X-Ray-3 an Zentrale

Mit der Jagd auf Geister und seltene Ancients-Artefakte sind Abenteuerspiel-Fans dank der Reihen John Sinclair und Justifiers gut vertraut. Aber bald werden die Spieler sich auch auf das Parkett der weltweiten Spionage wagen können, auf dem es von größenwahnsinnigen Verbrechern und verrückten Wissenschaftlern nur so wimmelt.

Die Rede ist natürlich vom Larry-Brent-Abenteuerspiel. In ihm schlüpfen die Spieler in die Rolle von PSA-Agenten. Diese vom mysteriösen X-Ray-1 geleitete „Psychoanalytische Spezialabteilung“ wird immer dann gerufen, wenn die Geheimdienste und Rechtsschützer der Welt nicht mehr weiterkommen. Die Agenten mit Decknamen wie X-Ray-3 (der namensgebende Larry Brent) beziehungsweise X-Girl-C müssen sich vor der Aufnahme in diese illustre Organisation rigerosen Tests unterziehen, so dass nur die Besten der Besten genommen werden. Und zu diesem elitären Kreis gehören auch die Helden des Larry-Brent-Abenteuerspiels.

Das Spiel basiert auf den berühmten gleichnamigen Heftromanen des Autors Dan Shocker (ein Schlingel, wer dahinter ein Pseudonym vermutet) und den daraus entstandenen Hörspielen.

„Moment mal“, rufen Kenner der Reihe jetzt vielleicht. „Larry jagt doch auch Übernatürliches“ und damit hätten sie natürlich Recht. Trotzdem muss keine Sorge aufkommen, dass sich die Spiele zu Larry Brent und John Sincair zu sehr ähneln könnten. Zwar wird auch Larry Brent auf den Regeln des Ulisses-Universalsystems basieren, aber so wie Justifiers sich vom Spielgefühl erheblich von John Sinclair unterscheidet, wird auch Larry Brent seine ganz eigene Stimmung entwickeln.

Das Übernatürliche ist bei Larry Brent eher eine Fußnote. Viel öfter stecken biologische Waffen, durchgeknallte Wissenschaftler und internationale Verschwörungen hinter den rätselhaften Vorkommnissen. Immerhin befinden wir uns mitten im kalten Krieg.

Jawohl, richtig gehört! Wir haben uns entschlossen, Larry Brent Anfang der 80er Jahre anzusiedeln. Das Jahrzehnt der Schulterpolster, des C64 und des atomaren Gleichgewichts wird die Kulisse für die Fälle der PSA-Agenten stellen. Auf diese Weise sehen sich die Spieler ganz neuen (oder besser: alten) Herausforderungen gegenüber, die viele von ihnen nur noch aus der Kindheit oder gar nicht mehr kennen.

Recherchen ohne Internet, Filme auf Videobändern, Telefonanrufe nur aus Telefonzellen oder maximal vom Autotelefon aus – da wird schon eine einfache Personenüberprüfung manchmal zur Herkulesaufgabe. Glücklicherweise besitzen die Agenten ihren PSA-Ring, mit dem sie jederzeit weltweit Kontakt zur Zentrale aufnehmen können und damit auch zu den Supercomputern „The Clever Sophie“ und „Big Wilma“.

Die Spieler können sich also auf ungewöhnliche Abenteuer mit Retro-Charme freuen und ich möchte wetten, dass mehr als ein Agentenpärchen die Namen Mulder und Scully tragen wird.



Autor: André Wiesler
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