AW: Gute Stimmung im Rollenspiel
@Veloriel: Hast Du jetzt vor hier weiter Brocken rein zu werfen und wir sollen fleissig anbeissen?
Es gibt meiner Ansicht nach keinen Stimmungsbaukasten aus dem ich die Elemente A, B und C heraus greife und dann habe ich die Stimmung die zur Szene passt. Sinnvoller als sowas zu suchen ist es IMHO, es mal anders herum zu versuchen und die Szenen danach zu gestalten, wie die Stimmung nunmal gerade ist. Dann merkt man schon was passt und was nicht.
Wenn meine Leute zusammen kommen und alle völlig aufgekratzt sind, die ganze Woche malocht haben wie die kranken Affen, sich erstmal abreagieren müssen und dank mangelnder Absprache für alle am Tisch übermäßig Bier und Schnaps da sind, werde ich mir sicher meine lange geplante Tränendrüsenszene in die Haare schmieren und erstmal was vor die Fäuste liefern. Schließlich bin ich als Spielleitung auch Dienstleister. 😉 Nee, aber das es dann vermutlich nichts wird mit getragener Stimmung, ist doch klar. Wie auch?
Zur Frage: Actionszenen sollten für mich immer erstmal schnell sein. Dynamik ist das A und O. Planung ist zwar nett und taktisches RPG hat irgendwo seinen Reiz, aber ewig lange Absprachen wer jetzt von wo welchen Gegner angeht sind mir als Spielleiter unlieb. Deshalb poche ich auf schnelle Entscheidungen, speziell wenn absehbar wird, dass eine Diskussion die Entscheidung nur hinauszögert und nicht verbessert. Wie beim Horror-Setting muss der Druck der auf den Charakteren lastet zu einem gewissen Teil am Spieltisch ankommen.
Alles in Allem halte ich viel davon die Aktionen zu visualisieren und nicht einfach zu würfeln. "Du hechtest hinter die Mülltonnen, sekundenbruchteile bevor an der Stelle wo du eben noch warst ein Dutzend Kugeln einschlagen." kommt einfach besser als "Joh, Ausweichen geschafft. Keine Treffer." Auf keinen Fall übertreiben oder zu sehr theoretisieren, niemand will 5 Minuten (laienhafte) Ausführungen über Balistik oder Angriffswinkel nach jedem Wurf.
Das visualisieren sollte übrigens keine Sache der Spielleitung sein, sondern auch von SpielerInnenseite erfolgen. "Ich greife waffenlos im Nahkampf an." klingt nunmal schlechter als "Die kriegt was auf's Maul. Ich spuche ihr ins Gesicht, hole aus und verpasse ihr eins das es kracht." Solche Ansagen sollten dann auch von SL-Seite gewürdigt werden und nicht mit einem "Anspucken? Da muss ich erstmal die Regeln nachblättern. Aber Schaden macht das auf jeden Fall nicht und deine Handlung ist damit auch verbraucht. Angreifen kannste dann erst nächste Runde." zerstört werden.
Auch wenn die Deckung nicht ganz ausreichenden Schutz bietet und nur ein paar Punkte Schaden ankommen, darf das ruhig mal ein aus der Wand gespritzter Putzbrocken sein, anstatt des "Angriffs der die Barriere durchbrochen hat".