AW: Welche Berufe kann ein Werwolf ausüben?
Wer sagt das Gurahl Kindergärtner sein können ?
Generell muss man sagen, dass "Der Fluch" von vielen Autoren recht stiefmütterlich behandelt wird. Ich bin mir sicher, dass einige der Autoren (dass sind ja auch z.T. freie Mitarbeiter), keine Ahnung vom Fluch haben oder wie gravierend dieser in den Regeln sein kann/könnte.
Und ganz ehrlich, die Regelung ist auch Müll.
Selbst wenn sie nur die Startwerte ihres Vorzeichens haben könnten Ahroun nur mit 37% der Menschen sinnvoll umgehen. Ein Galliard nur mit 52%, ein Philodox nur mit 70%.
Das ist irgendwie unbefriedigend, wenn die Handlung im Vordergrund steht. Bei einem Spiel wo der Garou in die Tankstelle geht um zu bezahlen und der Spielleiter den d% auspackt und danach bestimmt, dass der Tankwärter erstmal die Pumpaction zieht, nachdem seine Tochter schreiend durch die Hintertür rennt, nur weil sie den Garou sieht, dann geht was schief.
Klar, wenn man durchsetzen will, dass alle Garou Mondbrücken nutzen und nur über Blutsverwandte irgendwas in der Stadt tun können, dann mag so eine Regelung sinnvoll erscheinen, aber abgesehen davon ist die Regelung einfach nicht sinnvoll.
Ein Ahroun der über Charisma funktioniert wird dadurch völlig beschnitten, weil er zwar mit seinen Führungsqualitäten sein Rudel motivieren kann (oder alle anderen Garou) aber mit fast keinem Menschen irgendwie was nettes sagen, ohne dass dieser weg rennt, schreit oder apathisch erstarrt.
Um zu symbolisieren, dass Garou eben nur mit anderen Garou leben können, oder dass sie nicht unter Menschen glücklich werden können, war die Zusatz-Regelung aus der 2nd Edition ein für das allgemeine Spiel sehr viel sinnvollerer Weg.
Denn wenn ich für den laufenden Monat würfele, ob es zu einem Zwischenfall kommt, und das ist der Fall, kann ich als ST dass auf eine Weise in das Spiel einbinden, die ich für richtig halte.
Wenn die Regeln von mir erwarten, dass ich alle Aktionen mit Menschen entsprechend behandle, dass sobald Zorn>Willenskraft was auch immer an Scheiß passiert, dann finde ich als Spielleiter das einschränkend, weil ich vor lauter Mikromanagement meine Geschichte nicht erzählen kann. Vor allem, wenn ich bei der Verteilung der Willenskraft bei Menschen nach der Deliriumtabelle geht. Ich denke auch, dass ist der Grund warum wenige der Autoren auf den Fluch eingehen. Nicht in Quellenbüchern, nicht in Abenteuerbänden und nicht in den Romanen, nein, ich kann mich an keine Stelle erinnern, wo der Fluch beschrieben wäre, außer im Grundbuch und zu gewissem Maß im "Kinfolk:Unsung Heroes".
Langer Rede kurzer Sinn: Kindergärtner wird man als Gurahl, indem ein Autor irgendwo schreibt, dass man es ist. Oder ein Spielleiter das zulässt. Das können Garou auch. Die Frage ist, ob das sinnvoll ist. Thema des Spieles Werwolf ist, dass diese eben keinen Platz unter den Menschen haben, wie auch immer der Spielleiter das umsetzt. Echte Freundschaft gibt es nur im Rudel. Punkt.
Was die Fera angeht, die haben z.T. gar keine Rudel und deren Mentalität ist auch z.T. etwas anders und generell sind die meisten Breedbooks und der PGttCB ganz toll darin neue Kulturen zu beschreiben und abgefahrene neue Gaben zu präsentieren, aber bestimmte grundlegende Mechaniken, die ggf. gleich oder anders sind als bei Garou, werden meistens irgendwie vergessen. Oft stelle ich mir die Frage, ob diese Dinge überhaupt im Spiel getestet wurden, denn selbst wenn die Kräfte ausgewogen erscheinen, fehlen mit unter ganz grundlegende Informationen, was Keinem aufgefallen zu sein scheint.
Das MET ist manchmal besser, weil da zumindest einige ganz praktische Beschreibungen drin stehen...