[15.05.2008] Die Höhlen der Schattentänzer

Caitlin lächelte nicht weiter, auch wenn ihr eigentlich nach schmunzeln war. Erst wollten alle raus, dann gab es mehrere Wege und keiner wusste welchen er lieber wollte und zuletzt wollten sie wieder so lange wie möglich da bleiben. Unglaublich. Doch noch lies sie keine Gefühle zu.

Dass Buchet als erstes seine Meinung nach vorne trug, war ebenfalls ein deutliches Signal und Caitlin nun war sicher, sie hatte auf den richtigen gesetzt.
So sah nickte sie nur und konzentrierte sich darauf Hal sehr schnell nach oben zu bringen. In wenigen Sekunden war er oben angekommen und die Plattform hielt halbwegs sanft an um den Nosferatu aussteigen zu lassen. Dann sank die Plattform rasant wieder nach unten. Solange die Tremere die Konzentraion und den Blickkontakt aufrecht erhielt, gab es keine Schwierigkeit.

"Es können drei Personen transportiert werden, vielleicht Duke nur mit Helena oder Lena?" gab Caitlin dann an und wartete, dass sich das erste Team bildet.
 
Wenn da schon der Nosferatu drauf war, würden dann wohl zwei was schwerer mit drauf können, das würde dann bestimmt gut werden. Wer sich wohl traute?
"Gut, stimmt, das Gewicht vom Duke müssen wir ausgleichen", sagte sie und aus ihrem Mund klang das nicht mal beleidigend.

Sie sah die Bemühungen von Thürmer.

"Kommen sie besser mit auf die Plattform, das mit dem Seil ist für jemanden ungeübten nicht so einfach und Lift geht schneller."
 
Für Kai war somit der aktive Teil vorbei, er wartete Geduldig bis er mit der Reise nach oben an der Reihe war. Trotz der Ruhe versuchte er seine Wachsamkeit nicht schleifen zu lassen, er wusste wie schnell sich aus der Ruhe ein Hinterhalt bilden konnte, aber noch gab es keinen Grund zu großen Sorge, auch die Zeit wurde noch nicht zum großen Feind.
 
Auch Kiera wartete bis es soweit war und würde wenn sie dann dran war, vorher das Seil an dem Haken anbringen, damit am Schluß dann Lurker und Buchet und auch die Plattform auf der Caitlin war hochgezogen werden konnte, denn ob das mit dem Levitieren auch anders ging wußte sie nicht und wie anstrengend das war, wußte sie schließlich auch nicht.
 
Noch immer verhielt sich Mina auffallend ruhig.
Nach der Szene, die sie nur Minuten zuvor gemacht hatte schien es äußerst ungewöhnlich, dass sie nun derart klein beigab.
Eine Fahrt nach der anderen konnte ohne jeden Angriff absolviert werden.
Ein Kainit nach dem anderen wurde problemlos nach oben befördert.

Bisher verlief alles wie am Schnürchen.


Nur!
Jeder echte Finstertaler WEIß und würde sich niemals leichtfertig in eine andere Richtung leiten lassen, das in dieser Stadt NIEMALS alles wie am Schnürchen verlief. Irgendetwas würde noch geschehen und sie alle konnten von Glück sagen, wenn sie mit dem Leben davon kamen. Denn auch das ware in ehernes Gesetz der Stadt, niemand hier lebte sehr lange...

Es sei denn er war Toreador!
 
Bevor die Plattform sich in Bewegung setzte ergriff Adrian das Seil und begann sich mit hohem Tempo daran emporzuhangeln.
Ehe ich mich in die Hand einer Tremerehexe gebe klettere ich lieber die gesamte Eiger Nordwand nur an meinem kleinen Finger hängend hinauf.
Wer den Japaner beobachtete konnte schwerlich verhehlen beeindruckt zu sein, Begriffe wie Akrobat oder Fassadenkletterer kamen einem unweigerlich in den Sinn während der Asiat das Seil mit geradezu lässiger Eleganz und jede Spur von Anstrengung nach oben zu gleiten schien. Als Adrian die ersten Leitersprossen erreichte ging es dann noch schneller. Er lies die Plattform schnell hinter sich und vermied auch vollkommen den Kontakt mit den sich windenden Schattenarmen der Gattin des Prinzen. Oben angekommen zog er sich kraftvoll über den Rand des Schachts und bezog dort mit einem kurzen Nicken zum Sheriff neben Moishe Posten.
 
Ich bin der Letze.
Nein, ich!

Ich bin das Alerletzte, .... und ich erst, ...

Bäh, ...
Er wartet bis er an der Reihe war. Ganz ohne zu Drängeln oder zu Schupsen.

Wie vielter ist man eigentlich wenn man den Letzten überholt?
 
Caitlin levitierte die ganze Mannschaft brav nach oben und zeigte dabei äußerlich keine Anzeichen von Anstrengung. Als der Duke auf die Plattform stieg, gingen ihrer Arme leicht nach unten, doch sie fing sie sofort und brachte auch ihn sicher nach oben. Schließlich blieben nur noch Sie selbst, Kiera, Lurker und Buchet übrig. "Versteh ich das richtig, dass Sie beide ersteinmal untenbleiben möchten?" fragte sie nun Lurker und Buchet sonst hätte sie noch gewartet, bevor sich sich zu Kiera auf die Plattform stellte. Sie war zwar nicht seit jeher Finstertalerin, doch dass es zu einfach war war selbst ihr klar. Denn obwohl sie Tremere war, wusste sie, dass, Magie nicht die Allroundlösung war. Dennoch gestattete sie sich keine Sorgen oder Ängste, sondern machte einfach mit dem weiter was notwendig war.
 
Es hätte ihm eigentlich klar sein müssen das einige von denen die er hier unten heraus haben wollte natürlich lieber an seiner Seite bleiben wollten. Wäre es anders gewesen, hätte er seine Loyalität falsch verteilt und das geschah einem Vampir in der Regel nur einmal und zwar am Ende seiner Existenz, alleine schon deshalb, weil es in der Regel die Existenz beendete, wenn man in ihren Kreisen schlecht darin war andere einzuschätzen. Als Hal also protestierte und auch Dr. Thürmer anscheinend nicht sicher war, ob sie gehen sollten schüttelte er daher nur sachte den Kopf und deutete dann mit einem Nicken auf den Aufgang. Sie sollten verschwinden. Je mehr von Ihnen hier herauskamen bevor das Ding wieder zuschlug, umso besser.
Immer noch ließ er jenem Teil von sich das Ruder in der Hand auf den er bei moralisch fragwürdigen, oder eindeutig unmoralischen Aufgaben nur all zu gern zurück griff und sein Verstand fühlte sich an wie ein gut gekühlter Reaktor, heiß im Kern, aber raureif auf der Oberfläche. Daher funkelte keine Erleichterung auf, als zumindest seine Brüder diesen Ort endlich verließen.
Er sparte sich einen Protest, oder auch nur eine Erwiderung auf Kieras Entschluss. Sie würde sowieso auf alles pfeifen was er anbringen mochte und sich ganz sicher nicht wegbewegen, egal was er tun oder sagen würde. Also würde er sie wohl einweihen müssen. Eine kleine Geste seiner Hand versuchte ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen und sie auf sein Bein zu lenken. Er hoffte, dass die geschärften Sinne der Mambo gut genug funktionierten und ihr Verstand eben so auf hochtouren lief, damit sie erkennen konnte, dass er sich minimal in eine Position gestellt hatte, die es ihm leicht machen würde los zu stürmen. Hoffentlich ahnte sie was er plante, oder war zumindest nun gewarnt genug um zu reagieren, wenn es soweit war.

Wenn die Seneschall, pardon - Ehemalige Seneschall, der er bewusst über die gesamte Zeit keinerlei Aufmerksamkeit hatte zu kommen lassen damit niemand ahnen konnte das er sie als Verbündete ansah, und ihr Mann nur endlich in Bewegung kommen würden. Aber natürlich musste der Belgier quer schießen. Hätte er Lurker sich nicht bewusst in diesen psychopathischen Modus fallen lassen, hätte er es niemals gewagt auch nur einen Pieps zu der Äußerung des Anderen beizutragen, aber der kalte, fleischlose Verstand erleichterte es ihm das offensichtlich logische auszusprechen.

Exzellenz, diese Leute sind alle hier um sie hier heraus zu holen. Es würde also diese ganze Aktion hier ad absurdum führen, wenn sie bleiben.

Teite die Kanalratte dann dem mächtigsten Mann Finstertals mit.
 
Oliver Buchet, Prinz von Finstertal und Primogen der Toreador

Buchet antwortete nicht auf Lurkers Hinweis, aber er nickte kurz.
Dann ging zum Schacht hinüber und bereitete sich innerlich darauf vor nach oben gehievt zu werden. Er mochte seit mehreren Dekaden eng mit einem Tremere befreundet sein, dass hieß aber nicht, dass er sich mit all ihren Methoden anfreunden konnte. Aber diese Art der Fortbewegung war wesentlich würdevoller, als angestrengt die Wand hochzuklettern.
Und wenn es etwas gab, das der alte Toreador nicht noch mehr verlieren wollte war das Würde.

"Ich bin bereit wenn Sie es sind, Miss McKinney!"
 
Caitlin stellte sich neben ihn auf die Plattform und nickte Lurker noch einmal zu. "Gerne, es geht los, Euer Exellenz." Dann hob sie die Arme und die Plattform begann schnell, aber kontrolliert und sicher nach oben zu schweben. Es schien, als stoppte sie auch deutlich sanfter, als bisher und man könnte vielleicht vermuten dass es entweder an Buchet lag oder daran dass sie sich selbst transportierte. Die Wahrheit war einfach, dass sie allmählich Übung bekam, war es doch immer noch eine sehr neue Fähigkeit gemessen an ihren vielen Lebensjahren.
 
"Kannst du die auch von hier aus steuern, um Lurker und Romero hochzuholen?" fragte Helena als sie alle durchging und nur noch die Beiden fehlten.
 
Caitlin hatte die Plattform nicht aus den Augen gelassen, da sie das natürlich geplant hatte. Sie meinte: "Sicher. Das ist kein Problem, wenn Lurker dann aufsteigen möchte. Mit Romero dabei ist es sicher leichter als klettern."

Eines bemerkte sie schließlich doch noch:" Kannst du mich festhalten? Ich muss mich weit rüberbeugen, wenn ich den Blickkontackt nicht verlieren will. Ich trau Mina nicht, es bedarf nicht viel Energie um mich zu schupsen."

Während die Tremerte das sagte, schwebte die Plattform wieder nach unten. Sie hoffte nur, dass Lurker nicht angefangen hatte, mit dem Klettern, denn sie sah nicht durch die Plattform hindurch.
 
"Sicher, ich halte dich fest und lass dich auch nicht los", erwiderte Helena.
Mit einer Hand Caitlin festhalten und mit der anderen das Seil, das würde schon gehen.
 
Thürmer hatte sich bei den Gruppen die nach oben kamen zeitlich absichtlich etwas weiter hinten gehalten, trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Aufforderung seines Primogens. Ganz wohl war ihm bei der ganzen Sache nicht, aber solange Lurker noch da unten war, würde wohl nicht viel passieren. Erst wenn sie alle draußen waren sah er das Potential für haarige Manöver aufkeimen, hier drin sollte es seiner Meinung nach einigermaßen geordnet zugehen. Oben angekommen blieb er in der Nähe des Aufgangs und überlegte. Dann befestigte er sein Seil in der Nähe und warf es als Sicherungsleine herunter. Nur für alle Fälle, immerhin bissen den letzten in der Regel die Hunde. Oder was hier als das passende Äquivalent galt !
 
Mina:

Lurker war allein.
Ein leises Flüstern drang an sein Ohr.
Er hörte es, es war nicht in seinem Kopf.

"Das bekommst du wieder, du Ratte! Ich werde mich für diesen Diebstahl an dir rächen, werde dir nehmen was dir das Liebste ist und es vor deinen Augen zerreissen. Ich lassen euch ziehen, weil euer aller Tod hier unten nur weitere Monstren herlocken würde. Ich brauche meine Ruhe, mag Abgeschiedenheit. Ich brauche sie, damit ich mich auf meine Liebsten konzentrieren kann. Gefühle schmecken am besten, wenn sie reiiiiiiiiiiiin sind. Lass sie denken, dass ich schwach bin. Lass sie denken, dass sie mich besiegt haben. Wir beiden wissen es besser, nicht wahr?"

Ein lautes Klatschen ertönte, offensichtlich hatte sie Romero zum Abschied noch einmal heftig geohrfeigt.

"Er und ich ...sind unsteeeeeerblich! Wir haben alle Zeit der Welt. Zieht von dannen und sonnt euch in eurem vermeindlichen Sieg. Ich werde über euch kommen und mich für euren Verrat rächen. Zuerst an dir Lörker, danach an der Hexe, die dachte sie hätte Einfluss auf mich."

Die Stimme entfernte sich

"Geht, geht weg! Lasst mich allein!"

Weiter entfernt.

"Ich werde über euch kommen, wenn die Zeit gekommen ist..."

Weiter...

"Ihr es nicht mehr erwartet!"

...

"Leiiiiiiiiiiiidet!"
 
Möglich das dies das letzte sein würde, dass er in seiner Existenz zu sehen bekommen würde. Die Obertremere, der Prinz und Kiera, wie sie in den Schacht hinauffuhren.
Eigentlich war es dumm alles auf eine Karte zu setzen. Man gewann nicht, weil man alles ausreizte, sondern weil man dafür sorgte, dass an irgendeinem anderem Spieltisch noch ein Jackpot auf einen lauerte. Aber man gewann auch nicht, wenn man nie etwas riskierte. Wenn er sich irrte, würde es ihn wahrscheinlich den Hals kosten. Caitlin nickte ihm zu. Sie war der Feind und möglicherweise spielte er ihr hier gerade erheblich in die Hände. Aber es lag keine Schadenfreude in ihrer Haltung. Hier und jetzt war es sowieso egal. Der Nosferatu erwiderte das Nicken und hob sogar eine Hand und zeigte einen 'Daumen nach oben', wie es die Bergarbeiter zum Gruß taten.

Glück auf.

Dann war er allein mit der Finsternis. Nein, eigentlich nicht wirklich alleine, denn er trug immer noch den Gefangenen den er geborgen hatte mit sich. Lurkers kalter, unempathischer Seite fehlte das Feingefühl dem anderen beruhigend einmal kurz auf den Arm zu drücken. Das Mitleid, dass den Anderen in dieser Nacht gerettet hatte, zählte im Augenblick nicht.

Dann begann das Flüstern. Diesmal nahm es allerdings den Umweg über seine Ohren. Gut möglich, dass der Geist im zu Gletschereis erstarrtem Verstand des Verborgenen nicht mehr genug Halt fand um in seinen Gedanken zu ihm zu sprechen.
Es war gut, dass die Angst gerade an einem anderem Ort war und ihn nicht erreichen konnte. Der Psychopathen Lurker akzeptierte einfach nur was er hörte. Er hatte hier gegen ganz andere Feinde gestanden. Allerdings war ihm auch Trotz oder Triumph fern, so dass er nicht mit Genugtuung reagierte. Mit einem knappem Nicken nahm er den letzten Schlag gegen seinen Pfand zur Kenntnis. Dann konzentrierte er sich auf die Plattform, während sich ein anderer Teil seines Verstandes tatsächlich sofort an die Arbeit machte, was zu tun war um diesem neuem Feind hier zu begegnen. Er musste seine Brut beschützen, er musste seine Stadt beschützen.
Als der Weg frei war, stieg der Verborgene auf die Plattform und sah hinauf. In wenigen Minuten würden sie hier heraus sein und Lurker konnte wieder er selber sein.

....Obwohl so alles viel leichter erschien.
 
Vermutlich würde die Plattform nach unten knallen, wenn Lurker runter war und Caitlin die Levitation fahren liess, aber das war dann auch egal. Dank Antonias Veranlassung stand eine Reihe Fahrzeuge bereit, verdunkelte Fenster Decken für die die es weiter hatten oder auch schon mal der Transport im Kofferraum und sie waren dann doch nochmal mit dem Unleben davon gekommen - dieses Mal zumindest.

Out of Character
Wir haben fertig
 
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