AW: Athanor, das Rollenspiel
Hi Schreibstil ist in Ordnung.
Ist er gewißlich NICHT!
Nicht nur der "Knaller" mit dem "Sperrfeuer" BRICHT sprachlich die Erzählung und die Vorstellung des Lesers von einer fäntelalterlichen Phantasie-Welt. (Nebenbei: Bei der Wickie-Zeichentrick-Serie gibt es auch den Spruch "Voll wie ein Haubitze!" - Aber diese Serie steckt voller Anachronismen und erhebt wenigstens keine Ansprüche auf "Realismus"!)
Die KRUDE und für eine fäntelalterliche Geschichte ZU MODERNE Wortwahl zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Das liest sich wie (nicht einmal gute, bestenfalls durchschnittliche) Fan-Fiction, die wenigstens KOSTENLOS ist. - Für solche Texte GELD zu verlangen, ist unverschämt. Und das Ganze in Zehntausenderauflage drucken zu lassen, BEVOR man sich die VERDIENTEN "Watschen" für den jämmerlichen Stil und den abweisenden Inhalt abgeholt hat, ist SELBSTÜBERSCHÄTZUNG der unangenehmsten Art.
Könnte ihr bitte über Interessante Leute schreiben?! Nicht über irgendeinen Bauern, der irgendein Mädchen liebt, um sozialen Aufstieg kämpf und dann verreckt?
Die Geschichte ist das GEGENTEIL eines auf ein zugehöriges Rollenspiel NEUGIERIG machenden Textes.
Ich meine das es kein Happy end ist, das ist in Ordnung!
Auch nicht. - Ist das die Art, auf die Ihr die SCs üblicherweise draufgehen lassen wollt? - Unspannend, unspektakulär und (schlimmer noch) UNINTERESSANT.
Falls das eins war... niemand möchte einen nobody spielen.
Die Spieler haben ein Interesse daran, HAUPTROLLEN zu spielen. - Hauptrollen können auch mal tragisch enden.
Doch wenn man die Rolle eines armen Schweins, das nichts drauf hat, das nichts erreicht, das der Welt nirgendwo SEINEN Stempel aufdrückt, spielen soll, und welches dann sang- und klanglos verreckt, dann ist das sogar noch langweiliger als 70er-Jahre-Deutsche-Problemfilme.
Im realistischsten Setting überhaupt erfahren wir nichts über Gautrek den Bauern aus Västergötland, der sich beim Pflügen das Bein aufgeschrammt hat und daraufhin an Wundstarrkrampf starb. - Man erfährt etwas über
DIESEN Gautrek. - Warum ist letzterer auch heute noch bekannt und INTERESSANT?
Das wäre eine Hintergrundgeschichte in den meisten Systemen kein fertiger Charakter.
Außer in Systemen, bei denen der SC während der Charaktererschaffung STIRBT.
Wenn diese Geschichte besonders die psychische Entwicklung eines typischen Charakters für dieses Rollenspiel darstellen sollte, dann ist von Entwicklung wenig zu spüren (man vergleiche mal In A Dirty World oder Houses of the Blooded zur psychischen Charakterentwicklung).
Und leider ist diese Geschichte auch ein "Abtörner".
Wer möchte denn solch einen Charakter, der KEINEN EINZIGEN Konflikt für sich entscheiden konnte, spielen? Wem erschien dieser Charakter so attraktiv, daß er solche ähnlichen Charaktere im Rollenspiel seiner Wahl spielen möchte?
Ganz unabhängig von der dem Hauptcharakter zugeschriebenen, und ohne Risiko dargestellten Kompetenz, ist er nach Pass-Fail-Betrachtung des Textgeschehens durchgängig ein VERLIERER ohne irgendetwas Ansprechendes, daher der Vergleich mit den deutschen Problemfilmen der 70er, die ja BEWUSST GEGEN diese dem Unterhaltungsmedium Film entsprechende Erzählstruktur erstellt wurden.
Für das Anliegen von NICHT-Unterhaltungsmedien mit "sozialkritischen Inhalten" aufzuwarten, mag das passend sein.
Aber WER verwendet das UNTERHALTUNGSMEDIUM Rollenspiel zu einem reinen Depri-Frust-Trip gesichtsloser, nichtssagender, ohnmächtiger, inkompetenter, Früh-ins-Gras-Beißer mit weniger ansprechendem Profil und weniger charakterlicher Farbe als ein Halma-Pöppel?
Diese Beispiel-Kurzgeschichte hat auf jeden Fall den letzten Hauch Neugier radikal weggewischt, den ich tatsächlich noch hatte.
Man KANN in auf "realistische" Umsetzung naiver Weise ausgerichteten Rollenspielen MARKANTE und ANSPRECHENDE Charaktere spielen, die der Welt ihren Stempel aufdrücken, die eben nicht nur dahinsiechen und nichts tun, sondern, die sich DURCHSETZEN, weil sie findig gespielt werden und als Hauptfiguren einfach mehr im Rampenlicht stehen, mehr Können aufweisen und nicht einfach "Fallobst" darstellen.
Man will die Oswald von Wolkensteins der jeweiligen Welt darstellen!
DAS sind beeindruckende Charaktere trotz Geburtsfehler, Gewalt, Krankheit, Folter, usw. - Oswald von Wolkenstein ist zwar (nicht nur nach heutigen Maßstäben, sondern auch schon zu seiner Zeit) ein Arschloch sonder gleichen gewesen, aber ein BEEINDRUCKENDES!