Silvermane schrieb:
gnadenbrot schrieb:
Sport ansich fördert auch das geistige Leistungsvermögen. Jemand, der beispielsweise im Sport erfolgreich ist wird es auch bei geistigen Aufgaben sein - so sein Gehirn es zulässt.
*husthust*
Du kennst aber die geistreichen Kommentare unserer Starfußballspieler, die sie manchmal im Interview vom Stapel lassen? Wer schnell rennen und feste treten kann, muß noch lange kein Talent für geistige Tätigkeiten haben.
Das Zitat "Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper" existiert nicht von ungefähr bereits seit der Antike.
Außerdem beachte man das Fettgedruckte in meiner Ausführung
😉
Auch habe ich das Gefühl, dass du die publizierten Unterhaltungsmedien als gängiges Material in die WoP einstufst. Meiner Meinung nach funktioniert das so nicht.
Das sind Extreme.
Wenn diese Fernsehsender die Regel wären, würde die normale, gestresste Durchschnittsmutter ihrem Kind eine .45er in die Hand drücken und es nach draußen zum Spielen schicken.
Erzähl mir nicht, dass Du die Grausamkeiten von Terroristen und Soldaten bspw. im Irak oder Afghanistan gespannt verfolgst und nur drauf wartest, dass es den Reporter life vor der Kamera auch noch erwischt!
So funktioniert der menschliche Geist nicht ganz.
Selbst wenn es völlig wüste Moralvorstellungen gibt wird der größte Teil der Menschheit - wo auch immer - in seinem tiefsten Inneren das Töten anderer nicht als "normal" ansehen. Egal ob es in RL oder in der WoP ist.
Nur, weil die Nachbarn nachts keine Ruhe geben wird nicht gleich mit der Schrotflinte durch die dünne Wand geschossen.
Dementsprechend wird es auch normale Sportarten geben.
Selbst das Synchronschwimmen wird irgendwo bei den 'zig Hundert Fernsehsendern übertragen werden. Und auch die werden Einschaltquoten haben, die es ihnen ermöglichen werden zu existieren.
Der Alien-6-Channel ist genauso ein Extremfall, wie es der Contract-Circuit ist. Nur weil es gezeigt wird ist es nicht gleich normal. Auch wenn es "Nackte Tatsachen" gibt wird ein "Hauch von Nichts" immer noch erotischer sein.
Der große Anteil von Arbeitslosen in der WoP wird u.U. dafür sorgen, dass frustrierte Alkoholiker sich danach sehnen zu sehen, wie jemandem mal so richtig aufs Maul gehauen wird.
Aber es gibt auch noch andere Menschen in der WoP.
Selbst DT-Kids sind nicht automatisch Mörder, Räuber und Vergewaltiger, nur, weil es diese Fernsehsendungen gibt.
Ein Ball, ein Korb, eine durch ein anderers Gebäude oder eine Straße überdachte freie Fläche reicht aus, um auch ihren Bedürfnis nach Bewegung entgegen zu kommen.
150kmh oder ein Ball und ein Korb ist keine Sache, die man vergleichen kann. Für das eine brauch man 5 Unis, für das andere 5000.
Wenn wir schon dabei sind zu zitieren, führe ich mal einige Wissenschaftler an, die Sport im Mittelalter untersucht haben. Einer Zeit, wie sie sehr dunkel und hart war für den Einzelnen. Trotzdem haben sich die Leute nicht nur! gegenseitgi die Köpfe eingeschlagen. Es gibt schließlich einen Grund, warum bestimmte Sportarten, wie z.B. Leichtathletik (Griechen-->Olympische Spiele) und Fussball (12. Jahrhundert in Italien) schon seit 1000 oder 2000 Jahren existieren, betrieben werden und sich immernoch größter Beliebtheit erfreuen.
Sport als Unterhaltung und Wettkampf erfreute sich über alle Gesellschaftsschichten hinweg großer Beliebtheit. Dazu ein paar Auszüge aus "Bewegungen in Mittelalter und Renaissance - Kämpfe, Spiele, Tänze, Zeremoniell und Umgangsformen" von August Nitschke, Pädagogischer Verlag Schwann-Bagel:
"Als Kennzeichen sportlichen Verhaltens gelten im hohen und späten MA die Bewegungsweisen, deren Motive die Beweggründe der Freude, des Leistungsvergleiches, der Selbstbestätigung und bis zu einem gewissen Grade der Gesundheit sind. ... Turniere gelten "als ein Sportfest". Dabei stützen sich die modernen Wissenschaftler auf Erzähler wie Snorri Sturluson, der die Ausbildung des jungen Königs Olaf folgendermaßen beschreibt:
Er wußte wohl mit dem Bogen umzugehen und war ein guter Schwimmer. Er war ein Meister in jedem Spiel und wollte stets der Erste sein, wie es ihm zukam bei seinem Rang und seiner Abstammung.
Gegen diesen sportlichen jungen Mann erscheintdann das "brave Kind", etwa Guibert von Nogent, als recht bedauernswert. Unter diesem Gesichtspunkt werden ganz unbefangen die verschiedenen Formen der Bewegung interpretiert, in Ringen und Stoßen, Klettern und Fechten. Sie sollen mit Spielen zusammenhängen, die uns im MA ebenfalls bezeugt sind, mit dem Steckenpferd, mit dem Ball und mit der Kugel, mit Fangen- und Haschenspielen, mit einer Art Plumpsackspiel und dem Blindekuhspiel.
Bedauernd wird nur festgestellt, daß es damals überregionale Maßeinheiten nicht gab, so daß Höchstleistungen entweder nur lokal oder gar nur im Augenblick des Wettkampfes von Bedeutung waren. ...
... Von den gerade geschilderten Interpretationen weichen Untersuchungen der englischen, belgischen und französischen Historiker deutlich ab. Deren Interesse gilt oft Leibesübungen der unteren Schichten, die noch auf dem Lande anzutreffen sind. ... Es fiel auf, daß die meiseten dieser Übungen auf eine Tendenz zur Identifikation mit einer mythischen Gestalt oder mit mythischen Ereignissen hinweisen. ... Um diesen Zusammenhängen näher nachzugehen, wurden die Tage, an denen diese Spiele stattfanden, genauer betrachtet. Es handelte sich um Termine, die selbst in christlicher Zeit häufig auf ältere heidnische Feste hindeuten, etwa auf den "fetten Dienstag" vor der Fastenzeit oder auch auf das Halbfasten. Schließlich war aus den Teilnehmern solcher Übungen oder Spiele zu entnehmen, in welche Tradition diese gehörten. So wurde beobachtet, daß verheiratete gegen unverheiratete Männer ein Hochzeitsspiel durchzuführen hatten oder der Bräutigam nach der Hochzeitsnacht eine Ballschläger und zwei neue Bälle überreichen mußte oder eine junge Frau, die im vergangenen Jahr geheiratet hatte, einen Brautball werfen sollte. Selbst die bei diesen Übungen verwandten Gegenstände, etwa die Bälle, erwiesen sich als interpretierbar. In Geldenakten in Brabant wurde der Spielball auf Kosten der Stadt geliefert und sollte so dick wie der Kopf eines Menschen, mit Pferdehaaren gefüllt und mit Fell überzogen sein. Die Namen der Spiele gaben weitere Hinweise. Einige, die in Klöstern stattfanden, also in der Nähe von heiligen Orten - etwa ein Kegelwerfen - wurden "Heidenwerfen" genannt."
dpa schrieb:
Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt das Schlittschuhlaufen - zumindest in den höheren Kreisen - als reine Männersache. Frauen sah man in früheren Jahrhunderten selten auf dem Eis.
Bereits im 12. Jahrhundert soll das Schlittschuhlaufen in England erstmals von seiner sportlich-kämpferischen Seite von sich Reden gemacht haben. Ein Chronist notierte damals, wie sich junge Männer Schienbeinknochen von Tieren unterschnallten, sich mit Hilfe von Eisen beschlagenen Stöcken vom Eis abstießen und so vorwärts bewegten. Dabei sollen gelegentlich auch Wettkämpfer frontal aufeinander zu gelaufen sein und versucht haben, sich durch Stoßen mit den Stöcken gegenseitig aus dem Gleichgewicht zu bringen und aufs Eis zu schleudern. Ernsthafte Verletzungen seien dabei an der Tagesordung gewesen.
Auch ein holländischer Bericht vom Ende des 14. Jahrhunderts schildert die Gefahren des Eislaufens: Damals soll ein Mädchen aus gutem Hause beim Schlittschuhlaufen so unglücklich gestürzt sein, dass es für den Rest des Lebens bettlägerig blieb und sich fortan nur mehr geistlichen Dingen widmen konnte. Auf Grund dessen später selig gesprochen, galt Lydwina van Schiedams, deren Unfall um das Jahr 1498 in Form eines Kupferstiches sogar dokumentiert wurde, als Schutzpatronin der Schlittschuhläufer.
Die holländischen Marktweiber sollen sich noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts der seligen Lydwina anvertraut haben, wenn sie an Wintertagen auf Schlittschuhen mit einem vollen Korb oder Krug auf dem Kopf auf den Markt fuhren.
Da das Schlittschuhlaufen lange Zeit als reine Männersache galt, durfte sich ein auf seinen guten Ruf bedachtes Mädchen vielfach noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht beim Eislaufen erwischen lassen und konnte sich bestenfalls heimlich vergnügen. Fand sich allerdings ein Schlittschuh begeisterter Begleiter ein, konnte sich die junge Frau in angemessener Kleidung auf einem sog. Schlittenstuhl aufs Eis führen lassen, um die Künste der Eisläufer zu bewundern ...
Jetzt fragt ihr: Mittelalter - WoP ... Wo ist da die Parallele?
Brot und Spiele.
Ein altes Zitat, das Silvermane in seinem Beitrag als Begründung genutzt hat.
Die Menschheit giert seit Jahrtausenden danach. Trotzdem schlägt sich keiner deswegen die Köpfe ein.
Sicherlich gab es in der Antike blutige Gladiatorenkämpfe. Aber es gab
auch andere Sportarten, die sich der Beliebtheit der Menschen erfreuten.
so far...