AW: [10.05.08] ..., ready to rumble
Die Rotzplage war so nervtötend wie sie nützlich war. Sicher… auf eine unerklärliche Weise mochte Enio sie ja sogar ein bißchen und sie hatte etwas, daß öfters als gewöhnlich ausreichte um ihr mit Milde zu begegnen und über ihre beschissene, keifige Art hinwegzusehen. Aber halt nicht immer!
Jenny sabbelte einiges vor sich hin und Enio hörte gewiß zu und es war die eigentümliche Art des Brujahs, immer den anderen ausreden zu lassen und abzuwarten auf was das Gesülze hinauslief, die Jenny mal wieder den Kopf rettete, da sie es durchaus verstand zwar den Weg der Uneinsichtigkeit so zu beschreiten, daß sie in jedes Fettnäpfchen trat aber gleichzeitig auch den Bogen noch bekam wieder einzulenken. Sollte noch einer den Brujahs fehlende Geduld vorwerfen. Enio war der Meinung, daß er eine Zier seines Clans bei dem Thema sei und eigentlich einen verdammten Oskar für die beste Nebenrolle verdient hatte. Das waren doch oft die, die nicht so viel Text hatten aber für den Film unerlässlich waren, weil sie das Ganze erst richtig cool machten?
Jenny warf gewisse Dinge über den Haufen, die Enio kleinkrämerisch trennte. Anarchen und Clanlose. Clanlose, Anarchen und diejenigen, die nicht mit dem zufrieden waren wie die Camarilla gewisse Dinge regelte. Das Timing war perfekt! Es gab keinen besseren Zeitpunkt um sich aus der Unterhaltung zu verabschieden. Er hatte der Caitiff ein paar Brocken gegeben und mußte sich vielleicht eh nicht mehr selber um den Rest kümmern. Entweder er würde sich noch drum kümmern müssen oder auch nicht. Der Italiener nahm sich vor die Dinge anzugehen, wenn sie relevant wurden. Sollten die dämlichen Archonten wie Heuschrecken über diese Stadt kommen und Enio ins Abseits stellen, dann war der Scheiß eh nicht mehr sein Thema… aber er hatte sein bestes getan. Falls der Kriegsherr mehr hier werden sollte als eben dieser… dann würde er sich gern das Gebrabbel der Clanlosen Pennbrüder anhören und mitleidig Nicken, falls sie ihm Bockmist vorschlagen würden… und das war ganz sicher der Fall. Momentan gab es höchstens Anlaß zum müde lächeln. Jenny würde ihn noch oft genug dafür verfluchen. „Ja… wir werden sehen!“ Scheiße auch! War das echt alles was der Bruddelbrujah zu sagen hatte? Zu dem Thema eventuell schon… aber er war noch nicht fertig und gab dann doch noch was zum besten.
„Da wir grad beim Thema sind… weißt du eigentlich was Archonten sind? Nicht? Dachte ich mir.“ Woher sollte die dunkelhaarige Wildkatze auch wissen was Archonten waren? Sie konnte ja bis gestern noch nicht einmal das Wort Elysium richtig aussprechen und mit Anchilla tat sie sich immer noch schwer. „Das sind ein paar obere… ja wie würdest du wohl sagen… Camarillaheinis, Oberbonzen oder was auch immer der Sekte, der wir angehören, jedenfalls die größten Teile dieses verfickten Drecksloches.“ Sein Blick wanderte überdeutlich in Richtung Jenny Schoß und ja… er wußte zu genau, daß sie mit diesem Ausdruck etwas anderes gemeint hatte. „Was genau so ein Archont macht erklär ich dir bei Interesse gern ein ander mal aber wichtig für euch dürfte sein, daß die Typen Camarillahardliner sind und es warscheinlich keinen besseren Zeitpunkt geben würde um vorzureiten und seine Sorgen vorzutragen als heute Nacht noch… zumindest wenn wir Zacharii überstanden haben und derjenige einen schnellen Tod sterben will. Oder derjenige ganz bewußt und absichtlich die bisherige Führung – also mich – als unterbelichtet, inkompetent und weicheimäßig hinstellen möchte. Zumindest werden die Penner keine Möglichkeit auslassen uns – allen voran mich und Caitlin – als unfähig und strunzdämlich hinzustellen, da sie nämlich selber einen Prinz hier einsetzen wollen und jemand wie mich hier nicht gebrauchen können. Du interessierst dich für Politik? Jetzt kannst du und deine andere clanlosen beweisen ob ihr auch nur ansaatzweise ein Gespür dafür habt.“ Ein kleine Herausforderung wurde in Enios Worte transportiert. Vielleicht erkannte sie ja die Gefahr dieses ungewohnten Parkets. Aber vielleicht erkannte sie ja auch warum Enio dringend noch gestern Nacht gewisse Dinge für sie in die Wege geleitet hatte und wie sehr sie ihm schaden könnten. Deutlicher darauf hinweisen würde der Sheriff nicht. Verstehen mußte sie es schon selber.
Der Duke reagierte als wenn etwas passiert wäre. Das reichte Enio um in Alarmbereitschaft zu sein. Er hatte bereits zu viel Stimmen gehört, Schatten gesehen und Szenen in den Augenwinkeln vetrieben um in Panik zu geraten aber das Verhalten des Riesen war ernsthaft genug um nicht mit einem müden Winken ignoriert zu werden. Enio wandte sich um und folgte Mark wenigstens bis zur Tür um ihm hinterherzusehen und sich zu vergewissern, was los war. Es würde ihn noch nicht einmal wundern, wenn Zach ihm jetzt schon etwas auf den Hals hetzen wollte.