AW: [Cons] Wie entscheidet ihr, was ihr leitet?
Frage 1: Will ich das leiten?
Genau, jedoch vorher noch Frage 0: Will ich ÜBERHAUPT etwas leiten? (Z.B. wenn ich absehbar vorher nicht genug Zeit zur Vorbereitung haben werde.)
Bei "Will ich das leiten?" kommt auch noch eine zweite Absicht dazu: Was will ich mit der Runde bezwecken? WARUM will ich das leiten?
Will ich es leiten, um es selbst einmal (eventuell das ERSTE Mal) auszuprobieren? - Das ist dann immer kritisch hinsichtlich der Frage "KANN ich das überhaupt halbwegs akzeptabel beim ersten Ausprobieren leiten?"
Will ich es leiten, um andere Leute für mein Lieblingssystem zu begeistern? - Dann nehme ich lieber Szenarien/Settings, die ich SEHR GUT kenne, worin ich mich wohlfühle, die ich begeisternd vermitteln kann, denn ich möcht ja mit meinem Leiten anderen Rollenspielern auch meine eigene Begeisterung vermitteln können. - Hier gelten alle Anforderungen an Einführungsszenarien, Systemvorstellungen usw.
Will ich es leiten, weil es solch ein Exoten-Rollenspiel ist, daß ich im heimischen Umfeld Schwierigkeiten habe, eine Runde mit ausreichend Spielern zusammenzubekommen? - Dann dürfte man erwarten, daß auf einem Con ausreichend Spieler zu finden auch nicht so leicht sein wird. Also besser Werbung machen, Spieler schon länger im Vorfeld rekrutieren, usw.
Frage 2: Kann ich das leiten?
Klarer Fall. - Nur leider vielen oft doch nicht so klar.
Manche Rollenspiele WILL manch einer gerne leiten, dem diese aber nicht wirklich liegen. - Hier eine bessere Selbsteinschätzung VOR dem Con zu bekommen ist aber auch nicht leicht.
Wenn man sich unsicher fühlt, dann wird man seine Unsicherheit auch ins Spiel mitnehmen. Und ein unsicherer Spielleiter ist ein Garant für geringen Spielspaß.
Wenn man sich seiner nicht sicher ist, dann lieber nicht auf einem Con leiten/anbieten, sondern erst im häuslichen Umfeld üben, ausprobieren, Sicherheit gewinnen.
Frage 3: Kann ich mich bis dahin ausreichend darauf vorbereiten?
KRITISCHER Punkt für alle Berufstätigen. - Zeit für einen Con an einem Wochenende kann ich leichter mal freimachen als die Zeit Wochen davor eine oder mehrere Runden vorzubereiten.
Es hilft, wenn man eine Handvoll schon mehrfach geleiteter Con-Szenarien hat, mit denen man selbst Spaß hat (d.h. die nicht beim fünften Leiten langweilig werden) und die z.B. anderen Rollenspielern die eigene Begeisterung für ein bestimmtes Rollenspiel gut vermitteln können. - Solche selbst-vorbereiteten Szenarien kann man sich einen Tag vor der Con schnell noch einmal durchlesen, falls sie 3D-Szenerie oder Battlemaps benötigen, dann läßt man diese noch ein wenig früher aus dem Drucker und bastelt ggf. das Ganze zusammen (Achtung! 3D-Szenerie kann SEHR VIEL der Szenario-Vorbereitungszeit fressen. Beispiel: Ein Papier-Hovercraft z.B. für Necropolis dauert im Basteln 5 bis 6 Stunden. Zeit, in der man wirklich nur schneidet, faltet, klebt, biegt, usw. - man hat dann ein Fahrzeugmodell aber noch KEIN Szenario!)
Ich leite bei einem Wochenend-Con meist zwei Szenarien - ein neues und ein bekanntes, welches ich schon mindestens einmal geleitet habe. Das Bekannte kann ich zeitlich besser einschätzen und darin bin ich auch sicher. Das Neue soll vor allem MEINE Interessen befriedigen, weil ich auf einem Con auch mal neue Wege gehen, neue Dinge ausprobieren mag.