[09.05.2008] Vorbereitungen I: Der Tierpark

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Wie bereits erwähnt waren innerhalb der Praxis alle Türen unverschlossen.
Harold fand ohne größere Antstrengungen hinein. Sicherlich wäre das Lager wohl eigentlich besser zu schützen gewesen, aber anscheinend hatte eine der Helferinnen schlicht vergessen das Medikamentelager ordnungsgemäß zu versperren. War ja nicht so, dass Zachariis Hirnerweicher nicht auch Vorteile hatte.

Das Innere des Raumes war mit Regalen gesäumt, die eine Vielzahl der verschiedensten Medikamente enthielten. Die Auswahl der Präparate war derartig hoch, dass ohne entsprechende Ausbildung kaum noch ersichtlich war, welchen Verwendungszweck die Mittel genau hatten. In den unteren Fächern standen Kartons mit allerlei Ersatzartikeln die man in einer Praxis so benötigte.
 
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Tja, was jetzt ? Nehmen wir Proben mit, probieren sie aus und kommen dann wieder oder packen wir auf gut Glück ein, was uns in die Finger fällt ?
(Gibt es Aufschriften auf den Packungen ? Liegt da irgendwo eine Betäubungswaffe ?) Harold begann zu suchen. Einen Giftschrank. Sowas hat jedes Krankenhaus, also muß das starke Zeug da drin sein...
 
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Die ganzen Medikamente durchzusehen, dürfte Stunden dauern.
Ein Betäubungsgewehr fand Harold leider nicht, anscheinend bewahrte es der Tierarzt nicht hier auf. Hinter einer der Schranktüren befand sich ein kleiner, jedoch schwer aussehender Safe. Wahrscheinlich befanden sich in ihm die starken Mittel die unter des Betäubungsmittelgesetz fielen und entsprechend diesem geschützt vor Diebstählen und anderen kriminellen Einflüsseln in einem schwer zu öffnendem Behältnis aufzubewahren waren.
 
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Harold sah sich den Safe genauer an: Konnte man ihn mitnehmen oder war es ein Wandsafe ? Und vor allem: Konnte man ihn mit realistischer Chance aufbohren, oder war schweres Gerät nötig ?
 
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Ausführung »Fortress SS1183«:
* Außenmaß: B/T/H cm 45/35/35
* Innenmaß: B/T/H cm 37/25/27
* Gewicht: 56 kg
* Tür: Sicherheitsstufe A (einwandig) 4 mm
* Korpus: Sicherheitsstufe B (Doppelwand) 40 mm
* Versicherbar bis priv./gewerbl.: 20.000/2.500 Euro
* Verschluss-System/Inneneinrichtung: Doppelbartschloss VDS Kl. 1
Der Safe mochte gut und gerne sechzig Kilogramm schwer sein. Von seinen Maßen her, wäre er sicherlich zu tragen. Wenn auch unter größeren Mühen. Leider hatte der Doktor sich zu allem Überfluss die Mühe gemacht, den Safe mit der Rückseite des Schrankes (und der dahinterliegenden Wand) zu verschrauben. Sicherlich könnte man diese Verbindung mit dem Brecheisen aufstemmen, aber das würde Lärm und größere Mühen verursachen. Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Wenn alles gut klappte und der Tierarzt mit Dübel und Schrauben wenigsten ein klein wenig nachlässig war, gut dreißig bis vierzig Minuten.
 
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Also gut, der Safe ist zu sperrig und schwer zum Tragen, also hilft nur der Bohrer... Harold setzte den Bohrer am Schloß an und fing an, das Schloß aufzubohren.
Wenn das nicht hilft, dann kommen Hammer und Meißel zum Einsatz. Ansonsten komme ich einfach mit schwerem Gerät wieder...
 
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Weder Bohrer noch Hammer und Meißel richteten ausreichend Schaden an, um die Tür am Ende öffnen zu können.
 
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Also gut, dann nehmen wir das Ding eben mit... Mit finsterem Blick setzte Harold das Brecheisen an. Jetzt müßte man eine Handgranate haben...
 
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Das Brecheisen zuckte hilflos mit den nicht vorhandenen Schultern als wolle es sagen, dass es nun wirklich mal gar nicht für die verfahrene Situation konnte.
Wie um dies zu beweisen tat es sein Bestes den Safe aus der Wandverankerung zu brechen.

Und wirklich, in weniger als zwanzig Minuten war der kleine Wandsafe fertig zum Abtransport.
Nun nur noch heile hier heraus...
 
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So, jetzt nur noch die Schlafknarre samt Muni. Dafür sind wir ja schließlich hergekommen und hier irgendwo muß die ja sein... Harold steckte das Brecheisen wieder ein und fing an zu überlegen, wo er, wäre er Tierarzt, das Ding verstecken würde, das ja wenn nicht täglich, so doch öfter gebraucht würde. Entweder wäre es im Safe oder in einem der Untersuchungsräume, der Rest ergäbe keinen Sinn, es sei denn, es wäre in der Verwaltung und nur gegen Unterschrift erhältlich. Harold wischte noch wahllos einige Medikamente in seine Tasche, dann wandte er sich dem Untersuchungszimmer Zwei zu...
 
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So sehr sich Harold auch bemühte, das Gewehr war nirgends aufzufinden. Es war nicht in der Praxis. War es möglich das der Doktor es woanders aufbewahrte? In seinem Dienstfahrzeug vielleicht? Oder bei sich daheim? Vielleicht hatte die Verwaltung einen speziellen Raum in dem sie derartiges wegschließen konnte. Scheiß Waffengesetze! Warum musste in Deutschland eigentlich alles duch Regeln und Verbote eingegrenzt werden?

Für den Bruchteil einer Sekunde erkannte Harold einen Schatten am Fenster. Möglich das es nur ein Vogel war. Vielleicht war es auch einer dieser Gebilde die ihn und alle anderen Vampire schon seit Tagen verwirrte? Wie dem auch sei, es hatte ihn kurz erschrocken. Nun aber war alles wieder ruhig und still.
 
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Fluchend warf Harold noch ein paar Medikamentenkartons durch das Lager, warf ein Regal um und bemühte sich, das ganze etwas mehr wie Vandalismus aussehen zu lassen. Dann nahm er die Tasche auf, band das Seil um den Safe, um ihn hinter sich her schleifen zu können, benutzte diesen, um Türeneintreten zu simulieren und näherte sich der Verwaltung. So, einen Türbrecher habe ich jetzt. Wenn das Gewehr auch hier nicht ist, werde ich wohl aufge... Moment ! Haha ! Die Kaserne ! Wo eine Kaserne ist, ist ein Sanitäter und was hat der ? Starke Betäubungsmittel ! Und bei der Tatsache, daß man die Wachen eher Schnarchen nennen sollte, könnte das Erfolg versprechen... Versuchsweise schwang Harold den Safe gegen die Tür der Verwaltung...
 
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"Darf ich fragen was Sie da machen?"

Die helle Stimme einer jungen Frau erklang urplötzlich hinter Harold. Sie gehörte zu einer zierlichen jungen Dame von kaum mehr als zwanzig Jahren. Sie hockte auf der Rückenlehne einer Besucherbank und hatte die Arme so zwischen die Beine gestreckt, dass sie sich festhalten und sich so zusätzlichen Halt geben konnte. Die Fremde schien dabei weder verärgert oder aggressiv zu sein. Ihr durchaus hübsches Gesicht zeigte reine Neugier, jedoch auch vollkommen fehlenden Respekt und einen erstaunlichen Mangel an Angst.

Ihr plötzliches Erscheinen hatte nicht das geringste Geräusch verursacht.

"Das ist hier mein Revier, wissen Sie!? Und ich schätze es gar nicht, wenn man in meinem Verantwortungsbereich ungefragt solche Unordnung veranstaltet."

Sie lächelte und es blitzt kurz gefährlich in ihren Augen.

"Besonders wenn man derart viel Krach verursacht, dass es mich wundert, dass Sie sich nich gleich noch die Presse und ein paar johlende Zuschauer dazu geladen haben!"
 
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"Das würde ich jetzt aber auch zu gern wissen."
Würde Meyye sagen, wenn sie schon da wäre, aber das ist sie leider nicht. Auch wenn sie bereits in der Nähe ist. Vom Kampfplatz der Plagen aus ist sie als alles erledigt war schließlich nachhause gegangen, nach der ersten Ecke bereits verdunkelt, versteht sich. Denn dort steht ihr Bike, und mit dem ist sie viel schneller am Tierpark als zu Fuß (als Schwalbe wäre sie nochmal schneller, aber sie will Blut sparen). Silvas Nachricht kam recht überraschend.. aber dass die Garou ewig zuschauen und ihre Wunden lecken würden, war auch nicht zu erwarten. Es trifft sich gut, schließlich hat sie ja auch ein wenig was zu berichten.

Sie ist nur wenig schneller als sonst, denn schon im normalen Stadtverkehr heizt sie durch die Strassen als wären die ganzen anderen Autos gar nicht da.. dass wirklich kein Verkehr ist, macht die Sache noch ein wenig angenehmer. Daran könnte sie sich gewöhnen, aber wenn sie an den Grund denkt hätte sie doch lieber ein paar hupende Idioten, denen sie den Mittelfinger zeigen und die Zunge rausstrecken kann, nachdem sie sie beinahe über den Haufen gefahren hätten. Schon als sie das Rad ablegt hat sie das Gefühl, dass was nicht stimmt.. manche der Tiere sind unruhig. Könnte an Silva liegen. An der üblichen Stelle überwindet sie die Mauer und geht über die Wege. Eine der nachtsichtigen Raubkatzen befragt sie, ob Fremdlinge hier sind und bekommt eine überraschende Antwort.. zwei, ein Mehr-als-Wolf und ein laufender Kadaver. Wird ja doch interessanter als sie dachte. Sie geht weiter.. lange wird sie wohl nicht mehr suchen müssen.
 
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Harold drehte sich langsam zu Silva um und stellte den Safe ab. Verdammt, ein Vampir, der nichts besseres zu tun hat, als hier bei der Arbeit zu stören. Und dann wohl auch noch ein Halbtier . Na das konnte ja lustig werden... "Nun ja, wie du siehst, bin ich grade am Arbeiten, genauer gesagt am Verwischen der Spuren, damit kein Mensch, wenn die je wieder fit werden, viel merkt. Und da ich neu hier bin, kenne ich mich mit den Domänen hier nicht aus." Nun sah er Silva direkt an. "Wegen dem Krach, da wird kein Mensch drauf aufmerksam. Und du wirst verstehen, daß man in meinem Beruf nicht erst um Erlaubnis fragt. Sag mal, weißt du, wo der Tierquäler die Schlafknarre aufbewahrt ?"
 
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"Na du hast Nerven, Fremdling!"

Ein liebliches Lächeln trat auf die Lippen des Mädchens. Es hatte unbestritten etwas... seltsames. Silva hüpfte von der Rückenlehen der Bank und landete gekonnt auf dem Boden. Sie verursachte dabei nicht das geringste Geräusch. Jede ihrer Bewegungen schien geschmeidig und athletisch. Ähnlich wie die eines Raubtieres, jedoch kraftvoller und irgendwie direkter als es zum Beispiel bei einer Katze der Fall wäre.

"Bevor wir über Waffen und ihren möglichen Nutzen zu sprechen kommen, würde ich gerne wissen welcher Art du angehörst? Du scheinst zu wissen, dass dies nicht deine ... Domäne ist, du bist also offensichtlich kein Gangrel. Also?"
 
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"Erstens: Daß das nicht meine Domäne ist, weiß ich, weil du sagtest, es wäre deine und ihr Plüschis seid angeblich sehr revierbezogen. Zum Clan: Normalerweise bin ich ziemlich häßlich und mein Beruf dürfte den Rest erklären. Klar soweit ? Und was den Rest betrifft, bin ich erst seit höchstens 2 Tagen hier und kenne mich deshalb nicht so aus." Er grinste sie breit an. "Was willst du tun, jetzt da ich unerlaubt in deiner Domäne gelandet bin ? Sheriff für Verhaftung holen, oder was ?"
 
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"Ich kann mit deinem Geschwafel nichts anfangen! Du scheinst mich mit jemandem zu verwechseln?"

Silvas Ausdruck bekam etwas verständnisloses, als Harold seinen kurzen Monolog hielt. Sie kannte die Bedeutung der meisten Worte verstand aber den Zusammenhang nicht, in den der seltsame Mann sie brachte. Sie legte leicht den Kopf schief und wirkte für einen Moment tatsächlich wie ein junger Welpe der nicht versteht was sein Herrchen gerade von sich gibt. Es wäre beinahe niedlich gewesen, wenn sich der seltsam verstörende Ausdruck in ihren Augen sich nicht die ganze Zeit über gehalten hätte.

"Wen immer du denkst vor dir zu haben, Draugar! Mir gefällt dein Ton nicht!"
 
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"Also gut, dann mal für Bullen, Staatsanwälte und geistig eher langsame... Erstens bin ich neu hier, daß das deine Domäne ist hast du gesagt. Zweitens: Clan der Verborgenen, klingelts ? Und drittens: was willst du jetzt tun, da ich in deinem Gebiet bin und du mich erwischt hast ? Du wirst wohl kaum einen Bullen holen, oder ? Also dafür, daß dir mein Ton nicht gefällt, kann ich wenig. Hast du keinen Sinn für Humor ? Abgesehen davon gefällt mir dein Blick auch nicht. Und was bei des Teufels Bart ist ein Draugar ?" Auf einmal war das Grinsen wie weggewischt und der Mann sah sie ziemlich ernst an.
 
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"Ich sagte nicht Domäne, ich sagte Revier! Man achte auf die Feinheiten! So etwas mag für dich vielleicht keine Bedeutung haben, spielt aber für jemanden wie mich eine große Rolle!"

Silva grinste wölfisch, als der Fremde immer frecher wurde. Er hatte offensichtlich nicht die geringste Ahnung mit wem..., oder in ihrem Falle wohl besser mit was, er es hier eigentlich zu tun hatte. Vielleicht wäre es fairer -und lustiger, ... ja auf jeden Fall lustiger- wenn sie dem armen Kerl reinen Wein einschenkte bevor sie seine zu Asche verglimmenden Innereinen in der Gegend verteilte.

"Draugar bedeutet in der Sprache der Fenris soviel wie Blutsaufender Leichnam. In deiner Sprache könnte man es wohl am Besten mit Vampir übersetzen. Du bist ein Draugar, das ist nicht zu übersehen. Außerdem stinkt dein verwesender Kadaver zehn Meilen gegen den Wind. Ich gehöre glücklicherweise nicht zu deiner Art. Im Gegensatz zu dir lebe ich noch. Und ich erfreue mich, anders als du in ein paar Minuten, auch bester Gesundheit!"
 
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