Cyberpunk auf SR4-Basis

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Hallo liebe Cyberpunkfans :)

Ich habe gerade wieder Robocop und Dark Angel gesehen und will unbedingt etwas Ähnliches machen.

Da ich nicht mit mir selber spielen kann ^^, würde ich zuerst aber gerne von Euch - liebe Interessenten und zukünftige Mitspieler - wissen wollen, wie unser Cyberpunkszenario aussehen sollte. Dazu habe ich mal einen kleinen Fragenblock erstellt:

Der Ort . . .
Soll ein realer Ort sein, der in die Zukunft verschoben wird?
Sollte sich an ein bekanntes Szenario anlehnen (Film, Delta City (Robocop), SR4 Quellenband ohne Magie?, Night City)?
Sollte frei erfunden sein?​

Die Evolution des Menschen ist an dem Punkt, wo er . . .
Psi entdeckt hat und darüber verfügt.
Psi in Ausnahmen entwickelt hat.
Psi nicht entdeckt hat - Es gibt Psi nicht!​

Der technische Fortschritt . . .
sollte sich an dem Bemessen, was heute denkbar ist?
Sollte sich an das Regelwerk anpassen?
Sollte eher retro-cyberpunkig sein (Cyberpunk, Robocop)?​

Erklärend nochmal die nachfolgenden Detailfragen: Cyberware ist . . .
auf einem hohen Niveau verfügbar.
ist auf mittlerem Niveau vorhanden, jedoch sehr teuer. Bessere Sachen sind den Reichen vorbehalten.
ist noch sehr klobig und in der Entwicklung begriffen - viele Prototypen; wirkt oft unmenschlich (Robocop, Cyberpunk)​

Künstliche Intelligenz ist . . .
programmierbar und vorhanden.
schwierig zu realisieren.
ist nur in Kombination über eine biologische Einheit möglich (Pseudo-KI, Robocop).
nicht existent.​

Regeltechnische Fragen:
Cyberware macht krank, muß geladen werden, erschöpft?
Moral sollte in die Regeln nach dem Vorbild der nWoD oder von Unknown Armies Eingang finden?​

Freundliche Grüße
;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Da ich nicht mit mir selber spielen kann ^^, würde ich zuerst aber gerne von Euch - liebe Interessenten und zukünftige Mitspieler - wissen wollen, wie unser Cyberpunkszenario aussehen sollte.
Es war ja schon mal eine CP-Intime geplant, die aber auf Grund des Wegfalls des SLs nie über die Planung herauskam. Ich spielte auch mal mit dem Gedanken eine CP-Intime anzubieten, aber mangels Zeit fällt das bei mir flach.

Der Ort . . .
Soll ein realer Ort sein, der in die Zukunft verschoben wird?
Sollte sich an ein bekanntes Szenario anlehnen (Film, Delta City (Robocop), SR4 Quellenband ohne Magie?, Night City)?
Sollte frei erfunden sein?
Das ist eine schwierige Frage, denn jedes hat seine Vorteile.
Über Delta City weis man viel, wenn man den FIlm gesehen hat und als SL kann man etwas weniger beschreiben. In wie weit ein SR4 Quellenband ohne Magie funktioniert weis ich nicht. Ich hörte auch SR4 wäre kein Cyberpunk mehr. Zu Night City gibt es ein gutes Quellenbuch.
Für mich als Kenner wäre es je nach SL ein Traum oder Alptraum in Night City zu spielen. Wenn sich sein Night City sich mit meinem Night City deckt, wäre es ein Traum, andernfalls nicht. Für meine geplante CP-Intime hatte ich mir überlegt in Night City zu spielen, weil ich das Buch besitze und Night City sehr gut kenne. Durch meine Menzoberranzan Intime Erfahrung habe ich bei meiner Planung dann von in Night CIty spielen Abstand genommen. DIeses hat zwei Gründe: zum einem wenn nur ich das Night City Quellenbuch besitze, muss ich die Begebenheiten und Örftlichkeiten beschreiben, zum anderen würde ich als SL wollen, dass das Night City in der Intime meinem Night City sehr ähnelt, sprich ich als SL kann den Spieler weniger Freiraum gehen. Ich hatte dann überlegt, wie in der Metropolis Intime die Spieler am Bau der Stadt oder der Locations zu beteiligen. Das geht aber nur mit aktiven Spielern, die sich in CP gut auskennen.
Ich würde eine reale Stadt nehmen und für die eine Zukunftsvision entwickeln. Meine Spieler sind in einer RL Runde von Night CIty nach Stockton geflohen und ich habe diese Stadt innerhalb einer Woche mir grob überlegen müssen. Das was für die RL Runde wichtig war, ist dann in der Runde aufgetaucht und wurde beschrieben. Nicht dass ich Stockton besonders interessant finde....
Die Stadt, die du auswählst muss interessant sein.
Eine reale Stadt hat auch den Vorteil, dass du reale Karten benutzen kannst oder reale Karten leicht per Bildbearbeitung verändern kannst.
Rein fiktiv würde ich nicht machen, denn das wäre wahrscheinlich zu viel Arbeit.
Bei einer realen Stadt würde ich vorher mit den Spielern brainstormen, was mit dieser Stadt passiert ist, denn mehrere Personen können mehr gute Ideen haben.

Falls Du noch ein anderes CP Setting suchst: Hardwired. Davon gibt es Romane und auch eine CP Settingbuch.

Wichtig ist es auch zu wissen, was genau du in deiner Campaign spielen willst. Sollen die PCs alle Mitglieder einer Gang sein, alle Mitglieder einer Polizeieinheit, etc. Dieses beeinrflusst maßgeblich ob jemand mitspielt oder nicht.

Die Evolution des Menschen ist an dem Punkt, wo er . . .
Psi entdeckt hat und darüber verfügt.
Psi in Ausnahmen entwickelt hat.
Psi nicht entdeckt hat - Es gibt Psi nicht!
Wahres CP braucht kein Psi. Das CP Sourcebook "Vampires in Chome" hat Regeln für Psi-Kräfte in CP, aber es ist bei CP Fans sehr umstritten.

Der technische Fortschritt . . .
sollte sich an dem Bemessen, was heute denkbar ist?
Sollte sich an das Regelwerk anpassen?
Sollte eher retro-cyberpunkig sein (Cyberpunk, Robocop)?
Das ist eine Entscheidung, die kann man dir nicht abnehmen. Wenn ich alles an den technischen Stand von heute anpassen würde, hätte ich viel zu tun und müsste eine andere Zukunftsvision entwickeln mir wäre das zu viel Arbeit.
Ich würde einen Mittelweg fahren. Einige Dinge würde ich anpassen z.B: in CP Preise von Handies und in der Funktionalität etwas erweitern, aber nicht bis auf den heutigen Stand. WiFi würde ich zwar einführen, aber die Smartlinkkabel könnten nicht durch einen Sender gestört werden.Über Computertechnik(Ram, CPu, etc.) würde ich mir erst dann Gedanken machen, wenn ich einen Netrunner, Hacker in der Runde hätte.

Erklärend nochmal die nachfolgenden Detailfragen: Cyberware ist . . .
auf einem hohen Niveau verfügbar.
ist auf mittlerem Niveau vorhanden, jedoch sehr teuer. Bessere Sachen sind den Reichen vorbehalten.
ist noch sehr klobig und in der Entwicklung begriffen - viele Prototypen; wirkt oft unmenschlich (Robocop, Cyberpunk)
Das kommt auf die Welt an. Cyberpunk heist Cyberpunk weil dort Cyberware vorhanden ist. EIn SR SL hat mal für eine Campaign in Ozeanien besondere Vorgaben gemacht: Es war ein alternatives SR Setting und es gibt nur ganz wenig Cyberware auf der ganzen Welt. Die Personen die einen Reflexbooster 2 haben, kann man an einer Hand abzählen. In seine Welt passte die Limitierung, in andere SR Welten nicht.
Wenn man CP spielt sollten die PCs IMHO auch Cyberware haben. Schau dir doch mal die Preise von einem Cyberarm in CP an: IIRC 3000 Ebs ist nicht günstig. Das kann sich nicht jeder leisten. Um viel Cyberware einbauen zu können, muss man in CP schon Edgerunner Jobs (Black Op Missionen, Wetwork für Konzerne) übernehmen. Für diese Personen lohnen sich solche Cyberware, mit der man mehr aushält auch.
Otto Normalverbraucher wird nicht viele und schon gar nicht große Cyberware haben, weil er dazu kein Geld hat und es für ihn wenig Sinn macht. Wenn er auf den Docks arbeitet machen Verstärkte Muskeln udn Stahlknochen vielleicht noch Sinn, sie sind aber sehr teuer, aber in anderen Jobs wird er auf diese Cyberware verzichten.
In CPist die klobige Cyberware Russische Cyberware, die günstiger, aber in manchen Dingen auch etwas schlechter als die westeuropäische ist. Dafür halten russische Cybergliedmassen aber auch mehr Schaden aus.


Künstliche Intelligenz ist . . .
programmierbar und vorhanden.
schwierig zu realisieren.
ist nur in Kombination über eine biologische Einheit möglich (Pseudo-KI, Robocop).
nicht existent.
KIs machen schöne Gegner, deren Denken man nicht so einfach erfassen kann. Ob es sie gibt oder nicht hängt vom Abenteuer ab. In manchen Campiagns ist es völlig unerheblich, ob es sie gibt oder nicht. In meinem CP gibt es sie, aber die meisten sind Konzerneigentum, oder sie haben sich vom Konzern befreit. Ein normaler Hacker kann keine KI selber programmieren.

Regeltechnische Fragen:
Cyberware macht krank, muß geladen werden, erschöpft?
Wie Cyberware auf den Körper wirkt oder nicht, hängt vom verwendeten Regelsystem ab. Das würde ich auch nicht ändern, da dieses die Spielbalance ändert.

Moral sollte in die Regeln nach dem Vorbild der nWoD oder von Unknown Armies Eingang finden?
Moralswürfe für Spieler? Nein Danke. Moralwürfe für Gegner würde ich ohne Regeln mit Handwedeln abhandeln.

Cp ist brutal und Waffen sind dort wichtig, viele Konflikte werden mit der Waffe ausgetragen. Dementsprechend brauchst du ein gutes (und vor allem schnelles) Kampfsystem, wenn du den Würfeln willst. Da du als SL natürlich die Charaktersheets der PCs hast siehst du bei einem möglichen Kampf ja wie viel besser/schlechter in Werten & Equipment die PCs als die Gegner sind und den Spielern per PN oder indirekt entsprechende Hinweise, "Vorgaben" für ihre Kampfbeschreibungen geben. Das ist zwar storytellingartiger, aber beraubt auch etwas der Gefahr der Tödlichkeit und des Zufalls. Das hat dann etwas von einem Kreativschreibprojekt.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Auch wenn ich vermutlich nicht mitspielen werde:

Der Ort . . .
Sollte sich an ein bekanntes Szenario anlehnen (Film, Delta City (Robocop), SR4 Quellenband ohne Magie?, Night City)?

Ich würde zu Delta City raten. Für ein ForenRPG das anscheinend eher "Frei" sein sollte, wäre die Informationsdichte über Delta City wohl am besten. Ich glaube Night City ist glaube ich weniger bekannt. Das Robocop Detroit ist für jeden recht schnell im Internet zu recherchieren, auch ohne einen bestimmten Quellenband zu besitzen oder irgendwelche Romane gelesen haben zu müssen. Außerdem ist das Robocop Detroit schön dystopisch, was schon mal eine gute Vorraussetzung für Cyberpunk ist.

Frei Erfinden... das würde durchaus einiges an Vorbereitung erfordern, kann aber mehr spass machen, sofern man einer Meinung sein kann (und das hab ich in diesem Genre noch nicht erlebt).

Psi entdeckt hat und darüber verfügt.
Psi in Ausnahmen entwickelt hat.
Psi nicht entdeckt hat - Es gibt Psi nicht!

Irgendwie Paradox. SR ohne Magie, aber Psi kräfte werden dann reingenommen? Da kannst du auch gleich SR spielen, samt Magie und es vielleicht nur auf Menschen beschrenken.

Moral sollte in die Regeln nach dem Vorbild der nWoD oder von Unknown Armies Eingang finden?[/INDENT]

Moral in einem Cyberpunk spiel? Extrem Unpassend, findest du nicht?

In wie weit ein SR4 Quellenband ohne Magie funktioniert weis ich nicht. Ich hörte auch SR4 wäre kein Cyberpunk mehr.

SR4 ohne Magie funktioniert so gut wie SR4 mit Magie. SR4 ohne Technik funktioniert nicht. Und jep... SR4 hat endlich den Schrott weitestgehend hintersich gelassen und endlich den Schritt zum Biopunk gemacht.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Ich würde zu Delta City raten. Für ein ForenRPG das anscheinend eher "Frei" sein sollte, wäre die Informationsdichte über Delta City wohl am besten.
Delta City hat aber auch einen Nachteil: Omni Consumer Products. Omni ist "übermächtig" und der einzige große Konzern. Konzernintrigen fallen damit aus.

Ich glaube Night City ist glaube ich weniger bekannt.
Night CIty ist nur CP Spielern bekannt. Wie viel diese Personen von Night City wissen, hängt von den Büchern ab, die sie besitzen. Im GRW stehen einige Infos über Night City. Weitere Infos gibt es im Night City Quellenbuch.
Andere Orte könnten die Stadt von Demolition Man oder die Klapperschlange sein.

Robocop ist im Cyberwarebereich weit fortgeschritten, wenn die Police sich schon ein Projekt mit einem Cyborg leisten kann.

Frei Erfinden... das würde durchaus einiges an Vorbereitung erfordern, kann aber mehr spass machen, sofern man einer Meinung sein kann (und das hab ich in diesem Genre noch nicht erlebt).
Falls Du es frei erfinden willst kannst Du für die Erstellung der Stadt auch das CP2020-Board benutzen, dort kommen, dann möglicherweise auch Ideen von Nichtmitspielern, aber Kennern von Cyberpunk.

Moral in einem Cyberpunk spiel? Extrem Unpassend, findest du nicht?
Quoted for truth.

SR4 ohne Magie funktioniert so gut wie SR4 mit Magie.
Da bin ich mir nicht ganz sicher. Vielleicht liegt es an meinem nicht ausreichenden SR Kenntnissen.
Ohne Magie verändert sich auf jeden Fall die Spielweise, sie nähert sich an CP an, denn ohne Magie gibt es nach Kämpfen keine schnelle Heilung und man überlegt sich jedes Gefecht zweimal. Waffen werden auch tödlicher, weil der Magier im Kampf nicht mal jemanden gerade heilen kann. Wird man verletzt, fällt man wegen der langsamen natürlichen Heilung für länger aus (Spieler muss währendessen gegebenfalls pausieren).
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

denn ohne Magie gibt es nach Kämpfen keine schnelle Heilung

Ein Schuss Symbionten Naniten und du bist innerhalb weniger Tage, ähnlich wie mit Magie, wieder Fit. Das kostet natürlich entsprechend Geld, aber es ist auch dort Möglich. Magie im Shadowrun System ist auch so konzepiert das sie nicht jedem zur Verfügung steht und wenn du die Magischen Elemente wegstreichst funktioniert Shadowrun genauso wie vorher, da Magie zu einem großen Teil nichts kann das nicht auch die Technik im SR4 zu wege bekommt.

Aber SR bei dem man die Magie aus der Welt streicht ist kein Shadowrun mehr, trotzdem funktioniert das System auf dem Shadowrun basiert, nahtlos weiter. Magie ist als Element in der Shadowrun Welt so designed das man keine Magie einbauen muss. Gerade dann wenn die Spielercharaktere keinen Magier haben kann man auch weiterhin Aufträge basteln die keinen Magier brauchen. Ohne einen Hacker, auf der anderen seite, kommt man nicht mehr aus; Auch wenn diese Rolle Mühelos von einem NPC übernommen werden kann, da der Hacker nicht physisch vorort sein muss (im Gegensatz zum Magier, der es sein sollte).

Ich hab jetzt auch nicht wirklich Lust den Thread hier zu nappen um darauf genauer einzugehen, aber SR als System funktioniert auch ohne Magie, gänzlich ohne einschränkungen. Es ist halt so das Shadowrun den Vor-/Nachteil hat das es als System sich weiterentwickelt hat. Was halt bedeutet es ist nicht wie CP auf dem Stand stehen geblieben sondern hat sich, gemäß des Zeitgeistes, weiter entwickelt. Was aus Shadowrun halt mittlerweile eher Biopunk mit Transhuman Elementen gemacht hat. Klassisches Cyberpunk ist im Shadowrun System zwar noch möglich aber nicht angeraten und auch nicht Spielidee, dazu ist die Technologie zu "Clean" und die Optionen abseits von Cyberware zu gut (und billig). Das kann einem gefallen, oder auch nicht.

Edit:
Omni Consumer Products. Omni ist "übermächtig" und der einzige große Konzern. Konzernintrigen fallen damit aus.

Du solltest dir nochmal die Filme ansehen ;) Omni Corp intregiert in sich selbst. Abteilungen die gegeneinander Intregieren und dinge tun die vom Vorstand nicht gebilligt sind und so weiter und so fort. Omni Corp ist so groß das Rechts nicht weiß was Links tut... und dann hat Omni Corp auch noch die Muttergesellschaft im Nacken hocken.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Hallo :)

Ich hatte das Diskussionspotential wohl unterschätzt. Die Probleme erscheinen mir marginal. Ich leite seit langem SR4.

  • Im Bezug auf die Matrix (Computer bzw. Komlinkeigenschaften) genügen mir die Regeln von Shadowrun bzw. aus dem Vernetzt.
  • Es gibt Unterschiede zwischen Shadowrun und Cyberpunk (Nebenbei war mir Biopunk als Begriff unbekannt, das war für mich bislang alles eins) aber darüber will ich hier nicht diskutieren, das würde zuweit vom Thema abführen. (6. Welt, Erwachen, URGE gegen Evolution)
  • Sicherlich muß man sich noch über die Ploteinzelheiten einig werden. Wenn genügend Spieler vorhanden sind, dann würde ich das mit denen besprechen.

Bitte diskutiert mit Blick auf das Intime und danke für die Aufmerksamkeit.

Freundliche Grüße
;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Die Unterschiede zwischen SR & Cyberpunk (das Genre) sollte man in einem entsprechenden Thread im entsprechenden Board von B! diskutieren.

Du willst eine Cyberpunk Intime anbieten. Regelsystem soll SR4 sein.
Als Setting kannst du ja nicht die SR Welt nehmen, sondern musst ein anderes Setting finden. Mit Deinem Setting lockst du die potenziellen Spieler an. Da du wahrscheinlich nicht Zugriff auf das CP 2020 GRW oder besser das Night City Sourcebook hast fällt Night City Setting schon mal aus. Bleiben in der engeren Auswahl nur Delta City oder was eigenes.
Damit die Spieler wissen was sie erwarten sollen, solltest Du definieren wie viel "Cyber" und wie viel "Punk" du in deiner Intime haben willst. Desweiteren solltest du sagen, wie bleihaltig deine Luft der Intime sein soll, denn demenstprechend werden andere Charaktertypen notwendig.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Hallo und guten Morgen :)

CP-Regelwerke und Quellen- Abenteuerbücher sind vorhanden.
Die Quellenbücher von SR liefern eine Stadt in einer Zukunft, also Pläne und Beschreibungen. Das Umfeld müßte man dann neu generieren. Ich gebe Euch beiden jedoch recht, daß es wahrscheinlich besser ist, entweder eine eigene Stadt zu generieren oder eine weitläufig bekannte - wie Delta City - unseren Wünschen anzupassen.
Die Fragen dienen den Spielern dazu, das Setting gemeinsam zu umreißen.

Ich merke, daß Du auf ein persönliches Statement von mir heraus willst, daß den Interessentenkreis einschränken soll. Ich möchte jedoch offen über das Setting reden und dann in die Einzelheiten gehen. Die Diskussion kann ruhig eine Weile laufen, ich habe Zeit.

Ich hoffe meine Antwort hat Dir weiter geholfen.
;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Ich möchte auf gar nichts raus.;) Damit potenzielle Spieler sich entscheiden können, ob dein Intimekonzept für sie interessant ist, brauchen sie deutlich mehr als eine Literaturgattung und ein Regelsystem.

Wenn du nicht mal schreibst, was du gerne leiten würdest, wie sollen dann Spieler entscheiden, ob sie mitspielen wollen.

Wenn du schreiben würdest: "Ich willl ein CP Roadmovie quer durch die USA leiten" können potenzielle Spieler sich vorstellen, dass es oft wechselnde Schauplätze gibt oder einzelne Kurzabenteuer auf oder neben der Straße. Bei der obigen Beschreibung würde ich dich fragen, ob die gute Land of the Free Campaign leiten willst. Falls du dieses bejahst, würde ich nicht mitspielen können, da ich diese Campaign schon kenne.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Mein persönlicher Wunsch wäre zum Beispiel eine Robocopgeschichte:

  • OCP muß weitere Einsparungen vornehmen
  • In den Ghettorevieren werden fast alle Stellen abgebaut
  • Kürzlich gestorbene Leute aus verschiedensten Bereichen werden in das Roboprogramm aufgenommen
  • unendgeldlich leisten sie 24 Stunden Dienst in den Gebieten, die von kriegsähnlichen Zustanden durchrüttelt werden
  • Mögliche Charaktere wären eine zentrale Kommunikationseinheit, Spezialisten (Hacker, Rigger), V-Männer (Untergrundagenten) und natürlich die Kampfeinheiten (Robocops Ebenbild), bzw. was stimmig möglich ist.
  • Die Cyberware würde ihren Tribut vordern, Sie erschöpft oder muß im Falle eines Cyborg wieder geladen werden
  • Die Individuen (Cyberzombies) müssen um persönliche Eindrücke kämpfen und werden geplagt von traumatischen Erinnerungen an ihren Tod und ihre Vergangenheit als lebendige Menschen

Das ist jedoch kein MUSS, lediglich ein Beispiel für eine stimmige Cyberpunkgeschichte auf die ich persönlich Lust hätte.
Ich bin kein engstirniger Spielleiter und lasse eine Menge durchgehen, wenn es zusammen passt ;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

[*]OCP muß weitere Einsparungen vornehmen
Um Einsparungen zu machen, bauen sie Cyborgs ? Wenn das mal nicht mehr kostet ;)

[*]Kürzlich gestorbene Leute aus verschiedensten Bereichen werden in das Roboprogramm aufgenommen
Verschiedensten Bereichen der Polizei? Oder wird die in einer Schießerei getötete Putzfrau auch in das Roboprogramm aufgenommen?
Die Robocop Variante ist auf den Streifenpolizistendienst zugeschnitten. Ein Forensiker, der im Labor arbeitet würde eine andere Cyborg Variante brauchen.

Die Robocops haben eigentlich noch ihren eigenen Willen, wenn man dieses nicht mit Chip unterdrückt. Warum sollte er auf Bezahlung verzichten?

leisten sie 24 Stunden Dienst in den Gebieten,
Sicher nicht, der Cyborg besteht zu einem Teil noch aus organischen Teilen und der Teil braucht auch Schlaf.

die von kriegsähnlichen Zustanden durchrüttelt werden
d.h. es kommt immer wieder zu Schießereien und Gefechten.

[*]Mögliche Charaktere wären eine zentrale Kommunikationseinheit, Spezialisten (Hacker, Rigger), V-Männer (Untergrundagenten) und natürlich die Kampfeinheiten (Robocops Ebenbild), bzw. was stimmig möglich ist.
Und was für Abenteuer planst Du? Streifendienst? CSI Delta City?

[*]Die Cyberware würde ihren Tribut vordern, Sie erschöpft oder muß im Falle eines Cyborg wieder geladen werden
WTF. Sie schaffen nicht mal einen Cyberarm zu bauen, dessen Akku mehrere Jahre im Dauerbetrieb hält? Die Erschöpfung einer Bioware Niere stelle ich mir auch besonders toll vor ;)
Ich habe nichts dagegen, wenn bei einem Patzer oder Kritischen Treffer ein Cybersystem ausfällt, aber im Allgemeinen sollte die Cyberware funktionieren.

Der Grund warum ich von dir ein Szenariovorschlag wollte ist ein einfacher. Wenn du sagen würdest: "System ist SR 4 und wir spielen SR im neuen Berlin Setting", wüsste jeder Spieler ungefähr was ihn erwartet. Du sagtest: "System ist SR 4, wir spielen Cyberpunk und das Setting bauen wir selber." Bei deinem Vorschlag, weis kein Spieler was er erwarten kann und du kannst mit deinem Vorschlag nur solche Spieler rekrutieren, die von Cyberpunk viel Ahnung haben und dazu auch noch kreativ aktiv werden wollen. Ich verrate dir jetzt nicht wie viele Spieler meiner Drow Intime tiefe Kenntnisse von Drow und Menzoberranzan haben. ;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Also Robocop ist Eigentum von OCP, das ist doch gerade das Thema im ersten Film. Hast Du schon mal gesehen, daß der eine Geldbörse zieht, um sich einen Hotdog zu kaufen oder Miete zahlt, ein Bankkonto hat? Die Aufladezeiten auf dem Stuhl im Revier willst Du nicht wirklich Freizeit nennen, oder?

Bei all Deinen Argumenten fällt mir auf, daß diese niemals einen Konsenz zum Ziel haben sondern eher die ganze Sache zu Hinterfragen versuchen. Sie sind so speziell und sind alle hinderlich.
Entschuldige einfach, wenn ich auf diese Diskussionen keine Lust habe, sondern eher ins Spiel kommen möchte und da muß man sich anpassen und schauen, was auf einen zukommt und kann das nicht alles im Vorfeld ausdiskutieren, sonst würde es praktisch keine Überraschungen geben.

Es gibt viele Leute, die sich stundenlang über Rollenspieltheorie auslassen können, jedoch sind das genau die Leute, die nicht mehr zurück ins Spiel finden, weil sie nur noch in Kategorien und Modellen denken und sobald das Modell versagt sofort aufgeben.

Das Spielen ist kinderleicht, man braucht keinen Experten oder Titel dafür, die sind eher hinderlich.
Ich bin eher ein Praktiker und mache Fehler - ja, ich springe ins kalte Wasser, dafür sind Spiele da.
;)

PS: Ich habe auch ein Intime zu laufen, und es funktioniert ganz gut
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Bei all Deinen Argumenten fällt mir auf, daß diese niemals einen Konsenz zum Ziel haben sondern eher die ganze Sache zu Hinterfragen versuchen. Sie sind so speziell und sind alle hinderlich.

Wow, du bist tatsächlich der erste SL den ich erlebe der Spieler vergrault weil er keinen Bock hat sich mit deren Fragen und Vorstellungen zum System auseinander zu setzen.

Naja, ich wünsch dir das du mit der Einstellung vielleicht doch noch ein zwei Spieler sich hier her verirren, denen es egal ist wie genau die Welt funktioniert.

Viel Glück.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Ich muß zugeben, daß ich bei Euch beiden überfordert bin. Es tut mir wirklich Leid, wenn Ihr vom Cyberpunk so tief enttäuscht seid, daß ihr jegliches "Risiko" einer Kampagne die Euch nicht gefällt im Vorfeld ausschließen wollt.
:nixwissen:
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Meine Fragen sollten auch die Logik des Settings hinterfragem bzw. beleuchten. Deine Antworten zeigen mir, dass ein Robocop als PC keine spielenswertere Charakteroption ist, denn er gehört der Firma, muss der Firma gehorchen, etc.

Ich bin von Cyberpunk nicht enttäuscht, sonst wäre ich nicht Mod des Cyberpunk 2020 Boards bei B!. Ich habe bloß genaue Vorstellungen was für mich Cyberpunk ist und was nicht. Da Intime Spielen auch Zeit kostet, gehe ich lieber kein Risiko ein, als nach zwei Wochen Spiel festzustellen, dass mir die Intime nicht taugt oder dass andere Spieler, weil ihnen die Intime nicht taugt. aussteigen und so die Intime stirbt.

Bei der leider aus verständlichen Gründen nicht gestarteten Cyberpunk 2020 Runde, habe ich mich auf ein "Risiko" eingelassen. Ich habe viel Zeit in der Erstellung und Modifizierung meines PCs gesteckt, anderen Spielern, die nicht so firm waren, Charakterkonzepte ausgearbeitet und unzählige PMs geschrieben.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Guten Morgen,

Robocop besitzt eine Grundprogrammierung, die sein Verhalten festlegt: (Optional gibt es auch andere Programmierungen, je nach Bedarf von OCP)
  1. Diene dem Volk
  2. Schütze die Unschuldigen
  3. Halte die Ordnung aufrecht
  4. Geheim: keine Vorstandsmitglieder töten
Ansonsten erhält er ganz normal seine Befehle von seinem Vorgesetzten. Es gibt jedoch einen inneren Konflikt mit seiner ehemaligen Persönlichkeit, der immer wieder aufkeimt und ihn Sachen machen läßt, die niemand befohlen hatte.

Ich mag das Szenario, wie auch andere nach dem Motto Do what you've been told!. Die meisten Rollenspieler fahren aber eher auf Individualisten ab, als auf "Angestellte" oder Untergebene einer Befehlskette. Insofern überrascht es mich nicht, daß Du das nicht spielen möchtest.

Andersherum: Wie hättet Ihr es denn gerne? Oder was würdet Ihr gerne spielen?

;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Robocop besitzt eine Grundprogrammierung, die sein Verhalten festlegt:
Damit hat er nur einen bedingt freien Willen, sondern muss sich innerhalb seiner programmierten Parameter bewegen im Gegensatz zu einem normalen menschlichen Polizisten, der zwar auch seine Treue auf die gleichen Grundsätze geschworen hat, aber immer noch im Fall des Falles selber frei entscheiden kann.

Es gibt jedoch einen inneren Konflikt mit seiner ehemaligen Persönlichkeit, der immer wieder aufkeimt und ihn Sachen machen läßt, die niemand befohlen hatte.
Nur rein Interesse halber: Für so etwas gibt es ja keine Regeln. Wie würdest du das regeln wollen? Der Spieler darf freibestimmen, es würde worauf auch immer irgendwie gewürfelt oder welchen Mechanismus hättest du dafür genommen.

Ich mag das Szenario, wie auch andere nach dem Motto Do what you've been told!.
Gegen Campaigns mit einer strikten Hierarchie ist auch nichts einzuwenden, ob es nun eine Polizei oder Militärcampaign ist. Solche Campaigns stellen an den SL eine besondere Herausforderung: Entweder der SL erklärt, warum die Hierarchie bei den Gesprächen mit dem Vorgesetzten außer Kraft gesetzt (andernfalls müsste nur der Ranghöchste berichten und für alles gerade stehen) oder du findest unter den Spielern den Spieler, der den Anführer spielen will.

Die meisten Rollenspieler fahren aber eher auf Individualisten ab, als auf "Angestellte" oder Untergebene einer Befehlskette. Insofern überrascht es mich nicht, daß Du das nicht spielen möchtest.
Ich möchte nur keinen Robocop PC spielen. Ich spiele derzeit RL in einer Polizeicampaign einen PC (Heavy Gear: die Paxton Gambit Campaign). Die Drow Intime, die ich leite ist auch von strenger Hierarchie geprägt. Ich gebe dir aber recht in Bezug auf die meisten Rollenspieler.

Deine Idee einer Polizeicampaign in Delta City ist ja nicht schlecht. Ich in RL über längere Zeit eine Cyberpunk 2020 Campaign mit zwei Streifenpolizisten geleitet (Die Gruppe war leider nicht größer). Polizei oder Detektivcampaigns zu leiten erfordern mehr Arbeit, da man die echten und die falschen Spuren ausarbeiten muss, aber die schönsten Momente für mich als SL in der Campaign waren , weil ich nicht wusste wie die Polizisten auf eine bestimmte Sache reagieren würden. Würden sie versuchen möglichst weiß zu bleiben oder werden sie grau oder schwarz. Als ein Polizist einen Schwerverbrecher gestellt hat und festnehmen wollte hat dieser ihm ins Gesicht gelacht und gesagt, er wäre wegen seines guten Anwalts eh in ein paar Stunden wieder raus. Der Polizist hat sich dann als Richter & Henker aufgespielt, Selbstjustiz geübt und den Verbrecher getötet. IIRC hat er das ganze danach so aussehen lassen, als ob er den Verbrecher in Notwehr erschoßen hat, weil der Verbrecher mächtige Freunde hatte.

Für eine Polizeicampaign musst du eine gute Erklärung haben, warum alle PCs oft gemeinsam an einem Ort sind. Falls du diese Erklärung nicht hast, leitest du möglicherweise N Intimes (N = Anzahl der Spieler). Streifenpolizisten haben meistens nur einen Partner. CSI Strukturen im RPG geht auch nicht wirklich. Die wenige Zeit, die sie gemeinsam am Tatort sind, den Rest sind sie in ihren Laboren und machen Tests.
Eine Möglichkeit wäre vielleicht Special Victims Unit: Normale Polizisten, Psychologen, Staatsanwalt, etc. die gemeinsam an einem Fall arbeiten.

Andersherum: Wie hättet Ihr es denn gerne? Oder was würdet Ihr gerne spielen?
In diesem Thread findest du, woran andere bei einer CP Campaign Interesse haben.
Wichtig bei einer Intime ist das Setting. Dieses muss interessant sein. Die Regeln sind eher zweitrangig. Vision spielt in meiner Drow Intime mit, obwohl er das System nicht so sehr mag;)
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Hallo und Guten Tag :)

In dem Thread haben sich die Interessenten am Anfang über Polizisten oder Chromeganger als mögliche Archetypen unterhalten. Dort kam es zu keiner Entscheidung, welche Partei gespielt werden würde. Den Rest des Stranges wurden Anfragen laut, ob sich noch was täte, oder welche Regeln benutzt und wie diese angepasst werden würden.
Shadowrun in seiner 4. Edition bietet eine solide Basis für Cyberpunk und muss nur in Ausnahmen angepasst werden. Ferner würde ich eher dazu neigen, die Regeln abzuschwächen oder erzählerisch zu umgehen, als dazu alles mit Regeln zuzupflastern. Ziel ist es, eine Geschichte zu produzieren und keine megabytestarke Verwaltungsakte. Das würde genauso für die Cyberware-"behinderung" wie für den persönlichen Kampf des "Cyberzombies" gegen seine Programmierung gelten. Keine Regeln, sondern Erzählung. Zu Deiner Frage, wie man Polizisten unter einen Hut bekommt: Sie sind alle Teil einer Organisation, eines Reviers, einer Untersuchung oder eines Kommandos. Es gibt sehr viel mehr Möglichkeiten Angestellte zusammen zu bringen als Runner.

Das Cyberpunkintime sollte in einer Gegend, der Combat Zone in der praktisch das Gesetz aufgehoben ist, stattfinden. Dort können sich alle Einwohner - wie auch immer die das finanzieren - ziemlich schwer bewaffnen. Die Gegend bietet keine Annehmlichkeiten mehr. Die Moral ist am Boden. Ich finde das fast apokalyptisch und nicht mehr cyberpunkig. Also bei mir ist klar, daß auch solche Bereiche von Gangs regiert werden und eher dazu neigen, tyrannischer zu sein als mehr Freiheiten zu bieten. Auch die Mafia, Triaden, Yakuza oder Gangs untereinander haben Regeln, die selbst im Krieg noch gelten können. Völlig unklar bleibt, was die Leute ökonomisch an diesem Fleck bindet. Die Gangs wollen doch alle eins: Geld verdienen, reich werden, raus aus dem Block, die Welt erobern, den Anderen es richtig zeigen!
Mir ist es relativ egal, welche Stadt wir bespielen wollen, solange die Kultur berücksichtigt wird. Sie sind alle ziemlich gleich aufgebaut, es gibt meistens die Kluft zwischen Armut und Reichtum, dahinter die degenerierten Bereiche, in denen meist aus Einsparungsgründen die Gesetze nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Auf der anderen Seite muß ich gestehen, daß ich allzuoft schon eine Low-Tech-Kampagne gespielt habe und eher Lust auf was mit weiterem Horizont hätte.

Was kann Cyberpunk bieten, was Shadowrun nicht kann - Nichts, wenn man die Regeln anpasst. Dadurch daß im Setting von Shadowrun jedoch bestimmte geschichtliche und speziell unerklärliche "magische" Fakten gelten, würde sich eine Cyberpunkvariante dadurch unterscheiden, daß es wirklicher Science Fiction ist und keine Cyberfantasy. Das heißt, alles was es gibt hat einen wissenschaftlichen Hintergrund. Ferner wären durch den Verzicht auf die starke Magiekomponente die Hacker und Rigger die Magiere der Neuzeit.
Psi wäre - wenn überhaupt eingesetzt - eine Art Fähigkeit, die bei SR lediglich einem Zauber bzw. einer Ki-Kraft gleichkäme, also vergleichsweise schwach. Ein Charakter hätte optional ein Psi-Talent. Ausnahmen würde ich mit dem Spieler verabreden. Über die genauen Modalitäten werde ich mir Gedanken machen, falls das überhaupt in Frage käme, würde es aber bestimmt pragmatisch halten, also wie oben schon erwähnt, eher weniger Regeln als zuviel. Die Sache als Gabe zu händeln, wäre zum Beispiel eine Option.

Abschließend nochmal zu meinem Verständnis von Cyberpunk:
Die Tragödie des Cyberpunk besteht darin, daß der Mensch sich mit der Industriellen Revolution in eine Abhängigkeit manövriert hat, die seiner Beherrschung entglitten ist. Der Mensch ist nicht mehr Nutznießer der billigen, hervorragenden, maschinellen Produkte, sondern dient mittlerweile dem Apparat, um nicht unterzugehen. Durch die billigen Nahrungsmittel und Unterkünfte hat sich die Bevölkerung stark vermehrt. Die Folge ist ein übersättigter Arbeitsmarkt. Normale menschliche Leistungen genügen nicht mehr. Der Mensch ist dazu gezwungen, seinen Körper durch Implantate und andere Techniken aufzuwerten, um auf dem Markt gegen andere konkurrenzfähig zu bleiben. Diese riesige Maschinerie findet sich auf der Börse als Megacorp wieder. Firmen, die so mächtig sind, daß Regeln oder Gesetze für sie aufgehoben werden oder nicht mehr gelten. Dazwischen die Leute, die einfach nur mit dieser Realität klarkommen oder gar ein kleines Licht in die übermannende Dunkelheit setzen wollen.

;)

PS: Ich spiele auch nur DnD, wenn ein Freund oder guter Bekannter eine tolle Idee dazu hat.
 
AW: Cyberpunk auf SR4-Basis

Shadowrun in seiner 4. Edition bietet eine solide Basis für Cyberpunk und muss nur in Ausnahmen angepasst werden.
Das man mit dem Regelwerk SR 4 kein Cyberpunk spielen kann, hat keiner wirklich bestritten.

Zu Deiner Frage, wie man Polizisten unter einen Hut bekommt: Sie sind alle Teil einer Organisation, eines Reviers, einer Untersuchung oder eines Kommandos.
Überlege dir diesen Punkt sehr genau. Du solltest darauf achten, dass du keine Skill-Clone erhälst. Polizei ist kein Platoon, bei dem einer den Leader spielt, der nächste den Sniper oder Scout, der dritte den Heavy Weapons Spezialist, der vierte den Nahkampfexperten und der fünfte den Sanitäter oder Funker. Oder ein Doc Wagon Team: 1 Fahrer, 1 Bordschütze, 1 Arzt, N Solos, die auch als Sanitäter fungieren.

Ich finde das fast apokalyptisch und nicht mehr cyberpunkig.
Cyberpunk ist dreckig und oft tödlich. Die Combat Zone ist schon ein besonderer Bereich von CP, in dem muss man ja nicht spielen.
Die Combat Zone ist in der Art eine südamerikane Favela, nur deutlich gewalttätiger.

Völlig unklar bleibt, was die Leute ökonomisch an diesem Fleck bindet.
Sie haben keinen anderen Ort, wo sie hinkönnen. Einige verdienen mit illegalen Dingen ihren Lebensunterhalt, so dass dieses in der Combat Zone, in der die Ordnungsmacht schon resigniert hat und sich nicht mehr hintraut besser geht als wo anders. Die Arcologie-Projekte oder Sozialerwohnungsbau ist ja gescheitert. Irgendwo muss man ja wohnen und schlafen.

Mir ist es relativ egal, welche Stadt wir bespielen wollen, solange die Kultur berücksichtigt wird.
Das sollte relativ klar sein.

Auf der anderen Seite muß ich gestehen, daß ich allzuoft schon eine Low-Tech-Kampagne gespielt habe und eher Lust auf was mit weiterem Horizont hätte.
Was verstehst du unter "was mit weiterem Horizont"?

Psi wäre - wenn überhaupt eingesetzt - eine Art Fähigkeit, die bei SR lediglich einem Zauber bzw. einer Ki-Kraft gleichkäme, also vergleichsweise schwach.
Ich würde Psi überhaupt nicht einsetzen, egal ob bei einem PC oder bei NPCs, egal in welcher Ausprägung. Sobald man als Spieler weis, dass es Psi-Kräfte im Spiel gibt, geht man an einige Dinger anders ran. Wenn ein NPC nicht die gewünschte Antwort gibt, könnte man dieses als "der wurde durch Psi beeinflusst" annehmen. Gegen dieses kann man nichts machen. Gibt es wirklich kein Psi, dann müsste man ermitteln warum derjenige nicht die gewünschte Antwort liefert.

Abschließend nochmal zu meinem Verständnis von Cyberpunk:
Die Tragödie des Cyberpunk besteht darin, daß der Mensch sich mit der Industriellen Revolution in eine Abhängigkeit manövriert hat, die seiner Beherrschung entglitten ist. Der Mensch ist nicht mehr Nutznießer der billigen, hervorragenden, maschinellen Produkte, sondern dient mittlerweile dem Apparat, um nicht unterzugehen.
Ich habe ein etwas anderes Verständnis. CP ist Kapitalismus pur. Menschen sind für Unternehmen nur noch Humankapital. Survival of the Fittest. Das Sozialwesen ist eingespart worden. Die CP Welt ist unsere Welt nur düster und deutlich härter. Gesellschaftliche Entwicklungen, die sich bei uns schon andeuten.

Durch die billigen Nahrungsmittel und Unterkünfte
Nahrungsmittel werden von Unternehmen produziert und Unterkünfte werden von Unternehmen gebaut. Beide Unternehmen wollen Geld verdienen. Wer zahlt das also? Der Staat?

hat sich die Bevölkerung stark vermehrt.
Kindergeld als Einkommensquelle gibt es in manchen Staaten nicht. ;)

Normale menschliche Leistungen genügen nicht mehr. Der Mensch ist dazu gezwungen, seinen Körper durch Implantate und andere Techniken aufzuwerten, um auf dem Markt gegen andere konkurrenzfähig zu bleiben.
Hast du mal geschaut was solche Implantate kosten? Das Implantat selber kostet Geld, ich habe keine SR Bücher, aber ein Cyberarm in CP kostet IIRC 200 Eb. Das ist deutlich mehr was Otto Normalverbraucher im Monat verdient. Hinzu kommt noch die Operation. Später werden möglicherweise noch Wartungskosten fällig. Das kann sich Otto Normalverbraucher nicht leisten.
Was glaubst du was los ist, wenn eine einzelne Person mit offensichtlichen Cyberarm in ein entsprechend schlechtes Viertel geht. Ganger könnten versuchen diese Person zu töten um den Cyberarm verkaufen zu können, denn er ist einiges wert (von dem verkauf der Organe des Toten will ich nicht reden ;) )

In meiner CP Welt hat nicht jeder Cyberware. Am häufigsten verbreitet unter Konzernangestellten sind Datenbuchsen und Chipsockets. Manche Ganger haben Leuchttattoos. Andere Ganger stecken ihr ganzes Geld in Cyberware. Entsprechende Ex-Militärs haben natürlich mehr Cyberware. Entweder weil sie entsprechende Körperteile verloren haben, oder weil sie sich für den Krieg verbessern müssen. Die Army zahlt das Vercybern, aber dafür muss man sich für längere Zeit der Army verpflichten. Manche Cyberware wird nach Dienstende wieder ausgebaut.
Damit die PCs entsprechende Cyberware einbauen können müssen sie entsprechende Jobs haben, die ihnen entweder das entsprechende Einkommen dafür bieten oder ihr Arbeitgeber müsste das zahlen.

Sicherlich ist es auch in meiner CP Welt technisch möglich Fullcyborg zu bauen, aber diese sind in meiner Welt selten, denn diesen kann man selten eine echte Herausforderung bieten, oder ich müsste die Welt so ändern, dass Fullcyborg in der Welt zum Standard wird, was mir nicht gefällt. Dann könnte ich auch gleich Transhumanismus spielen.
 
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