[04.05.08] Alpha gehabe

Vision

caitiff par excellence
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2. Oktober 2008
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Die Nacht war fortgeschritten und es würde nicht mehr lange dauern bis es Mitternacht schlug. Das hin und her reisen in der Stadt kostete zeit und Aiden konnte sich kaum helfen um das Gefühl zu unterdrücken das er noch so viel mehr hatte machen wollen. Das Taxi, welches ihn von dem Randbezirk abgeholt hatte, hatte ihn ebenfalls zu dem Hotel gebracht das ihm Rabe genannt hatte und sich selbst einmal anzumelden, hatte auch nur wenige Minuten gekostet. Wenig genug um noch problemlos ins Rotlicht Viertel zu fahren. Dieses begann erst jetzt gerade aufzublühen und zu erwachen. Eigentlich war das nach Aiden Geschmack.

Schon während er ausstieg fiel ihm ein paar Nutten ins Auge und eine Gruppe Russischer, oder Osteuropäischer Männer auf die immer mal wieder einen Blick in Richtung der Huren waren. Aiden lächelte dünn. Dies mussten die Zuhälter sein, zumindest nahm er dies an und das bisschen Kenntnis das er sich auf der Straße erworben hatte hatte ihm einen anderen Blick auf die Szenerie hier im Rotlicht viertel ermöglich. Es war keine Schwierigkeit für ihn auszumachen wer hier was tat und wer die Opfer waren.

An einer der Ecken entdeckte er einen Drogendealer der seine Ware versuchte an den Mann zu bringen und in wieder einer anderen Ecke konnte er sogar einige Freischaffende ausmachen, streng getrennt von den organisierten. Die Nutten des Syndikats hatten den besten Standort am Platz und jeder musste an ihnen vorbei, auch Aiden.

Während das Taxi wieder los fuhr, machte sich Aiden auf den Weg. Irgendwoher roch es nach frischem Blut was in Aidens inneren die Bestie gegen ihre Zelle springen ließ und ihm zuflüsterte das es hier ein Büffet für ihn gab. Ein Sterblicher hätte kaum den Geruch von Blut in der Luft wahrgenommen, doch für Aiden oder andere Vampire war dies wie der Sanfte duft frischer Backwaren die man über alles mochte. Aiden konnte sich soweit schon Gedanken darüber machen das irgendjemand in einer der Nebenstraßen verprügelt worden war und als er sich der Gruppe näherte und einer der Russen, Aiden deklarierte sie als solche der Einfachheit halber, frische Wunden an der Hand hatte.

Noch ehe er in hörreichweite war, waren die Männer verstummt und beobachteten ihn, da Aiden sich zielstrebig auf sie zu bewegte. Einer der Männer versuchte so zu tun als ob er Unbeteiligt wäre und auch die anderen bemühten sich zu kaschieren das sie ihn bereits bemerkt hatte und beobachteten. Aiden kümmerte sich nicht groß darum und stoppte erst als er kurz vor ihnen war.

Einer, der größte der Gruppe, stellte sich, wie ein Schrank vor Aiden, darum bemüht Aiden einzuschüchtern, wovon dieser sich nicht beeindrucken ließ.

„Juri ist im Cheval Rouge?“, Aiden hielt trotzigen Augenkontakt mit dem Großen.

„Wer will das wissen?“, patzte dieser Zurück.

„Das geht dich einen verfluchten Scheiß an“, drohte Aiden ohne den Augenkontakt zu brechen. Es war nicht so das es einer Verbalendrohung bedurfte aber für den Augenblick war es wichtig das die anderen Wussten das er nicht in der Stimmung war lange Spielchen zu spielen und entsprechend schwang in Aidens Stimme eine unterdrückte Drohung mit. Der Russe musterte Aiden langsam und nickte in Richtung des Gebäudes mit dem Cheval Rouge Schild, was Aiden mit einem Nicken quittierte und die Gruppe stehen ließ. Er konnte die Blicke der Russen in seinem Rücken spüren und es kostete ihn einiges an Überwindung sich nicht umzudrehen und nachzusehen ob man ihm folgte. Er war überzeugt das man ihm folgen würde, aber wenn er sich nun umdrehen würde, würden sie dies nur als Unsicherheit oder noch schlimmer als Schwäche auslegen. Das Tier in seinem inneren jaulte etwas, in dem Wunsch sich als das Alphatier aufzuspielen. Ihnen zu zeigen was er war und das sie ihn besser zu respektieren hatten. In diesem Punkt konnte Aiden den Sabbat verstehen, aber wenn er ehrlich war, hatte der Sabbat zwar gute Absichten, doch wie alle Bewegungen mit diesen, waren deren Ziele längst pervertiert und weit von dem Abgekommen was sie einst waren. Aiden hatte miterlebt was der Sabbat war und auch wenn er nicht der größte Freund der Maskerade war, hatte sie trotzdem einen Sinn und einen Zweck.


Ohne darauf zu warten was seine eventuellen Verfolger tun würden, oder dem Tier nachzugeben und sie endgültig in ihren Platz zu verweisen, öffnete Aiden die Tür zum Cheval Rouge und betrat das Lokal. Er war schon in einigen Bordellen gewesen und so viel anders war keines als das nächste. Sah man einmal von dem Geschmack so mancher Besitzer ab, sahen sie nicht nur gleich aus, sondern waren ähnlich vom Geruch her. Auch hier war der Geruch von Blut zu gegen und als Aiden die Lounge betrat sah er auch wieso. Mit einigem Interesse entdeckte er einen bulligen Russen der über einer Hure stand und sie gerade verprügelte, während unweit davon ein, so schätze Aiden, gast mit gebrochener Nase lag.

Ohne etwas zu sagen lief Aiden Schnurstracks auf den Russen zu, in dessen rücken unbemerkt, und nutzte die Macht seiner Vitae um seine Stärke zu erhöhen. Er konnte spüren wie das Blut in seine Adern floss und seine Muskeln mit mehr macht versorgten und noch ehe der Russe ein weiteres mal zuschlagen konnte, packte Aiden ihn am Arm um ihn zurück zu halten.

„Ich denke das reicht“, erklärte Aiden in diesem Moment und sah sich dabei die Arbeit des Mannes an, der bereits mehrfach auf eine junge Eurasierin eingeschlagen hatte. Sie kleine zierliche Person war keineswegs in der Lage sich gegen den Hünen von Mann zu wehren und ihr Gesicht war Blut überströmt und angeschwollen. Doch trotz allem hatte die zierliche Frau trotzdem noch einen ungebrochenen und störrischen Ausdruck in den Augen der Aiden auf anhieb beeindruckte.
 
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Bevor er sich jedoch näher mit der Fremden beschäftigen konnte sprach ihn ein anderer Mann an. Bis vor wenigen Augenblicken hatte er sich die gewalttätige Szenerie in aller Seelenruhe mit angesehen, nun aber war er an dem seltsamen Neuankömmling interessiert. Mit einem Nicken verscheuchte er den Schläger der sich wortlos und unterwürfig aus dem Staub machte.
Vieles in der Rotlichtszene wurde durch eine straff angelegte Hierachie geregelt. Jeder wusste wo er stand und welchen Platz er einnahm. Dabei konnte er sich natürlich zu jederzeit hocharbeiten. Man musste dann allerdings den Umstand in Kauf nehmen, das Anwärter, die einen Mächtigeren von seinem Platz stoßen wollten, keinerlei Recht mehr besaßen. Zumindest solange, bis er gewann oder unterlag. Beide Ergebnisse endeten nicht selten mit dem Tod eines der beiden beteiligten.
Wer also nach höherem strebte, sollte sicher sein, dass er auch die Kraft dazu hatte.

"Anschienend magst du die Kleine! Macht achtzig Schleifen für dich, weil du ihr den Arsch gerettet hast!"

Das war kein Angebot, das war eine Forderung. Der Russe wollte achtzig Euro allen für die Rettung des Mädchens. War das zu glauben?
Jetzt erst viel auf das die Eurasierin sich keinen Zentimeter von der Stelle gerührt hatte. Sie blutete recht stark, was den Hunger Aidens mehr anfachte als ihm lieb war. Aber sie blickte noch immer trotzig, nein sogar wutentbrannt zu den beiden Männer herüber. Sie wirkte als hätte sie große Lust sich an ihrem Peiniger zu rächen, mit einem Ausdruck allerdings, der wenig Gnade für ihn erwarten ließ.
Dabei hielt sie mit beiden Arme ihre Brust umschlungen und wirkte als ob sie frieren würde.

Hinter ihr wimmerte noch immer der geschlagene Gast. Niemand im Lokal schien sich jedoch für ihn zu interessieren. Es gab drei andere Hauptdarsteller, die Luft knisterte vor Anspannung.
 
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Als der Schläger sich verzog wusste Aiden zumindest schon mal das dieser nicht Juri war. Er war auch keiner der Typen die er vor dem Lokal angesprochen hatte und irgendwie war sein Gegenüber ihm vertraut. Es war die selbe Ruhe die auch Aiden an den Tag legte. Es gab viele Regeln im Umgang mit Aiden. Gewöhnlich, wenn er sich aufregte ging man ihm besser aus dem Weg, doch waren es selten die, welche ihn erzürnten die seinen Zorn mitbekamen. Im Gegenteil. Aiden hatte es zu einer Tugend erhoben seine Willenskraft über seine eigenen Emotionen zu stellen und je wütender man ihn machte, desto ruhiger wurde er.

Aiden ließ seine Augen musternd über den Sprecher wandern ehe er ein sanftes Lächeln aufsetzte und sich leicht vorwärts beugte beinahe so als ob er etwas besser verstehen wollte. „Achtzig Schleifen?“ Aidens Stimme war zuckersüß und beinhaltete keine einzige Spur von Aggression. In seinem Inneren verlangte das Tier danach seinen Gegenüber das Gesicht zu zertrümmern, doch Aiden dachte gar nicht auf diese Einflüsterung zu achten. Zu lange hatte er sich in Selbstkontrolle geübt als das er jetzt in dieser Situation seinen Emotionen nachgeben würde.

Aidens dünnes Lächeln wurde zu einem verspielten Lächeln, etwa so wie eine Katze lächeln würde wenn sie eine Maus vor sich hatte. Es kostete ihn nicht viel Mühe eine gewisse Aura der Überlegenheit auszustrahlen, auch wenn es gefährlich war. Als Kainit hatte er dennoch einen Trumpf in seinem Ärmel den sein Gegenüber nicht erwartete. Die Anspannung im Raum schien jedoch an Aiden abzugleiten, auch seine Körperhaltung hatte sich entspannt, während er sich nun langsam neben das Mädchen setzte und die Beine übereinander schlug.

„Wieso“, begann Aiden ruhig, „sollte ich für mein Eigentum bezahlen? So wie ich das sehe,...“ Aiden ließ seinen Blick über das Mädchen wandern ehe er sein Gegenüber fixierte. „Glaube ich das ihr mir Geld schuldet.“
 
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Lässig schob der Mann der die Forderung erhoben hatte sein Jackett zur Seite. Ein Schulterhalfter erschien in dem eine recht eindrucksvolle Pistole steckte. Mit einem Grinsen das dem des Toreador in nichts nachstand, ließ er seine Augenbrauen zucken um in eine Ecke des Raumes zu deuten. Dort standen zwei weitere Männer. Ganz offensichtlich gehörten sie zu dem Russen.

"Wenn du damit meinst das du mit deinen Innerein hier möglicherweise den Boden versaust, kann ich dich beruhigen. Das Aufwischen geht aufs Haus. Danach brauchste auch deinen Anzug nicht mehr, also entstehen meiner Meinung nach keine Kosten!"

Er lächelte und er schaffte es sogar dabei gemein zu wirken. Der Mann hatte viele solche verbalen Duelle überstanden und schien es zu genießen. Dies war seine vertraute Umgebung. Die Hälfte der Männer hier schuldeten ihm Geld oder zumindest einen Gefallen. Er fühlte sich sehr sicher.

"Aber ich höre dir gerne zu Anzug! Dann erzähl mir mal warum du denkst Geld von mir zu bekommen!?"

Es knisterte förmlich vor Spannung
 
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Aiden legte seinen Kopf etwas schief und lächelte zurück. „Bist du so unsicher das du glaubst du müsstest mich mit diesem Ding einschüchtern? Und glaubst du wirklich ich würde hier so Seelen ruhig sitzen wenn ich mir darüber Gedanken machen würde?“ Aiden sah sich etwas um und lächelte ehe er sein Gegenüber wieder ansah. „Also mir würde das zu denken geben. Wieso setzt du dich nicht hin? Es wäre doch schade wenn wir unsere Begegnung gleich mit einem solch schlechten Start beginnen.“

Der Kainit kramte ein seidenes Taschentuch aus seiner Hosentasche und reichte es der kleinen, ehe er seinen Blick wieder aus seinen Gegenspieler richtete. „Mein Name, um hier wieder ein Mindestmass an Anstand und Manieren hinein zu bringen, ist Aiden Hull und mit wem habe ich das Vergnügen?“
 
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"Gut setzen wir uns! Versteh mich nicht falsch, ich drohe nicht, ich töte! Dir die Waffe zu zeigen hatte den Zweck dir klar zu machen, dass der Sensenmann sich bereits neben dich gestellt hat. Gut das deine Mutter dir etwas Vernunft beigebracht hat."

Der Russe glitt zurück auf seinen Barhocker und drehte Aiden den breiten Rücken zu. Wenn er was wollte sollte er sich eben neben ihn setzen.

"Nenn mich Juri, Fremder! Was treibt dich hier her? Du bist doch sicher nicht hergekommen um Nutten zu retten, oder?"

Die arg lädierte Frau auf die er offensichtlich anspielte, nahm das Taschentuch dankbar entgegen. Als Juri sie Nutte nannte murmelte sie einige asiatisch klingende Worte, dem Tonfall nach nichts Jugendfreies. Dann zog sie sich zurück. Aiden war offensichtlich ein Freund dieser Mistkerle und damit offensichtlich selbst eines. Wenn auch eines das Rücksicht kannte und Taschentücher verteilte. Sie entschloss sich, diesen Punkt genauer zu überdenken.
 
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Zu sagen alles lief nach Plan würde es nicht ganz treffen, trotzdem war Aiden soweit zufrieden mit der Entwicklung. Doch statt abermals aufzustehen oder gar sich zu bewegen blieb Aiden auf dem Gemütlichen Sofa sitzen und behielt seine legere Ader bei.

„Nun, Mister Karpov,“ Aiden betonte absichtlich den Nachnahmen den Juri nicht genannt hatte und zeigte ein wölfisches Grinsen. „Man könnte sicherlich aber auch den Eindruck gewinnen sie seien Verunsichert und benötigten diese Waffe um ihre Machtbasis zu festigen. Sehen sie, obwohl sie mir mit dem Sensenmann drohen, sitze ich immer noch hier. Unbewaffnet und unbekümmert. Offensichtlich scheint ihre Drohung nicht so ganz die Wirkung zu zeigen die sie sich erhofft hatten.“

Aiden behielt seine relaxte Position bei, ließ jedoch sein Blick durch den Raum gleiten. Man konnte definitiv aus diesem Schuppen etwas machen, aber so ganz war das nun mal nicht sein Stil.

„Nun, aber andererseits denke ich, dies könnte an meiner besonderen Beziehung zum Sensenmann liegen. Wie wäre es also, wenn sie eine Flasche ihres besten Vodkas nehmen und sich zu mir setzen?“ Aiden deutete dabei auf einen der Sessel zu seiner Linken.

„Es stehen ihnen einige Veränderungen in ihr Haus und ich hoffe doch das sie Teil dieser Veränderungen sein wollen. Es würde mir Unbehagen bereiten anzunehmen dass sie aus einem gemeinsamen Freund von uns einen Lügner machen. Ich schätze Pascha Oleg wie einen Bruder und ich mag es nicht wenn man aus meinem Bruder einen Lügner macht.“
 
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Der Russe hörte sich an was Aiden zu sagen hatte, antwortete aber nicht. Er gab dem Barkeeper ein Zeichen und ließ sich tatsächlich eine Flasche Vodka geben. Dann tat er wie der Toreador ihm geheißen hatte. Grinsend setzte er sich.

"Das Beste am Vodka ist, Vodka ist Vodka."

Juri stellte die Flasche lautstark auf den Tisch.

"Wenn du Pascha kennst, solltest du wissen das ich niemals drohe! Mein Job ist es, dort tätig zu werden wo Drohungen längst versagt haben. Der einzige Grund warum ich dich nicht erschossen habe ist, das mir gleich etwas an dir seltsam vorkam. Instinkte sind wichtig, findest du nicht?"

Umständlich öffnete er die Flasche und goß sich ein Wasserglas voll davon ein.

"Paschas Freunde sind meine Freunde! Und damit du siehst das ich es ernst meine schenke ich dir das Mädchen das du gerettet hast. Sie ist recht gut in ihrem Job. Leider aber auch sehr eigensinnig. Sie hat dem Freier dahinten die Eier gefärbt, weil er sie beim Sex geschlagen hatte. Verständlich? Ja! Aber auch schlecht fürs Geschäft! Nutten die ihren Kunden in die Nüsse beißen müssen zugeritten oder geschlachtet werden, findest du nicht?"

Er lachte laut und leerte das Gals in einem einzigen Zug.

"Der Typ den du gestört hast war ihr Zuhälter. Wärst du nicht gekommen hätte er sie wahrscheinlich kalt gemacht. Nun hat sie überlebt, dies aber nur solange bis sie wieder alleine ist! Also schenke ich sie dir, alles andere wäre nicht gut für ihre Gesundheit."
 
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Es missfiel Aiden etwas wie Juri sich nun benahm, aber es war deutlich ein Zeichen dafür das man in diesem Gewerbe sich nie zu sicher sein sollte und obwohl Aiden für einen Moment geglaubt hatte nun die Oberhand zu haben war es nun Juri der sich ähnlich wie Aiden vorher verhalten hatte und sich als Gleichgestellter präsentierte. Für den Augenblick entschied sich Aiden es dabei bewenden zu lassen. Es gab keinen Grund die Situation noch zusätzlich zu komplizieren.

„Nun, ich habe einige Fehler und einer dieser ist es das ich es nicht leiden kann wenn man Ware beschädigt. Das wird aufhören“, erklärte Aiden bestimmt und griff sich eines der Gläser und füllte es ebenso wie Juri, für ihn war es einerlei ob sich in dem Glas nun Wasser oder Vodka befand, bis auf den kleinen Unterschied das Vodka anders schmeckte. „Wir haben einiges vor und ich bin hier her gekommen mit dem festen Ziel der Situation hier etwas auf die Sprünge zu helfen.“

Eigentlich stimmte das nicht so ganz. Eigentlich hatte er gedacht er könnte eine rühige Kugel schieben, etwas party machen und das Geschäft nebenher laufen zu lassen. Das Oleg ihm so die Pistole auf die Brust setzen würde, hatte in diesem Punkt einiges verändert.

„Ich glaube an den Ausspruch Zuckerbrot und Peitsche. Es stimmt wohl das man jedem in seiner Organisation klar machen sollte das man nichts mit sich machen ließ, aber ich glaube daran das Zufriedene Arbeiter bessere Arbeiter sind. Das gilt auch für Nutten.“

Aiden schüttete einen großzügigen Schluck des Vodkas die Kehle runter. „Das ich nun für diese Verantwortlich bin, passt mir soweit ganz gut. Ich werde schon eine Verwendung für sie finden.“ Soweit es Aiden betraf kam ihm dies sogar sehr gelegen, er hatte so oder so jemand gewollt der ich in der Szene auskannte und jemand der ganz unten war hatte einen etwas anderen Blick auf die Welt oben.

„In den nächsten 30 Tagen habe ich vor die Effizienz der Laufenden Operationen zu steigern. Zusammen mit dir und Nathan Groschek, werden wir unsere Anstrengungen in der Stadt ausweiten und den Weg ebnen einen neuen Markt zu erschließen. Meine frage an dich ist, bist du dabei oder nicht? Bist du in der Lage dich für die kommende Zeit an meine Anweisungen zu halten und mich zu unterstützen?“
 
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"Eine Frage des Standpunktes! Ich sagen die Ware war kaputt und die Schläge dienten der Reparatur. Wetten das sie das nächste Mal gründlich nachdenkt bevor sie einen Freier den Sack zerkaut? Nenn es wie du willst, die Peitsche schlägt das leckere Brot."

Der Russe lachte so laut, dass sich einige Gäste umsahen und unbehaglich in seine Richtung schauten. Er füllte sich ein zweites Glas. Die Eurasierin verschwand mies gelaunt auf die Damentoilette.

"Klar bin ich dabei! Ich bin kein Macher, das war mir schon immer viel zu anstrengend. Ein jeder sollte seinen Platz in dieser Welt kennen, meinst du nicht? Ich arbeite für Oleg, für Nikolai und für dich. Die Frage ist, ob du dir das leisten kannst!"

Wieder lachte er, diesmal aber nicht ganz so laut.

"Und damit das auch klappt, gleich eine Warnung! Pass auf das du Nathan nicht zuviel zahlst, er ist ein Fass ohne Boden, wenn du verstehst was ich meine!"
 
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Out of Character
Da ich nichts zu tun hab, dachte ich, ich tauch hier mal auf und mach die Sache ein bisschen spannender, als sie eh schon is. :p

Um den Kunden, der wimmernd am Boden lag hatte sich bisher noch keiner gekümmert, doch nachdem sich die Fronten scheinbar geklärt hatten, die Nutte diese Nacht überleben konnte und sich eventuelle geschäftliche Veränderung mit der Ankunft dieses Unbekannten ankündigten, begannen die Arbeiterdronen wieder in ihren Trott zu verfallen.
Daher näherten sich zwei der männlichen Angestelten dem Gast und richteten ihn auf. Der etwas zu klein geratene Kerl mit dem zusammen gekniffenen Gesicht schien nicht wirklich wahrzunehmen was mit ihm passierte. Er wurde auf die Beine gestellt und nach kurzer Inspektion in Richtung Türe geschoben. Kurz hielt einer der Russen -Dima wurde er gennant- inne, um zu sehen ob sein Boss irgendwelche Anmerkungen hatte, doch wahrscheinlich würde der Kerl keine Sonderbehandlung erfahren. Was Glück für ihn war.

Das alles war eine Lapalie, ein Alltagsgeschäft, also hielt man sich auch nicht groß damit auf. Doch manches Mal wollte Juri ein Exempel statuieren, oder statuiert haben. Doch dieser schien nicht wirklich den Anschein zu machen, sich überhaupt noch der Existenz des Gastes bewusst zu sein.
Daher begann Dima mit einem kurzen Kopfnicken zu seinem Kollegen, den angeschlagenen Freier weiter zu schleifen. Während sich die Hose langsam gegen Boden bewegte und die Rudelführer sich über das Geschäft unterhielten, öffnete Dima die Türe nach draußen. Und jetzt konnte man die Geräusche hören, die definitiv ein Indikator für Ärger waren.
Über dem stupiden Russenhouse, der im Puff lief, konnte man plötzlich das enervierende Gerräusch quietschender Autoreifen hören. Außerdem brüllten sich mehrere Männer auf russisch und deutsch an. Man konnte sogar meinen brechende Knochen zu hören, doch ganz sicher konnte man sich da nicht sein, vielleicht war das nur bildliche Vorstellung von dem was da draußen passierte.

Und was da passierte war folgendes:
Vor ein paar Minuten war der erste PKW gekommen und mehrere Glatzköpfige Männer waren ausgestiegen. Nichts ungewöhnliches, doch sie hatten sofort angefangen die Russen die draußen standen, anzupöbeln und nach einem Felix zu fragen. Als das ganze gerade zu köcheln begann, schossen plötzlich mehrere Vans und PKWs wie Unkraut aus der Erde und erbrachen ihren Inhalt - mehr Glatzköpfe mit schweren Stiefeln, die meißten sogar leicht bewaffnet.
Inzwischen war die Situation diejenige, dass den Russen draußen ordentlich was auf die Mütze gegeben wurde, während die Skinheads in Richtung Türe des Puffs gingen. Welche sich von innen öffnete.
Dima sah verdutzt in das Gesicht eines wütenden Skins, der seinen Baseballschläger auf ihn richtete.
"Was habt'n ihr mit Felix gemacht, hä?"
Des Russen Blick ging zu dem Freier, dann ins Rauminnere zu einem Mobiltelefon welches auf dem Boden lag, und letztendlich seinem Boss Juri. Als der Kopf wieder in Ausgangsposition rastete, war die Frage immer noch nicht beantwortet worden, aber zumindest schien Dima sich darüber klar geworden zu sein, wie diese absurde Situation zustande gekommen war.
Natürlich wurde auch den beiden Herren am Tisch bewusst, dass da irgendwas nicht ganz so war wie es sein sollte.
 
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"Scheint als wird das heute doch noch ein netter Abend, huh? Bleib sitzen, ich zeige dir wie ich solche Sachen regele. Sollst ja sehen in was du investierst!"

Juri griff seine Pistole, zog sie heraus und feuerte drei Mal grob in die Richtung in der die glatzköpfigen Penner mit ihren Zahnstochern den Aufstand probten. Er zielte dabei etwas zu hoch, grundsätzlich war es ihm aber herzlich gleichgültig ob er etwas traf oder nicht. Seiner Mimik nach bewegte sich sein Puls kaum über Neunzig.

"Jorge die AK!"

Die drei Worte galten dem Barmann, der nickte und die Waffe hochhielt. Er kannte die Regeln. Juri nickte zufrieden. Alle anderen anwesenden Russen hatte ihre Schußwaffen ebenfalls gezogen, im Gegensatz zu den Skins war jeder hier schwer bewaffnet. Das hier war die Mafia. Und diese versuchte noch schnell zu klären, wem man hier eigentlich warum das Hirn aus dem Schädel schoß.
Juri schrie mit erstaunlich authoritärer Stimme.

"Ihr habt fünf Sekunden mir eine verdammt gute Erklärung zu liefern ihr Schwuchteln! Wenn die um sind schießen wir euch dermaßen voller Blei das wir auf dem Schrottplatz Geld für eure stinkenden Leichen verlangen können! Ich warte...."

Ihm fiel ein das er zählen wollte, gleichzeitig zielte er zischen die Augen des Penners der ihm am Gefährlichsten vorkam. Der Kepper stellte seine Waffe auf F wie friedliche Verhandlungen und auch sonst kam erstaunlich viel metallene Bewegung in die Gäste

"Drei...!"
 
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Eigentlich missfiel es Aiden wie Juri mit Menschen umging. Ja, es war ein hartes Gewerbe und hin und wieder war einmal ein Exempel von Nöten, aber eine Frau zu verprügeln nur weil sie sich wehrte ging dann doch etwas zu weit. Vielleicht hatte er ein falsches Verständnis davon wie man sich in einem Syndikat verhielt, aber der Gedanke so ein Geschäft zu führen missfiel ihm gewaltig. Vielleicht war dies ein letzter Rest seiner Menschlichkeit die ihn dazu veranlasste so zu denken und der ihn unter umständen für ungeeignet für diese Art des Geschäftes machte, aber Aiden war wirklich davon überzeugt das man diese Situation auch anders Handhaben konnte.

„Ich gebe dir recht, Juri, jeder sollte seinen Platz in der Welt kennen“, gab Aiden auf die frage von Juri zurück ehe der Krawall von draußen herein drang und die Aufmerksamkeit auf sich zog. Innerlich fluchte Aiden. Nichts verlief am heutigen Abend so wie er es geplant hatte. Oleg hatte recht gehabt. Diese Stadt war verflucht. Als Juri dann auch noch nach einer AK verlangte, wusste Aiden das er sicherlich nicht diese Methoden mochte. Egal welchen Einfluss man hatte, Sturmgewehre waren nichts über das die Polizei hinweg sehen konnte. Vielleicht war das in Finstertal anders aber es war zumindest schlecht für das Geschäft. Aiden füllte das Glas erneut mit dem Vodka nach und nahm das Glas, samt Flasche mit in Richtung Eingang.

Das letzte was ihm jetzt noch fehlen würde, wäre ein Blutbad das ihn dazu zwang den Rest der Nacht in Polizeigewahrsam zu bringen, trotzdem stellte er die Vodka flasche neben sich auf dem kleinen Sims ab, der die Wand umrang und eben genau für solche Eventualitäten in dem Gebäude angebracht wurde. So das, sollte mal eine große Party stattfinden, man problemos einen Stehempfang haben konnte. Nicht wenige der Mädchen würden dann ihr Glas Sekt, das der Freier teuer bezahlte, Aiden hatte etwas von 25 Euro pro Glas gesehen, stehen lassen konnten um sich so noch mehr ausgeben zu lassen. Doch nun, für den Moment, diente es Aiden als ablage für die Flasche und so stellte er sie neben sich auf den Sims und lehnte sich dann gegen selbigen um vom Türrahmen aus das Geschehen zu verfolge. Immer noch hatte er das volle Glass mit Vodka in der Hand, welches er lässig vor sich hielt, etwa so wie man es mit einer Flasche Bier machen würde. Zumindest hoffte Aiden das dies für den Augenblick ausreichen würde um ihn als neugierigen Gaffer abzustempeln.
 
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Wieder einmal knallten Schüsse durch die finsteren Stunden Finstertals. Und man müsste eigentlich meinen, dass die Menschen in Finstertal langsam lernten, ihre Konflikte friedlich zu bereinigen, mit all den Explosionen und Gewaltdelikten, die hier vorfielen. Oder waren die, die lernen wollten einfach schon über den Haufen geballert worden?

Zumindest schien es den Russen nicht all zu sehr zu kümmern, dass seine eigenen Leute noch im Schussfeld standen, zum Glück waren die Schüsse wirklich etwas hoch angesetzt. Dima lies sofort den Mann, den die muntere Gesellschaft inzwischen als Felix kannte, los und hechtete in Deckung.
Der Skinhead, der vorhin gesprochen hatte schien weder das Glück noch den Verstand zu haben. Eine Kugel traf ihn am Hals und er fiel auf den Boden, das Gesicht schmerzverzerrt und die Hand auf die blutende Wunde gedrückt. Ihn Felix gewimmer einstimmend war er sofort der einzige Skinhead, der noch zu sehen war. Alle anderen gingen sofort in Deckung und sammelten sich hinter den parkenden PKWs oder an der Außenseite des Gebäudes. Es schien sich hier nicht um ein organisiertes Rudel zu handeln. Das ganze schien eine impulsive Gruppe mit Eigendynamik zu sein, die durch einen dummen Fehler einer Prostituierten auf die russische Mafia gehetzt worden war.
Wenn man die Sache also aus einer gewissen Distanz betrachtete erschien einem Juris Methode des harten Bestrafens plötzlich als sehr passend. Hätte sich die Frau nicht gewehrt, wäre das alles hier nicht passiert.

Natürlich konnte man Felix die Schuld geben und sagen, dass es sich eigentlich nicht gehörte Frauen zu schlagen. Aber hey, das hier war business, das hier war eine dunkle Welt voller finsterer Orte.

Der autoriäre Ton des Russen schien weniger Auschlag zu geben als die Worte AK. Es schien als würde sich aus dem wilden Rudel plötzlich ein Anführer, oder zumindest Wortführer bilden, der mit einer heiseren Stimme in den Raum schrie.
"Ich will verdammt noch mal wissen was ihr Russen mit Felix gemacht habt..."
 
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"Er hat bekommen was er verdient hat! Eine meiner Nutten hat ihn so zugerichtet. Wenn er sich gegen eine Schlampe schon nicht zur Wehr setzen kann, sollte er vielleicht besser nicht gar nicht erst herkommen. Schwächlicher Bastard! Das Viertel hier ist was für Männer und nicht für Schlappschwänze, merkt euch das. Also nehmt euch den kleinen Spinner und verschwindet von hier! Das ist meine letzte Wahrnung Pimmelkopf! VIER!"

Dem Russen waren die Konsequenzen seines Handelns offensichtlich vollkommen egal. Er würde hier schießend siegen oder sterben untergehen, aber unter keinen Umständen weichen. Anscheinend sah dies die gesamte restliche Kneipe, Aiden ausgenommen, denn der schien noch Verstand zu besitzen, genauso.

Echte Russen hätten verstehend mit dem Kopf genickt und spätestens jetzt darauf verwiesen, das Verhandlungen und Vernunft hier mit größter Wahrscheinlichkeit fehl am Platze waren. In Russland gab es einen Namen für das Volk das sich heute hier herum trieb. Und es war dort ebenso gefürchtet wie verhasst.
Tschetschenen!
Entweder man tötete sie, oder man ließ sie gewinnen! Grauzonen gab es bei diesen Männern nicht! Die Reichen und Schönen in Moskau vergleichen noch heute ihre Macht anhand der Zahl ihrer tschetschenischen Leibwächter.

Die Skins hatten hier nicht in ein Wespennest gestochen, sie hatten sich mit ihrem Allerwertesten vorran in ein Nest von Feuerameisen gesetzt.
 
AW: [04.05.08] Alpha gehabe

Für Aiden stellte sie die Situation durchaus komplett anders dar und zwar so das Juri seinen Bezirk nicht unter Kontrolle hatte. Vielleicht mochte es an der Stadt selbst liegen, aber Aiden war es gewohnt das kleine Lichter wie diese Skinheads wussten mit wem sie sich anzulegen hatten und mit wem nicht. Die Syndikate waren definitiv, zumindest in Aidens Blickfeld, unter denen die man nicht angriff. Da wo er her kam hatte man Respekt vor den Syndikaten und das Juri mit der AK rumballerte und dies niemanden zu beeindrucken schien sagte schon eine Menge über Juri und seine Organisation aus. Es fehlte nur noch das Juri den Punks anbot die Nutte rauszurücken um sie milde zu stimmen.

Sich immer noch im Hintergrund haltend entschied sich Aiden das ganze weiter anzusehen und wenn Juri die Lage nicht schnell in den Griff bekommen würde, würde er selbst eingreifen müssen. Aiden konnte sich kaum vorstellen das nach dem abfeuern eines Sturmgewehrs die Polizei lang auf sich warten ließ und bis diese anrückte musste die Situation geklärt sein oder Juri würde für sein Versagen die Konsequenzen tragen. Pascha Oleg hatte ihn gewarnt das Juri mit einem Fuß im Knast stand und Aiden hatte kein Interesse daran einzuschreiten und einen Mann zu retten der sich nicht nur auf diese Art überreagierte und dann nicht beendete was er begonnen hatte.

Aiden hatte einmal Sascha gesehen wie sie mit einer ähnlichen Situation umgegangen war. Noch ehe sie den ersten Satz gesagt hatte, war schon der erste der Punks tot gewesen und eine wahre Armee von russischen Waffen hatten ihre Knarren auf die fünf unglücklichen betrunkenen Punks angelegt die es gewagt hatten Sascha anzumachen. Man nannte die Bratva nicht ohne Grund noch den rote Mob. Andererseits musste er wohl Juri vertrauen das dieser sich besser in Finstertal auskannte als Aiden dies tat. Vielleicht gab es einen Grund wieso die Skins noch den Mund öffnen konnten und es sich erlauben konnten so mit ihm zu sprechen.
 
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Außer Dima schien noch keiner der Anwesenden wirklich verstanden zu haben, was hier passierte. Zumindest kam tatsächlich noch so etwas ähnliches wie ein Gespräch zustande. Dima blickte zwischen seinem Boss und der leeren Türe hin und her. Der Kerl der am Boden lag und blutete wimmerte immer noch, auch wenn es langsam in ein Röcheln über ging. Neben Dima, der sich hinter der Mauer in Sicherheit gebracht hatte lag der Kunde, der eigentliche Auslöser dieses Schlamassels.
So wie Dima das sah kannte der Kerl die Skinheads draußen und hatte sie angerufen, nachdem ihm das mit der Hure passiert war. Die Skins und die Russen draußen mussten sich angepöbelt haben, so wie es eben passierte wenn Testosteron auf Testosteron traf. Scheinbar schien es den Skins jedoch nur darum zu gehen den Kerl abzuholen. Doch die Situation war jetzt eine völlig andere.
Dima sah zu Juri. Er wusste das sein Boss die Sache in der Hand hatte. Klugerweiße hatte der Boss auch ein Ultimatum gestellt, was dazu führte, dass die anderen draußen reagieren mussten und nicht zum agieren kamen.

Von draußen war erst einmal nichts zu hören, doch dann schrie eine andere Stimme -die sich leicht überschlug- durch die Nacht.
"Okay, okay, Ivan. Nicht schießen und wir kommen ihn holen...?!"
Es klang mehr nach einer Frage denn einer Aussage.
Dima sah wieder zu dem am Boden liegenden Skinhead. Er fragte sich, was die Skins später aus der Sache machen würden. Und er hatte das Gefühl, dass ihnen hier gerade ein Krieg bevorstehen könnte. Klar, das waren nur irgendwelche Biertrinkenden Punks, aber die waren verdammt schnell und ziemlich organisiert hier eingetroffen. Kurz überlegte er, ob es auch nicht in den Nachrichten gehießen hatte, dass irgendwelche politischen Spinner vor ein paar Tagen die Stadt in Brand gesetzt hatten. Er war viel zu beschäftigt gewesen seinen Job zu tun, als dass er sich um sowas wie Politik kümmern konnte, aber irgendwer hatte davon gesprochen, dass es eine neue radikale politische Bewegung gab, oder so ein Kram.
 
AW: [04.05.08] Alpha gehabe

Der Skin wollte deeskalieren und machte dabei auch alles richtig, dann aber unterlief ihm ein kleiner Fehler. Er sagte Iwan. Juri war wie die meisten hier Tschteschene und kein Volk auf der Welt hatte in den letzten hundert Jahren mehr unter den Russen gelitten als das sein. Nun, die Afgahnen vielleicht, aber was kümmerten die ihn?

Juri hatte das Gefühl seinen Forderungen etwas Nachdruck verleihen zu müssen, außerdem half ihm Gewalt beim Denken. Er zeigte daher auf den liegenden Felix und drückte ab. Er zielte nicht, aber er Schoß auch nicht absichtlich daneben. Ihm war danach und er hielt es für das richtige!

"Fünf!" sagte er noch, als ob das seine Handlung und auch alles Weitere begründen würde.

Herausfordernd sah der Tschetschene in die kahlköpfige Menge, beinahe bittend hielt er die Pistole in die grobe Richtung. Los kommt, wer ist der Nächste, sagte der Blick und es schien ihm zu gefallen. Die restlichen Barbewohner schienen Gefallen an dem Geschehen zu finden. Es war als freuten sie sich auf den bevorstehenden Kampf.

Sollte inzwischen Polizei in der Nähe sein, so würde sie warten bis das Gröbste hier vorbei war. Wer in Finstertal lebte, lernte wann es Zeit war sich einzumischen und wann mans ich besser noch etwas raushielt.
 
AW: [04.05.08] Alpha gehabe

Wenn nicht bald irgendetwas passieren würde, wäre die Polizei am Ende wahrscheinlich wirklich der klärende Faktor in diesem Problem. Der Schuss traf den am Boden liegende Felix. Nach einem Aufschrei hielt sich der keuchende Mann das linke Bein und begann am Boden herum zu kriechen. Blut trat aus der Wunde aus und die Kleidung sog sich langsam damit voll. Auf dem Boden waren schlieren des roten Saftes zu sehen. Die ganze Situation wirkte ziemlich abstrus und eigentlich fast wie aus einem Tarantinofilm. Auch wenn es dann wesentlich mehr coole Sprüche und Blut geben würde.

Von den Skins kam kein einziges Wort mehr, nachdem die Mafia das Feuer eröffnet hatte. Es schien als hätte sich jeder einfach so gut wie möglich in Deckung gebracht. Was wollten diese Typen eigentlich von dem organisierten Verbrechen? Wussten die nicht, dass das eine völlig andere Kategorie war?
Wahrscheinlich war das Problem in Alkohol, Übermut und vor allem Stolz zu finden. Man konnte doch jetzt nicht einfach seine Sachen packen, die Kameraden am Boden liegend verrecken lassen und von dannen ziehen. So gerne das vielleicht der ein oder andere getan hätte, es gab so etwas wie einen Gruppenzwang. Die Dynamik in der Gruppe war eine völlig andere als die des Individuums. Wer jetzt den Schwanz einzog war nicht nur ein Waschlappen, schlimmer noch, er war ein Verräter.

Nach wenigen Sekunden absolutr Stille -mal von dem gurgelnden Schnaufen des einen Skins der draußen lag und dem Schreien von Felix im Gebäude abgesehen- lugt plötzlich ein Arm von der Seite des Eingangs hervor und warf einen Flaschenähnlichen Gegenstand in Richtung Hausinneres. Das eine Ende war in Brand gesetzt worden und die wenigen Sekunden die einem blieben zu realisieren, was das war, sollten man besser nutzen um sich in Sicherheit bringen.
Molotovcocktail, wie passend.
 
AW: [04.05.08] Alpha gehabe

Eigentlich ging es Aiden bereits zu weit und als Juri ein weiteres mal das Feuer eröffnete, stellte der Kainit langsam das Glas auf die Seite und wollte gerade los laufen um den Tschetschenen zur Beendigung des Dilemmas zu bewegen als die Kriegsansage geflogen kam. Die erste Stichflamme ließ Aiden automatisch zurückweichen und etwas in Abstand gehen. Ein einzelner Cocktail war kaum genug um mehr Feuer zu erzeugen als ein großes Lagerfeuer, doch Aidens Instinkt ließ ihn dann doch tiefer in das Lokal weichen, wo er nebst einer Hure mit Schaumfeuerlöscher, offensichtlich war man hier in Finstertal aufgrund des Gefahrenpotentials auf genau solche Brandgeschosse vorbereitet, auch einige weitere Schläger ihrerseits die Waffen zu holen.

Die Kriegserklärung der Skins war mehr als offensichtlich und hätten sie ihn nicht mit dem Feuer ausgeschlossen, hätte Aiden sich vielleicht um eine Deescalation bemühen konnen, nicht das er es jetzt nach diesem Angriff noch wollte. Das Pöbeln hätte sie lediglich einen ihrer Freunde gekostet, nun hatten sie einen Krieg begonnen und das auch noch ausgerechnet in seinem Beisein. Nein, der Tag begann alles andere als Gut. Gerade als er das Kommando übernahm, musste so etwas passieren.

Aiden griff sich einen der Gorillas, während das Geräusch des Schaumfeuerlöschers bereits aus der Richtung des Eingang erklang und fauchte, gerade noch seine Vampirische Natur verbergend: „Du sorgst dafür das ihr mir einen von denen Lebend bringt.“

Gerade als der Kainit sprach setzte das Feuerlöschsystem den ganzen Laden mit dem Sprinklersystem unter wasser.
 
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