... Ein einziger Tropfen Vitae genügt, um das Kind zu erwecken, aber manche Erzeuger spenden ihrem Nachfahren durchaus mehr von ihrem Blut.
Während sein Körper stirbt, wird es um den Menschen herum still. Geräusche verstummen, eine alles einneh-mende Stille umschließt ihn. Selbst das Schlagen des eigenen Herzens wird immer leiser. Wenn es ein letztes Mal pocht, schlägt die Dunkelheit über dem Kind zusammen und reiß es mit sich. Manche Menschen sehen in dieser alles ausfüllenden Finsternis Schemen und Formen. Was auch immer sie sein mögen - verstorbene Freunde, Himmelsboten oder höllische Wesen - sie werden den künftigen Vampir sein Unleben lang begleiten: als eine ewige Erinnerung an all das, was er verloren hat.
Die Vitae, die schließlich die Adern des Sterbenden zu durchdringen beginnt, löst im Magen des Menschen ein Brennen aus und Schmerzt durch-zuckt die Finsternis, die eben noch den Menschen umschlungen hielt. Der Schmerz wird immer stärker und vertreibt jeglichen Frieden, den der Sterbenden zu fühlen vermochte. Plötzlich bemerk das Kind seinen steifen, kalten Körper. Angst erfasst den werdenden Vampir, der das Gefühl bekommt, dass seine Seele in seinem sterbenden Körper eingeschlossen wird. Dies ist der Moment, in dem das Tier von der Seele des Kindes Besitz ergreift und sie vergiftet....