtstunnel sind mit farbenfrohen Graffiti verziert. Auf der Dachkante wurden anscheinend nachträglich eine Reihe von Gargylen und Wasserspeier befestigt, die wohl aus den verschiedenen Töpfer- und Bildhauerkursen stammen und die weniger gut mit der Architektur des Gebäudes harmonieren. Die ganze Szenerie vermittelt einen eher tristen und betrüblichen Eindruck.
Im Inneren findet man eine Reihe von Seminar- und Unterrichtsräumen, aber auch die nötigen Werkstätten, Ateliers, Musikzimmer und Tonstudios, die man an einer Kunstakademie erwarten würde. Die Ausstattung ist durchweg auf Schul-Niveau geblieben, mit wenigen Ausnahmen einiger ausgewählter Gegenstände.
Wer sich die Mühe macht, den Papierkram zurückzuverfolgen, wird feststellen, dass es sich bei der Akademie um eine Stiftung von Santiago handelt. Nach dessen offiziellen Tod 1954 wurde ein Interimsverwalter bestimmt, der die Kontrolle ab 1965 an Vincent Alexander abgegeben hat. Finanziert wird die Stiftung aus einer Reihe regelmäßiger Spenden sowie Mieteinnahmen von verschiedenen Immobilien in Cartagena.
Innerhalb von Künstlerkreisen genießt die Akademie durchaus einen guten Ruf. Bei den wenigen öffentlichen Veranstaltungen an denen die Schüler teilnehmen, schneiden sie stets gut ab. Um Aufnahme bemühen sich die meisten allerdings vergeblich. Vincent prüft gründlich sämtliche Bewerber persönlich und nur die wenigsten erfüllen seine Vorstellungen.
Der ideale Kandidat ist sehr jung, vielleicht gerade erst volljährig, meist männlich, hochintelligent und noch „formbar“, wie Vincent es so gerne ausdrückt. Immerhin hat die Akademie trotz allem zu jeder Zeit etwa 20 Schüler, die dort unterrichtet werden.
In der Welt der Dunkelheit und unter den Vampiren so gut wie unbekannt ist Vincents Akademie für Hochbegabte immer noch ein Geheimtipp innerhalb des Clans Toreador. Von den wenigen Werken die aus der Akademie nach draußen dringen, löst tatsächlich jedes größtes Verzücken bei den Toreador aus. Allerdings hat bisher kaum jemand die Verbindung zwischen den größten Meisterwerken der Gegenwart hergestellt, da es sich über ein breites Spektrum verschiedenster Kunstformen von Hiphop über Architektur bis zu Comiczeichnungen erstreckt. Tatsächlich übersehen die meisten Ahnen des Clans der Rose einen Großteil der Kunstwerke, weil sich diese nicht mit den Künsten der klassischen Musik, Bildhauerei oder Malerei beschäftigen, die sie so sehr schätzen (und über alle anderen als erhaben erachten).
Dem Toreador-Prinzen von Bogotá sind allerdings einige der Absolventen der Akademie aufgefallen und er hält heimlich eine schützende Hand über die Einrichtung und ihren Betreiber.


Vincent Alexander, der Meister-Macher
Toreador, 10. Generation, geboren: 1925, Kuss: 1965, Erzeuger: Francis Caballaire
Wesen: Sadist, Verhalten: Visionär
Auspex 2, Geschwindigkeit 1, Präsenz 1
Gefolgsleute 5 (Schüler), Mentor 4 (Prinz Bogotás), Ressourcen 4 (Stiftung), Ruhm 1 (Künstlerszene), Status 1 (Harpyie)
Menschlichkeit 5, Willenskraft 8
Clansschwäche: Nackte, jugendlich-androgyne Körper ziehen Vincent in ihren Bann.

Geschichte: Vincent gibt sich nicht der Illusion hin, dass er seine beste Zeit noch vor sich hat. Er weiß, dass er seinen Zenit überschritten hat, aber er weiß auch um die Kraft aus dieser Wahrheit. Einmal war er eins mit dem Universum. In einem Moment völliger Klarheit hatte er eine gigantische Vision – so schmerzhaft scharf und detailliert wie es nur eine göttliche Eingebung sein kann.
In diesem kurzem Moment erkannt er, dass Leid, Trauer und Schmerz die besten Quellen für eine unglaublich starke und kreative Schaffenskraft sind. Seit er seinen Kuss erhielt, fühlt er sich ständig leer und ausgebrannt und nur Blut kann für eine kurze Weile, diese Leere füllen. Um sich nicht zu verlieren, klammert er sich an die Idee seiner Vision, die mit den Jahren bereits an Schärfe verliert.
Als Leiter der Akademie für Hochbegabte wählt er sorgsam persönlich die Kandidaten aus, denen er die Chance zur Unsterblichkeit gibt, auf eine Art und Weise wie das Unleben der Vampire es niemals vermag. Er weiß, dass trotz aller seiner Bemühungen die meisten in ihrer Mittelmäßig verbleiben und ein Leben als bedeutungslose Straßenkünstler fristen werden. Aber wenn er den einen findet, den einen in einer Generation von Künstlern, de das Zeug dazu hat wirklich Großes zu verbringen, dann ist er fest entschlossen der Welt den nächsten Mozart oder Picasso zu schenken und alle Menschen werden davon profitieren.
Also spielt er den Mäzen für angehende Künstler und manipuliert dann ihre Lebensumstände, dass sie sich immer stärker im Zustand größten Unglücks wiederfinden. Er sucht ihnen die Liebe ihres Lebens, nur um sie ihnen wieder zu nehmen.
Manche Vampire halten ihn für einen Malkavianer und tatsächlich hat er großes Interesse an der malkavianischen Quelle der Inspiration entwickelt und würde gerne ihre Disziplin Irrsinn studieren.
Bisher gibt ihm der Erfolg recht. Seine Akademie hat schon einige ganz außergewöhnliche Künstler hervor gebracht und sich darüber einen guten Ruf unter den Künstlern erworben (die sich seiner Methoden selbstverständlich nicht bewusst sind).
Er würde keine Vampire aufnehmen, da diese keine Kreativität mehr entwickeln können und er versucht vehement seine Akademie von jeglichen kainitischen Einfluss frei zu halten.
Der Prinz Bogotás ist dennoch aufmerksam auf ihn geworden und hat begonnen einige vielversprechende Kandidaten zur Ausbildung auf die Akademie zu schicken. Er hält es für möglich, dass Vincent der kommende Star im Clan wird und hält unauffällig eine schützende Hand über ihn. Dabei hat er begonnen Vincent genauso zu formen, wie dieser seine Protegés manipuliert.
Aussehen: In den letzten Jahren hat Vincent zunehmend das Interesse verloren, sich der ständig wechselnde Mode, der menschlichen Gesellschaft anzupassen (sie sollte sich lieber ihm anpassen). Daher sind seine Sachen, wenn auch von guter Qualität nun etwas veraltet und im originalen Retrolook. Dazu kommen viele Falten von mangelnder Pflege. Zusammen mit seiner unruhigen, hektischen Art vermittelt er gut den Eindruck des etwas weltfremden aber getriebenen Künstlers.
Verhalten: Vincent ist ein meisterhafter Manipulator und das Wesen, die Gefühle und das Verhalten der Menschen sind für ihn lesbar wie ein offenes Buch. Er nutzt dies, um sie an seinen unsichtbaren Fäden tanzen zu lassen, für einen höheren Zweck wie er sagt. Tatsächlich erfreut er sich innerlich an dem Leid anderer. Wenn es ihnen schlecht geht, fühlt er sich weniger schlecht. Nach außen ist er zwar höflich und galant aber innerlich ist er rücksichtslos, berechnend und äußerst effektiv in allem was er tut.
Er strebt nach mehr Macht, um mehr Leute leiden zu lassen. In Gedankenspielen überlegt er, wie er die Toreador Bogotás an den Sabbat verkaufen kann oder den Sabbat an die Camarilla. Er vertraut niemanden und mit diesen Eigenschaften kann man es weit bringen in der kainitischen Gesellschaft.
Zitat: „Tut mir leid, dass du es ausgerechnet von mir erfährst – aber du wirst nie glücklich sein.“


Paola Dinova, die Schönheitskönigin
Toreador, 11. Generation, geboren: 1962, Kuss: 1982, Erzeuger: Vincent Alexander
Wesen: Thrill-Seeker, Verhalten: Zelebrant
Auspex 1, Geschwindigkeit 2, Präsenz 1
Einfluss 1, Herde 4, Kontakte 2 (Medien), Ressourcen 3, Ruhm 3, Status 1 (Harpyie)
Menschlichkeit 6, Willenskraft 6
Clansschwäche: Paola erliegt dem Glanz von Schmuck und Juwelen leichter als jede andere Frau. In den zahllosen Facetten der Edelsteine und dem Glitzern des Goldes kann sie sich ganz verlieren.

Geschichte: Paola hatte alles Nötige, um aus einfachen Verhältnissen den schnellen Aufstieg zu Ruhm und Reichtum zu schaffen: eine schöne Stimme, ein hübsches Gesicht und das Pech, die falschen Leute zu treffen.
Santiago entdeckte sie bei einer ihrer Soul Darbietungen in einem Nachtclub. Er begann sie zu fördern und veröffentlichte eine Reportage und ein Interview in einer seiner Zeitungen. Auch Vincent wurde so auf das neue Projekt seines Konkurrenten aufmerksam und verhalf Paola zu einer kurzen, aber intensiven Karriere in einer Castingshow sowie in den Nachverwertungszyklus der Talkshows und Gastauftritten in Daily Soaps. Statt einer langwierigen Karriere zur respektierten Stimme des Volkes wurde Paola ein schnell verglühendes Sternchen am C-Promi Himmel.
Als ihre Karriere das zu erwartende schnelle Ende fand und neue Anfragen ausblieben, wandte sie sich wieder ihren alten Förderern zu, die aber nichts mehr von ihr wissen wollten.
So leicht leicht ließ sich Paola aber nicht abspeisen und sie begann Vincent und Santiago zu beobachten, um Material zu sammeln, mit dem sie sich wieder in Geschäft bringen konnte. Bald fielen ihr einige Ungereimtheiten auf und sie bemerkte die starke Spannung zwischen den beiden, was sie geschickt auszunutzen wusste. Die beiden unterschätzten die Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit mit der das kleine Popsternchen ihre Ziele verfolgte und es gelang ihr genug über das Nachtleben der beiden Vampire zu erfahren, um sich den Rest selbst zusammen zu reimen.
Letztendlich konnte sie immer noch das naive Dummchen spielend Vincent davon überzeugen, das Santiago ihr den Kuss geben wollte und dass er, um Santiagos Pläne zu durchkreuzen, ihm zuvor kommen müsse.
Als Vincent hinterher realisierte, wie sie ihn manipuliert hatte, war es zu spät. Ohne öffentlich sein Gesicht zu verlieren, konnte er sie nicht fallen lassen, auch wenn er sich in den Jahren seit dem stark von ihr distanziert hat und dies seine Abneigung gegenüber den Menschen nur weiter verstärkte. Daher gibt er immer oberflächliche Lippenbekenntnisse zu ihren Gunsten ab, wann immer er auf sie angesprochen wird.
Die meisten anderen Kainiten haben sie dennoch spüren lassen, dass sie sie nicht für die erste Wahl halten und Vincents Status hat deutlich darunter gelitten. Santiago ging sogar soweit, dass er ihren Kuss als eine „Schwächung des Clans“ bezeichnete, was sie ihm bis heute nicht verziehen hat.
Erneut gegen alle Widerstände hat sich Paola bis heute unerwartet gut in der kainitischen Gesellschaft geschlagen und größere Fauxpas vermieden.
Mit Vincents mehr oder weniger freiwilligen Hilfe konnte sie sich als It-Girl vermarkten und hat seitdem verschiedene Beschäftigungen verfolgt. Neben eine kurzen Karriere als DJ und Film-Mäzenin ist sie bei den Vampiren immerhin als Organisatorin großartiger Partys bekannt (in Kreisen Sterblicher gelten diese als legendär) und Paola arbeitet hart an ihrem Ruf dem Stereotyp einer echten dekadenten und degenerierten Toreador gerecht zu werden. Ihr offiziell liebster Zeitvertreib ist da auch die Ausrichtung der alljährlichen Schönheitswettbewerbe in Cartagena geworden.
Doch dies ist auch wieder nur eine Maske, die sie zu tragen gelernt hat. Tatsächlich ist sie als „die Elster“ eine passable Einbrecherin und Juwelendiebin geworden, um sich die Schmuckstücke zu holen, deren Glitzern sie erliegt und die sie sich nicht kaufen kann.
Aussehen: Nett. Hübsch aber nicht berauschend. Modische Kleidung aber nicht avantgardistisch.
Verhalten: Paola spielt schon solange das oberflächliche Party-Girl, dass es ihr fast zur zweiten Natur geworden ist. Auch wenn sie in vielen Dingen besser als der durchschnittliche Mensch sein mag, lassen die Kainiten sie oft noch spüren für wie mittelmäßig sie sie halten. Das nagt an ihr, aber sie verbirgt ihren Groll, aus Furcht vor den monströseren Vertretern, von denen sie nicht als Bedrohung gesehen werden will. Ein Teil von ihr sucht aber den Nervenkitzel und ist bereit immer grössere Risiken einzugehen.
Zitat: „Lächel Darling! Für die Kameras!“


Der Jungbrunnen

I'm a fountain of blood. In the shape of a girl.
-Björk

Der Jungbrunnen ist ein Wellness- und Massagesalon in einer kleinen Seitenstraße in einem der tristen Wohnviertel von Santa Monica. Die Außenfassade zeigt einige Risse, Fenster und Vorhänge könnten mal eine gründliche Reinigung vertragen und auch die glücklichen Frauen in weißen Bademäntel auf den Werbeplakaten haben etwas von ihrem Strahlen verloren. Im Kontrast dazu ist der Laden im Inneren überraschend sauber und aufgeräumt und strahlt eine wohlige Wärme aus. Für die günstigen Preise sollten man natürlich nicht zu viel erwarten: Der Marmor der Wände ist nur auf dem Putz aufgemalt und das Tropenholz der Möbel ist aus Plastik. Aber wenn man die Augen schließt, sich der Wärme und der leisen Hintergrundmusik hingibt, lässt es sich prima entspannen – fast wie am Strand, nur das die Palmen in Töpfen sind.
Das Erholungsangebot kann sich in seiner Vielfalt allerdings durchaus sehen lassen. Hinter dem Eingangsbereich mit den freundlichen Damen am Tresen kommt man durch die Umkleideräume und Dusche zu dem Massageraum und Solarium. Auf Anfrage kann man sich hier auch die Nägel lackieren lassen. Eine kurze Wendeltreppe führt weiter in den Keller zu einer Sauna und dem dazugehörigen Kältebad, einen kleinen Swimmingpool und einem heißen, sprudelnden Whirlpool. Die Kellerwände sind im römisch-griechischen Stil gehalten mit netten Säulen und Bögen und man könnte die Illusion fast glauben, wenn man nicht zu genau hinschaut. An einer Seite steht eine kleine Holztheke, wo ein stupide grinsender Gigolo Fruchtcocktails ausschenkt.
Die Hauptattraktion ist allerdings ein Solbad, dass sich in einem abgetrennten Raum befindet und für das man reservieren muss. Das Solbad wird auch gemeinhin als der Jungbrunnen bezeichnet und hat dem Laden seinen Namen gegeben. Hier eine Weile zu verbringen gilt unter dem Stammkunden als das höchste der Gefühle und entsprechend schwierig ist es, sich einen Platz zu sichern.
Der Jungbrunnen ist ein beliebter Treffpunkt für einige der Neugeborenen von Cartagena. Den Ahnen ist die Ausstattung und das Personal zu billig. Immerhin erinnern sich die Ältesten noch daran, dass an der Stelle tatsächlich mal eine echte Quelle bzw. später ein Brunnen war. Davon ist aber schon seit über 200 Jahren nichts mehr übrig ist. Der Besitzerin ist das allerdings herzlich egal und sie lädt jeden Kainiten ein, sich mal die Kälte aus den Gliedern vertreiben zu lassen. Selbst Nosferatu sollen dort gesehen worden sein. Es gab zwar mal die Idee den Jungbrunnen einen Status ähnlich dem Elysium zu verleihen, aber bisher gibt es nicht genug Unterstützer (sprich keinen Ahnen), die sich dafür stark machen würden. Auf der anderen Seite haben so auch Anarchen weniger Bedenken sich dort blicken zu lassen.


Eleanor Wells, die Hüterin
Toreador, 12. Generation, geboren: 1975, Kuss: 2001, Erzeuger: Lobis Homen
Wesen: Lob-Suchender, Verhalten: Konformist
Auspex 2, Präsenz 1
Gefolgsleute 2 (Angestellte), Kontakte 1 (Anarchen), Ressourcen 1
Menschlichkeit 8, Willenskraft 6
Clansschwäche: Eleanor schmilzt besonders leicht bei sanfter klassischen Musik dahin. Schon nach den ersten Tönen entspannt sie sich und hat das Gefühl in eine wohlige Decke aus Wärme eingewickelt zu werden. Einmal führte dies schon fast zur Katastrophe, als sie beim Autofahren den Sendersuchlauf betätigte.

Geschichte: Eleanor Wells ist Amerikanerin und hatte ein Nagel-Design Studio in New York. Sie lernte ihren Erzeuger in einer Diskothek kennen. Er kam aus Kolumbien und war im Zuge einer Weltreise zum ersten Mal in den USA. Sie verstanden sich hervorragend und so wurde sie seine Vertraute und Begleiterin durch die Vereinigten Staaten. Nach einem Jahr hatte sie in Kalifornien den Kuss erhalten und sie zogen gemeinsam nach Europa weiter doch hier trennten sich ihre Wege. Ursprünglich war ihr Plan auf den Spuren ihres Erzeugers zu wandeln und mehr über ihn heraus zu finden (und ihn vielleicht wieder zu treffen). Doch Kolumbien hat sich als wenig gastlich heraus gestellt und alleine wagt sie es nicht auf Erkundungen zu gehen. So ist sie nach ihrer Ankunft in Cartagena in geblieben.
Eleanors Fingernägel-Design-Art hat im Clan noch nicht die große Anerkennung gefunden und so hat sie nach einer Weile des Suchens und Rumexperimentierens beschlossen sich wieder eine handfeste Beschäftigung zu suchen und den Wellness-Salon eröffnet. Den Kredit für das Startkapital wird sie eines Nachts noch an die örtlichen Setiten zurückzahlen müssen.
Einer ihrer ersten Kunden war der durchreisende Anarch Emilio vom Clan Nosferatu, der die junge Toreador besonders schocken wollte. Eleanor zeigte sich allerdings unbeeindruckt von seiner äußeren Erscheinung und hat ihn ruhig und professionell wie jeden anderen Kunden behandelt. Emilio war so überrascht wie gerührt von dieser unerwartet menschlichen Geste und hat ihr im Gegenzug ein kleines Geheimnis verraten, nämlich einen Weg in die Katakomben unter ihren Salon (die er gerade für einen Angriff der Anarchen erkundete). Diese stammen wahrscheinlich noch aus einer prä-kolumbianischen Zeit, aber führen nicht sehr weit, so dass sie für seine Zwecke uninteressant sind.
Dieser Weg wird unregelmäßig von einer starken Strömung überflutet, um dann wieder einer Phase der Ebbe zu weichen. Eleanor hat es noch nicht gewagt, die Gänge zu erkunden, auch in der (vermutlich unbegründeten) Angst sich im Reich der Nosferatu zu verirren. Sie hat aber einige eigene Recherchen angestellt und hat einen Bericht von einigen entflohenen Sklaven gefunden, die sich zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges in der Gegend aufhielten. Diese berichteten, sie hätten sich einem Monat ohne Nahrung in einer Höhle mit unterirdischen heißen Quellen aufgehalten, zu verängstigt ihr Versteck zu verlassen. Als sie aber dann weiterzogen, fühlten sie sich besser und stärker als je zuvor.
Aussehen: Eleanor ähnelt der Madonna der 80er Jahre. Wenn sie ausgeht trägt sie starkes Makeup, gestylte Haare, kurze Nietenlederjacke, große Ohrringe, mehrere Ketten übereinander, enganliegende Hosen und schwarze Stiefel. Zu Hause reichen ihr schwarze Leggins mit dicken bunten Punkten, ein „I love NY“ Schlabberhemd, rosa Turnschuhe und bunte Tücher, um die Haare zurückzubinden. Für die Arbeit zieht sie sich noch einen schlichten weißen Kittel über.
Verhalten: Eleanor Wells ist sehr freundlich und trotz allem was sie gesehen und erlebt hat, immer noch etwas naiv. Sie ist eine gute Smalltalkerin und kommt schnell ins Plappern. Ihr fehlt oft der Mut schwere Entscheidungen alleine zu treffen und sie ist leicht einzuschüchtern.
Zitat: „Wie kann ich dir helfen?“


Jean Baptisse du Casse
Toreador antitribu, 8. Generation, geboren: 1646, Kuss: 1686, Erzeuger: Baron de Pointis
Wesen: Bonvivant, Verhalten: Rebell
Auspex 5, Geschwindigkeit 4, Präsenz 5
Menschlichkeit 3, Willenskraft 8
Clansschwäche: Du Casse berauschte sich an großen pompösen Festen mit Blut, Weib und Gesang, wo die Grenzen der prachtvollen Farben und Formen verschwammen und zu einer Einheit wurden.

Geschichte: Du Casse stammte aus Südfrankreich und aufgrund seiner hugenottischen Abstammung wurde ihm der Dienst bei der königlichen Marine verwehrt. Stattdessen segelte er mit der Compagnie de Sénégal und wurde reich durch den Sklavenhandel zwischen der Karibik und Afrika. Mit dem Geld kaufte er sich ein eigenes Schiff und wurde erfolgreicher Bukanier in der Karibik.
Da er loyal seine Beute mit der Krone teilte, wurde er zur Belohnung an den Pariser Hof gerufen und in die französische Marine aufgenommen. Am Hof traf er seinen Erzeuger Baron de Pointis, der daran interessiert war, Einfluss in der Karibik aufzubauen.
Er sandte du Casse zurück in die Neue Welt, wo dieser sich erfolgreich als Gouverneur von Saint Domingue (Santo Domingo, das heutige Haiti) etablierte. Gemeinsam mit seinem Erzeuger eroberte er 1697 Cartagena, wurde dann jedoch von de Pointis dort zurück gelassen. Enttäuscht wandte er sich von den französischen Toreador ab und trat in die Dienste seiner ehemaligen Feinde, den spanischen Lasombra. Frankreich bot ihm den Posten eines Admirals an, doch davon wollte er nichts mehr wissen. Auch wenn es nicht allen bewusst sein sollte, können sich viele Toreador Kolumbiens auf ihn als Ahnen berufen, da er viele Kinder zeugte.
Du Casse gilt seit den Kämpfen um Cartagena im kolumbianischen Unabhängigkeitskrieg als vermisst und vermutlich vernichtet.
Aussehen: Du Casse kleidete sich dekadent und überladen, um mit seinem Reichtum zu protzen.
Verhalten: Du Casse galt als laut, aufbrausend und unbeherrscht. Zudem würde er sich niemals mit jemanden abgeben, der sein Auge beleidigt.
Er hat sich zwar stets als antitribu bezeichnet, aber tatsächlich war er mehr ein Anarch, der seine Ahnen ärgern wollte. Den Sabbat sah er nur als eine weitere Hierarchie, die ihn herum kommandieren wollte und er hat sich soweit wie möglich dem Einfluss entzogen.
 
Idee für die Giovanni: Wie stehst du zu den Pisanob? Das wäre glaub ich doch gar nicht so weit von deren Ecke entfernt, oder?

An sich würde sich hier vll auch ein kleiner spiritueller Konflikt anbieten. Schlangen des Lichts als Gegenpol?

Ansonsten vielleicht noch einen Nosferatu-Seuchenträger? Ich stolpere gerade über diese Belagerung und die Gelbfieberwelle. Dazu die alten Kanäle -wär doch was machbar
 
De' Moral von de' Geschischt
Okay, es ist schwierig dieses Bauchgefühl auszuformulieren, aber ich versuche es mal in Worte zu fassen.
Ich definiere für mich gerne ein Themengebiet, dass ich mit meinen Spielern erkunden möchte. Meist geht es dabei um moralische Entscheidungen, das Hinterfragen von Verhalten, Religion und Philosophien, usw. Mal ganz grob gesagt, präsentiere ich meinen Spielern einen Konflikt, der an der Oberfläche physisch ausgetragen werden kann, aber letztendlich geht es ja immer auch um einen Wettstreit von Ideen und Werten (und wenn es nur Habgier als Wertvorstellung ist).
In diesem Konflikt beobachte ich dann gespannt, wie sich meine Spieler verhalten. Ob sie Partei ergreifen oder sich raus halten oder am besten, eine alternative Lösung finden. (Ich lass mich da gerne überraschen.)
Ich glaube in der WoD wird das als „Stimmung“ im Vorwort des Buches beschrieben. Für mich ist es die erste Faser, um den ich den roten Faden spinne, der sich durch meine Geschichten ziehen soll.


Mein Thema, das ich diesmal ergründen möchte, ist folgendes:
Die Relevanz von Sekten und Abstammung.

Frage:
Inwieweit bestimmt Sektenmitgliedschaft oder die Abstammung (Ahnenreihe, Clan) das Verhalten eines Vampirs?

Aufgabenstellung:
Clan und Sekte sind ja seeeehr dominante Eigenschaften bei VtM. Da hängen so viele starke Stereotypen dran. Es ist z.B. so schwierig einen reichen Gangrel-Playboy zu finden. Ich möchte dieses Schubladendenken untersuchen und darüber zu einem besseren Verständnis kommen.

Meine Schlüssel-NSCs werden daher definiert über ihr ambivalentes Verhältnis zur „Familie“. Vom Clan verstoßene Antitribu, die ihrem Clan die Treue halten. Blutlinien die für oder gegen ihren Stammclan arbeiten. Antitribu, die nicht dem Sabbat beitreten wollen. Vampire, die ihre sterbliche Familie bevorzugen. Caitiff. Traut man einem Setiten antitribu mehr als einem normalen Setiten? Solche Dinge.

Meine spontane Antwort am Anfang zu dieser Frage wäre: Nein, das Gegenteil von korrupt ist nicht edel sondern nur bösartig auf eine andere Art und Weise. Erstmal sind sie alle Vampire und diese Gemeinsamkeit wiegt weit schwerer als der Clan, die Sekte, die Abstammung. Werft alle Vorurteile über Bord und ersetzt sie durch neue.
Aber die Haltung werde ich beim Erschaffen der NSCs auch noch überdenken müssen.
 
Dann ein Vorschlag: Ein Vampir der sich für die Indios einsetzt. Einer der kein Gangrel/Brujah ist. Vielleicht eben ein Nosferatu der dadurch sogar im Konflikt mit den SchreckNet-Verfechtern steht, oder extremer, ein Ventrue. Frage ist natürlich erstmal: wer macht sowas? Und warum? Hier könnte tatsächlich ein Ventrue mit Gewissen dahinter stecken.


Aber ich glaube ich verstehe deinen Grundgedanken. Ich habe sowas auch immer gerne gemacht. Und teils auch noch heute. Allerdings: Jedes Klischee hat auch seine Berechtigung, sonst gäbe es selbiges wohl nicht. Wenn man nie einen entsprechenden Char findet, dann wird man es auch schwer haben das KLischee aufzubrechen. Oder anders: Such einzelne Aspekte, die im Widerspruch stehen. An sich tun es zB die Pisanob als Linie der Giovanni schon per se. Aber ein Ventrue kann ein durch und durch harter Geschäftsmann sein - wenn sich auf einmal rausstellt dass er das ganze aber nicht für sich tut, dann regt das vielleicht wieder an. Der Nosferatu mit Schlips und Kragen, der dann auch noch als Kunstmäzen auftritt? Warum nicht?!
Vampirsein verändert ja auch nicht von jetzt auf gleich das moralische Bild eines Menschen (jetzt Vampirs) aber mit der Zeit. Nur das kann trotzdem heißen, dass es Fixpunkte gibt. Sei es der Glauben, die Leidenschaft, oder auch eine Familie bzw Person.
 
Aber ein Ventrue kann ein durch und durch harter Geschäftsmann sein - wenn sich auf einmal rausstellt dass er das ganze aber nicht für sich tut, dann regt das vielleicht wieder an.
Genau solche NSCs mag ich. Auf den ersten Blick sehr stereotyp, auf den zweiten Blick aber mit klaren individuellen Vorstellungen, warum er tut was er tut. Also stereotypes Verhalten mit sehr individuellen Motivationen.
Die Idee dahinter ist, er ist nicht Ventrue weil er Geschäftsmann ist und er ist nicht Geschäftsmann weil er Ventrue ist. Er ist ein Geschäftsmann und ein Ventrue. :)
 
Methusalems

Ich hab mich gefragt, ob ich tatsaechlich den Big Shots hinter allen Intrigen Namen und Werte geben soll. Auf der einen Seite ist es nicht so, als dass die Spiele-Charaktere sie jemals treffen wuerden und wenn es fuer die Spieler irrelevant ist, warum dann die Muehe machen solche Sachen festzulegen?
Ich habe das verworfen und moechte auch die alten Masterminds konkret ausarbeiten. Immerhin formen deren Wuensche und Plaene das Setting, auch wenn ihr Einfluss so subtil sein mag, dass er nicht direkt spuerbar ist. Ihre Geschichte und Erlaeuterungen ihrer Motive helfen aber beim Verstaendnis in welche Richtungen eine Chronik sich entwickeln koennte oder welche „uebrraschenden“ Ereignisse eintreten koennten. Auch sind sie eine treibende Kraft hinter Entscheidungen vieler NSCs, so dass sie quasi die Beschreibung des Verhaltens dieser NSCs ergaenzen. Alles in allem viele gute Gruende sich mal ernsthaft Gedanken auch ueber die Mover und Shaker im Hintergrund zu machen.

Momentan plane ich 2-4 Methusalems die sich bekaempfen und einen Wraith als weiteren Secret Master.

Erstmal der Wraith ist relativ klar. Es handelt sich dabei um den vernichteten Ex-Lasombra Duque Morientes. Als Geist auf seiner Hazienda zurueck geblieben entwickelte er schnell die Kraefte eines Puppenspielers und kontrolliert weiter die Geschicke der Stadt vom Grab aus.

Die Methusalem werden mindestens zwei, vielleicht aber auch 4 Brujah und Setiten sein. Ich werde spaeter versuchen die Beschreibungen so zu gestalten, dass sie auf ein und dieselbe oder zwei verschiedene Personen passen koennten. Jeder kann sich dann aussuchen ob dann jeweils ein oder zwei Brujah- bzw. Setiten-Ahnen verwickelt waren.


Was ich mir bisher zu der Setitin ueberlegt habe:
-weiblich
-kam aus Afrika nach Suedamerika
-war ein Kind von Nepthys (4.) also selber 5. Generation
-moeglicher Name Sekhmet (spaeter Si, siehe Legenden)
-vielleicht war sie nicht (immer) voellig auf einer Linie mit Set (siehe Nephtys)
-gruendete und formte das Indianerreich der Cloche (siehe Legenden)
-gruendete moeglicherweise eine Blutlinie magisch begabter Indio-Vampire
-verschwand mit dem Untergang des Reiches der Cloche vor Ankunft der Europaer

Was ich mir bisher zu dem Brujah ueberlegt habe:
-maennlich
-er kam aus Karthago nach Suedamerika
-moeglicherweise war es Menelaos (spaeter als Rio bekannt)
a) er war ein Mitglied der Kinder des Osiris und hatte sehr hohe Menschlichkeit
b) er war er ein Baali und hatte den Pfad der boesen Enthuellungen
c) er wurde korrumpiert und verlor in Suedamerika seine Menschlichkeit
-sein Einfluss fuehrte zur Spaltung des Reiches der Cloche (beginnender Konflikt mit den Setiten)
-sein Einfluss fuehrte zum Erstarken der Inkas
-konnte oder wollte vielleicht keine Kinder zeugen, „konvertierte“ stattdessen oertliche Vampire
-gruendete moeglicherweise eine Blutlinie magisch begabter Indio-Vampire
-gruendete moeglicherweise die nekromantische Tradition der Pisanob
-gruendete moeglicherweise die Jaeger Tradition der Ai Apaec (siehe Legenden)
-verschwand mit dem Untergang des Reiches der Cloche vor Ankunft der Europaer

Ich weiss das hoert sich alles noch recht verworren an, aber ich hoffe die Grundidee ist in etwa klar geworden. Ich werde demnaechst die einzelnen Stichpunkte etwas ausfuerlicher beschreiben und erlaeutern, dann wird es hoffentlich besser verstaendlich.
 
Mit dem Setitin die quasi halbe Antitribu ist find ich nicht verkehrt.
Aber dann würde ich nicht unbedingt mit einem Kind des Osiris daherkommen.

Bliebe Baali - oder er verlor seine Menschlichkeit. Ich würde die Finger von Baali lassen. Im Zusammenhang mit Methusalems ist das eine echt BÖSE Angelenheit und hätte dabei zuviel destruktives Gewicht. Mein Vorschlag wäre da eher Kappadozianer oder Lamia (was sich gut mit dem Pisanob gäbe) oder vielleicht sogar ein Assamit - was der Jägertradition vielleicht gut entgegen käme. Nur irgendwie könnte ich mir auch gut einen Ravnos oder Malkavianer als "Darsteller der Gottheiten" vorstellen....

Nachtrag
Was hälst du eigentlich von einem Salubri als Gegenspieler? Vielleicht einen der seine Marke in Richtung der entrechteten Indios setzt und eben durch Auspex vll sogar aus der Starre heraus agiert. Wobei ich Salubri meißt als sehr "flach" empfinde.
 
Also ich finde Setiten hier schon stimmig. Warum soll sich nicht eine Blutlinie herausgebildet haben, die was völlig anderes als der Hauptclan betreibt?
 
Aber dann würde ich nicht unbedingt mit einem Kind des Osiris daherkommen.

Bliebe Baali - oder er verlor seine Menschlichkeit. Ich würde die Finger von Baali lassen. Im Zusammenhang mit Methusalems ist das eine echt BÖSE Angelenheit und hätte dabei zuviel destruktives Gewicht.
Ich weiss, was du meinst. Ich hatte mir fest vorgenommen in dieser Chronik nichts mit Daemonen auftauchen zu lassen.
Also der NSC waere kein echter Baali sondern ein korrumpierter Brujah aus Karthago auf dem Weg des Teufels/Pfad der boesen Enthuellungen. Falls das einen Unterschied macht, er haette kein Daimonion aber vielleicht Dunkle Thaumaturgie.
Ich hab das deswegen in Betracht gezogen, weil es so gut mit Karthago passt, aber auch mit dem Sabbat, die so viele Probleme mit solchen Dingen haben.

Die Idee waere nicht zu schreiben: Der Methusalem ist ein Baali.
Sondern es soll auf eine Beschreibung hinauslaufen, die Raum fuer viel Spekulationen laesst. Daher mochte ich die Kinder des Osiris und die Baali, weil beide Vampire aus anderen Clans rekrutieren und "umerziehen" koennen und beide sind Erzfeinde der Setiten.

Ich stelle mir das so vor, dass die Setiten den Spieler-Charakteren die Fakten so praesentieren koennen, dass diese denken, es ginge gegen die Baali, aber dabei sind es die Kinder des Osiris. Und andersrum wuerden die Baali sich vielleicht als Kinder des Osiris ausgeben, um die Unterstuetzung der Spieler gegen die Setiten zu bekommen. Es wuerde bis zum Ende der Chronik nicht voellig aufgeklaert werden und die Spieler sollten staendig zweifeln, ob sie auch auf der richtigen Seite stehen.

Eine zweite Idee war den Kampf zwischen Set und Osiris um Aegypten in Kolumbien mit Stellvertretern nachzustellen, quasi als eine Geschichte die sich wiederholt.

Kappadozianer, Lamien, Salubrie, usw. sind in meiner Maskerade ausgerottet. Ich wuerde gerne versuchen solange wie moeglich nur von den Standardclans Gebrauch zu machen, bevor ich zu solchen Mitteln greife. Daher wuerde ich eher einen Malkavianer mit Golconda nehmen als einen Salubri.
Dann wiederum scheinen mir solche NSCs nicht so geeignet sich aktiv am schmutzigen Kampf im Dschihad zu beteiligen, sondern mehr ihre eigene Erloesung als Inconnu zu suchen.
Letztendlich ist ohnehin die Idee, dass der Clan dieses Methusalems nicht so eine wichtige Rolle spielen soll. Er soll sich mehr ueber seine Taten definieren und er braucht nur einen Clan, der dem nicht im Weg steht (wie es vielleicht bei Malkavianer sein koennte).
Wie gesagt, es sollen ja 2-4 Methusalem werden. Selbst wenn ein Brujah und ein Setit dabei sind, koennen die anderen beiden ja noch was voellig anderes werden.
Ich muss allerdings zugeben, dass mir spontan nicht klar ist, wie eine Geschichte mit einem Ravnos oder Malkaianer anstatt eines Brujahs verlaufen wuerde.

@suedamerikanische Blutlinie
Vorbild sind hierbei die Tlacique aus dem Bloodsacrifice Buch. Die sind allerdings viel staerker aztekisch gepraegt, als es mir lieb ist und mit einem starken Fokus aus Blutopfer, der nicht unbedingt notwendig ist (und ihre obskure Thaumaturgie-Variante des Nahuallotl ist voellig fuer den A...). Aber sowas in der Art koennte ich mir gut vorstellen.
 
Dann würd ich auch den Pfad der bösen Enthüllungen draußen lassen. Der ist halt schon von Dämonen aufdiktiert und gibt dem ganzen eine sehr krasse Richtung. Speziell bei nem Methusalem. Ein Neugeborener oder Ancilla in der Richtung ist schon übel. Aber ein Ahn bzw ein Methusalem dürften den Rahmen sprengen.
Zusätzlich dürfte der Verdacht schon mit der Setitin aufkommen.

Kinder des Osiris wäre natürlich eine ganz andere Richtung und durchaus denkbar stünde aber im krassen Widerspruch mit Pfad der bösen Enthüllungen oder gar Baali - auch in der Ausdrucksform. Insgesamt würde ich etwas weniger Körperlich orientiertes als die Brujah in den Hintergrund stellen.
Und eben auch die Kernfrage: Warum tragen die Methusalems es nicht direkt aus? Das ist gerade wenn es "körperlich" gegen "sozial" geht immer eine gute Frage, da sich der Brujah doch nicht auf ein Feld begeben würde, in dem er eher unterlegen ist, weils die "Heimatdomäne" des anderen ist.

Du hättest natürlich auch die Möglichkeit den Clan tatsächlich außen vor zu lassen und dich nur auf die "wichtigen" Eigenschaften erstmal zu reduzieren (Vorgehensweise+Disziplinen) dann dürften da einige Clans schnell verstärkt ins Auge fallen.

Zu Ravnos und Malkavianer im Gegensatz zu Brujah:
Davon ausgehend, dass wir von Methusalems reden, haben wir hier einen Clan der mit der Natur gut kann und die Welt mit seinem Illusionen beeinflussen könnte. Das wäre gerade historisch um "göttliche Wunder" vielleicht eine Erklärung. Ist die Frage, könnte er so noch durch Erscheinungen auf seine Linie aus der Starre heraus aufmerksam machen?
Ähnliches gilt für den Malkavianer. Beide könnten durchaus den lokalen Gewaltpegel anheizen und auch ihre Interessen daran haben einem Setiten die Steine in den Weg zu legen. Bedenke bei beiden die Clansschwäche. Aber vielleicht wäre die Idee bei 2-4 Methusalems/Ahnen ja auch einfach zu sagen 1vs 1 und 1vs1 vom Grundkonzept. Die Querverbindungen und temporären Allianzen könnten sich ja von alleine bilden.
 
Bocagrande

Das Bocagrande (Großer Mund) ist das sicherste Viertel Cartagenas und das nicht ohne Grund. Die lange Landzunge ist nur über einen schmalen Isthmus mit dem Centro verbunden und hier reihen sich die großen Luxushotels eins an das andere. Die Einheimischen, die man hier trifft, arbeiten allesamt in einem der zahlreichen Hotels, Restaurants, Andenkenläden, Nachtclubs, Kunstgalerien oder sonstigen Vergnügungs-Etablissements. Einzige Ausnahme sind ein paar dreiste fliegende Händler, die versuchen ihrem Ramsch einigen arglosen Touristen anzudrehen, aber diese werden schnell wieder von Türstehern oder der stetig patrouillierenden Polizei vertrieben.
Rund um die Landzunge zieht sich ein schmuddeliger Sandstrand, der seine gräulichen Farbe nur zum Teil beigemengter Vulkanasche verdankt. Die Behörden sorgen auch konsequent dafür, dass jegliche Untersuchung der Wasserqualität, die die Touristen beunruhigen könnten, strikt unterbunden wird.
Die jährlichen Highlights sind die Wahl zur Miss Columbia, die auf der Strandpromenade ausgetragen wird und das Cartagena Film Festival FICCI (Festival Internacional de Cine de Cartagena de Indias ).


Torre de Babel
Der Gedanke einmal in seiner Größe gefasst, kann nicht mehr verschwinden. Solange es Menschen gibt, wird auch der starke Wunsch da sein, den Turm zu Ende zu bauen.
-Franz Kafka, Stadtwappen, 1920
Der Torre de Babel sollte mit 150m das höchste Gebäude Cartagenas werden und ein neues Wahrzeichen der Stadt. Bisher wurden 20 der 40 Stockwerke errichtet, aber es sieht nicht so aus, als würde das Projekt jemals abgeschlossen werden.
Das international agierende Familienunternehmen Babel-Bau hat in ganz Südamerika erfolgreich Großbauprojekte abgeschlossen. Der Firma gehören Anteile großer Zement- und Stahlbaufirmen. In Cartagena war sie maßgeblich am Bau des Stadions, des Bahnhofs und der meisten Hotels beteiligt. Zum einen profitiert die Firma massiv von der gängigen Korruption bei der Auftragsvergabe von Großbauprojekten zum Anderen befinden sich in den Fundamenten von mehr als der Hälfte der errichteten Gebäude auch die Leichen von Konkurrenten und Bürokraten, die zu viele Schwierigkeiten gemacht haben. Als Krönung des scheidenden Geschäftsvorsitzenden Friedrich von Babel wurde ein neuer Familien- und Firmensitz in Cartagena geplant, der alles bisherige übertreffen sollte.
Dieser Bau stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Die streng katholischen Menschen sahen schon in der Namenswahl ein schlechtes Omen und sehen sich im Verlauf der Geschichte bestätigt. Denn so erfolgreich wie rücksichtslos, wie Babel-Bau bis dato alle Projekte durchführte, so mühsam war es dieses Meisterwerk zu vollenden, dass von mehr Rückschlägen als Fortschritten gekennzeichnet war und bald schon galt das Projekt als nicht mehr durchführbar und abergläubige Menschen sahen einen Fluch über der Baustelle hängen. In der Tat sprach vieles dafür, musste sich von Babel-Bau nie gekannten Problemen stellen: Zuerst verursachte ein Tropensturm große Schäden an den oberen Stockwerken, vermehrte Unfällen und verunglückte Arbeiter riefen die Baubehörden auf den Plan, Streiks und Gerichtsverfahren ließen immer wieder die Arbeit ruhen, Investoren sprangen ab und schließlich litt auch der Ruf von Babel-Bau, so dass auch das Kerngeschäft der Firma Schaden trug.
Der Bauherr Friedrich von Babel war allerdings so stur wie ehrgeizig und nutzte sein nicht unbeträchtliches Privatvermögen, um den Bau mit Streikbrechern und Billiglohnarbeitern immer wieder voran zu treiben.
Zur Zeit ruhen die Arbeiten bereits wieder seit über einem Jahr, bis ein Gericht entschieden hat, ob der Bau fortgesetzt werden kann, oder ob die strukturellen Schäden an der Bausubstanz zu groß sind. Im schlimmsten Fall müsste der Turm komplett abgerissen werden. Für Babel-Bau wäre das ein Desaster, da die zerrüttete Firma nicht nur ihre Kapitalreserven aufgebraucht und ihren guten Ruf verspielt hat, sondern auch aus Kostengründen den bereits fertiggestellten unteren Teil des Turm beziehen musste.
Der Torre de Babel, der das höchste und überragendste Gebäude von Cartagena werden sollte, hat jetzt gerade mal die Hälfte der geplante Höhe erreicht. Die oberen Stockwerke bestehen sogar nur aus blanken Stahlträger, die wie ein Gerippe aus dem Haus hervor ragen, lose verhüllt von einem Leichentuch aus flatternden Plastikplanen und Absperrbändern.


Hotel Il Decamerone

Fate quello che noi diciamo e non quello che noi facciamo.
(Do as we say, not as we do.)
- Il Decamerone, Dritter Tag, Siebte Geschichte

Ein guter Tipp für lichtscheue Gäste von außerhalb ist das italienische Hotel Il Decamerone, dass vom Clan Giovanni geleitet wird. Wer im Voraus bucht, dem garantieren die Giovanni sicheres Geleit vom und zum Flughafen und stellen dafür auch einen Wagen samt Fahrer bereit.
Spontanere Gäste sollten bei Fiona an der Rezeption nach einem „Zimmer ohne Seeblick“ fragen (Antwort: „Wir haben leider nur sehr wenige freie Zimmer ohne Seeblick.“) und bekommen dann ab 1000$ pro Nacht den vollen Service des Hotels zur Verfügung gestellt. Wer sich das nicht leisten kann, sollte versuchen mit ihr andere Zahlungsmodalitäten auszuhandeln. Immerhin gelten die Kosten nur pro Raum und nicht per Kopf, so dass Klüngel oder Rudel sich ein Zimmer teilen können.
Das Zimmer ist ein luftdichter Panikraum ohne Außenwände, das sich per Handabdruck öffnen lässt. In dem Raum befindet sich nochmal ein kleiner Wandsafe, sowie eine Kameraüberwachungsanlage für den Flur vor dem Zimmer.
Alle Schäden oder Probleme die von den Gästen an Einrichtung, Personal oder anderen Gästen verursacht werden, werden dem Mieter voll in Rechnung gestellt. Wer sich das nicht leisten kann, sollte sich besser ruhig verhalten.
Für eventuelle Probleme steht nachts ein Sicherheitsteam bereit, das im Umgang mit Vampire geschult wurde. Dies soll vor allem Angriffe auf die Gäste abschrecken, kann aber auch gegen die Gäste selbst eingesetzt werden.
Abgesehen davon enthält das Gebäude alle Annehmlichkeiten die man von einem luxuriösen 5-Sterne Hotel erwarten würde, inklusive Restaurant und Hotelbar, Swimmingpool und Fitnesscenter, sowie ein eigenes Casino und Kino.

Boccaccio Giovanni hat drei Geister in seinem Dienst gebunden. Zwei überwachen die beiden Haupteingänge an der Rezeption und in der Tiefgarage. Ein dritter wartet tagsüber vor Boccaccios Zuflucht und steht ihm nachts für andere Aufgaben zur Verfügung.


Miss Columbia & FICCI
Sowohl die Wahl zur Miss Columbia als auch das Cartagena Film Festival (FICCI) stehen unter der Leitung von Cartagena Media Consultings, dessen Vorsitzende die Toreador Paola ist. Cartagena Media Consultings hat seinen Firmensitz in Mamonal, aber Paola unterhält ein Büro zu repräsentativen Zwecken im Hotel Il Decamerone. Hier empfängt sie hochrangige Gäste und Stars, die zu den Veranstaltungen eingeladen wurden, ebenso wie junge Newcomer, die sich bei ihr persönlich um eine Teilnahme bewerben möchten.
Die Veranstaltungen dauern zwar jeweils nur 10 Tage, allerdings laufen die Vorbereitungen dazu über das ganze Jahr. Paola mischt sich nicht in die ermüdenden Details der Organisation ein, sondern leistet lieber ihren Beitrag in Form von PR Arbeit und das Einbinden prominenter Unterstützer.
Ein verborgenes Wandpaneel lässt sich öffnen, um den Zugang in ihre gut gesicherte Zuflucht zu ermöglichen.
 
So, hier ist mal die erste Zusammenfassung von den Abschnitten, die ich bisher geschrieben habe. Der Uebersichtlichkeit halber habe ich nur die halbwegs fertigen Artikel beruecksichtigt und meinen Wust aus wirren Anmerkungen, Randbemerkungen und Notizen entfernt.

Die verbliebenen Absaetze sind teilweise bereits ueberarbeitete und ergaenzte Versionen, unterscheiden sich aber nicht im Wesentlichen von denen, die ich urspruenglich hier gepostet habe.
Ich sehe mit Stolz, dass nach nur einem Monat schon einiges an Material zusammen gekommen ist, aber aus Erfahrung weiss ich, dass es am Anfang immer an einfachsten ist und der harte, muehselige Teil am Ende kommt, wenn Inspiration und gute Ideen aufgebraucht sind.

Immerhin bereitet mir die Arbeit und das Schreiben des Blogs hier, doch soviel Vergnuegen, dass ich optimistisch bin, das Projekt zu einem befriedigenden Abschluss fuehren zu koennen.
Tatsächlich kann ich sagen, dass sich der Thread hier bisher als lohnenswerte Motivationshilfe erwiesen hat.
Zum Einem verspuere ich irgendwie die Verpflichtung hier regelmäßig was zu schreiben, um die eventuell vorhandene Erwartungshaltung der Community zu befriedigen. Das ist ein angenehmer Druck sich regelmäßig mit dem Thema zu beschaeftigen und die Notwendigkeit diffuse Ideen mal korrekt auszuformulieren, um sie anderen verstaendlich zu machen, ist schwierig aber sehr lohnend.
Zum anderen ist hier jegliches Feedback von unschaetzbaren Wert fuer mich. Zustimmungen zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin und Input zeigt mir neue Wege, die ich gehen kann. Ich merk sehr wohl, dass sich dadurch der Hintergrund anders entwickelt, als wie wenn ich ihn still und heimlich allein geschrieben haette.
Also auch dafuer nochmal allen Beteiligten meinen besten Dank.

Hier eine kleine Uebersicht was bereits geschrieben wurde und sich im Anhang befindet:
-Stimmung/Thema des Quellenbuches
-Indianerlegenden aus Prae-Kolumbianischer Zeit
-Geschichte Kolumbiens und Cartagenas
-Geographie Cartagenas
-Infrastruktur
-Stadtviertel Bocangrande
-Stadtviertel Mamonal
-NSCs
-Uebersicht der Vampire und Clans
-Secret Master
-Clan Toreador
-der Sabbat

Weitere der in den Diskussionen angeregten Ideen werden spaeter an entsprechender Stelle noch Eingang finden.

Bei der Zusammenstellung ist mir eine Sache Betreff des Layouts aufgefallen. Urspruenglich schreibe ich die Orte und zugehoerige NSCs ja immer im Zusammenhang, weil ich das fuer das Verstaendnis angenehmer finde. Die offiziellen Buechern trennen ja strikt Orte und Charaktere was in der Verwendung spaeter besser zu handhaben sein koennte. Irgendwelche Praeferenzen von eurer Seite dazu?
 

Anhänge

  • 140430 Cartagena by Night.pdf
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Gut,
ich hab jetzt noch mal fuer mich das Thema und die Stimmung genauer praezisiert, die ich anstrebe. Diese sollen als Leitfaden dienen, fuer Entwicklung der weiteren NSCs, aber auch fuer die Art der Chronik die ich damit spielen moechte.
Ich muss zugeben ich habe diese Abschnitte in den WoD-Buechern selten gelesen. Dabei waren manche sehr gut, z.B. DC by Night war kurz und knackig und hat gut vermittelt, was man vom Rest des Buches erwarten kann. Die BEschreibung von Theme and Mood von New England by Night fand ich hingegen schrecklich und tatsaechlich ist es auch neben New Orleans by Night eines der am wenigstens von mir geschaetzten Staedtebuecher.
Tatsaechlich war es auch als Erzaehler bisher nicht so wichtig, was die beabsichigte Stimmung eines Buches sein soll. Man hat sich halt die interessanten Stellen rausgesucht und damit gemacht, was auch immer man wollte.
Aber ich glaube zum Schreien eines Buches koennte es sehr hilfreich sein, eine klare Idee davon zu haben, was man eigentlich umsetzen moechte, damit spaeter auch die NSCs gut dazu passen.

Also hier jetzt die ueberarbeitete Version von dem was das Hintergrundmaterial am Ende leisten soll:



Thema
Das Thema von Cartagena bei Nacht ist die Frage nach der Relevanz von Abstammung und Sekten fuer einen Vampir. Wie beeinflussen Clan und Traditionen das Verhalten eines Vampirs und wenn sich die aeusseren Umstaende aendern, wird sich der Vampir anpassen oder behaelt er die stereotypen Muster seiner Erziehung bei?
Wuerde ein Ventrue ohne einen Prinzen weiter die Traditionen wahren, weil er es fuer sinnvoll haelt? Verspuert ein antitribu keinerlei Loyalitaet gegenueber seinem Clan nur weil er Sabbat ist? Wie koennen die Unterschiede von Clan und Sekten die Gemeinsamkeiten aller Vampire ueberwiegen?
Jeder Kainit wird seine eigenen Antworten auf die Fragen finden muessen, wer oder was sein Verhalten steuert und ob ihm das gefaellt.


Stimmung
Wie die tropische Hitze liegt der feuchte, faulige Film der modernen Zivilisation ueber den modernden Knochen und Ruinen der alten. Die Konquistadoren haben die einheimische Kultur nicht besiegt, zerstoert oder vertrieben sondern sind eine Verbindung mit ihr eingegangen und haben dabei etwas Neues erschaffen. Die alten und uralten Kraefte von einst haben sich aufgerieben und erschoepft zurueck gezogen, nur um sich wieder bemerkbar zu machen sobald sich die Gelegenheit bietet.
Cartagena ist ein soziales Experiment, eine Brutstaette von Ideen und Fraktionen, wo alte Vorurteile nicht mehr gelten und neue geschaffen werden. Die seit langem instabilen Verhaeltnisse zehren an jedermanns Nerven und es nur eine Frage der Zeit bis die naechste Revolte wieder alles auf dem Kopf stellt. Doch Buendnisse sind kurzlebig und bruechig und die Revolution frisst ihre Kinder. Noch wagt sich niemand aus der Deckung, um den ersten Schritt im Danse Macabre zu machen. Die Stadt windet sich in Schmerzen der Geburtswehen, aber niemand kann sagen, welche Veraenderungen der naechste Sturm bringen wird.
 
Clan Giovanni

Nachdem die Camarilla den Sabbat und die Assamiten für deren Vergehen verfolgte und schließlich unterwarf, wandte sie ihre Aufmerksamkeit den Giovanni zu, die ebenfalls ihren Clansgründer ermordet hatten. Die Giovanni versprachen 1528, dass sie sich fortan aus dem Dschihad heraus halten und nur still und unauffällig ihren Geschäften nachgehen werden. Dieses Versprechen haben die Giovanni in Mittel- und Südamerika bis zur Unkenntlichkeit verbogen. Die Camarilla hat bisher darüber hinweg gesehen, da die Giovanni sie genauso oft unterstützt wie bekämpft haben, doch ein weiterer Übertritt könnte weltweit Konsequenzen haben. Daher sind die Giovanni Cartagenas generell sehr um absolute Neutralität bemüht und machen auch damit gute Geschäfte.
Als Vermittler organisieren sie Treffen zwischen verfeindeten Gruppen und garantieren die Sicherheit reisender Kainiten von außerhalb. Diese Gefallen und ihren Einfluss im organisierten Verbrechen nutzen sie, um das Schicksal und die Geheimnisse der Hidalgo Blutlinie und anderer Nekromanten Südamerikas zu ergründen.

Mitglieder:
Boccaccio Giovanni, 9. Generation, Kuss: 1910
Fiona Giovanni, Ghul
Benno Giovanni, Ghul
Gisella Giovanni, 10. Generation, Kuss: 1974

Treffpunkt: Hotel Il Decamerone (Bocagrande)


Boccaccio Giovanni
9. Generation, geboren: 1880, Kuss: 1910, Erzeuger: Mario Giovanni
Wesen: Schurke, Verhalten: Gallant
Beherrschung 3, Nekromantie 3, Stärke 4, Auspex 2
Einfluss 4 (Politik), Gefolgsleute 5 (2 Ghule, 3 Geister), Kontakte 3 (Drogen-Mafia), Ressourcen 5 (Hotelketten & Casinos)
Menschlichkeit 5, Willenskraft 8
Clansschwäche: Boccaccio ist ein ziemlicher Macho und Chauvinist und wenn er es sich aussuchen kann, umgibt er sich gerne mit willenlosen Schönheiten, die sauber genug sind, um als Snack zu dienen. Wer sich gut macht, bekommt eine finanzielle Abfindung, wer zu viel Ärger verursacht, landet als Vergewaltigungsopfer in der Seitenstraße und die Polizei nimmt keine Ermittlungen gegen Boccaccio auf.

Geschichte: Boccaccio hat als kleiner Fußsoldat in der Mafia angefangen. Türsteher, Fahrer, Geldeintreiber, Knochenbrecher - alle kleine, schmutzige Straßenjobs hat er gemacht. Mit ein paar Auftragsmorden hat er sich Respekt verschafft und durfte dann die wichtigeren Sachen bearbeiten, hauptsächlich Schutzgelderpressung, bis er ins Drogen-Geschäft einstieg. Er kam in den 50er nach Kolumbien, um zusammen mit den Setiten die ersten wirklich großen Drogenlieferungen per Schiff in die USA zu organisieren und hat so in kurzer Zeit ein Heidengeld verdient.
Das Drogengeld hat er in den Bau und Erwerb von Casinos und Hotelketten gesteckt, anfangs nur um es zu waschen, später wurde ein eigener Geschäftszweig daraus. Inzwischen ist Boccaccio einer der größten Immobilienhaie der Stadt, vor allen in den hochpreisigen Grundstücken mit bester Lage. Viele Vampire wissen vielleicht gar nicht, wem das Haus gehört, wo sie sich ihre Zuflucht gesucht haben, aber Boccaccio weiß von ihnen.
Inzwischen sind so viele andere Parteien ins Drogengeschäft eingestiegen und der Kampf um die Verteilung ist sehr hart geworden, dass sich nicht mehr ohne großen Aufwand Millionen damit verdienen lassen. Boccaccio hat stattdessen seine Weste reingewaschen und sich Einfluss in Politik und Gesellschaft gesichert. Er hat immer noch viele Kontakte zum organisierten Verbrechen, aber seit dem Exodus der Camarilla aus Kolumbien ist es viel leichter geworden über offizielle Kanäle zu arbeiten.
Das macht ihn zu einem der mächtigsten Kainiten Cartagenas und darüber hinaus und seine Finger reichen in alle Schichten der Gesellschaft, auch wenn die Setiten konstant daran arbeiten ihn zu untergraben. Er schließt regelmäßig mit von Holstein Wetten auf alles mögliche und jeden ab und dann versuchen beide nicht zu offensichtlich die Ereignisse zu ihren Gunsten zu manipulieren.
Aussehen: Der ehemalige Capo ist von kräftige Statur und breiten Schultern. Er trägt bevorzugt Nadelstreifenanzüge und Lederschuhe von bester italienischer Qualität (tatsächlich hat er seinen eigenen italienischen Schneider). Sein verschmitztes Gaunerlächeln kann ihn fast sympathisch machen, aber er kann auch sehr einschüchternd wirken.
Verhalten: Boccaccio ist ein gerissener Mafiosi. Er ist sehr direkt, brutal und verschlagen. Auch wenn er sich gerne sehr höflich oder gönnerhaft gibt, erwartet er immer eine Gegenleistung dafür. Er genießt seine Macht und Reichtum und den Respekt, dem andere ihn dafür zollen.
Zitat: „Haben wir ein Problem? Ich hoffe nicht.“


Fiona Giovanni
Wesen: Direktor, Verhalten: Gallant
Auspex 2, Stärke 1
Einfluss 1 (Polizei), Kontakte 2 (Prostitution), Ressourcen 3 (Hotelmanagerin)
Menschlichkeit 6, Willenskraft 6
Fiona ist intelligent, ehrgeizig und rücksichtslos und schon seit vielen Jahren Ghul von Boccaccio. Sie hofft, dass sie auf der nächsten Familienfeier einen Erzeuger zugesprochen bekommt, der ihr den Kuss verleiht. Bis dahin kümmert sie sich weiter vor allem um die Finanzen und die Verwaltung des Hotels. In ihrer Funktion als Managerin hat sie bereits zahlreiche Kontakte mit Vampiren geschlossen und konnte sogar Boccaccio einige Spezialabsprachen verheimlichen. Dabei kommt ihr zu Gute, dass Boccaccio sie trainiert hat die Auren von Vampiren zu entdecken. Dies nutzt sie gelegentlich auch um Boccaccios Geistern aus dem Weg zu gehen.
Fiona hält nicht viel von der oft brutalen Vorgehensweise mit der Benno Leute einschüchtert. Sie bevorzugt subtilere Mittel. Aber auch diese Zurückhaltung sich die Finger schmutzig zu machen, falls es notwendig wird, hat ihr bisher den Kuss verwehrt.

Benno Giovanni
Wesen: Schurke, Verhalten: Rüpel
Stärke 1
Gefolgsleute 4 (Sicherheitsteam), Kontakte 3, Ressourcen 2 (Sicherheitschef)
Menschlichkeit 5, Willenskraft 5
Als Chef des Sicherheitsteams und gelegentlich persönlicher Bodyguard von Boccaccio ist Benno definitiv der Mann fürs Grobe. Im gefällt seine Rolle als Ghul sehr gut und er hat es gar nicht so eilig seine sterblichen Gelüste nach Sex, Alkohol und härteren Drogen aufzugeben. Seiner Ansicht nach hat er momentan das Beste aus beiden Welten, auch wenn er für andere Vampire ein Fußabtreter ist und ihn Boccaccio wohl eines Tages töten wird. Bis dahin lässt er es aber richtig krachen, räumt tagsüber betrunkene Störenfriede aus dem Weg und lässt nachts Leichen verschwinden.


Gisella Giovanni
Giovanni, 10. Generation, geboren: 1919, Kuss: 1974, Erzeuger: Tomasia Giovanni
Wesen: Griesgram, Verhalten: Bon Vivant
Beherrschung 2, Nekromantie 3, Stärke 1
Einfluss 2 (Krankenhaus), Herde 2 (Blutbank), Kontakte 3 (Highsociety), Ressourcen 4 (Pharmazie), Status 2 (Harpyie), Verbündete 1 (Stadtsenator)
Menschlichkeit 6, Willenskraft 9
Clansschwäche: Gisella bevorzugt junge, gut aussehende Männer als Beute, von denen sie sich Bestätigung holt. Sie hat kein Problem damit ihre Opfer brutal mit Stärke und Beherrschung zu überwinden, um an ihr Blut zu kommen. Es gefällt ihr sogar, wenn sie sich ein bisschen wehren, bevor sie gebrochen werden. Wenn es sein muss, kann sie aber auch unauffälliger agieren und arbeitet dann mit Skalpell oder Spritze zum Aderlass im Krankenhaus oder bedient sich dort an den Blutkonserven.

Geschichte: Gisella ist eine Vollblut-Giovanni und sie hat schon früh entdeckt, was es mit den Familiengeheimnissen auf sich hatte. Ebenso früh bat sie um den Kuss, doch lange wurde ihr der verwehrt. Die Ausreden wurden immer ausgefeilter und Gisella älter und älter. Doch egal wie verbittert sie wurde, ihre Loyalität zu Clan und Familie hat nicht nachgelassen und wurde – wenn auch spät – mit dem Kuss belohnt.
Andere hätten den Auftrag nach Kolumbien als Verbannung ins Exil gesehen, doch für Gisella ist es eine Gelegenheit sich zu beweisen. Ihre Ahnen schickten sie von Venedig nach Cartagena, um Pochtlis Blutlinie der Pisanob bei Suche nach den Hidalgo zu helfen, einer anderen kleinen Familie der Giovanni in Mittel- und Südamerika, die aber verschwunden sind. Die Pisanob waren bisher wenig erfolgreich und die venezianischen Ahnen wollen jetzt endlich Fortschritte sehen. Gisella soll den Pisanob dabei auf die Finger schauen und herausfinden, warum sie bisher keinen Erfolg hatten.
Natürlich hat Gisella schnell den verdacht entwickelt, dass die Pisanob die Spuren der Hidalgo gar nicht finden wollen und so hat sie ihre eigenen Recherchen aufgenommen.
Mit Hilfe ihres Geldes von einem großen Pharmaziekonzern hat sie sich etwas Einfluss im örtlich Hospital Bocagrande verschafft. Wenn sie will, arbeitet sie dort als Nachtschwester und sucht in den Patientenakten und Blutspuren nach genetischen Hinweisen von Verwandten und Nachkommen der Hidalgo.
Sie hat auch ihre Kenntnisse über Nekromantie in der Pathologie erweitert. Dabei ist sie auf viele der afrikanisch stämmigen Geister gestoßen, die immun gegen ihre Kontrollversuche wahren. Seitdem setzt sie ihre Kräfte wesentlich vorsichtiger ein, um nicht die ungewollte Aufmerksamkeit dieser Geister zu erregen, denen sie schutzlos ausgeliefert wäre.
Ihre konstanten Nachfragen bei den Pisanob haben ihr immerhin ein neues nekromantisches Ritual eingebracht, dass die Blutlinie entwickelt hat. Pochtlis Ritual wie sie es nennen, kann ihre nekromantischen Kräften verstärken, was ausreichend sein könnte, die afrikanischen Geister zu kontrollieren. Allerdings braucht man für dieses Ritual weitere Nekromanten und Boccaccio war bisher nicht willens sie in dieser Angelegenheit zu unterstützen.
In der Zwischenzeit hat sie sich als spitzzüngige Harpyie einen Namen unter den Vampiren in der Stadt gemacht. Sie verbringt viel Zeit bei öffentlichen Treffen mit anderen Vampiren, wenn sie kann. Zum einen versucht sie unauffällig weiter Hinweise über die Hidalgo zu finden und hält daher stets Augen und Ohren nach Hinweisen offen, die auf andere Nekromanten hindeuten könnten. Zum anderen sucht sie auch nach Schwächen in den anderen Vampiren, die sie ausnutzen kann, um sie in die Dienste von Clan Giovanni zu zwingen. Ihren ersten Erfolg hat sie mit der Caitiff Louise, die bereits unwissentlich für ihre Pharmazie-Firma arbeitet und von ihrem Geld abhängig ist.
Aussehen: Gisella ist ein verblühte Schönheit im Stil der 20-30 Jahre. Sie trägt kurze schwarze Haare, die sie färben muss, um graue Stellen zu überdecken. Ihr Kleidung ist von schlichter Eleganz, bis auf die teils sehr ausgefallenen Hüten, die sie trägt. Dazu hat sie immer irgendwo sichtbar das Giovanni Emblem in Form von Schmuck, vorzugsweise als Anhänger. Komplettiert wird ihr Ausgehoutfit von ellbogenlangen Handschuhen (die ihre leicht faltigen Hände verdecken) und einem langen Zigarettenmundstück mit dem sie oft gelangweilt und mit missmutigen Gesichtsausdruck herumspielt.
Verhalten: Gisella ist zynisch und schnippisch und dekadent aus Langeweile, aber auch fanatisch loyal zu ihrer Familie, der sie sich beweisen will. Jeden, der unter ihrem Status ist, lässt sie das auch deutlich spüren und alleine dafür raucht sie schon gelegentlich, um Leuten den Rauch ins Gesicht zu blasen. Wenn sie etwas interessiert, kann sie freundlich und manipulativ sein, aber der Eindruck wird schnell zerstört, wenn ihr etwas missfällt. Dann ist sie vorschnell mit Vorwürfen und Urteilen.
Zitat: „Nun dann unterhalte mich. Tanz wenn es sein muss.“
 
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