[27.03.04]Vor der Zuflucht

"Bei einer Vaulderie, einem heiligen Ritual, welches sehr wichtig für das Rudel ist, wird das Blut jedes Rudelmitglieds in einem Gefäß gemischt und anschließend von allen Rudelmitgliedern getrunken, um die Loyalität und den Zusammenhalt zu stärken.", Dimitri schaut Christoph an und lächelt. "Der Rudelpriester ist die treibende Kraft bei allen Ritualen die in unserem Rudel durchgeführt werden. Er tut oftmals auch andere Dinge, doch wie das bei unserem Priester hier ist, weiß ich nicht."

Dimitri will grade noch das Amt des Duktus beschreiben, hält dann aber inne bevor er auch nur ein Wort sagen kann und senkt respektvoll wieder den Kopf.
 
Bei Dimitris Beschreibung der Vaulderie sieht Christoph einen Moment leicht skeptisch drein. Wie soll durch das trinken des Blutes eines anderen Vampirs die Loyalität zu diesem gestärkt werden? Schließlich zuckt Christoph gedanklich mit den Schultern. Seine Erzeugerin hatte einmal kurz erwähnt das dem Blut eine Art mystische Kraft innewohnte, die vin Vampiren genutzt werden konnte. Vielleicht gehörte das ja dazu.
 
Johann nickt lediglich kurz "Richtig. Und der Duktus eines Rudels, ist sein formeller Anführer. Er trifft die wichtigsten Entscheidungen zum wohle des Rudels. Neben den Titeln innerhalb der Rudel gibt es noch weitere. Bischöfe, welche Teile einer Stadt regieren, Erzbischöfe die über eine ganze Stadt herrschen und Kardinäle, welche über ganze Länder gebieten. Ganz oben in der Hierarchie steht der Regent, aber ich denke mal, dass diese ganzen Ämter erst einmal nicht so wichtig für dich sein sollten."
 
"Wohl eher nicht."

Christoph lächelt ein wenig amüsiert, bevor er ernster fortfährt.

"Was den Sabbat angeht hätte ich fürst erste keine Fragen mehr. Ich denke mal das sich vieles auch mit der Zeit selbst erklären wird.

Eingentlich würde mich jetzt nur noch interessieren, was es mit den Kräften, die ich als Vampir nun habe, auf sich hat."
 
Unser Clan verfügt über eine vielzahl von verschiedenen Kräften, so sind die Mitglieder unserer Linie oftmals besonders Stark, sowohl körperlich als auch Geistig, was sich daran zeigt, dass in uns ein besonders Talent liegt anderen unseren Willen aufzuzwingen. Aber was uns von allen anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass sich nicht nur Sterbliche und Kainiten unter unserem Willen verneigen, sondern auch die Schatten." Johann konzentrierte sich kurz und zog mit seiner Hand den Schatten, den sein Stuhl warf, in die Höhe, löste eine handvoll daraus und überreichte sie Christoph, in dessen Hand der Schatten verlief und langsam wieder zu Boden glitt.
 
Fasziniert betrachtet Christoph das langsame zerfließen des Schattenstücks in seiner Hand.

"Verdammt! Jetzt darf ich nicht nur mein Wissen über die Vorgänge in dieser Stadt revidieren, sondern auch noch mein bisheriges Verständnis der Naturgesetze!",

entfährt es ihm beeindruckt. Aufmerksam beobachtet er wie das letzte bischen Schatten aus seiner Hand herausglitt und auf dem Boden verlief.

"Und ihr sagt das diese Kraft durch das Blut meiner Erzeugerin auch mir zuteil wurde?", fragt er den Duktus mit einem Hauch von Ehrfurcht, Erstaunen und ... Hoffnung?
 
Johann lächelt kurz als er die Faszination des jungen Lasombras beobachtet. "Ja, diese Fähigkeit ist auch in dir. Eventuel mußt du zwar etwas üben bis du größere Kontrolle über die Schatten erlangst, aber dieses gerade" er deutet auf den Schatten, welcher langsam über den Boden fließt um seinen ursprünglichen Platz wieder einzunehmen "ist die leichteste Übung. Probiere es ruhig aus. Du mußt dich dazu lediglich darauf konzentrieren, dass der Schatten deinem Willen gehorcht und wenn dein Wille stark genug ist, wirst du bemerken wie das Blut in deinem Körper aktiv wird."
 
Christoph sieht zunächst ein wenig skeptisch drein, geht dan jedoch in die Hocke um sein Glück mit dem Schatten des Bettes zu versuchen. Langsam streckt er die Hand aus, als wolle er den Schatten berühren. Dann taucht sie in ihn ein. Nichts passiert.

'Du musst dich konzentrieren das der Schatten deinem Willen gehorcht',
gehen ihm Johanns Worte durch den Kopf.

Er konzentriert sich. Stellt sich vor, wie der Schatten an konsistenz gewinnt, so das er ihn greifen kann.

Out of Character
Soll ich eine Probe ablegen? Wenn ja welche? Deiner Erklärung nach wäre wohl Willenskraft angemessen.
 
Dimitri schaut ebenfalls völlig fasziniert zu.

Die Schattenkrieger und ihre Fähigkeiten sind doch jedesmal wieder ein Genuß., denkt er still in sich hinein.
 
Out of Character
Schattenspiele 1 (Schatten manipulieren) kostet nur einen Blutpunkt, ein zusätzlicher Wurf auf Willenskraft beim ersten Mal hört sich aber gut an.
 
Du greifst in den Schatten des Bettes und kannst ihn fast stofflich spüren, nicht dass er dir einen Widerstand entgegenbringt, vielmehr scheint der Schatten einen fremdartigen Hauch mit sich zu bringen. Du bringst dir schnell in Gedanken, dass du hier derjenige bist, der diesen Schatten kontrolliert und ein leichter Anflug von Nervösität, ja vielleicht sogar Angst, fällt von dir ab.

Du formst den Schatten in deiner Hand und ziehst ihn in den Bereich hinein, in dem er aufgrund der Lichteinwirkung gar nicht hätte existieren können. Es ist ein tolles Gefühl diese Macht zu spüren und du merkst schnell, dass du deine Hände gar nicht dafür benötigst. Die Kraft scheint anderweitig in dir zu stecken.

Als du mit deinem Erstversuch geendet hast, merkst du wie eine leichte Anspannung von dir abfällt. Anscheinend ist diese Macht, jetzt fällt dir auch das richtige Wort wieder ein "Disziplin", in gewisser Weise kräftezehrend.
 
"Daumen hoch, junger Lasombra.", wirft Dimitri in den Raum.
"Genieße deine Faszination, bald wird alles nur noch normal für dich sein."

Dimitri applaudiert leicht, aber ohne abschätzend zu wirken. Er meint es wirklich ernst.
 
Dimitri dreht sich zu Johann: "Wann wird der Priester wieder hier sein? Bald dürfte es auch eigentlich Zeit für die Vaulderie werden meint ihr nicht?"
 
Ein wenig erstaunt, aber auch befriedigt, das es ihm gleich beim ersten Versuch geglückt ist betrachtet er den Schatten des Bettes noch eine Weile.

Auf Dimitris Glückwunsch antwortet er mit einem ehrlichen "Danke."

Dessen nachfolgende Aussage lässt Christoph jedoch ein wenig nachdenklich werden.
Würde es wirklich irgendwann einmal alltäglich werden? Eigentlich wollte er es kaum glauben, doch dann rief er sich in Erinnerung wie es war als er das erste Mal eine Alarmanlage ausschalten musste. Mittlerweile waren die meisten Alarmvorrichtungen für ihn nur noch Routine. Warscheinlich hatte Dimitri recht.
 
Der Gesichtsausdruck des jungen Vampirs, der grade begann seine Fähigkeiten zu entdecken rührte Dimitri sehr. Es war im Grunde genommen nicht wirklich lange her, als er ebenso fühlte. So schritt Dimitri auf den am Boden hockenden Christoph zu und klopfte ihm einmal sanft auf die Schulter.

"Aus dir wird noch etwas ganz besonderes werden, darauf wette ich."

Er setzte sich in seine Nähe auf das Bett.

"Du warst doch an anderen Clans interessiert, richtig? Ich würde dir gern kurz etwas über meinen Clan erzählen, nur damit du bescheid weißt."

Dimitri lächelt den jungen Lasombra an.
 
Dimitris Schulterklopfen reißt Christoph aus seinen Gedanken. Er erhebt sich und streicht dabei seine Kleidung glatt. Dann lächelt er Dimitri dankbar an, der scheinbar versteht was gerade in ihm vorging. Seine anfängliche Abneigung gegen ihn hatte sich mittlerweile verflüchtigt. Dimitri mochte vielleicht nicht ganz normal sein, aber ... naja, von ihm konnte man das wohl auch nicht mehr behaupten, oder?
Schließlich lehnt Christoph sich wieder an die Wand und wendet sich an Dimitri.

"Natürlich würde es mich interessieren. Dieses Verformen deiner Finger ... ist das die Spezialität deines Clans?"
 
"Oh, das ist im Grunde genommen nur eine Kleinigkeit. Wir können noch viel mehr als nur Finger zu verformen.
Johann sprach vorhin vom Clan Lasombra als Herz des Sabbat. Damit mag er recht haben, sogar ziemlich, denn die Lasombra haben durch Dekaden hinweg immer eine Führungsposition eingenommen. Sie halten tatsächlich das Blut am fließen. Wir, die Tzimisce sind im Gegensatz dazu die Seele. Du wirst diese Metapher sicherlich noch öfter zu hören bekommen. Wir gehören wie die Lasombra zu den beiden Gründerclans des Sabbat, wobei wir Tzimisce uns eher auf spirituelle und intellektuelle Belange fokussiert haben. Allerdings sind wir alle voneinander Abhängig. Ein Körper kann ohne Herz und ohne Seele nicht funktionieren. Wenn du dir den Sabbat jetzt einfach als großen Körper, als ein Einziges vorstellst, wirst du sicher verstehen was ich meine."

Dimitri faltete die Hände und sprach weiter:
"Ursprünglich kamen alle meines Clans aus den Karparten und weiteren slawischen Ländern, doch ist dies in den heutigen Nächten nicht mehr oft der Fall. Unser Clan hat sich aufgespalten wie so ziemlich jeder andere auch. Ich persönlich bin stolz darauf, aus Rumänien zu kommen. Es verbindet mich mehr mit meinem Clan. Unsere Clansloyalität zu beschreiben würde jetzt aber zu weit führen.

Und so, wie ihr die Schatten beherrschen und manipulieren könnt, so können viele von uns das Fleisch und die Knochen der Lebenden und der Toten formen und verändern. Manche wahnsinnig gut, manche weniger gut, manche gar nicht. Sie sehen diese Gabe wie eine Krankheit. Banausen!
Mit dieser Fähigkeit war bereits so vieles möglich, und wahrscheinlich wären manche Kreuzzüge ohne unsere Szlachta und der Kraft die Knochen zu tödlichen Pflöcken zu formen, in die Hose gegangen!"

Dimitri atmet tief ein und wieder aus, auch wenn es eigentlich nicht notwendig war. Doch so konnte er sich immer am besten beruhigen. Man konnte merken dass ihm viel an seiner Abstammung lag.

"Sie her, ich zeige dir was ich meine..."

Dimitri konzentrierte sich auf seinen rechten Unterarm.

Fleischformen 3 (Körperkraft + Körperkunst gegen 7)
[dice]
 
Dimitris Hand formte sich zu einer etwa 30 cm langen knochigen Spitze mit Widerhaken.

"Siehst du?", fragte Dimitri mit leicht schmerzverzogenem Gesicht.

"Eigentlich sollte mein ganzer Unterarm zu dieser Waffe werden, doch bei uns ist es nicht anders als bei euch. Es klappt nicht immer wie man will. Allerdings fügen uns diese Aktionen auch Schmerzen zu, doch sie lassen sich aushalten wenn man sich daran gewöhnt hat."
 
"Wenn ich das richtig verstanden habe kannst du dann nicht nur deinen eigenen Körper umformen, sondern auch den von anderen Wesen. Ich nehme an, das sie dabei die gleichen Schmerzen verspüren wie du bei der verformung deines eigenen Körpers?"

Erkundigt sich Christoph interessiert, aber auch ein wenig beunruhigt. Dann beobachtet er wie sich Dimitris Hand langsam verformt und greift sich dann an sein eigenes Handgelenk, so als stelle er sich das Gefühl vor, welches bei einer derartigen Verformung wohl auftreten müsste.

"Was sind denn diese Szlachta, die du eben erwähntest?", fragt er nach als Dimitri seine Ausführungen beendet hat. "Sind sie so eine Art ... Diener?", wählt er schließlich das Wort, welches ihm am ehesten in den Sinn kommt.
 
Zurück
Oben Unten