AW: First Kill
@Lou
Ich denke nicht, das es ein privileg von DSA ist.
Die Frage ist wann ist es wünschenswert, das Handlungen in einem Rollenspiel emotionale Auswirkungen auf den SC haben.
Wenn es Teil der Spielkultur ist, dass mit Emotionen gespielt werden soll ist es bedauerlich wenn diese Charakterfacette von einigen Spielern nicht beachtet wird. Doch sind Emotionen im Rollenspiel häufig genauso lästig wie im richtigen Leben. Viele verkörpern gerne eine Rolle, die sich nicht mit schweren Konsequenzen befassen muss. Andere hingegen gehen grade zu darin auf, eine Ode an das Spielgelei in der Pfanne des SC zu rezitieren. Bei DSA stören mich beide nicht. Meine DSA kultur ist beherrscht von hack&slay und Blödellein, auf Grund meiner Erfahrungen kann ich DSA gar nicht mehr "ernsthaft" Spielen. Aber ich Spiele auch mit Leuten aus der DSA Gruppe V-tR und obwohl ich es wirklich als Anti-Hack&Slay ausgelegt habe und alle sichtlich bemüht sind politisch Probleme bzw. Aufgaben zu lösen, werden einige Spieler frustriert, wenn sie nicht zumindest ab und zu die Gelegenheit bekommen sich im Kampf zu messen, und vorallem stärke zu beweisen. Man kann einem Spieler nicht eine Spielkultur aufzwingen so sehr einem diese auch gegen den Strich geht, man kann nur bedingt einen Spieler erziehen ohne ihm den Spaß am Spiel zu nehmen. Ich versuche in meinen Gruppen jedem Spieler den Raum zu geben, dass er seine Spielkultur einbringen kann ohne das sie negative Auswirkungen auf die anderen Spieler hat. Dies ist nicht immer leicht und wie ich finde die schwerste Aufgabe für einen Meister, aber es geht fast immer.
Ich denke jeder Meister findet es gut wenn die SCs möglichst individuell sind, warum also sollten die Spieler alle uniform sein?
Als Meister schaue ich mir nicht nur den SC an sondern auch den Spieler dahinter versuche zu sehen welche Möglichkeiten der Spieler hat, denn die begrenzen auch die Möglichkeiten des SCs.
Es ist ebend nicht nur wichtig ob die Regeln des Systems einen Charakter zulassen, sondern auch ob der Spieler überhaupt in der lage ist diesen Charkter auch dazustellen.
Ich kenne kein System welches bestimmte Spielkulturen ausschließt, im Gegenteil die Systeme kommen von Haus aus mit verschiedenen Grundcharkteren. Nahkämpfer, Fernkämpfer, Interlektuelle und (hinter)Listige gehören zur Grundausstattung eines fast jeden Systems, grob ist das auch die Richtung in die sich die Vorlieben der Spieler einteilen.
Wenn der Nahkämpfer sich mächtig wie Gott fühlt nachdem er den ersten Gegner erschlagen hat ist das für mich gutes Rollenspiel, würde er anfangen und seine Tat reflektieren und darüber nach zudenken was er getan hat ist das für mich schlechtes Rollenspiel. "Man muss tun, was man tun muss. Zögern ist tötlich"
Wenn der Fernkämpfer keine Regung zeigt nach seinem ersten Kill ist das für mich ok, schließlich besteht im wahrsten Sinne distanz zwischen Täter und Opfer und die ist auch Emotional vorhanden. "Durchs Zielfernrohr betrachtet sind es keine Personen sondern Ziele."
Wenn ein Interlektueller seinen ersten Kill zustande gebracht hat erwarte ich, dass der Charakter damit zu kämpfen hat was er getan hat und nicht damit kurze Zeit später abgeschlossen hat, persöhnlich zu töten muss ihm einfach zu wider sein, egal aus welchem Grund. "Der Wert eines Lebens ist ausserhalb unserer Richtbarkeit."
Beim Hinterlistigen erwarte ich auch einen moment der reflektion, dabei ist es Charakterabhängig wie lang der Zeitraum der Bewältigung/Verdrängung ist, töten sollte auch ihm das letzte Mittel sein, doch ist es dem Hinterlistigen durchaus ein probates Mittel. "Wenn man ein Ziel hat, zählen nur Erfolg oder Misserfolg"
Die wenigsten Rollenspieler die ich kennen können wirklich alle Charaktere dastellen. Wenn ein Kämpfer(Spieler) einen Interlektuellen(SC) spielen will ist das aber durchaus keine Unmöglichkeit, man sollte halt nur den Interlektuellen Char dem Spieler auf den Leib schneidern und es nicht anderes herrum versuchen.
Hilfreich finde ich Einführungsspiele in denen dem Spieler das System vorgestellt wird (bzw. meine Umsetzung davon) und ich mir eine Vorstellung vom Spieler machen kann. Ich lasse keine neuen Spieler in die Runde sofern sie nicht vorher ein Einführungsspiel bestritten haben. Das einzig schwere ist das Einführungsspiel nicht weiter spielen zu wollen *g*.
Gruß
JJ