[05.06.06]Ein guter Tag zum Sterben

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Timo sah nochmal fasziniert zur Tür und antwortete dabei Omarion.
"Ja"
Dann folgte er nach draußen.
 
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Es war bizarr wie schnell der Moment für Timo und alle anderen Anwesenden vorbeizog.
Kaum waren sie ins Auto gestiegen und losgefahren, waren sie auch schon fast da. Keiner sagte was.
Der Ghul lenkte den Wagen unweit der Bibliothek zu einem dem öffentlichen Krankenhaus angrenzenden Gebäude zu.

Omarion stieg bereits aus, um den beiden Fahrgästen die Türe aufzuhalten.

Justify - scheinbar in die dunkle Nacht am starren - ergriff das Wort: "Bereit? Noch kannst du umkehren, Timo? Aber vergiss nicht: Diesem Moment musst du dich früher oder später stellen!"
Justify wechselte ummerklich die Anredeform vom förmlichen sie aufs vertraute du und versuchte somit ein engere Verbindung zu seinem neuen 'Schützlich' aufzubauen.

Die Türe ging auf. Draussen starrte man durch den Regen auf den lichtgefluteten Eingang.
 
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"Danke, ich bin bereit. Im Moment probiere ich dem ganzen etwas ironisches abzugewinnen. Kennen Sie Falco? Dieses "Muss ich denn sterben um zu leben" dreht sich grade in meinem Kopf und ich denke ich bin jetzt, wo ich aus diesem Zimmer raus bin, einer gewissen Euphorie ausgesetzt und ich möchte nicht warten, bis sie sich wieder legt."

Das stimmte so nicht. Vor allem plagte Timo das schlechte Gewissen wegen seiner Mutter und wegen Johanna. Er würde bald malen und schreiben und musizieren können und vor allem traurig sein können, weil alles so war, wie es war. 'Nurnoch kurz sterben', so redete er es sich ein.
 
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"Falco?! Hmm... Verzeih! Nie von ihm gehört!"

Mit den Worten stieg Justify aus und ließ wahrscheinlich einen durch und durch verwunderten Timo zurück. Falco mochte vielleicht unter Otto-Normalverbrauchern von heute ein Begriff zu sein, doch die Musik der 80er geht nunmal einen Ahnen, der bereits mehrmals 80er Jahre erlebt hat, leicht vorbei.

Justify ging auf die Türe zu, nachdem ihn Omarion vorsichtig auf die Türe gewiesen hatte. Sein Stock immer nach dem Bordstein suchend vor sich führend.
Der Ghul wartete auf Timo und schloss hinter ihm die Türe ab.

Draussen wehte ein eisiger Wind. Mit ihm peischte der Regen auf die Strasse. Der Licht erfüllte Gang und die gemütliche Wärme des Flurs der Forensischen Abteilung des städtischen Krankenhauses wirkten dagegen sehr einladend.

Es machte den Eindruck als wären Justify und Omarion nicht das erstmal hier. Sie kannten sich in dem Gebäude aus und gingen, nachdem Justify für einen Moment wortlos vor der Information stand, geradewegs in das Treppenhaus. Die Angestellte an der Information wirkte schlagartig vollkommen desorientiert und unbeeindruckt durch den Besuch.

Im Untergeschoss hatte die Gruppe anscheinend ihr Ziel erriecht. An der Türe stand ein Name geschrieben, Dr. Dr. Henning Paur.
Nach einem dezenten Klopfen von Seiten des Malkavianers folgte ein freundliches "Herein" aus dem Inneren des Raumes.
Die Türe schwang vor Timotheus Augen auf. Es war ein kalter Raum, beherrscht von dem sterilen Weiß der Kacheln und matten metalischem Glanz des Leichenschrankes zur Rechten und der Obduktionstische in der Mitte des Raumes.

An einem Schreibtisch saß ein miss gelaunter hagerer Mann, der nicht begeistert wirkte Gäste zu empfangen.
Es folgte kein Wort des Grußes, stattdessen ein tristes "... Sie sind es!...", welches Justifys Grussworte abwirkte und ihn in ein zustimmendes, präsentierendes Neigen des Kopfes zwang.

"Ich habe bereits alles vorbereitet. Haben sie das Geld?"
"Ich versichere Ihnen, dass sie das Geld bekommen werden."
"Hmm... Gut.", antwortete der Mediziner. Erst jetzt sah die fahlgesichtige Arzt das erste Mal den Jungen an. "Wenn der junge Mann sich dann sicher ist, brauche ich noch die Telefonnummer seiner Erziehungsberechtigen! Solang könnt ihr dann dort drüben warten!"
 
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"Hm? Achso... macht nichts, denke ich."

Timo fühlte sich in dem Krankenhaus nicht wohl.
Es war zu dunkel, zu grau und zu kalt. Er hatte seit jeher die Neigung sich in der Nähe von kranken oder auch schon toten Menschen sich eine unendliche Vielzahl von schon geschehenen oder noch geschehenden Ereignissen auszumalen und die ekelerregendenen Möglichkeiten verdrängten diejenigen, bei denen alles gut aussah, sehr leicht. Diese Neigung hatte nichts von ihrer Präsenz verloren, vielleicht hatten sich die Dinge vor seinem inneren Auge eher noch verstärkt.
Ein paar der an ihm vorbeiziehenden Phantome führten zu einem dramatischen Anstieg und einer Überlagerung des allgegenwärtigen Flüsterns, dass er mit sich herum trug.
Timo folgte Justify wortlos und war auch eher mit sich beschäftigt, kniff manchmal fast unmerklich die Augen zusammen und zog den Kopf etwas ein.

Beim Dr. angekommen, ignorierte Timo diesen zunächst völlig. Das Flüstern in diesem Raum war von mehr als unangenehmer Art, wenn auch nicht sonderlich laut.
Als man sich an ihn wand und Timo in die Augen des Arztes sah, hörte das wirre Flüstern auf und eine einzige Stimme raunte an Stelle vierer laut Worte in seinem Kopf, die er nicht verstehen konnte. Dann setzten die vielen anderen ein.
Timo wankte leicht zum Schreibtisch, nahm sich wortlos einen Stift und ein Stück Papier und schrieb die Telefonnummer seiner Mutter auf. Die seines Vaters kannte er nicht. War bestimmt auch unwichtig. Egal, dieses Arschloch bekam genau soviel, wie es einforderte und wenn es ging auch noch etwas weniger.
Nagut, vielleicht, war er einfach nicht erpicht darauf mit Vampiren zusammenzuarbeiten, worüber er sich sicher im klaren war.
"Genießen Sie die Sonne und seien Sie nicht so missmutig, wenn Sie etwas tun. Sie können das genausogut lassen, wenn Sie keine Lust haben. Wenn Sie fürchten ansonsten sterben zu müssen, sollten Sie sich freuen, dass Sie wenigstens Geld dafür bekommen. Ich habe ihnen nichts getan, also sehen Sie mich bitte nicht so unfreundlich an."
Das war absolut überflüssig. Aber es war irgendwie wahr, richtig es ihm mitzuteilen und machte zudem noch auf eine zugegeben sadistische Art und Weise Spaß.
Dann ging Timo nach 'dort drüben'.
 
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Der Mediziner starrte Timo für den Moment aus seinen eingefallenen Augen an. Dann musste er schmunzeln. Als Timo schon auf den Weg nach 'dort drüben' war, murmelte der Arzt eher für sich selbst bestimmt: "Tz... Tote reden neuerdings! Sachen gibts..."

Bei 'dort drüben' handelte es sich um eine Reihe verwaister Schreibtische, auf deren Stühlen es sich die Drei bequem machen konnten. Papa Justify sog es jedoch vor zu stehen. Er wirkte an sich etwas abgelenkt, als bemerke er noch etwas anders in diesem Raum.

Von der Seite konnte man hören: "Es tut mir Leid, Frau Frensee. Wirklich.... Ich möchte sie bitten, in das Krankenhaus zu kommen, damit wir absolute Gewissheit haben... Danke!"
Papa Justify legte seine ganze Aufmerksamkeit auf den Jungen in diesem Moment.

Der Hörer fiel auf die Angel und der Doktor kam rüber zu der Gruppe. "Gut, deine Mutter wird in einer halben Stunde hier sein." Den Rat Timos nur halbherzig befolgend, zeigten die Falten in seinem Gesicht sowas wie Regung. "Du kannst es dir dann hinten auf den Tisch in deinem Leichensack gemütlich machen. Und ihr... verschwindet in der Zeit hoffentlich!"

Der Doktor wendete sich um und schlürfte wieder an seinen Platz. Omarion ging bereits wortlos raus, während Papa Justify da blieb und den jungen Frensee anblickte. "Alles in Ordnung?... Keine Sorge ich werde hier sein."
Er wartete noch die Antwort ab und verblasste plötzlich vor Timos Augen.

Out of Character
Ich würfel mal auf die Gefahr hin, dass ich mir etwas anderes ausdenken muss, weil mich meine 1en verfolgen...

Charisma + Heimlichkeit (SW: Geistesschäfe + Aufmerksamkeit von Timo)
Willenskraftpunkt!
[dice0]
Die Würfel sprechen für sich...
 
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Out of Character
oookay... willst du für Timo nie da gewesen sein oder senkst du die Quali des Ergebnisses? ^^


Timo wandte sich mit dem Rücken zu dem Telefonat. In seinem Kopf lachte es laut und boshaft. Das war nichts neues, so konnte er Schmerzen immer gut verdrängen, ob physisch oder mental. Zumindest, solange sie nicht zu akut waren. Einfach lachen und dabei so richtig gehässig und verachtend dem Schmerz gegenüber sein. Er sah auf den Boden und hob langsam den rechten Mundwinkel etwas an, während der linke eher etwas nach unten zeigte.

"Gut. Keine Schusswunden oder Messerstiche oder soetwas? Und entschuldigen Sie bitte meine Belehrung, aber sterben macht keinen Spaß, wenn wirklich alle sone Hackfresse ziehn... und..." Timo wandte sich an Justify "das soll heißen, es ist in Ordnung genug, wenn ihnen das reicht um nicht mehr so besorgt zu sein. Es sind ein zwei Abende, dann hab ichs hinter mir und ich mag es nicht, wenn sich alle außer mir Sorgen um mich machen. Echt. Das mach ich später, aber ich habe keine Lust das hier zu vergeigen, weil ich ein emotionales Wrack bin."
Timo zog gespielt übertrieben eine Schnute.

Dann war Justify irgendwie weg. Oder... war er überhaupt mit reingekommen. Egal. Timo ging in Richtung Leichensack.
 
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Out of Character
Timo soll wissen, dass er nicht alleine ist. Also ja... die Quali des Ergebnisses wird mal locker auf ein anständiges Maß gedrosselt.


Das letzte, was Timo von Justify sah, war ein charmantes Schmunzeln. Er war nämlich besorgt.

Die Anwendung der Kraft der Verdunklung vor dem bloßen Auge ließ viele Menschen und Neugeborene erschrecken, vor allem wenn sie es zum erstenmal sahen. Es war erstaunlich, wie gefasst der junge Malkavianer diesen Abend hinnahm, dabei ließ Papa Justify keinerlei Chancen aus ihn immer aufs Neue auf die Probe zu stellen. Timo war stark, das imponierte dem Blinden.

Da lag er nun. Der eigene Leichensack. Leer. Hier sollte die Geschichte enden - eigentlich. Timo kletterte in ihn hinein, wie in einen Schlafsack. Die letzten Minuten blieb ihm also nichts übrig als an die Decke zu starren und dem unruhigen Dr. Paur zu lauschen, der an seinem Schreibtisch hin und her rückte, hier was schrieb, da was sortierte.
Dann ging das Telefon. Der Doktor schaute sich um. "Es geht los!"
Er ging dran. "Dr. Henning Paur?!... Ja, gut! Danke, ich komme sofort hoch." waren die Worte die er in die Muschel sprach und dann den Raum verließ.

Wenige Augenblicke später betrat er mit einer weiteren Person den Raum erneut. Er hielt sie an der Schulter, damit sie stark blieb. Sie schnäuzte in ein Taschentuch.
"Die Polizei hatte ihn gefunden - auf den Wiesen. Die Untersuchung ließ nur einen Schluss zu: Er starb an einer Überdosis Medikamente. Ein Selbstmord.... Es tut mir Leid." hallte es verständnisvoll durch den Raum.

Timo merkte zwei Personen vor seinem Tisch auftauchen. Eine Träne löste sich und hinterließ einen kleinen geräuschvollen Fleck auf dem glänzenden Gummi des Leichensacks.
Ein krampfhaft gefasstes "Das ist er!" konnte er aus der Kehle seiner Mutter hören. "Wie kann das sein?" brach es aus ihr raus.

"Das kann ich ihnen leider nicht sagen! Vielleicht hatte er Probleme, war verzwiefelt und hat keinen anderen Ausweg mehr gesehen.
Kann ich sie einen Moment alleine lassen?"
"Bitte!"

Papa Justifys Stimme donnerte Timo durch den Kopf. Kein Flüstern mehr. "- Nicht bewegen! -"

Out of Character
Wenn du deine Mutter irgendwas besonders sagen lassen willst... ist schlöießlich dein Tot!
 
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Out of Character
oh backe....bleib still liegen, du Toter!^^
 
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Timo wollte aufspringen und seine Mutter in den Arm nehmen, alles tun, das sie aufhörte zu weinen, sie sollte nicht so leiden und es ließ sich jetzt nicht mehr verdrängen, dass sie es tat. Kein Muskel wollte seinem Willen gehorchen. Die Stimme Justifys war wie eine eiserner Griff um seinen Körper, er konnte nichteinmal die Augen öffnen. Timo war sich nichteinmal mehr sicher, ob er aufstehen wollte, auch wenn er das Leid seiner Mutter lindern wollte. Diese Fessel war eine interessante Erfahrung, wie auch sicher ein Messer im Bauch eine interessante Erfahrung war. Das sollte trotz aller Faszination doch bitte weggehen und nie wieder geschehen.

Seine Mutter schluchzte und sprach Gebete über ihm, starrte ihn lange wortlos an und gab ihm schließlich einen Kuss auf die Stirn und streichelte etwas seine kalte Hand. Ihre Berührungen waren sehr heiß, brannten schon fasst auf seiner Haut. Auch die Gebete waren eine unangenehme Erfahrung, wie unsichtbare Arme, die ihn von ihr wegreißen wollten, denen er aber nicht nachgeben konnte.
-'Migal!' Justifys Stimme wurde von einer zweiten leicht beiseite gedrängt.
-'Das ist Glaube! Das ist Gefahr für dich! Sorg dafür, dass sie aufhört, oder ich...'
Dann stand seine Mutter auf. Sie hatte aufgehört zu schluchzen und sah nach oben an die Decke, als ob sie zum Himmel starrte.
Es riss stärker an Timo. Eigentlich wollte er jetzt weg, nur die Vernunft und Justifys Stimme hielten ihn reglos.
Die zweite, allzu bekannte Stimme war weg.
 
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Out of Character
Och... Ich glaub ich bin außer Stande Beherrschung zu brechen ;) das war für was anderes
 
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Justify stand gegenüber vom Tisch und folgte die Szene mit allen ihm zugänglichen Sinnen. Seine trüben grauen Augen glühten in der Verborgenheit, schauten geradewegs durch Timotheus Mutter hindurch. Hier vor dem ruhenden Körper ihres Sohnes kamen ihr unzählige Erinnerungen an ihren Sohn hoch, die Justify nur allzu gern mitbekam.

Out of Character
Da Justify die Privatsphäre des Geistes eines Kainiten schätzt (Tz... Ja, klar...), erfährt er eben auf diese Weise mehr über seinen neuen Schützling. ^^
Intelligenz + Ausflüchte (SW max. 3, soweit kein SL was anderes sagt)
[dice0]


Die Türe ging wieder vorsichtig auf. Dr. Paur kam wieder herein und schaute nach dem Rechten.
"Frau Frensee. Ich weiß, um ihren Verlust. Aber ich möchte sie bitten mir noch einen Moment ihrer Aufmerksamkeit zu schenken.
Sie müssten diese Formulare über das Schicksal der sterblichen Überreste ihres Sohnes ausfüllen. Lassen sie sich Zeit. - Wenn sie Fragen haben, wenden sie sich an mich! Ich werde ihnen helfen!" Der Arzt schien nur in Abwesenheit der Lebenden zu einem Ekel zu mutieren.

Out of Character
3 Erfolge... Dann beschreib mir mal deine tollpatschigen ersten Schritte... ^^
 
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Justify sah ein kleines hyperaktives Kind, dazu das Gefühl von Sorge, Gebete. Den jungen Timo als Außenseiter. Später hat der frische Teenager Freunde, schenkt seiner Mutter grade ein Bild, dass er in der Schule gemalt hat. Zeigt seiner Mutter freudig sein Zeugnis, auf dem wechselnd 1en und 2en erscheinen. Das Gefühl von Freude und Zufriedenheit. Timo wird älter, hält einen E-Bass in der Hand, hat mittellanges Haar. Timos Mutter ist etwas besorgt um den pubertierenden Jungen. Dann Bilder, wie sie ihn stocktrunken von einer Sauftour abholt, Timo ist 14-16 Jahre alt, sie schimpft ihn, Timo hat einen anwesenden, klaren Blick.
Bilder, wie sie von ihm aus seinem Zimmer geschickt wird, der fast erwachsene Timo wirkt bedrückt und sauer, er will seine Privatssphäre und wirkt traurig. In der Ecke steht ein etwas angestaubter E-Bass, in dem Zimmer hängen düstere Poster und Gemälde von Drachen und Elfen und ähnlichen Figuren, ein paar davon sehen selbstgemalt aus. Sie ist besorgt um ihn, betet, wirkt beruhigt.
Sie schielt durch den Türspalt in sein Zimmer, es erschallen laut melodische, traurige Klänge daraus. Auf dem Schreibtisch brennen zwei Kerzen, Timo sitzt im Schneidersitz auf dem Boden, den Kopf auf die Arme gestützt, die Hande massieren die Schläfen, seine Augen sind geschlossen.
Die Musik wird härter, Timos Körper erzittert, er scheint zu schluchzen, seine Augen öffnen sich, er starrt gerade auf den Boden.
Über seinem Kopf zucken Blitze, um ihn herum wirbelt die Luft.
Er blickt auf, sein leerer Blick verschwindet, er sieht seine Mutter an, die Blitze verschwinden, die Luft ist ruhig. Er schreit sie an, will seine Ruhe haben.
Sie fühlt sich schuldig, das Leid ihres Sohnes tut ihr weh. Sie betet für ihn.
Dann Bilder von Timo mit seinen Freunden am Tisch sitzt, vor ihnen Blätter, Würfel und Stifte. Sie lachen, sie bringt ihnen Getränke, sie freut sich. Das Lächelnd ihres Sohnes gerät in den Fokus, er sieht sich mit einem Mädchen neben sich in die Augen.
 
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Der Blinde reißt sich aus den Erinnerungen der Mutter. Er steht wieder vor dem jungen Malkavianer, der wirklich gute Arbeit leistete. Er blieb ruhig und folgte Justify Wort.
Gedanken spuckten im Raum herum.

Warum ist Timo so geworden? Was hat den kleinen aktiven Jungen veranlasst seine Mutter im Alter so anzufahren? Antrieblosigkeit, Traurigkeit, Zorn - Selbstmord keinen Zweifel!

Mit schweren Herzen füllte Timos Mutter in der Zwischenzeit die Felder auf dem dünnen Papier aus. Name, Vorname, Geburtstag... Der Obduktionsbericht war angehangen.
"Männlich, weiß, etwa 18 Jahre. Es liegen keinerlei äußere Verletzungen vor. Die durchgeführte Blutuntersuchung zeigte große Mengen Benzodiazepine, welche aufgrund des erhöhten Alkoholspiegels letztlich zum Tode geführt haben."

Sie stockte bei der Frage nach der gewünschten Art der Bestattung. Die drei Felder brannten in ihrem Gesicht und ließen ihr die Tränen in die Augen schießen. Feuerbestattung stand neben der Friedhofsbestattung zur Auswahl. Sie stockte und starrte geradewegs in das Gesicht des Vampirs vor ihr ohne es zu wissen.
Es lag es an dem Malkavianer. Timos Mutter war Christin. Sie würde niemals aus freien Stücken etwas anderes ankreuzen als die gebräuchliche Beerdigung, um ihrem Sohn die ersehnte letzte Ruhe zu bescheren.
Justify drang abermals in ihren Geist ein und flüsterte ihr sampft zu. Versuche ihre Gedanken gegeneinander abzuwegen und pflanzte ihr die banale Idee ein, dass ihr geliebter Sohn für immer bei ihr blieb, wenn sie nur einer Feuerbestattung zustimmte.

Out of Character
Ich hätte zwar ohne Wurf einen Auto. Erfolg, aber... nö... wir wollen doch, dass Mami überzeugt von der Sache ist.
Beherrschung °°
Manipulation + Führungsqualitäten (SW = WK der Mutter, max. 3)
[dice0]

EDIT: *Lippen kräusel* *pulsierende Ader auf der Stirn erschein* *am Kopf kratzen*
 
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Out of Character
Meine Anhäufung von 1en ist legendär. Ich bekomm selbst mit 10 Würfeln einen Patzer hin. Leider folgen sie mir auch ins Internet. Kann man nix machen...


Sie war stärker. Justify sah natürlich das Ergebnis nicht, aber er war sich auch nicht besonders sicher, ob seine Worte Blüten trugen.

Nachdem die Mutter unterschrieben hatte und nochmal ihren Sohn liebevoll auf die Stirn geküsst hat, verließ sie gemeinsam mit dem Doktor den Raum.

Justifys körperlose Stimme hallte durch den Raum, bevor der Körper ihm ins Licht folgte. "Das hast du sehr gut gemacht!"
Wie gerufen kam auch Noxs Ghul wieder rein. "Du und Omarion könnt draussen warten, bis ich das Geschäftliche mit dem Doktor geregelt habe."

Draussen wartete der Bentley, wie sollte es auch anders sein. Unweit vom Eingang entfernt und doch trennten tausende Regentropfen die beiden.
Auf dem Weg zum Auto hielt der Ghul dem jungen Malkavianer einen Schlüsselbund hin, welcher Timo etwas verdattert drein gucken lassen sollte.
Die Erklärung folgte mit einem Lächeln. "Für deine neue Wohnung hier in Finsterburg! Ist nichts wildes, aber zum Überleben reicht es."
Sie stiegen ein. Justify würde in einer Minute folgen. Der Abend hatte seinen Lauf genommen.
 
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Timo schaute in der Tat verdutzt drein. "Öh... Cool..." Er nahm den Schlüsselbund entgegen.
Das war wahrscheilich sogar besser, als er es sich erhoff hatte und machte die Sache mit der 'Freiheit' gleich noch attraktiver.
 
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Nachdem Justify das Gebäude verlassen hatte, Omarion ausgestiegen und seinen Meister helfend zum Auto geführt hatte, verließen die Drei das Krankenhausgebäude.
Der ehemalige Primogen Finsterburgs wirkte etwas angespannt als er wieder zurückkam. An ihm haftete der Geruch von frischem Blut. Er schwieg sich aus.

Erst zwei Strassen weiter brach der Vampir das Schweigen. "Du bist jetzt frei, Timo. Kannst dich bewegen, wohin du willst! Doch eins muss dir klar sein: Du darfst ab dem heutigen Tag nie wieder zurückschauen. Du bist heute für deine Mutter gestorben, wie sie für dich gestorben ist!..."

Der Wagen hielt unweit einer Haltestelle an einem Wohnhaus. Nah einer schönen Allee gelegen, die geradewegs in Richtung der Finsterburg zeigte. Die Bibliothek war zufuss in 10Minuten zu erreichen. Der Bus führte geradewegs aus der Stadt durch den neuen Tunnel zum Finstertaler Hauptbahnhof.
"Ab morgen arbeiten wir daran, damit aus dir ein verantwortungsbewusstes Mitglied der Camerila wird. Jetzt solltest du dich ausruhen... die Sonne wird bald aufgehen!"
 
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Timo sah Justify ob dem Geruch, den er verströmte, äußerst kritisch an und schwieg seinerseits ebenfalls.
"Sicher..." antwortete er, als Justify anfing zu sprechen.
"Sagen sie mir nur, dass das nicht das Blut meiner Mutter ist, das ich da rieche."
Timo bemühte sich ruhig zu sprechen.
Die Betonung oder irgendetwas anderes an dem letzten Satz, den er gesagt hatte, war nicht gut. Garnicht gut. Oder es hörte sich nur so an. Er drehte an seinem Ring. Alleine die Möglichkeit an sich ließ ihm das Blut in den Unterkiefer pumpen und ihn nur auf das 'Doch' warten.
 
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