AW: Cthulhu ohne Frank Heller
Es geht nicht um "Tritt die Tür ein, hol den Zauberstab, baller die Monster Weg" a la Munchkin.
Wie 90% der Rollenspiele die ich spiele
Witzig z.B., dass, je älter bzw. erfahrener z.B. die Jungs und Mädels in meiner Runde werden, sich immer begeisterter von Cthulhu geben, denn die haben alle ihre Warhammer- und DSA-Phase (Pubertät hätte ich fast gesagt, nichts für ungut 😀) hinter sich und freuen sich mal auf richtiges Rollenspiel.
nach der Pubertät direkt in die Midlife-Crisis?
Nein im Ernst, ich kann ja verstehen dass man nach 'ernsterem' Rollenspiel sucht, aber dass macht es nicht zum 'richtigen' Rollenspiel und das ist auch kein alleinstellungsmermal von CoC. Ich erlebe das ja auch regelmäßig wie leute die noch nie CoC gespielt haben immer davon schwärmen und diesen großen Mythos CoC ausprobieren wollen, aber das bechränkt sich letztlich darauf dass die 20er eben 'trockener' sind und die Bücher was hermachen.
Und zum Thema Atmosphäre: Man kann nicht sagen, dass Cthulhu handoutlastig ist und gleichzeitig meinen, dass man ein gutes Rollenspiel nur mit einem farbigen Handout hinbekommt. Das wäre ja schön einfach. Dann müsste man als Meister ja nichts mehr für die Atmosphäre tun, sondern am Besten nur Hochglanz-Bilder rausgeben und fertig.
behauptet dass denn jemand?
Natürlich können (bewältigbare) handouts helfen, aber ob die in farbe, in 3D oder als historisches foto daherkommen sollten ist fallabhängig. Und natürlich -das willst du implizit doch sagen- wäre beio 20er cthulhu hochglanzkram der falsche weg...
Was Cthulhu hier so auszeichnet, das ist doch das "faustische" Feeling (Goethe).
Dioeses 'wow ich hab weltliteratur gelesen aber keine seite verstanden'-feeling?
Wer Pulp haben will, kann den Hexer spielen, wer das Sherlock-Holmes- oder 7-Gefühl haben will, spielt demnächst das Gaslight, wer in den Golden 20s spielen will mit etwas nicht zu sehr betontem Historienbezug, der spielt die Deutschland-Bände, wer Lovecraftsches erleben will, spielt alles andere. Also, flexibler geht es doch kaum.
also, wer pulp spielen will sollte ganz sicher
nicht hexer nehmen.
Davon ab ist flexibilität nciht darüber bestimmt dass du viele epochen bespielen kannst, sondern dass es verschiedenes feeling ermöglicht. Und da ist die spannweite deiner genannten produkte nun nicht wirklich enorm. Ausserdem supportet CoC dieses spiel jedesmal fast ausschließlich im Hintergrundbereich, auf der Crunchebene passiert da (fast) garnix. Ich darf also im besten fall mit guten quellenbüchern rechnen um dann geschichten zu erzählen, bei dem ich
auch mal einen würfel werfen kann.
Dazu musst du -um es noch ernsthaft cthulhu zu nennen - in all diesen flairs den mythosbezug reinbauen. das würd mir nach setting 2 gehörig aus dem hals hängen. Also flexibler gehts natürlich schon.
(dazu ob man mit CoC Lovecraft erlebt, sollte man mal in die Diskussionen im ToC Playersguide schauen...)
Mach das mal mit DSA. Da wirst Du als nichtsahnender ja schon gelyncht, wenn Du die 12-Götter-Priester nicht am Umhang erkennst...
Wo? und welchen kontext hat das hier?
Bei Cthulhu kannst Du gut damit leben, nichts zu wissen, denn darum geht es ja, sich eben verloren und unwissend vorzukommen.
don't sell a bug as a feature.
Natürlich müssen die spieler für deutsches CoC eine gewisse historische grundbildung haben und der SL bereit sein sich -by the book- auf unmengen historischem kram einzulassen. Die Unwissenheit bezieht sich natürlich nur darauf, dass die Spieler/Charaktere den mythos nicht kennen, ihre zeit sollten sie dennoch gut genug kennen, damit das läuft. Oder wie viktorianisch ist viktorianisches England so, wennd er mythosunbeschlagene Spieler meint: 'Scheiße ey, ich SMS mal eben dass der schleimi da rumrennt, damit die homies supporten'?
Na, was ist denn Einsteigerfreundlicher. :headbang:
Blind Guardian