AW: Wer ist der Rollenspieler?
Das sind ja alles ganz interessante Statements. Finde ich gut dieses jede Subkultur ist in ihrer reinsten Auspregung irgendwie peinlich. Diese uniformierte Mode hilft als Teenie Anschluss zu finden, dass sehe ich auch so. Plus, wenn man diese ganzen Nietenarmbänder, Baggypants, Matrixmäntel oder Buffaloschuhe sich besorgen muss, erfüllt man ja ganz brav seine Konsumenten pflicht, was ich wenig rebellisch finde.
Ich finde allerdings, dass man auch gar nicht rebellisch sein muss. Es gibt ja in einer Gesellschaft immer erneuernde und erhaltene Kräfte, die auch beide gebraucht werden.
Ich habe mich immer für unausgetretene Pfade interessiert, habe aber auch ganz konservative Seiten, was z.B. Familie angeht. Ich finde Rollenspiel ist eine sehr bunte schöne Sache, die viel Spass macht und ein ästhetisches Bedürfniss befriedigt, wie Tanzen, Singen und Sex eben etwas menschliches. Ich finde in einer Zeit in der der Industriestaat immer mehr darum bemüht ist seine Bürger fit und produktiv zu halten und in dem Realität auf die anerkanntesten wissenschaftlichen Theorien reduziert wird, ist es einfach schon rebellisch dem gesunden Spieltrieb nachzugeben, sich mit Kumpels an nen Tisch zu setzen und sich 6 Stunden exotische Reiche, seltsame Kreaturen und romantische oder gruselige Abenteuer vorzustellen. Wie Rock 'n Roll gibt es einem einfach die möglichkeit Gefühlen Platz zu geben, den sie im Alltag nicht haben.