@Die Leute, die dauernd das deutsche Pathfinder so über den Klee loben:
Ihr habt anscheinend kein spürachgefühl, sorry. In den Pathfinderübersetzungen sind teils ungrammatische Sätze und undeutsche Satzkonstituenten drin, dass es mir die Schuhe auszieht, und jeder, der die Grundlagen des Englischen beherrscht, weiss wie der Satz im Original lautet.
Nicht weil er so gut und eindeutig übersetzt worden wäre, sondern weil teils direkt die Argumentstruktur des Englischen übernommen wurde, weil der Korrektor&Lektor nämlich massiv geschlampt hat.
Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass ich eine Preview-PDF für einen Abenteuerband oder einen Kampagnenband gelesen hatte. Ich hab bei knapp 40-50% abbrechen müssen,weil ich mich so fremdgeschämt hab. Der Text war so voller false friends und undeutsch formulierten Konstituenten, dass das reine Lesen eine Qual war, von Verstehen oder gar Genuss des Sprachbreis konnte keine Rede sein.
Ich bin kein "Hüter der deutschen Sprache", ich will nur nicht beim Lesen von meiner Ansicht nach schlecht gemachten Übersetzungen das kalte Kotzen bekommen, nur weil ein Verlag mehr in die Werbung und Logos, denn in Lektorat, korrektes Layout und Korrektorat steckt.
Ich hätte mir damals sofort das GRW gekauft, aber nachdem sich anscheinend sogar noch in der Revised(!) des PF-GRW noch Layoutfehler und Korrektoratsbedürftiges drinsteckt, sehe ich es nicht ein, 50 Euronen für ein RPG rauszuhauen, das ich im Original günstiger und fehlerbereinigter bekomme. Denglisch hin oder her, damit hatte ich am Tisch nie Probleme. Regelteminologie muss eh immer eindeutig sein, und da die bei deutschen RPG-Übersetzungen zumeist eh mies bis unbrauchbar ist, weil zu oft zu unscharf, finde ich die Verwendung englischer Termini sinnvoller.
Das Argument "Menno, der RPG-Markt ist soooo klein, wir können nicht so viel Geld ins Lektorat stecken, etc. pp." halte ich für eine faule Ausrede, bestenfalls eine Halbwahrheit, denn wenn das Marktsegment sich nicht wirtschaftlich rentieren würde, dann würde der Verlag es nicht bedienen.
Umgekehrt wird nämlich ein Schuh draus, schlechte Produkte führen zu schrumpfenden Absätzen. Wenn ich zum Beispiel in einem Forum gelesen hatte, dass ein Käufer eines Abenteuerbuches durch suboptimales Lektorat dieses nicht beenden kann, weil die Abschnittszahlen nicht stimmen, dann frag ich mich, womit die Hersteller besagten Abenteuerbuches den Preis von knapp 15 Euro rechtfertigen, wenn das Buch dazu noch als günstig gedrucktes Softcover daherkommt, und dann vom Kunden letztlich nicht funktional genutzt werden kann.
Ist das denn von mir so vermessen, dass ich einen realen Gegenwert zu der von mir für (deutsche) Rollenspielprodukte gezahlten Kohle erwarte?