Spielerverantwortung

Marduk

Blutgott
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14. Juli 2004
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Hallo,

ich wollte einfach mal die Frage in den Raum werfen, in wie weit Spieler mit für den Verlauf der Story mitverantwortlich sein sollten.

Es gibt da ja zwei extreme: Einmal die Spieler, welche sich von der SL von vorne bis hinten bedienen lassen was Story angeht, aber auch andererseits Spieler welche sich durch ein hohes maß an eigeninitiative auszeichnen, und man als SL eigentlich nur noch die aufgabe hat die sich selbst entfaltende Story etwas in die richtige richtung zu schupsen und ansonsten alles laufen zu lassen.

auch ist die Frage in wieweit Spieler das system kennen sollten. Es gibt tatsächlich spieler die der Meinung sind, daß Systemkenntnis eigentlich nur Pflicht der SL ist. (ist mir wirklich mal untergekommen, machte mir extra die Arbeit und schrieb eine kurze deutsche Zusammenfassung der Exalted 2 Kampfregeln und wurde dann von einer Spielerin angeschnauzt dass es ja wohl nur sache des SL sei diese sachen zu können. Hat mich auf jeden Fall ziemlich geärgert:wand:).

So und nun diskutiert mal schön...:D

Gruß

Marduk
 
AW: Spielerverantwortung

Also ich denke, dass Spieler natürlich für den Verlauf einer Story verantwortlich sind, und das sogar in einem hohen Maße. Es heißt doch Rollenspiel und nicht irgendwie Theaterstück in welchem alles vorgegeben ist.

Zu der anderen Frage, versteh ich das richtig, dass diese Spielerin also meint, keine Regeln kennen zu müssen?
Also Regelkenntnis gehört dazu, weil ich persönlich keine Lust hätte, jemandem dauernd zu sagen, was er zu tun hat. Ausserdem weiß man doch auch dann, welche Möglichkeiten man z.B. in einem Kampf noch hat.
 
AW: Spielerverantwortung

Ich lasse die Spieler den Plot so beeinflussen, dass sie es meistens gar nicht merken. Man muss nur zuhören, wenn sich die Spieler unterhalten, was sie für Theroien entwickeln u.s.w. manchmal ist das so gut, dass ich das Ende entsprechend abändere. Wenn es dann nämlich so kommt, wie sich die Spieler das ausgemalt haben, ist die Freude bei diesen umso großer. Natürlich kann man das nicht immer so machen, sonst verlassen die sich drauf. Manchmal können auch aus kleinen Aktionen, welche die Spieler "am Rand des Abenteuers" machen ganz neue Plotideen entstehen, die eventuell erst später greifen und reifen. Auch der alte Trick, die Spieler zu bitten eine gute Hintergrundgeschichte ihrer Charaktere auszuarbeiten kann hier was bringen, so kann man irgendwann mal darauf zurück kommen.

Einmal die Spieler, welche sich von der SL von vorne bis hinten bedienen lassen was Story angeht...
Wenn ich wirklich auf eine solche Einstellung stoße, unterhalte ich mich schon mal mit dem betreffenden spieler (natürlich unter vier Augen), was er eigentlich vom Rollenspiel erwartet und sage ihm auch, was ich mir als Spielleiter vom Rollenspiel erwarte. Denn ich bin kein bezahlter Aleinunterhalter, sondern ich möchte, als derjenige, der die meiste Arbeit, Zeit und Geld investiert (Und das gerne und freiwillig), auch meinen Spaß haben.

..., aber auch andererseits Spieler welche sich durch ein hohes maß an eigeninitiative auszeichnen, und man als SL eigentlich nur noch die Aufgabe hat die sich selbst entfaltende Story etwas in die richtige richtung zu schupsen und ansonsten alles laufen zu lassen.
Wenn man solche Spieler hat, kann man eigentlich nur froh sein. Es sei denn man ist ein Spielleiter, der nur SEINE Storry durchdrücken möchte, aber dann würde ich mir auch ein paar gedanken machen, denn so wenig, wie der SL für die Reine bespaßung der Spieler zuständig sein sollte, sollten die Spieler auch nicht als "Konsumiermasse" des SL dar sein.

auch ist die Frage in wieweit Spieler das system kennen sollten. Es gibt tatsächlich spieler die der Meinung sind, daß Systemkenntnis eigentlich nur Pflicht der SL ist. (ist mir wirklich mal untergekommen, machte mir extra die Arbeit und schrieb eine kurze deutsche Zusammenfassung der Exalted 2 Kampfregeln und wurde dann von einer Spielerin angeschnauzt dass es ja wohl nur sache des SL sei diese sachen zu können. Hat mich auf jeden Fall ziemlich geärgert:wand:)
Hier stehe ich auf dem Standpunkt, dass ich als SL nicht verlangen kann, dass sich Spieler soundsoviele Bücher kaufen, und diese lesen. Wenn sie das sowieso tun, umso besser (obwohl manches wissen um einen Metaplot wieder nicht unbedingt vorteilhaft sein muss). ABER wenn ich mir als SL die Mühe mache eine in der länge zumutbare Zusammenfassung von etwas auf wenigen Seiten zu erstellen, sollte ich erwarten können, dass sich die Spieler das zumindest mal durchlesen und nicht gleich abblocken, mit den Worten:" ist dein Job" dann sind wir nämlich wieder bei der "bitte bespaße mich lieber SL"
 
AW: Spielerverantwortung

Stimme Jessil zu. Natürlich kann man bei vielen Systemen die Regeln nach einer Weile auswendig (z.B. Vampire, so schwer ist das nicht...), bei anderen aber muss man einfach ständig nachschauen (z.B. Shadowrun...klar, wenn ich seit nem halben Jahr den Hacker spiele, weiß ich vieles auswendig, aber wenn ich dann auf den Straßensamurai umsteig muss ich von den Feinheiten der Hacking-Regeln auf die Feinheiten der Kampf-Regeln umsatteln...und die ganzen Tabellen kann sich eh kein Schwein merken. Ganz zu schweigen von den Manövern bei DSA...).
 
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Das kommt alles auf das System an. Im Prinziep müssen die Spieler natürlich spielen, denn sonst ist es eine Märchenstunden, mit SL als Märchenonkel/tante.

Ansonsten kann eine Zusammenarbeit, gerade was den Entwurf der Scs angeht, sehr Produktiv sein.
Ich denke da an SCs, die wirklich auch in eine Kampagne passen, oder gleichzeitig Präzise genug ausgearbeitet aber mit ausreichend Lücken sind, dass der SL wiederum NSCs einflechten kann, die sehr nützlich sind.
 
AW: Spielerverantwortung

Eine generelle Regelkenntnis sollte Pflicht sein,
Natürlich muss ein Spieler der keinen Magier spielt nicht zwangsweise seine Nase in die Magieregeln stecken, aber die Spieler über die Regeln im Unklaren zu lassen bremst das spiel nur ab und nervt.

Sehr gut gelöst (wen auch etwas teurer wegen 2 Büchern) finde ich das Bei der Aktuellen Call of Cthulhu Edition wo im Spielerhandbuch die Regeln und die Menschliche Gesellschaft beschrieben wird aber kein spiel störendes OT Wissen verbreitet wird.
PS: ich gab selber nur das Spielerhandbuch ;)
 
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als spielleiter gebe ich einen plot vor. orte und nsc´s. dazu einen status quo und habe im kopf (besser auf papier) was die nsc´s planen, ereignisse die passieren werden oder können.

die spieler beeinflussen durch das verhalten ihrer charaktere den gang der geschichte in der regel maßgeblich. je aktiver sie sind, umso mehr. wenn spieler passiv bleiben, bin ich auch bereit, die handlung an ihnen vorbei laufen zu lassen, je nachdem wie sehr die nsc´s an den sc`s "interessiert" sind.

regelkenntnisse sind für spieler absolut notwendig, weil sie dann abschätzen können, was ihr char kann oder nicht. jedesmal die regeln neu zu erklären oder darauf hinzuweisen, was geht oder nicht macht mir keinen spaß.
 
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Aus eigener Erfahrung muß ich sagen, dass doch schon eine gewisse Kenntnis des Systems vorhanden sein sollte, denn sonst stehen die Spieler irgendwann nur dumm rum und der SL muß die ganze Arbeit übernehmen. Nervig für den SL und im Zweifelsfalle zäh in der Story.
Genau das Problem ergab sich bei mir in der V:tm Gruppe. Der einzige, der schon Rollenspielerfahrung hatte, war der SL, der Rest: Rollenspielanfänger - und ich eine davon. Da wir semesterferienbedingt für eine Weile nicht spielen konnten, hab ich mich hier rumgetrieben und mir auch das GRW zum Teil durchgelesen und ich bin mir ziemlich sicher, dass es von nun an mehr Spaß machen wird und auch für meinen eSeL leichter sein wird.

Also ja... wenigstens eine Grundkenntnis der Regeln und des Systems sollte vorhanden sein (oder zumindest vom Rollenspielen allgemein), damit es zu (sinnvoller) Eigeninitiative kommen kann.
 
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ich wollte einfach mal die Frage in den Raum werfen, in wie weit Spieler mit für den Verlauf der Story mitverantwortlich sein sollten.
Warum "mitverantwortlich"? Warum sollte jemand anderes als die Spieler dafür verantwortlich sein?

Der SL hat zu reagieren und Zündstoff reinzuwerfen, die Spieler zu agieren, zumindest an den Spieltischen an die ich mich gerne setze.
 
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Es gibt da ja zwei extreme: Einmal die Spieler, welche sich von der SL von vorne bis hinten bedienen lassen was Story angeht, aber auch andererseits Spieler welche sich durch ein hohes maß an eigeninitiative auszeichnen, und man als SL eigentlich nur noch die aufgabe hat die sich selbst entfaltende Story etwas in die richtige richtung zu schupsen und ansonsten alles laufen zu lassen.
Mein bevorzugter Weg ist der zweite von Dir erwähnte. Eher passive Spieler gehen da leider relativ flott unter, die muss man dann irgendwie "an der Hand nehmen", was dem SL aber hin und wieder auch ein anderer Spieler abnehmen kann.
auch ist die Frage in wieweit Spieler das system kennen sollten. Es gibt tatsächlich spieler die der Meinung sind, daß Systemkenntnis eigentlich nur Pflicht der SL ist. (ist mir wirklich mal untergekommen, machte mir extra die Arbeit und schrieb eine kurze deutsche Zusammenfassung der Exalted 2 Kampfregeln und wurde dann von einer Spielerin angeschnauzt dass es ja wohl nur sache des SL sei diese sachen zu können. Hat mich auf jeden Fall ziemlich geärgert:wand:).
Gerade bei Exalted ist es IMO unerlässlich, dass sich die Spieler mit den Regeln und vor Allem mit den Charms beschäftigen. Meine letzte Exalted-Runde habe ich genau wegen dieser Ablehnung, sich mit den Regeln zu beschäftigen, abgebrochen.
Allgemein bin ich der Meinung, dass die Spieler zumindest die Grundlagen der Regeln beherrschen sollten. Als SL hab ich einfach keinen Bock, bei jeder zweiten Probe erst zu erklären, wie das denn funktioniert. Bei neuen Systemen gebe ich einen kurzen Exkurs über die Regeln, wenn es im Netz brauchbare Light-Regelwerke gibt, bekommen meine Spieler von mir die Links, ansonsten leihe ich ihnen gerne mal die Bücher aus, um sich damit zu beschäftigen. Etwas Zeit dafür sollte sich bei jedem irgendwie finden lassen.
 
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Wie sieht das mit Spielern und Zusatzbüchern aus ?
Grade bei White Wolf Spielen gab es ja zu jedem Clan, Tradition, Stamm und was sonst noch ein eigenes Buch.
Und bei anderen Verlagen wird das doch sicher genau so gehandelt ?

Muss sich ein spieler damit befassen oder nicht ?
 
AW: Spielerverantwortung

Optionalregeln heißen ja aus einem bestimmten Grund so.

Ein Spieler kann sich damit beschäftigen, muss aber nicht, wenn er es für seinen Char nicht als notwendig erachtet.
 
AW: Spielerverantwortung

Wie sieht das mit Spielern und Zusatzbüchern aus ?
Grade bei White Wolf Spielen gab es ja zu jedem Clan, Tradition, Stamm und was sonst noch ein eigenes Buch.
Und bei anderen Verlagen wird das doch sicher genau so gehandelt ?

Muss sich ein spieler damit befassen oder nicht ?

Ich denke, er muss nicht. Wenn der Spieler in etwa das weiß, was in den Grundregeln zu seinem Charakter steht, ist das schon in Ordnung, es sei denn er möchte einen Charakter spielen, der Eigenschaften besitzt, welche nur in den Zusatzbüchern beschrieben sind.

Wenn ich als Spielleiter Sachen aus Zusatzbüchern toll finde und die unbedingt einsetzten möchte, mach ich mir die Mühe und gebe den Spielern eine Zusammenfassung, oder gebe bestimmten Spielern die möglichkeit, sich das durchzulesen, wenn sie das möchten. Ich würde einen Spieler dazu nicht zwingen, im zweifelsfall muss ich die Information dann im Rollenspiel transportieren, was, wenn es geht sowieso immer die schönere Variante ist.

Bis jetz habe ich jedoch eher die Erfahrung gemacht, dass die betreffenden Spieler sich die Zusatzbücher von sich aus kaufen und MIR als SL dann die Sache besser erklären können, als ich das vom lesen vor soundsolange noch im Kopf habe. ;)
 
AW: Spielerverantwortung

Bis jetz habe ich jedoch eher die Erfahrung gemacht, dass die betreffenden Spieler sich die Zusatzbücher von sich aus kaufen und MIR als SL dann die Sache besser erklären können, als ich das vom lesen vor soundsolange noch im Kopf habe. ;)
Glückspilz.
 
AW: Spielerverantwortung

Spieler immer schön erziehen. "ich habe keinen sounso Band, aber wenn du das Konzept gut findest, dann kauf dir doch das Buch und dann erklärst du es mir" :D
 
AW: Spielerverantwortung

andererseits Spieler welche sich durch ein hohes maß an eigeninitiative auszeichnen, und man als SL eigentlich nur noch die aufgabe hat die sich selbst entfaltende Story etwas in die richtige richtung zu schupsen und ansonsten alles laufen zu lassen.

Ja, solche Spieler lob ich mir! Da verzichte ich dann auch gerne ganz auf das "Schubsen" uns spiele einfach nur meine NSCs und sehe, wohin das führt. Leider gibt es viele SLs da draußen, die den Spielern gar keine Chance lassen, der Story wirklich ihren Stempel aufzudrücken. Solche SLs verstehen unter "Spielerverantwortung" vielmehr: "Die Spieler sollten bei der Story des SL mitziehen und diese nicht behindern." :rolleyes:
 
AW: Spielerverantwortung

Oftmals nennen die sich auch mit voller Inbrunst "Meister" - und nein, das war kein Seitenhieb auf ein bestimmtes System.
 
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