[14.05.2008] Die Steinigung kann weitergehen

ObiwahnKa

It's time to kick ass, ..
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21. Juli 2008
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Der Duke erwachte und war schlagartig auf vollen Touren. Blut beschleunigte ihn, so dass er schneller reagierte als er Gedanken fassen, sortieren, auswerten konnte.

Er war nicht in seinem gewohnten Schlafgemach!

Er lag in einem viel zu großen, viel zu weichen Bett!

Er befand sich in einem Raum, in den seine komplette frühere Wohnung gepasst hätte!

Der Raum war ausstaffiert mit Luxus und Protz!

Er war nackt!

Seine Klamotten lagen fein säuberlich zusammengefaltet auf einem Stuhl, die Stiefel akkurat davor! Daneben eine Sporttasche, quasi als Zubrot!? Als er dort reinschaute, gingen ihm fast die Augen über. Vergessen war der Fernseher, …

Aber viel wichtiger, …

WO war er?

Dann, …

Party, Auto, Zuckerschnute, SEX!!!!

Jetzt war zumindest das warum geklärt!

Aber jetzt war er alleine, aber wo war das? Keinen blassen Dunst.

Egal, er war nicht Asche, das war doch schon mal was und zur Not würde er den Flat- bildschirmfernsehr mitnehmen, von Erlös konnte er bestimmt eine Weile existieren.

Er zog sich an und schaltete dabei sein Handy ein. Das auch sofort anfing zu vibrieren und zu zicken. Eine Sms nach der anderen. Anhand der Nummer erkannte er, dass es seine Mailbox war, auch direkte Anrufe von Elly und eine von Tom. Die hörte er, weil er quasi drauf wartet als erstes ab:

„Hey Duke, hier Tom. Sorry hab die Rotze und kann heute nicht. Hab dich aber angemeldet. Frag einfach nach Ox. Is´ der Präsi dort. Der wartet sozusagen auf dich. Also benimm dich und sauf was für mich mit! Be a B.A.B! Associate.“

Mist, dachte er nur. Wollte sich heute Abend mal wieder mit seinem jahrelangen Kumpel treffen und so richtig die Sau raus lassen. Das Chapter Finstertal hatte geladen. Man hatte Besuch aus den Staaten und auch ein paar hochrangiger Nomads waren da, so dass der Burzzeltach des örtlichen Präsi eben etwas größer und pompöser ausfiel als sonst so üblich. Die ganze Woche würde gefeiert werden und der Duke hatte beschlossen, dass es ne prima Gelegenheit sei, alte Kontakte zu intensivieren und neue zu knüpfen. Ausserdem lud eine wirklich gute Mischung an Liveevents dazu ein, viel Spass bei Striptease und ´militant tanzen´ zu haben.

Und jetzt war Tom krank. Verdammt. Das hieß, dass Kerstin auch nicht kommen würde und er somit Elly wohl zuhause lassen würde. Wäre doch sonst langweilig für sie und er hätte vermutlich sofort mehr zu tun, als sogar ihm lieb wäre, um die Finger fremder Männer von Elly wegzuhalten. Und das konnte schnell ausarten. Nene, da würd er eben alleine fahren. Würde zwar Palaver geben, aber hey, hier war er der Boss!

Ah, Elly. Die sollte er auch schnellsten zurückrufen. Die war bestimmt verrückt vor Sorge. Aber irgendwie war sie selber Schuld. Seid sie nach Finstertal gekommen waren, war sie komisch. Irgendwie verändert. Er hatte sie immer noch furchtbar gerne, aber sie war so ernst. Nicht so seine Zuckerschnute. Die war locker, mit der konnte er Party machen und richtig abfeiern. Sollte er Amy mitnehmen? Besser nich´. Die war imstande und löste einen Krieg aus, nur so zum Spass. Er traute ihr nicht zu, dass sie sich den Gepflogenheiten der Rockerkultur anpasste, geschweige denn überhaupt wusste was dort los war.

Also würde er kurz ´daheim´ vorbeifahren und seine Kutte überwerfen. Ach ja …, mit diesem Stück Stoff verband er einige Erinnerungen. Sie stammte noch aus seiner ´sterblichen´ Zeit, auch wenn die meisten von damals ihn nicht mehr erkennen würden oder in die wohlverdienten Bikerrente gegangen waren.

Als er bei Elly zurückrief, war nur deren AB dran. Er hinterließ ihr ne Nachricht, dass es ihm blendend ging, dass alles i.O. war, dass er heute Nacht was zu erledigen hatte, dass sie sich mal um ne anständige Bleibe kümmern sollte und er sich wahnsinnig auf ein Lebenszeichen von ihr freuen würde. Dann legte er auf und verließ das Zimmer, das Hotel, das Viertel, …

Kurz heim. Dort fand er Elly schlafend, das Handy an sich gedrückt und irgendwie hatte sie ein verheultes Gesicht. Fast hätte er ein schlechtes Gewissen bekommen.

Nachdem er sich also schnell passend gekleidet und gerüstet hatte, sprich er hatte Kette und Boots an, die Ringe angelegt und die Sonnenbrille eingepackt. Genügend Zigarren in die Reverstasche äänd so on, sprach er schnell ein zweites Mal was Passendes auf die Mailbox seiner schlafenden Schönheit, so dass Elly sie sofort abhören konnte, wenn sie erwachte. Ohja, sehr mutig, Herr Buchtweg! Und das obwohl die Ghulin ihm ein passendes Mitbringsel besorgt hatte. Gar nicht so einfach einen echten Macallan zu bekommen, er wußte zwar nicht so genau, ob der wirklich gut war, aber der Preis war enorm gut, also für den Verkäufer. Falls er ihm Schrott verkauft hatte, würde es Beulen geben, ganz bestimmt.

Elly hatte sich dann aber im Schlaf gedreht und kurz geblinzelt. Noch im Aufwachen hatte sie einen schnellen Kuss des Riesen erhalten und er hatte sie in eine Warze gekniffen, die da vorwitzig aus ihrem Schlafshirt lugte. Ihhhui, da war sie wach.

„Muss kurz weg. Komm irgendwann später, …!“ „Ja, aber, …“ Weg war er.

Auf seinem Hobel sitzend fiel ihm was anderes ein. Auch er konnte nicht sofort los und Party machen, da stand nochn Besuch bei der Geissel und der Akady an. Was die wohl wollten? Ärger, was sonst. Die Bonzen bedeuteten immer Ärger. Er hatte seit er hier war zwei Mal gegen seine Regeln verstoßen und zwei Mal war er angeeckt. Verdammte Sesselfurzer. Na dann war er mal gespannt.

Als er also Richtung Büro der Akademie rauschte, hatte er das Gefühl irgendwas vergessen zu haben. Das war aber nix Neues und so verdrängte er den Gedanken.
 
Hier stand er also und war bereit die Höhle des Löwen zu betreten. Noch etwas unschlüssig wartete er kurz vor der Tür und sortierte seine Gedanken und ging das Vergangene nochmal durch.

Tja, er war eben was er war und die Chancen standen mal wieder gut heute erhebliche Beulen zu bekommen. Sich seiner Sache schon wieder sicherer hämmerte er an die Tür. Einen Türklopfer hatte er noch nie benutzt und ne Klingel gabs wohl nicht, also eben die Faust.

Als sich auch für den Riesen die Tür öffnete, das erste Mal, soweit es ihn betraf, stiefelte er elegant und lässig rein, …

Der Teil seiner selbst, der dieser Begegnung lieber ausgewichen wäre und auf eine geschlossene Tür gehofft hatte, seufzte gequält auf. Der Teil seiner selbst, der dem Erscheinungsbild der Archontin entgegenlechzte, seufzte begierig. Und der Teil seiner selbst, der sonst so gern und schnell mit spitzer Zunge bei der Hand war, schwieg.

Der Duke betrat den Vorraum und konnte ein kurzes Zögern seines Schrittes nicht verheimlichen.. Ja, er war durchaus nervös. Unsterblichkeit war nicht wirklich Unsterblichkeit, wenn man sie dir wieder wegnehmen konnte. Und wahrscheinlich wäre er damals gleich gestorben, wenn nicht ein Teil seines Ichs unbedingt überdauern wollte, diese Welt einfach nicht loslassen wollte. Der Teil seines Ichs, der jedes Risiko suchte und die Wurzel jedes Ärgers bildete.
Er kam ja nicht nackt, er hatte einen Plan. Er musste nur ruhig bleiben, zumindest in seinem Verstand. Die Dinge nicht überstürzen, abwarten bis zur rechten Gelegenheit. Einen kühlen Kopf bewahren und sich seiner selbst sicher sein. Den letzten Rest des Chaos von letzter Nacht ausblenden. Und seinen Mund halten.

Falls er ins Büro der Statthalterin gelangte und diese ihn direkt empfing, tippte er sich einem Brujah angemessen an die Schläfe (nein, nicht Vogel-zeigen!) und zeigte ein freundliches Lächeln, dem ein geschulter Beobachter aber einerseits Naivität und andererseits strotzendes Selbstbewußtsein ansehen konnte. Dann wartete er nicht mal brav darauf angesprochen zu werden, sondern saget „N´abend Määm, so hier Meldung machen, … .“

Irgendwie hatte er das Gefühl, dass er oder jemand anderes diese Szene so oder so ähnlich schon mal erlebt hatte. Was war hier eigentlich los?
 
Das schwere, dunkle Holz der eher unscheinbaren und wenig offensichtlich liegenden Türe erbebte unter den Schlägen des Brujah. Es dauerte nur eine Zeitspanne in der man einmal schwer Schlucken oder tief einatmen könnte, wenn man dererlei Unbill noch unterlag, dann sprang die Türe mit einem mechanischem Schnappen auf und erlaubte es dem Duke auch den Rest seines Auftrittes gründlich an die Wand zu fahren.
Für einen schnodderigen Gesellen mochte es einfach nur ein altes Büro sein, mit schweren, nach Öl duftenden Möbeln, Akten und den zu erwartenden Skulpturen auf kleinen Tischen und Bildern an den Wänden. Man musste allerdings auch kein Feng Shui Jünger sein, um zu erkennen, dass hier, trotz allen Kompromissen an die Kunst, die Ästhetik an einem anderem Prinzip ausgerichtet war.
Sicher konnte ein Raum elegant und geschmackvoll eingerichtet sein, aber bitte praktisch. Kurze Wege, effektive Aufteilung und klare Linien hatten Einzug gehalten, wo vorher manchmal ein Schnörkel, einfach um seiner selbst willen geherrscht hatte. Trotzdem waren die Veränderungen dezent genug, so dass kaum auffiel welche Einrichtungsgegenstände den Kürzungen der Ventrue zum Opfer gefallen sein mochten. Der kleinen Vorraum zum eigentlichen Büro, der eine Garderobe beherbergte war schnell erstürmt und so befand sich Mark vom Clan der Gelehrten nach zwei Schritten auch schon direkt im eigentlichem Büro wieder.

Die Archontin und Übergangs Seneschall der Stadt tat ihm allerdings nicht den Gefallen gerade in irgendeiner Akte zu blättern, oder mit auf dem Rücken verschränkten Armen bedeutungsschwanger aus dem Fenster zu starren. Völlig im Gegensatz dazu, sah sie den Brujah geradeheraus an und beobachtete jeden Schritt, jedes Stampfen, jedes Zucken peinlich genau.
Ihr Blick hätte wahrscheinlich einen Bulldozer stoppen können und ihr sonst überpräsentes, huldvolles Lächeln war gerade irgendwo anders. So weit weg, dass man sich gar nicht erklären konnte, wie es sonst in das Gesicht dieser Frau kam.
Während ihr Blick zu Beginn des Einmarsches des Mannes ein kaltes, schneidendes Messer war, konnte man nach dessen 'Begrüßung' glauben zu sehen, wie sich auf dem poliertem Holz des Schreibtisches Rauhreif bildete. Ganz leicht nur wölbte sich eine Augenbraue nach oben. Vielleicht sollte der Brujah jetzt besser nicht zum Fenster schauen. Möglich das sich dort gerade Eisblumen bildeten.

Sybille kämpfte kurzzeitig den Drang nieder ihr Gegenüber in eine tränenaufgelöste Pfütze aus Rotz und Reue zu verwandeln. Es ging nicht um den Wicht an sich. Es ging immer um größeres und darum musste sie in einem größerem Kontext denken und handeln und der Versuchung widerstehen die unverschämte Pest vor ihr einfach auszumerzen, wie sie es sich in einem Moment der Schwäche vielleicht gewünscht hätte.

Trotzdem war es wohl an der Zeit den einen oder anderen Pfahl einzuschlagen. Es waren vornehmlich die Dinge die der Brujah nicht getan hatte, die sie nun ahnden würde.

Wie ich sehe gehen ihnen, zumindest im Augenblick, die einfachsten Grundregeln sowohl unserer Gesellschaft, als auch die der normalen Höflichkeit ab.
Bevor wir also gleich zum offiziellem Teil des Abends kommen schon einmal vorab von mir die Vorgabe, dass sie keine Erlaubnis bekommen ein Kind zu zeugen, bis ich sehe das sie selber beides nachgeholt haben und somit überhaupt in der Lage sind es wenigstens zu einem nicht störendem Element unserer Gemeinschaft zu erziehen. Wir erwarten noch weitere Teilnehmer, warten sie gerne im Vorraum.


Guten Abend und willkommen in der Akademie war also ausgegangen und würde wohl so schnell nicht mehr rein kommen. Obwohl die Seneschall ihre Stimme kaum hob und ihr Tonfall keine besondere Aufregung verriet, mochte selbst einem vernageltem Geist langsam die Erkenntnis dämmern, dass die Luft dünn wurde.
 
A A A Autsch, … verdammt. JETZT wußte er was eine Eiskönigin war. Und das bevor sie ihn ansprach.

Es lief dem Riesen eiskalt den langen Rücken runter. Hier hatte er urplötzlich, … ja was? … ANGST! Nackte Angst. Hier würde er sterben. Das Tier in ihm schrie verzweifelt auf. Es wollte weg von der Königin. Es wollte weg von der Eishöhle. Er wollte weg. Konnte sich aber keinen Millimeter bewegen.

DANN erst trafen ihn ihre Worte. Bohrten sich in seine Gehirnwindung und verbog sie so, dass auch er es kapierte.

„Sehr wohl, Madam.“ presste er hervor. Verbeugte sich knapp, aber immerhin und dreht sich um und stakte in den Vorraum.

Dort ließ die Anspannung ein wenig nach.

Verdammt, wasn los, Aldda, wasn das für ne Schnalle? Ups? Konnte sie seine Gedanken hören? Zuzutrauen war es ihr.

Er traute ihr ALLES zu!

Also, dachte er, … Entschuldigung. Bist keine Schnalle, ähm, sie sind, … ach FUCK. Blumen? Blumenwiese! Blumenwiese! Blumenwiese! Kind zeugen? Hä? …

DARUM ging es? Er durfte keine Kinder zeugen? Wollte er das? Hatte er sowas erwähnt? Nööö nö. Puh, dann war ja alles gut. Wenn es darum ging, … Ha! Nicht mit dem Duke! Bange machen gilt nicht!

Noch einmal lief es im klat den Rücken runter.

„Brrr!“ machte er und schüttelte sich.

Er sollte also warten. Gut. Er griff in seine Brusttasche und zog ne Zigarre raus und steckte sie sich in den Mund. Zippo an und zurückgelehnt. Mist, er hatte immer noch keine Streichhölzer. Als der erste Qualm seinen Mund verließ hatte er sich wieder voll unter Kontrolle.

Der Duke war eben der Duke. Und so saß er mit ausgesteckten Füßen im Vorraum und bließ Kringel in die Luft, fluchte innerlich über die verschwendete Zeit und die Obrigkeit und das Leben an sich und über die Ungerechtigkeit und so weiter.

Und harrte der Dinge, …
 
Eine Minute vor seinem Termin bei der Seneschall fuhr Iains Maseratti vor der Akademie vor, er stieg aus, schritt zum Portal, trat ein.
Im Vorraum angekommen traf er auch gleich seinen Lieblings-Brujah vor, der die Luft mit viel zu billigen, viel zu beißenden Zigarren verpestete. Iain schaffte es, seine linke Augenbraue in einer unbewussten Nachahmung von Sybilles vorheriger Geste lediglich kurz kräuseln zu lassen. Dann nickte er dem Brujah kühl zu. "Ich grüße Sie."

Zielstrebig schritt er auf die Tür zu Sybilles Arbeitszimmer zu. Wartete die obligatorischen 10 Sekunden, bis es auf die Sekunde genau pünklich war. Klopfte.
Es würde sich zeigen, wie die Archontin heute tickte. Iain erwartete schlichtweg das schlimmste. Dann war man wenigstens nicht enttäuscht...
 
Gerde als Iain eintreten wollte, tauchte fast aus dem Nichts Helena neben ihm auf, die Frau schaffte es auf jeden Fall auch unauffällig zu sein, zumal, da sie zu Fuß vom Cafe herüber gekommen war.

"Guten Abend, Mr. Finnley", grüßte sie den Ventrue. "Ich hoffe, sie haben die letzte Nacht gut überstanden."
 
Iain antwortete, während er auf eine Reaktion hinter Sybilles Tür wartete.

"Guten Abend, Miss O'Neill. Nun... es war etwas spannender, als mir recht gewesen wäre. Diese Malkavianer-Bibliothek ist einfach kein Ort, an dem geistig gesunde Menschen sich aufhalten sollten, ohne körperlichen Schaden davonzutragen." Er zwinkerte freundlich. Irgendwie lernte er Helena Nacht für Nacht immer mehr zu schätzen.
 
Helena lächelte.
"Ach schon, man kann dort gut zurecht kommen oder besser konnte, solange der alte Justify Nox dort noch gewohnt hat", antwortete Helena. "Zu der Zeit war ich dort fast jede Woche mindestens einmal zu Besuch."

Sie sah sich um.

"Ist Amanda nicht dabei?"

Out of Character
Mir fällt gerade ein, eigentlich waren Iain und Helena doch per Du, oder?
 
Out of Character
Keine Ahnung... Helena hat mit dem "Mr Finnlay" angefangen :p
Schieben wir es einfach auf die förmliche Umgebung der Akademie ;)


"Nun, Amanda ist durchaus selbstständig. Ich erwarte, dass sie diesem Termin hier eigenmächtig nachkommt."
Noch ist sie selbständig... ich weiß nicht wirklich, welches Urteil ich erwarten soll... Queen Anne hatte sie für ihre Aktion im Elysium sang- und klanglos vernichten lassen und es noch nicht mal auf die Todesanzeigen-Seite gesetzt...

Out of Character
@Amanda: Also ich spiele die nicht. Ich nehme an, das macht der SL?
 
"Naja, ich verstehe auch nicht, was dieser Mist sollte, aber es ist sowieso seltsam, was da so in letzter Zeit in die Stadt kommt", erwiderte Helena. "Aber auch mal was erfreuliches.
Alexander Stahl war vorhin bei mir, es geht ihm soweit wieder gut und er ist voller Tatendrang."

Für Helena war das wirklich eine gute Nachricht.
 
"Helena, ich möchte noch einmal betonen, wie sehr ich den Vorfall mit Amanda der noch dazu in Ihrem Elysium stattgefunden hat, bedaure. Sie handelte damit keinesfalls in meinem Interesse oder im Geiste der Erziehung, die ich ihr zukommen ließ. Ich bitte Sie daher, meine Entschuldigung diesbezüglich und mein aufrichtiges Bedauern zu akzeptieren. Amandas Handeln ist durch nichts zu entschuldigen.

Dass Herr Stahl wieder unter den Kainskindern Finstertals wandelt ist eine erfreuliche Nachricht!"
Erfreulich und auch besorglich! Das ändert das Machtgleichgewicht erheblich... Stahl hatte immer stets eher die Interessen der Finstertaler Toreador im Blick, als die seines eigenen Clans. Das könnte sowohl eine große Chance als auch eine deutliche Hürde für Moishe und mich sein, dass der ehemalige Primogen wieder ins nächtliche Geschehen eingreift.
"Ich werde dies umgehend meinem Clansbruder Moishe mitteilen. Herr Stahl verdient es, umgehend umfassend informiert zu werden."
 
Bevor die beiden Turteltauben vor der Türe sich in weiteren Liebesschwüren ergehen konnten wurden sie von der Auvergne unterbrochen, deren Stimme aus ihrem Büro zu Ihnen herein reichte.

Bitte.

Alles weitere konnte warten, bis die Beiden, oder einer von beiden, hinein kommen würden. Helena wurde als erstes begrüßt, sie war schließlich Primogena und bekleidete ein Amt und irgendwie war es auch höflicher sie, als nicht dem Clan der Könige angehörige, vor Ian abzuhandeln. Schließlich war das hier keine reine Clans interne Angelegenheit.
Also erhob sich die Archontin von ihrem Platz und machte ein paar ruhige, gemessene Schritte um ihren Schreibtisch herum, auf ihre neuesten Besucher zu. Damit zog sie gleichzeitig auch der zu befolgenden Etikette ein wenig die Zähne, denn nun musste niemand sich um die genaue Reihenfolge und die Tatsache ob man nun nicken, sich verbeugen oder kriechen sollte kümmern, da Sybille den Neuankömmlingen einfach die Hand anbot.
Sie trug wie so oft ein schwarzes, einfaches, eng anliegendes Kleid. Natürlich hätte sie sich geschäftsmäßiger kleiden und sich in einen grauen Hosenanzug werfen können, doch damit hätte sie sich nur kleiner gemacht als sie eigentlich war. Sie konnte solche Kleidung tragen und würde keinen Jota davon abweichen und sich hinter Business Kleidung verstecken. Zudem unterstrich es ihre Ausstrahlung, die immer ein leises Versprechen von Promiskuität, jedoch nur für einen erlauchten Kreis, transportierte, bei dem Männer wahrscheinlich automatisch davon ausgingen, dass sie zum erlauchten Kreis gehören könnten.

Miss O'Niell, guten Abend. Danke dass sie uns kurzfristig zur Verfügung stehen.

Als Hüterin musste man bei einem Elysiumsbruch nicht unbedingt an irgendwelchen Gesprächen teilnehmen. Oft genug reichte die Geißel. Die Tatsache, dass man sie dazu geladen hatte, sprach also dafür, das noch geredet und nicht direkt nur gehandelt werden sollte. Helena hatte ja auch den Brujah bereits im Vorraum hocken sehen und noch schien alles so, als würde man ihn nicht irgendwo einbetonieren und vergessen wollen.

Mr. Finnlay, ich grüße sie. Sie sind weniger als Zeuge, denn als berechtigt Interessierter hier. Zum Einem weil die Vorkommnisse im Elysium vorgestern den Clan betreffen und zum Anderem, weil es sich hierbei um ihr Kind gehandelt hat.

Bevor Ian aber nun den berechtigten Einwand abschießen musste, dass Amanda eine freie Vampirin war und ihm nicht mehr unterstand und damit in der Zwickmühle gewesen wäre sich von ihr zu Distanzieren, obwohl ihn eine offensichtliche Mitschuld verband, da er dieses Kind in die Nacht gebracht hatte, hob die Seneschall bereits die Hand.

Ich weiß, dass nicht mehr in direkter Verantwortung stehen, aber ich möchte sie dennoch informieren. Amanda ist trotz allem ihr Kind. Aber dazu gleich mehr. Möchten sie mir in der Zwischenzeit einen Gefallen tun das das dort abstellen? Danach nehmen sie doch bitte Platz.

Für den letzten Teil lud sie Helena mit einem Blick ein, sich ebenfalls angesprochen zu fühlen und es sich bequem zu machen. Was sie mit 'das dort' meinte, machte sie klar, indem sie mit einem spitzem Finger auf den Zigarre rauchenden Duke deutete. Sie hatte ganz sicher keine Lust ihn darauf hinzuweisen, dass in diesem Büro Rauchverbot war. Schließlich war sie hier weder der Schaffner, noch der Hausmeister. Ian konnte so einen Wunsch umsetzen, ohne sich damit lächerlich zu machen, dass er wie eine aufgescheuchte Hausfrau hinter dem Rüpelbrujah herlief und Dinge keifte wie 'Schuhe ausziehen' und 'Zigarre ausmachen'.
 
Iain verbeugte sich leicht und routiniert aus der Hüfte. '... aber ich möchte sie dennoch informieren...' Nett. Demnach steht der Richtspruch über Amanda längst fest...
"Ganz wie Sie wünschen, ehrenwerte Primogena d'Auvergne."

Ruhigen und selbstsicheren Schrittes trat er auf den Brujah zu, die hölzernen Absätze seiner sündhaft teuren, italienischen Rindslederschuhe klackerten den bedrohlichen Rythmus des Untergangs.
"Mister DUKE, wenn Sie bitte so müßig wären, das Rauchen einzustellen?" Ein leises, grenzwertig spöttisches Lächeln das Iain mit viel gutem Willen auch als wohlwollend ausgelegt werden könnte begleitete diese Worte. "Das Rauchen ist hier nicht gestattet."
Der letzte Satz war reinste Höflichkeit. Aber Iain wollte dem DUKE eine Brücke bauen, sich auch einmal aus Versehen angemessen zu verhalten.

Anschließend wandte er sich auf dem Absatz um ohne die Reaktion des Brujah abzuwarten und wollte in Richtung des Büros der Seneschall davonschreiten.
 
"Hat ja nichts mit dir zu tun, wenn sie nicht in Ordnung gewesen wäre, hätte Queen Anne sie bestimmt nicht frei gesprochen, ist schließlich ihr eigener Clan", erwiderte Helena. "Aber wenn so was passiert und der Laden voll ist, dann kann nicht mal ich da was untern Tisch kehren.
Und dann noch diese Billigversion von Festus Hagen, auf den muß man auch noch aufpassen, Brujah, die Musik machen, sind meistens einfach nur gewissenlose Krawalltüten." Sie erinnerte sich noch lebhaft an den letzten Brujah, der als DJ sein Unwesen trieb und sich auch für einen Anarchen hielt nur weil er Morden und Brandschatzen wollte.
"Ich habe ihm schon eine SMS geschickt, bevor ich mich auf den Weg gemacht habe und ich denke Alexander wird sich schon bei ihm melden."

Klar, mit der Rückkehr von Stahl wurden die Karten neu gemischt.

Dann wurden sie auch schon eingelassen. Den Duke versuchte sie geflissentlich auszublenden und machte dann einen kleinen Knicks vor Sybille, immerhin mußte frau auch mal zeigen, daß sie alle Ettikete beherschte und nur unter weniger Augen deutlicher wurde.
 
… aus Versehen Richtig machen … coole Umschreibung. Nach wessen Definition denn?

Des DUKEns Definition? Naja, egal.

Der Duke zog nochmal genüsslich und paffte den Rauch aus, dann blickte er sich nach einem Ascher um. Da aber Rauchen nicht erlaubt war, fand er natürlich keinen. Wasn Mist. Und jetzt? Sollte er die Zigarre an der bestimmt als heilig eingestuften Holzvertäfelung ausdrücken? Oder sollte er die Zigarre durch das geschlossene Fenster schnippen. Zugegeben Zweiteres hatte seinen Reiz. Aber irgendetwas sagte ihm, dass die Eiskönigin nicht cool reagieren würde und er hatte begriffen, dass sie noch ne große Rolle in seinem Unleben spielen sollte. Als Archontin und Seneschallin. Genauso wie in Berlin und in Hamburg und in Jena und in Hanover und in Dresden, … da saß er also und hielt mit spitzen Fingern die Zigarre hoch und war schon wieder gedanklich wo ganz anders. Ganz leicht stieg der Rauch empor und zeigte dass noch Leben in der Zigarre war.

Und überhaupt hieß das Seneschallin oder Seneschall obwohl Titten vorhanden waren? Wie bei Prinz und Prinzessin. Wasn Scheiß. Prinzessin gabs ja aber Seneschallin? Archont – Archontin passte. Seneschallin? Passte nicht. Oh mann, er ahnte es. DIESE Wissenlücke würde ihn noch in Schwierigkeiten bringen. Sollte er Schwiegerpapa fragen? Apropos, wo war eigentlich Amy?

„Sach ma´ wo isn´dat Amy?“ fragte er Iain immernoch mit der glimmenden Zigarre, die er völlig ausgeblendet hatte.
 
Iain hatte einige Schritte getan, als der Brujah seine Weisheitsergüsse in seinem Rücken losließ. Er hielt inne, widerstand mit eisernem Willen der Versuchung die Augen zu verdrehen und wandte sich noch einmal zum DUKE um.

Kühl antwortete er daher.
"Amanda ist heute Abend nicht mit mir hier eingetroffen. Angesichts ihres Umgangs mit Ihnen, hätte ich erwartet, sie hier in Ihrer Anwesenheit vorzufinden. Nun, wie dem auch sei, kommen Sie nun bitte der Aufforderung der Seneschall nach und löschen Ihre Zigarre. Ich werde mich nun ins Büro der Seneschall begeben."

Damit war zwar nicht die ursprüngliche Frage beantwortet, wohl aber ohne Iains Wissen die Frage des DUKEs nach einer angemessenen Anrede eines weiblichen Seneschalls.
 
Moishe fuhr auf dem Parkplatz vor der Akademie vor und wartete nachdem er ausgestiegen war auf Kai, der ja dicht hinter ihm gefolgt war. Natürlich war ihm nicht das dritte Fahrzeug entgangen in dem ihnen wahrscheinlich die Geißel hierher gefolgt war. Moishe gab sich äusserlich einen gelassenen Anschein, aber was er gleich zu tun beabsichtigte betraf nicht nur Kai Braun sondern auch ganz massgeblich seine Person. Er würde notfalls für Kai bürgen, sollte Sybilles Rechtsauffassung von der Seinen in diesem Fall abweichen. Außerdem würde er erste Schritte unternehmen um den Prozeß einzuleiten der Kai Braun langfristig in die Reihen der Ventrrue aufnehmen würde, seine Ehre verlangte das von ihm. Moishe wusste das es dabei Widerstand von Seinesgleichen geben würde. Viele seiner Clanbrüder waren der Meinung das jemand wie Kai Braun, der durch die Schwäche seines Erzeugers nicht in den Clan geholt worden war diese Zugehörigkeit auch nicht verdiente. Kais einfaches Herkommen aus sterblichen Tagen war dabei auch keine Hilfe. Moishe selbst hatte Jahrzehnte damit zugebracht massgebliche Mitglieder der Ventrue seine jüdische Geburt vergessen zu lassen und viele hatten das sicher nie getan. Aber eben deshalb weil ihm Friedrich vertraut und ihn auserwählt hatte war Moishe entschlossen Kai Braun die gleiche Chance einzuräumen sich zu beweisen. Damit würde er auch seine eigene Person auf den Prüfstand bringen, denn wenn Kai versagte würde auch er fallen.
Der erste Schritt aber war nun Brauins Unbedenklichkeit gegenüber Sybille und der Camarilla sicherzustellen, danach würde er mit Iain und auch Alexander Stahl sprechen müssen, sofern dieser sich nicht auf längere Zeit zur Genesung zur Ruhe gebettet hatte. Anschließend würde er sich für seine Entscheidung gegenüber seinem Mentor verantworten, aber diese Dinge kamen später.
Als Kai ankam nickte er ihm wortlos zu und bedeutete ihm das sie gemeinsam ins Büro der Akademie gehen würden. Der Parkplatz war für diese recht frühe Abendstunde nicht leer wie sonst. Moishe erkannte sowohl Iains schicken Flitzer als auch die Maschine des Duke, sie würden also warten müssen bis Sybille Zeit haben würde. Iain würde er bitten an dem Gespräch teilzunehmen, dessen Einschätzung von Kais Person sollte hoffentlich hilfreich sein.
Als sie an der Tür ankamen benutzte Moishe den Türklopfer um auf sie aufmerksam zu machen und um Einlass zu bitten.
 
Der schwarze Mercedes kam kurz nach Moishe auf dem Parkplatz zum stehen. Nachdem Kai im Licht der Innenbeleuchtung nochmal einen Blick in seine Akten geworfen hatte trat er mit der Mappe aus dem Wagen und folgte Moishe zur Tür der Akademie. Er war sich selbst ebenso des Risikos bewusst das der Ventrue hier einging, was dem Caitiff nicht wirklich gefiel. Kai erwiederte das Nicken und blieb ansonten wortlos, er hatte auch nicht vor ungefragt noch etwas zu sagen bei dem anstehenden Gespräch.
 
Auch Malik tauchte kurz nach den Beiden anderen Kainiten auf und begab sich sogleich zum Büro, wo er sie auch noch sehen konnte, wie sie vor der Tür standen. Die Geißel war heute unauffällig gekleidet, mit einer dunklen Jean, schwarzen ´T-Shirt und einer Lederjacke unter der seine Waffen verborgen waren. Dass er nun nicht gerade standesgemäß in die Akademie trat, war ihm ziemlich egal. Schließlich war praktische Kleidung weit angebrachter gewesen, als elegante.

"Guten Abend die Herren." begrüßte Malik die beiden mit einem leichten Lächeln.
 
Moishe nickte Trapper zu, schließlich hatte er den Malkavianer schon vor seinem Treffen mit Kai begrüsst, aber wenn Malik die Dinge weiter so halten wollte als wäre er nicht am Ufer der Finster gewesen sollte es ihm Recht sein.
 
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