[07.05.2008] Im Auto

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„Wie gut, dass wenigstens du mein Handeln nachvollziehen kannst. Den Kampf abzubrechen, dafür brauche ich mich eigentlich gar nicht zu rechtfertigen, denn es war das einzig Vernünftige was ich in genau der Situation tun konnte. Noch besser wär´s gewesen ihn erst gar nicht begonnen zu haben, aber du kennst ja das Temperament der Brujah. Wenn man einen Brujah nur lange genug reizt, dann schlägt er irgendwann zu. Und so was vor so vielen Zuschauern zu machen!“

Sie schüttelte verständnislos den Kopf, sie kapierte echt nicht warum Jenny sowas gemacht hatte.

„Ich hab mich zum Zuschlagen provozieren lassen, aber ich bin heilfroh, dass ich es dann geschafft habe abzubrechen. Sonst hätte es vielleicht Tote gegeben und mich würde man jetzt wegen fettem Maskeradebruch hinrichten.“

Wie gut, dass wenigstens Steven diesen Abbruch positiv sah. Ihr Liebster hatte nicht nur viel Gefühl, sondern auch viel Verstand, das zeigten seine Worte deutlich.

Er ist genau der Richtige für mich.

„Und eins ist dort klar geworden: Dass Jenny nicht groß nachgedacht sondern einfach drauflosgemacht hat. So ein Verhalten könnte ihr noch eines Nachts zum Verhängnis werden.
Ach und Enio, der hat einfach eine totale Paranoia vor Spionen. Der meint jeder Neue könnte ein Spion vom Sabbat oder sonst wem sein. Ich kann ja verstehen, dass man da vorsichtig ist, aber deswegen braucht man Neuankömmlinge des eigenen Clans doch nicht so schroff und abweisend zu behandeln. Ich dachte eigentlich, als Primogen ist man für seine jüngeren Clansgeschwister da, und dass man sich bei jeglichen Problemen an seinen Primogen wenden kann.
Mich hat dieses Misstrauen so wütend gemacht, dass ich ihm sogar angeboten hab er soll mich doch von einem Ventrue befragen lassen wenn er mir nicht glaubt, dass ich kein Spion bin und keine bösen Absichten habe. Das hat er mir dann auch negativ ausgelegt.
Natürlich lasse ich mir nicht gern von einem Ventrue ins Hirn schauen, und ist zum Glück bisher nicht vorgekommen."

Steven wollte ihre Liebesbeziehung nicht verheimlichen – da fiel Lilly ein Stein vom Herzen, und sie strahlte.

„Da bin ich ja erleichtert. Eine Beziehung nur im stillen Kämmerlein ausleben können, das ist schrecklich. Es soll ruhig jeder sehen wie glücklich wir miteinander sind. Und wenn man uns dann für Spinner hält, auch egal. Bis vor kurzem habe ich selbst auch nicht an wahre Liebe unter Kainskindern geglaubt.“

Würde man neidisch sein? Die Zyniker sicher nicht. Man würde das Paar vielleicht belächeln oder sie für verrückt halten und über sie spotten. Aber Lilly war es völlig egal was die Leute darüber dachten.
Verbieten konnte man ihnen diese Liaison nicht. Diesmal würde nichts und niemand alles kaputtmachen!

„Und ich hätte auch nicht gedacht, dass ich jemals einem Kainskind voll und ganz vertrauen kann. Aber bei dir kann ich es.“

Es fühlte sich gut und richtig an Steven zu vertrauen, und er würde ihr Vertrauen ganz bestimmt niemals missbrauchen.

„Mal sehen ob ich irgendwann Näheres erfahre von Max.
Und heute im Café, da waren doch noch zig andere Kainskinder anwesend. Die würden doch eingreifen, wenn da jemand auf Anna losgeht. Das Hotel ist auch Elysium, aber da könnte ich noch verstehen, wenn es einem dort zu unsicher wäre im Foyer zu warten.“

Aber bevor sie Max anrief, vielleicht sollte sie noch mit Tobias sprechen.

„Ich glaube, es wäre doch besser wenn ich zuerst allein mit Tobias rede. Er ist bestimmt erstmal ziemlich enttäuscht, und wenn du mit dabei bist würde er sicher krampfhaft bemühen das zu verbergen. Besser er verdaut das Ganze dann erstmal etwas bevor er mit dir zu tun bekommt. Ich hoffe so sehr, dass ihr euch gut verstehen werdet. Falls du nicht an der Krisensitzung teilnehmen darfst, vielleicht verbringst du dann etwas Zeit mit Tobias, sodass ihr euch etwas kennenlernen könnt? Ihr könntet ja dann schon mal dein Gepäck aus dem Hotel holen. Und falls du doch bei der Sitzung bleiben kannst verschiebt sich euer Kennenlernen eben noch etwas."

Hätte sie Tobias doch bloß nicht geküsst heute, vielleicht hatte sie ihm dadurch falsche Hoffnungen gemacht.

„Mit einem Ghul würde ich grundsätzlich keine Liebesbeziehung eingehen.
Wenn schon, dann möchte ich doch einen Gefährten, der mit mir auf Augenhöhe ist, da soll es kein Oben und Unten geben. Das kann mit dem eigenen Ghul aber nie der Fall sein, denn da hat man nun mal durch das Blutsband die Oberhand.“
 
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Auch für Steven fühlte e sich gut an, das er jemanden gefunden hatte wo er das Gefühl hat der Person bedingungslos vertrauen zu können. Als sie das Thema Blutsand anspricht lächelt er kurz auf, da ihm bewusst ist das sie beide ja auch ein Blutsband zueinander haben. Aber er weiß was sie meint, da zu einem Ghul das Blutsband nur einseitig bestehen kann.

ISt wahrscheonlich das beste, wenn ich dabei bin verbietet es unter Umständen sein Stolz seine wahren Gefühle zu zeigen. Das es keine Jubelschreie werden ist uns ja beiden klar, und wenn ich ehrlich bin kann ich Tobias sogar verstehen. So eine Truamfrau wie du es bist trifft man nicht alle Tage

Auf alle Fälle nahm Steven sich vor trotz allem was noch passieren kann, sobald Tobias von ihrer Beziehung weiß, freundlich und selbsteherrscht zu bleiben. Sogar dann wenn Tobias anfeindungen machen sollte. Vom letzteren geht er aber nicht aus.

Ich glaube das mit dem Temperament von deinem Clan ist hinreichend bekannt, wobei ich von mir sagen kann das ich mich auch zu einem Kampf hätte hinreißen lassen, wenn ich hungrig gewesen wäre. Nur bei der Art wie ich Kämpfe wäre es ein Maskeradebruch gewesen

Steven hebt kurz seine Hände und hält sie so als wären es seine Klauen

Aber was mich heute verwundert hat ist, das es hier eine Ravnos gibt. Nicht das ich was gegen die Person gibt, aber ich habe bisher nichts gutes über Mitglieder dieses Clans gehört.
 
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Bei Lilly machte sich ein nagendes schlechtes Gewissen Tobias gegenüber breit. Er hatte sie oft ziemlich mies gelaunt erlebt, und sie hatte sich nicht sonderlich Mühe gemacht nett zu ihm zu sein. Das sollte sich wirklich ändern, sie sollte ihn besser behandeln.
Aber etwas Entscheidendes hatte sich ja schon geändert, sie war nicht mehr so schlecht drauf.

„Ravnos haben ja den Ruf Trickser zu sein, Falschspieler, diebische Elstern, so in die Richtung.
Diejenigen, die ich bisher so getroffen haben, waren ziemlich locker drauf, daher kam ich mit ihnen ganz gut klar. Das waren aber nur sehr flüchtige Bekanntschaften.
Mit einem Ravnos und seinem Anhang saß ich mal am Lagerfeuer, im Geschichten erzählen war der richtig gut. Allerdings war hinterher meine Geldbörse weg, der Typ entsprach also voll dem Langfinger Klischée. Ach, aber soviel Geld war da ja nicht drin, und kein Ausweis oder so was.
Mit Frau Dragomir habe ich mich noch nicht näher unterhalten, keine Ahnung wie die wohl drauf ist. Na sie hatte uns jedenfalls für die Schlach Silberwaffen besorgt."

Doch dann musste Lilly wieder an Tobias denken und wurde unruhig.

„Wär eigentlich ganz gut, wenn ich noch mit Tobias rede bevor die Primogene kommen, am besten hier. Das brennt mir jetzt einfach auf der Zunge.
Wäre es in Ordnung für dich wenn du jetzt zurück ins Café gehst und mir dann Bescheid gibst wenn die Primogene kommen? Das wäre lieb von dir. Dann könnte ich jetzt noch mit Tobias sprechen.“

Lilly umarmte Steven und bedeckte sein Gesicht mit Küssen.

„Eigentlich möchte ich dich ja nicht gehen lassen. Aber ewig können wir hier sowieso nicht bleiben.“
 
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Steven genoss die Küsse, nickte aber dann bestätigend. Dann antwortete er so das Lilly es als Spass verstehen konnte: "Aber nur wenn ich nacher vor dem Einschlafen noch einen dicken Gutenachtkuss von dir bekomme."

Er griff zu dem Boden und hob seine Lederjacke auf bevor er weiterredete

"Natürlich sag ich euch dann Bescheid das der Besuch da ist. Soll ich Tobias vorbeischicken, oder rufst du ihn an?"

Dann zog er seine Lederjacke an, und schüttelte sich bei dem Anblick des Wetters draussen, bisher hatte er den Regen auf dem Autodach als sehr entspannend aufgenommen, aber wenn man inbegriff ist durch den Regen zu gehen

Son Shitwetter, da möchte man kein Tier vor die Tür jagen, was solls du bist ja eins...
 
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„Einen gaaanz dicken, und vielleicht auch zwei, oder drei."

Die Brujah zog ihre eigene Lederjacke auch an und überlegte ob sie sich nach vorne setzen sollte. Sie blieb dann aber doch sitzen, denn sogar die paar Sekunden im Regen wollte sie sich jetzt lieber ersparen.

„Ich werde Tobias anrufen.
Und jetzt bekommst du erstmal einen dicken Abschiedskuss.“

Lilly umarmte Steven und setzte zu einem langen Zungenkuss an.
 
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Steven erwiderte den Zungenkuss, löste sich aber nach einiger Zeit.

So sehr ich deine Küsse auch genieße, wenn ich jetzt nicht losgehe kommst du vor den Primogenen nicht mehr zu deinem Gespräch.

Danach rutschte Steven zur Tür, schlug den Kragen seiner Jacke hoch und ging in den Regen Richtung Cafe zurück. Aber nicht ohne sich noch mal umzudrehen und Lilly eine Kusshand zuzuwerfen, da er sich sicher war das sie seinen Weg verfolgen würde bis er nicht mehr zu sehen war.

Out of Character
 
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Tobias grüßte Steven kurz zu mit erhobener Hand als er an ihm vorbei ging Richtung Wagen.

Als er sein Auto erreichte, schippte er seine Zigarette in die Abflussrinne und klopfte er kurz an der Scheibe. Dann setzte sich zu Lilly in den Wagen.

»Du hast mich gerufen, um mir was wichtiges mitzuteilen?«
 
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„Bis gleich!“

Lilly schaute Steven in der Tat nach, und sie griff zu ihrem Handy und rief Tobias an.
Der Ghul war dann schon recht schnell da.

„Ja, Tobias. Und ich möchte dich auch etwas Wichtiges fragen.“

Lilly wirkte sehr glücklich, was er bei ihr bis heute nicht erlebt hatte.

„Ich möchte mich zunächst bei dir bedanken, für alles was du bisher für mich getan hast, und ich möchte mich auch bei dir entschuldigen, dafür dass ich öfters nicht so besonders nett gewesen bin zu dir. Es lag aber nicht an dir, es lag daran, dass ich im Innersten ziemlich unglücklich war.“

Sie nahm sich vor nicht nur Steven sondern auch Tobias mehr über sich zu erzählen, Tobias vielleicht nicht ganz so viel wie Steven, wieviel, das würde sich zeigen.

„Ich war schon seit Jahrzehnten nicht mehr so richtig glücklich, das hat sich jetzt geändert.“

Lillys spürte wie ihre Liebesfähigkeit neu erwachte und sich voll entfaltete, diese Fähigkeit war nicht völlig abgestorben gewesen sondern nur verschüttet. Ihre Zuneigung hatte sich vor wenigen Nächten eben nur auf die falsche Person gerichtet, aber nun als sie Tobias anschaute spürte sie für ihn mütterliche Liebe.
Jemanden zu lieben bedeutete immer auch das Risiko die geliebte Person zu verlieren. Doch sollte man deswegen wirklich besser niemanden lieben? So wollte Lilly nicht mehr leben, und daher ließ sie es nun voll und ganz zu, dass sie wieder jemanden liebte.

„Ich habe als ich noch sehr jung war meinen Liebsten verloren.
Und vor zwei Jahren habe ich Themba verloren, meinen afrikanischen Ghul, der ganze 60 Jahre lang mein treuer Wegbegleiter gewesen war.“

Sie hatte Themba nie gesagt, dass er ihr was bedeutete, und das hatte sie nach seinem Tod bitter bereut. Denn dass er ihr was bedeutete hatte sie eigentlich erst dann so richtig gemerkt nachdem er von ihr gegangen war.
Aber sicherlich hatte Themba doch gemerkt, dass sie ihn gemocht hatte, ohne dass sie es ihm hätte sagen müssen? Zumindest versuchte sie damit ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Zu ihm war sie jedenfalls nicht schroff gewesen, und auch nicht so kühl wie Tobias gegenüber, sie waren wie gute Kumpel gewesen.

„Ich habe wohl unbewusst zu dir möglichst viel Distanz gehalten, damit mich ein möglicher Verlust nicht so sehr trifft. Aber das ist Unsinn, das will ich nicht mehr.“

Die Brujah wollte, dass auch Tobias möglichst glücklich war, und wenn sie es geschickt anstellte schaffte sie das hoffentlich.
Etwas nicht zu bekommen was man gerne hätte ließ sich doch dadurch ausgleichen, wenn man stattdessen etwas (in Aussicht gestellt) bekam was noch viel besser war?
Sie wollte, dass Tobias sich wertvoll und geliebt fühlte. Genau das hatte er von ihr bisher nicht bekommen.
Hoffentlich gefiele ihm ihre mütterliche Liebe, jedoch platonische Liebe.
Und er konnte noch mehr bekommen, wenn er nur wollte.
Lilly schaute Tobias liebevoll an und strich ihm übers Haar.

„Würdest du gerne mein Kind sein wollen?“ fragte sie da plötzlich.

Wenn sie Thambe rechtzeitig erschaffen hätte wäre er jetzt nicht für immer vernichtet.
Doch würde diesmal eine Erschaffung rechtzeitig gelingen?

„Es gibt da allerdings ein paar Bedingungen, die von dir erfüllt werden müssten.
Ich kann nicht versprechen, wann ich dir den Kuss schenken kann, vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren. Die Erlaubnis dafür zu bekommen ist nicht leicht, ich hoffe also, du wirst Geduld haben.
Und natürlich musst du dich bewähren, und aus dir muss erstmal ein guter Kämpfer werden. Ich will doch nicht, dass du eine Lachnummer bist, und ein Brujah, der nicht kämpfen kann wäre nun mal eine Witzfigur, nicht nur im eigenen Clan.“

Sie wartete nun erst einmal ab was Tobias dazu sagte, und die weitere Bedingung bekäme er erst dann zu hören.
 
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Das geghulte Raubein war beinahe mit der Situation überfordert, doch es freute ihn aus ganzem Herzen, dass Lilly ihre zugeschütteten Emotionen nun wieder zugestand sich frei zu entfalten. Als sie von ihrer ersten Liebe sprach und dann auch noch von ihrem langjährigen Ghuldiener Themba, war Tobias ganz gerrührt von dem Schmerz, den seine geliebte Meisterin erlitten hatte. Das sie sich ihm mitteilte, empfand Tobias als Vertrauensbeweis erster Güte. Er liebte Lillian über alles.

Voller Mitgefühl sagte er leise: »Das habe ich nicht gewusst. Mein Beileid, Lilly.«

Als Lillian geendet hatte pochte sein Herz vor Erregung. Sie will wirklich, dass du ihr Kind wirst? Tobias, Kind der Lillian Flynn, vom Clan Brujah! Ja, das hatte einen schönen Klang für Tobias, auch wenn es ein langer Weg bis dahin war. Der Ghul sah gerade so aus, als wäre er zum Mitarbeiter des des Jahres gewählt worden und bettet sein Kopf näher an Lillians Busen, wären sie durch seine Haare streichelte. Es dauerte eine Weile, bevor der Ghul antwortete.

Er setzte sich kerzengerade hin, sah Lillian direkt in die Augen und sagte schließlich förmlich: »Ja, ich würde gerne Dein Protegé werden und mich eines Nachts für würdig erweisen den Kuss zu erhalten um dem Clan Brujah Ehre zu erweisen.«

Selbst an diesem unpassenden Ort und dem schäbigen Wetter klangen die Worte von Tobias außerst feierlich.
 
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An diesem „unpassenden Ort“ waren schon ganz andere Dinge geschehen, und er würde nun wohl auch bei Tobias in bleibender Erinnerung bleiben.

„Danke“, sagte Lilly leise, als Tobias ihr sein Beileid aussprach und freute sich über seine Reaktion auf das Angebot ihr Kind zu werden.
Sie legte ihm ihre Hand auf die Schulter, und auch ihre Stimme klang nun ein wenig feierlich.

„Nun, dann werde ich möglichst bald damit beginnen dir alles Wichtige beizubringen. Dann wirst du nach dem Kuss keinen so langen Weg mehr bis zur Freisprechung haben. Ich bin mir sicher du wirst dich bewähren. Ich glaube an dich."

Dann sprach sie in normalem Tonfall weiter.

"Auch ich hatte das Glück mich bewusst dafür entscheiden zu können Kainskind zu werden. Allerdings war ich vorher nicht Ghul. Mein Sire hat mir also die Wahl gelassen, und darüber bin ich sehr froh.
Ich werde dir wie gesagt später mehr erzählen über mich und mein Leben, und auch über meinen Sire, der dann dein Grandsire sein wird. Er existiert noch, du wirst ihn also sicher eines Nachts kennenlernen.“

Sie ginge ein Risiko damit ein ihm das alles zu erzählen, aber sie wollte ihn einfach über diese Dinge nicht im Unklaren lassen, wenn er doch irgendwann ihr Kind sein würde.

"Ich habe vor langer Zeit eine Tochter zur Welt gebracht, leider habe ich sie nicht aufwachsen sehen."

Lilly traten Bluttränen in die Augen als sie ihre Tochter erwähnte.

"Aber nun habe ich einen Sohn, dich. Auch dich habe ich nicht aufwachsen sehen, aber wenigstens kann ich deinen weiteren Lebensweg begleiten – hoffe ich zumindest. Ich kann natürlich nicht dafür garantieren, dass ich lange genug überlebe um dir den Kuss zu schenken, doch wie schön wäre es, wenn du eines Nachts ein starker Brujah wärst, auf den ich stolz sein kann. Aber mein Sohn bist du schon jetzt."

Jetzt kam der schwierige Teil.

„Auf eins jedoch wirst du verzichten müssen. Der Zungekuss heute, das war der erste und letzte. Wenn du mein Sohn bist, dann kannst du nicht gleichzeitig mein Liebhaber sein. Nun ja, es gibt wohl Kainiten, die mit ihrem eigenen Kind eine Liebesbeziehung haben, aber in meinen Augen ist das inzestuös, sowas will ich nicht. Sire und Kind, das ist eine Eltern-Kind Beziehung und sollte keine Liebesbeziehung sein.
Außerdem habe ich jetzt einen neuen Liebsten, nach rund 90 Jahren, alles dazwischen, das waren nur unbedeutende Bettgeschichten ohne Tiefgang.
Steven hat mich im Sturm erobert, aber auf ganz sanfte Art, er hat das Eis um mein Herz herum zum Schmelzen gebracht.
Vielleicht wärst du es gern gewesen der mich wachküsst, doch es war Steven. Er ist genau der Richtige für mich, ich weiß es einfach, ich fühle mich so wohl und geborgen bei ihm. Er ist so gut zu mir. Wir gehören zusammen, er ist jetzt mein Gefährte und wird zu mir in die Wohnung ziehen.
Das schmälert jedoch nicht meine Liebe zu dir.
Ich hoffe du kannst Steven akzeptieren und fühlst keinen Groll, Neid oder Eifersucht.
Ich würde mir so sehr wünschen, dass ihr euch gut versteht und dass wir eine Familie wären, wo man zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt.
Das einzige worauf du verzichten musst ist also Sex mit mir. Aber meine mütterliche Liebe ist dir gewiss.
Steven ist also nicht dein Konkurrent. Ich liebe dich genauso sehr wie ihn, aber eben auf andere Art. Ich wünsche mir so sehr, dass du glücklich bist, dass wir alle drei zusammen glücklich sein können."

Lilly hatte nun also doch wieder eine neue Vision, wenn auch eine sehr private. Die Vision von privatem Glück, von einer glücklichen Familie, die sie nun gründen wollte. Damals mit ihrem Liebsten war es nicht möglich gewesen, nun aber hoffentlich war es möglich.

Sie hatte das in recht ernstem Ton gesprochen, und dann sagte sie noch neckend: "Für deinen Sex-drive musst du dir eben andere Frauen suchen, das wird dir doch wohl gelingen bei deinem Charme?“

Hoffnungsvoll wartete Lilly ab wie Tobias es wohl aufnahm, dass Steven nun ihr Gefährte war.
Würde er es positiv sehen können?
 
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Lillys Offenbarung kam wie die Sintflut über Tobias.

Sicher, er konnte den Standpunkt seiner Meisterin auf rationeller Ebene durchaus nachvollziehen, jedoch rührte sich in dem Ghul auch ein Vulkan an Gefühlen, die kurz davor waren auszubrechen. Seine Hände zitterten leicht und er wendete sein Gesicht von Lilly ab.

Statt dessen starrte er aus dem Fenster, während ihm allerlei Dinge durch den Kopf gingen. Das muss deine erste große Prüfung sein. Da liest sie eine Straßenköter auf und schon erobert dieser ihr Herz! Das kann doch nicht wahr sein?!

Als Tobias gezwungen wurde, so direkt mit seinen Gefühlen konfrontiert zu werden, erlangte er auch ein paar tiefe Einsichten. Wie naiv warst Du doch anzunehmen, dass sie dich als Gleichgestellten Liebhaber akzeptieren würde. Nein, es muss das verflixte Blut sein! Irgendwie erhärtete sich der Verdacht von Tobias, dass Lillys Vitæ ihn die ganze Zeit über zu ihrem Sklaven gemacht hatte. Vor seinem geistigen Augen erinnerte er sich daran, wie es vor dem Arrangement und dem Versprechen von Unsterblichkeit war, als er noch nicht mit ihrem Blut gemästet wurde. Und doch verspürte er keinen Zorn auf sie. Er musste halt akzeptieren, dass ihre gemeinsame Beziehung von einer einseitigen Liebe geprägt war.

Er versuchte zu sprechen, aber fand noch nicht die richtigen Worte: »…«

Egal was damals war, heute Nacht hat sich jedoch etwas entschieden geändert. Sie will dich wirklich adoptieren. Dann kann ihr Herz unmöglich so kalt sein! Eigentlich stellte sich die neue Situation gar nicht so schlecht da, aber seine Zweifel mussten hier und jetzt ausgeräumt werden.

»Lillian …«, er nannte sie nicht bei ihrem Spitznamen wie sonst, da er alles in Frage stellte und sie anscheinend neu kennenlernen musste als er leise fragte: »… Das Blut welches Du mit mir teilst, das Blut welches ich nicht mehr missen kann, beherrscht Du mich damit?«

Dann langsam blickte er wieder zu Lillian.
 
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Warum sagte Tobias denn nichts? In ihm schien es zu arbeiten, und je länger sein Schweigen andauerte desto mehr Zweifel kamen Lilly. War das jetzt zuviel für Tobias? Waren ihre Hoffnungen vergebens, würde Tobias Steven nicht akzeptieren oder gar mögen können?

Und dann die Frage nach dem Blut – und wieder hatte die Brujah ein schlechtes Gewissen, und zunächst ging sie daher in die Defensive.

„Na hör mal, ich bin hier die Stärkere, also bin ich sowieso der Boss.
Ob du nun ein Blutsband hättest oder nicht, haushoch überlegen bin ich dir allemal. Gegen mich bist du ein Baby.
Auch Fäuste können gute Überredungskünstler sein, wenn man jemanden dazu bringen will etwas zu tun oder zu lassen. Durch das Blutsband aber sichert man sich die Loyalität von jemandem.
Wenn man einem normalen Menschen verrät dass man Vampir ist, ohne ihn blutszubinden, das ist ein hohes Risiko. Das ist genau genommen ein Maskeradebruch, ein Verbrechen. Welche Wahl hat man also, wenn man gern einen Gehilfen hätte, der Bescheid weiß und bei dem man sich sicher sein kann, dass er einen nicht hintergeht.
Vampire sind eben paranoid. Und wenn du kein Blutsband an mich hättest, dann hätten andere Vampire es noch einfacher sich dich zu grabschen und zu manipulieren, um mir dann zu schaden. Die könnten dir dann sogar selbst ein Blutsband verpassen und dich mir als Spion unterjubeln.“

Bin ja schon beinahe so paranoid wie Enio, oder wie?

„Aber Scheiße ist das trotzdem. Was glaubst du warum ich es nicht mag, wenn du mich Herrin nennst. Ich mache das nicht gern, jemanden durch das Blutsband an mich zu binden. Ich sollte besser ohne Ghul auskommen.
Deine Gefühle für mich wären sicher nicht halb so stark ohne mein Blut.
Darum wird es für dich größeren Wert haben wenn ich dir deine innere Freiheit zurückgeben kann – als wenn ich deinem Wunsch nach einer Liebesbeziehung nachgeben würde. Und wie gesagt, ich bin dir haushoch überlegen, schon allein von der Kampfkraft her. Wie könnten wir da also Partner auf Augenhöhe sein?“

Dann wurde Lilly etwas traurig.

„Ich hoffe, du wirst mich auch dann noch mögen, wenn das Blutsband weg ist.
Ich hoffe, du wirst dann nicht denken, dass ich dich nur benutzt habe.
Dann wird womöglich meine Liebe für dich größer sein als deine für mich. Du wirst von mir gehen, so wie jedes Kind eines Tages sein Elternhaus verlässt, und ich werde dich vermissen.“

Genau das war einer der Nachteile, wenn sie Tobias in ihr Herz schloss und zu ihrem Kind machte, sie würde ihn irgendwann verlieren. Und vielleicht würde er es ihr dann übel nehmen, dass sie ihn sich hörig gemacht hatte.
Die Idee ihm Blut von Steven zu verabreichen begrub sie lieber mal ganz schnell.
Das könnte Tobias ihr erst Recht übeln nehmen, dann wenn das Blutsband wieder weg war.
Seine Zustimmung gäbe er doch höchstens um ihr einen Gefallen zu tun.

„Aber ohne mein Blut wärst du immer noch körperlich so schwach. Es hat auch Vorteile, das Blut. Du bist viel widerstandsfähiger. Aber die Freiheit, ist sie nicht letztlich wertvoller?
Ich hätte dir deine Freiheit niemals nehmen sollen, es tut mir leid."

Lilly wirkte nun recht schuldbewußt.

"Aber ich werde sie dir zurückgeben. Du kannst sie schon jetzt haben, wenn du willst.
Wenn du gehst, wenn du mich nicht mehr siehst, dann wird das Blutsband sicher irgendwann verschwinden. Du wirst dann auch nicht plötzlich zum Opa werden wenn die Wirkung des Blutes nachlässt, so wie es bei Ghulen der Fall wäre, die schon mehrere Jahrzehnte Vampirblut bekommen.
Wenn du es schaffst gegen die Entzugserscheinungen anzukommen wirst du frei sein.
Du kannst gehen, wenn du willst. Ich verlasse mich darauf, dass du uns, die Vampire, nicht verrätst an die normalen Menschen.“

Ich sollte mir nie wieder einen Ghul anschaffen, ich habe ihnen nur Unglück gebracht.

Abrupt wechselte Lilly jetzt das Thema.

„Es wäre gut, wenn wir jetzt noch schnell zu meiner Wohnung fahren. Erstens möchte ich mich umziehen und zweitens ein paar Waffen mitnehmen. Kann doch sein, dass es dann direkt nach der Krisensitzung losgeht zu einer Kampfaktion. Dafür bin ich aber noch nicht ausgerüstet."

Das hätte sie besser direkt erledigen sollen, nach dem Besuch im Hammer, aber na gut, dann eben jetzt noch schnell zu ihrer Wohnung düsen. Etwas schlecht, wenn sie völlig ohne Waffen dastand.
Und ein kleiner Break an dieser Stelle wäre wirklich nicht schlecht.
Lilly stieg aus und stieg vorne wieder ein, ließ sich auf den Beifahrersitz sinken und holte schon ihr Handy hervor um Max anzurufen.
 
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Allmählich verstand Tobias das Ganze, aber natürlich konnte er das Band nicht einfach so ignorieren. Und als sie davon sprach, das sie so oder so der Boss sei, musste Tobias unwillkürlich lachen. Und ob Deine schöne Meisterin das Sagen hat, die verrückte Amazone!

»Danke, dass Du so offen bist, Lilly. Es bedeutet mir viel zu wissen, dass Du mich freigeben würdest, wenn das mein Wunsch wäre. Aber was wäre ich dann schon? Ein herrenloser Ghul würde der Elfenbeinturm nie akzeptieren. Da bleibe ich viel lieber bei Dir — da weiß ich wenigstens woran ich bin!«

Der Ghul hatte gut zugehört, denn das Blutsband zu Lillian schützte ihn also ebenfalls vor dem Versuch ihrer Rivalen, Macht auf diese Art und Weise über ihn zu erlangen? Der Liebestrank wirkt also nur bei Lillian. Gut so! Die Tatsache erleichterte Tobias ungemein, auch wenn es natürlich fraglich aussah, wie er reagieren würde, wenn er erst vom Vinculum hören sollte, welches der Sabbat so gern praktizierte…

Tobias kehrte zu vertrauten Stimmung zurück. Er war wieder der nette, sympathische Vertraute seiner Herrin.

»Also schön: Ich hoffe inständig, dass Steven der Richtige für Dich ist — weil, wenn er Dir weh tut, dann würde ich es echt bedauerlich finden, ihm tagsüber mit einem Benzinkanister aufsuchen müssen!«, drohte Tobias mit einem zwinkernden Auge.

Er pflanzte sich auf den Fahrersitz und ließ den Motor aufheulen.

»Also zur Wohnung, ja Boss
 
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Es freute Lilly, dass Tobias bei ihr bleiben wollte.

„Ja, zu meiner Wohnung, da steht auch mein Jeep.“

Lilly grinste.

„Wenn du mich Boss nennst, das ist O.K.“

Sie telefonierte kurz mit Max, dann wandte sie sich wieder ihrem Ghul zu.

„Du musst immer gut aufpassen, wenn du mit anderen Kainskindern in Kontakt bist. Einige davon sind einfach verdammt hinterhältig und manipulativ. Und dass dir jemand sein Blut einflößt, das könnte natürlich trotzdem passieren. Dann würde auch ein Blutsband entstehen, allerdings kein so starkes wie an mich. Und es könnte dann auch sein, dass du gar nichts davon weißt, weil es dir aus dem Gedächtnis gelöscht wurde. Die Ventrue und Tremere können so was. Und die können einem auch Befehle einpflanzen, daher schau denen besser nicht in die Augen. Damit der Befehl wirkt müssen sie dir nämlich während sie ihn aussprechen in die Augen schauen.“

Lilly schaute Tobias prüfend an.

„Ich – hatte so sehr gehofft du könntest dich für mich freuen, aber vielleicht ist das zuviel erwartet. Doch es würde mich betrüben, wenn du Steven verabscheust. Er wird mir bestimmt nicht weh tun.
Vielleicht ist es auch zuviel erhofft, dass du ihn magst. Aber bitte gib ihm eine Chance. Lernt euch etwas näher kennen. Ich hoffe du wirst ihn zumindest respektieren können.“

Den Fall ihrer Vernichtung sollte sie dann besser auch noch ansprechen.

„Apropos herrenloser Ghul. Also eigentlich würde ich gern vorsorgen, für den Fall, dass mir was passiert. Ich hatte überlegt einen Deal mit der Geissel auszuhandeln. Normalerweise werden herrenlose Ghule ja gekillt, von der Geissel. Ich möchte aber nicht, dass du getötet wirst falls ich irgendwie umkommen sollte.
Ein Deal mit der Geissel könnte also deinen Tod verhindern. Allerdings müsstest du dann der Ghul von jemand anders werden. Da käme dann höchstens Steven in Frage, oder aber die Geissel selbst, eventuell, falls sie das möchte.
Ich habe sowieso vor mit der Geissel zusammenzuarbeiten, denn wir verstehen uns ganz gut. Ist mir noch nie passiert, dass ich mich mit einer Geissel gut verstehe, aber so kann´s gehen. Ich könnte anbieten, dass du Aufträge für die Geissel erledigst, wäre das O.K. für dich? Wenn du dich dann bewährst, dann wäre der Herr sicher umso mehr gewillt dich nicht einfach umzunieten wenn ich draufgehe.
Hm na ja, ich könnte natürlich auch Enio fragen, aber ob er einen Ghul haben will? Aber fragen kann ich ja mal.
Überleg es dir – wessen Ghul du eventuell gerne wärst. Das ist natürlich nur für den Fall des Falles. Ich hoffe ja nun nicht, dass ich schon so bald weg vom Fenster bin!“
 
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Die warnenden Worte von Lillian würde sich Tobias gut einprägen und daher nickte er einfach verstehend. Dann sprach sie wieder von Steven, doch sein Blick galt nun der Straße.

»Doch, ich freue mich ehrlich für Dich, Lilly. Dein neuer Freund hat es geschafft, Deine fröhliche Natur wieder an die Oberfläche zu befördern. Das ist doch schon was!«

Mehr wollte er zu dem Thema erstmal nicht sagen. Wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden.

»Ist vielleicht keine schlechte Idee sich bei den Würdenträgern dieser Stadt etwas beliebt zu machen. Wenn Du Dich also so prima mit der Geißel verständigen kannst, dann will ich gerne meine Dienste auch diesem Malik anbieten. Schaden kann es sicherlich nicht, denke ich.«

Der Ghul versuchte die potenzielle Möglichkeit, dass Lilly vielleicht doch ein bitteres Ende hier in Finstertal finden konnte aus seinem Kopf zu verbannen — was nicht unbedingt von so großem Erfolg gekrönt war.

»Wir müssen uns darauf einstellen, dass Deine neue Freundin vielleicht ernst macht. Ich werde mich mal die Tage umhören, wo man in dieser Stadt ein bisschen Feuerkraft für gutes Geld erwerben kann. Nur für den Fall der Fälle.«
 
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Spielte er ihr jetzt was vor? Es kam Lilly komisch vor, das Tobias das mit Steven so locker nahm.
Na immerhin machte er kein Theater und war kein Jammerlappen.

„Im Elysium kann dir aber eigentlich nicht viel passieren. Wer dir dort irgendwie ins Hirn pfuscht macht sich strafbar. Gefährlich ist es für dich außerhalb des Elysiums. Wenn jemand einen Ghul ausquetscht kann er viel erfahren. Aber es könnte ja auch jemand versuchen bei dir Gedanken zu lesen. Wenn du irgendwas merkst, das sich was komisch anfühlt bei dir im Kopf, sag mir sofort Bescheid. Bei mir ist schon mal jemand in den Kopf eingedrungen und hat darin gelesen, irgendwann hab ich´s schließlich gemerkt, leider erst ziemlich spät. Dann hab ich´s aber zum Glück geschafft denjenigen rauszuwerfen. Wenn dir so was passiert kannst du also auch versuchen denjenigen wieder rauszuwerfen aus deinem Kopf.“

Dass dieser Jemand Zacharii war sagte Lilly nicht.

„Hm, aber nicht, dass Enio was dagegen hat, dass ein herrenloser Brujahghul Ghul von einem Nicht-Brujah wird und das verhindert. Das sollte ich auf jeden Fall abklären.
Am besten hättest du es sicher bei Steven. Enio ist ein knurriger, grimmiger Typ und wäre sicher nicht besonders nett zu dir, und die Geissel ist ein ziemlich herrischer Typ. Bei den beiden solltest du es bloß sein lassen irgendwie frech zu werden oder zu widersprechen. Da könntest du dir nicht soviel herausnehmen wie bei mir. Dann hättest du sicher auch nicht soviele Freiheiten."

So schlecht hatte er es nun wirklich nicht bei ihr, da hätte es ihn sehr viel schlimmer treffen können.

"Bei einem Tremere oder Ventrue wärst du sicher rund um die Uhr eingespannt und müsstest total unterwürfig kriechen."

Die Brujah stutzte. Woher wusste Tobias eigentlich, dass Malik die Geissel war, hatte sie ihm das gesagt?

"Hab ich dir gesagt, dass Malik die Geissel ist? Das ist im Moment noch geheim. Aber nenn ihn bloß nicht beim Vornamen, und duzen natürlich auch nicht. Duzen nur bei Leuten, die dir das Du anbieten. Auch im Café natürlich, daran denkst du hoffentlich?"

Ach wie niedlich, wollte Tobias tatsächlich auf Jenny schießen? Lilly lachte.

„Willst du Jenny etwa mit Schusswaffen beikommen? Da wäre ein Messer oder ein Schwert wirkungsvoller. Na ja, wenn man damit umgehen kann.
Ich jedenfalls hab schon alles an Schusswaffen was ich brauche. Wenn du dir für dich selbst was besorgen willst, dann hör dich ruhig um.“

Sie kamen bei Lillys Wohnung an.

„Zurückfahren werde ich in meinem Jeep. Wenn ich mein eigenes Auto dabei hab bin ich flexibler. Außerdem sind darin schon die Waffen verstaut, dann brauche ich die nicht in dein Auto zu laden. Wenn ich mich umgezogen habe fahren wir zurück zum Café und parken in derselben Seitenstraße, und dann können wir wieder ins Café gehen.“

Und dann fing hoffentlich mal bald die Krisensitzung an.
 
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»Mach Dir keine Sorgen, Lilly! Das ich mit Dir Rücksprache halte, wenn ich mit jemanden von den anderen Blutsaugern zu tun habe, ist doch selbstverständlich. Die Regeln des Elysiums habe ich auch nich nicht komplett vergessen, an ein paar der Geschichten in Frankfurt erinnere ich mich noch; wird wohl in Finstertal nicht anders sein, oder?«

Über das zukünftige Arrangement mit Steven, Enio, Malik oder wem auch immer, darüber wollte sich Tobias nicht den Kopf zerbrechen. Nur sehr knapp ging er auf das Thema ein: »Malik, habe den Namen vielleicht auf auf Deinem Notizblock gesehen oder Du musst ihn in meiner Gegenwart mal erwähnt haben. Wie dem auch sei, wenn es geheim bleiben soll, dann schweige ich wie ein Grab. Außerdem bin ich in erster Linie Dein Protegé, vergiss das nicht!«

Dann schnitt Lilly kurz wieder die Verhaltensregeln im Elysium an und Tobias überlegte, ob er nicht schon einen Fehler begangen hatte. Der große Brujah hatte das gegenseitige Dutzen quasi legimitiert als er noch anwesend war, aber wenn in dem Café nun doch die klassische Etikette galt, dann hast du vermutlich schon in ein ziemlich großes Fettnäpfchen getreten. Na toll!

Etwas ausweichend entgegnete er: »Sicher! Wie gut das Du den Punkt nochmal so ansprichst, dann werde ich später auch keine Fehler machen … mehr.«

Als Lilly ihn verspottete beschloss der Ghul das Thema mit der Anarche nicht weiter zu vertiefen. Schusswaffen waren in seine Augen sicherlich effektiv genug, um auch einen Vampir außer Gefecht zu setzen. Es bestand dann ja immer noch die Möglichkeit diesem einen Pflock durch sein Herz zu jagen.

Tobias parkte den Wagen vor der Wohnung.

»Na schön, ich fahre dann rüber zu meiner Bude und komm dann mit dem Bus zum Café.«

Besser wenn deine Spionageausrüstung in der Nähe ist, sonst fühlt man sich immer so rückständig. Sicherlich wusste auch Lilly, dass der Bus von Tobias ein paar nützliche Spielzeuge enthielt, die eventuell hilfreich bei der anstehenden Krise sein könnten.
 
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„Mit einer normalen Pistole kann ich Kainiten nur so sehr verletzen wie mit Fäusten. Da müsste man also sehr lange draufhalten um mit Schüssen jemanden K.O. zu kriegen. Mit einem Messer kann ich einen Blutsauger ungefähr doppelt so stark verletzen.
Und natürlich bist du mein Protegé. Ich verleihe dich höchstens mal, an Malik.“

Lilly entfernte ihren Sicherheitsgurt.

„Moment! Was meinst du mit du wirst dann später keine Fehler mehr machen?"

Sie beäugte Tobias kritisch, und ihr Ton wurde etwas schärfer.

"Hast du denn schon welche gemacht? Raus damit! Damit ich´s eventuell glatt bügeln kann. Wenn du was angestellt hast kann das üble Folgen haben, umso mehr wenn du es vor mir verschweigst.“

Oh Gott, dieser gammelige Bus, dass Tobias so an dieser Schrottkarre hing.

„Muss doch nicht jeder wissen, dass du so einen Bus hast. Vor allem wenn wir ihn noch einsetzen wollen gegen irgendwelche Kainiten, du verstehst.“

Man konnte ja nie wissen.

„Und dass Enio dich da jetzt noch irgendwie mit einbindet glaub ich ja im Leben nicht.“

Warum sollte Mr. Misstrauisch denn jetzt einem fremden Ghul vertrauen?

„Aber fahr halt mit dem Bus, mir egal. Wahrscheinlich musst du dann abdampfen. Wenn ich für irgendwas eingeteilt werde und Steven nicht, dann kannst du ihm ja das Innere von dem Bus vorführen - wenn du magst.“
 
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Tobias seufzte.

»Es kann sein, dass ich mich bei der netten Atmosphäre im Café dazu hab hinreißen lassen, die Leute direkt zu dutzen. Der Laden sah jetzt auch nicht so hochoffiziell nach einem Konferenzzimmer hoher Camarillarepräsentanten aus.«, rechtfertigte er sich schnell.

Er sah rüber zu Lilly und er kannte sie lang genug um zu wissen, dass sie deshalb keine Szene machen würde.

»Gut, dann lasse ich den Bus, dort wo er ist. Jedoch muss ich trotzdem kurz zu meiner Wohnung, um mich umzuziehen und ein paar Kleinigkeiten einzupacken.«

Der Ghul wartet bis Lilly ausstieg, während der Motor noch lief.

»Bis später!«
 
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„Na na, böser Junge.“

Lilly drohte ihrem Ghul scherzhaft mit dem Zeigefinger.

„Gewisse Leute würden einem so ein Duzen egal wo egal wann krumm nehmen, ob nun auf dem Opernball oder in einer Kneipe. Wenn´s ein hohes Tier ist, schlecht, also mach´s besser nicht."

Mit dem Duzen hatte sie ja selbst ziemlich danebengegriffen vorhin, sie hatte dem Rotbart das Du angeboten, und er hatte abgelehnt. Aber bei einem Ventrue-Caitiff war´s ja nicht so tragisch, bei einem Ventrue Ahn wär´s was ganz anderes gewesen.

„Von wem könnten also Beschwerden über dich eintrudeln, hm? Wohl hoffentlich nicht von der Ventrue Omi? Obwohl, deren belämmertes Gesicht hätt ich ja dann gern gesehen, das wär den Ärger fast schon wert.“

Lilly grinste.

Mit wem hatte Tobias sich denn unterhalten, mit der Dragomir, oder nicht, glaubte sich Lilly zu erinnern. Aber Ravnos waren doch eigentlich keine Etikettefanatiker.

„Du musst mir irgendwann unter vier Augen noch erzählen was du alles so gehört und gesehen hast im Café."

Sie konnte ihre Augen und Ohren ja nicht überall haben.

„O.K., dann bis später.“

Lilly stieg aus und ging hoch in ihre Wohnung.
In einer Ecke lag noch die schwere Lederjacke, die sie gestern angehabt hatte. Löcher waren ja keine drin, also konnte sie die heute ruhig nochmal anziehen. Falls da wieder mit irgendeinem Sauzeug geschossen wurde war wenigstens nicht eine zweite Jacke hinüber.

Die Brujah ging ins Schlafzimmer, streifte ihre Klamotten ab und überlegte was sie anziehen sollte.
Wenn Steven sie dann über die Schwelle trug und Lilly auszog, dann wollte sie doch verlockend aussehen. Also musste ein sexy Dessous her. Wenn sie es jetzt schon anzog musste sie sich später nicht mehr umziehen sondern konnte gleich entblättert werden.
Und wenn sie schon kein weißes Kleid trug, dann wenigstes einen BH mit Spitze in weiß und einen dazu passenden Slip, und dazu lange schwarze Strümpfe, die sie mit weißen Strapsen befestigte. Sie zog auch noch ein weißes aber ziemlich durchsichtiges Babydoll an, das gerade mal knapp ihren Slip bedeckte.

An der Tür des Schlafzimmerschranks aus Kiefer war ein Spiegel in dem man seinen ganzen Körper sehen konnte.
Lilly warf einen Blick in den Spiegel und war zufrieden. Dann schaute sie aufs Bett, dachte an Steven und daran dass sie heute vor Morgengrauen hier mit ihm liegen würde. Ach wäre es doch schon soweit!
Ein Schauer der Erregung wallte durch ihren Körper.
Sie nahm ihr Handy hervor und schoss mit ihrer Handykamera ein Bild von ihrem Gesicht, mit schmachtendem Blick, auch die Schultern waren sichtbar, was weiter unten war ließ sich nur erahnen. Hoffentlich konnte Stevens Handy eine MMS empfangen. Einfach mal probieren. Also tippte Lilly schnell eine SMS und schickte danach auch noch das Foto als MMS.

Dann zog sich Lilly eine recht dicke schwarze Jeans und ein blaues Jeanshemd über. Darunter sexy Reizwäsche zu tragen fühlte sich irgendwie gut an.
Dann zog sie noch Socken an und steckte ihre Füße in robuste Boots. Und niemand ahnte was sie unter ihrer robusten Kleidung trug, außer Steven, er bekam einen kleinen Hinweis.
Wahrscheinlich würde Lilly dann im Regen durchnässt werden, aber erkälten konnte sie sich ja zum Glück nicht.
Falls sie schwer verletzt wurde war die Reizwäsche vielleicht hinüber, aber nun ja, das musste sie eben riskieren.
 
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