Die Kritik an Prometheus die geäußert wurde steht ja jedem zu. Allerdings ist halt die Frage ob ein in diesem Ton gehaltener "offener Brief" in einem nicht verlagsgebundenen Forum mit anschliessender Diskussion in eher vehementem Ton wirklich etwas zur Verbesserung der Lage beitragen kann. Zum Frustabbau dient er sicherlich gut, aber zu mehr?
Ich hatte den Eindruck, daß es wirklich NUR um Frustabbau ging.
Ein derartiger "offener Brief" ist neben einer öffentlichen Entrüstung ja auch ein APPELL an die Leser - somit andere PG-Kunden - doch auch mal ihren Frust loszuwerden bzw. zumindest beifällig zu nicken. - Wem sein eigener Ärger wichtig genug ist, daß ihm andere Leute diesbezüglich egal sind, wer also keinen derartigen Appell benötigt, der schreibt halt KEINEN OFFENEN Brief, sondern einfach eine E-Mail direkt an den Verlag oder eine PN im Verlagsforum an die betreffenden Leute.
Natürlich ist solch ein Thread wie dieser nur ein VENTIL. Hier kann man sich ein wenig seines Überdrucks an Unmut Luft machen. Und das ist auch eine gute, eine reinigende Funktion, die man nicht unterschätzen sollte.
Dennoch sind hier in sehr vielen Beiträgen durchaus SOLIDE, KONSTRUKTIVE Kritikpunkte an PG als Verlag, an der PG-Produktqualität, an konkreten Produkten zu finden, so daß es seitens des Verlages die schlaueste Art wäre, all die rechtschaffene Entrüstung (inklusive des Tonfalls!) einfach mal zu ignorieren, ABER all die "harten Fakten", die - bei ein wenig Selbstkritik ja auch von PG selbst zu verifizierenden - Problemfelder im Stillen aufzunehmen und daran zu arbeiten.
Das wäre die schlaueste Art.
Ich hoffe, daß PG in dieser Hinsicht schlau agieren wird.
Denn leider zeigen - auch gerade deutsche - Verlage bei geäußerter Kritik einfach eine massive BLOCKADEHALTUNG, nehmen JEDE Form von Kritik als Angriff gegen die Person(en) der Verlagsmacher, statt auf die Sache, die Produktqualität bezogen, wahr. Und obschon das natürlich alles, nur nicht professioneller Umgang mit Kritik ist, findet sich dann das "verlagsseitige Eingeschnapptsein" und die Vorwürfe gegen die "bösen Fans" als eine leider allzu gängige Reaktion. - Unrühmliche Beispiele dafür gibt es bei den deutschen Verlagen wirklich in JEDER Größenordnung. Manche Verlage sind groß genug und haben ein Quasi-Monopol in ihrem Sektor, daß sie sich derartige Diva-Allüren leisten können. Die paar Kunden, die sie das kostet, wenn sie wieder einmal Fans und Kunden massiv anpissen, stecken sie weg (meinen sie!). Aber je kleiner ein Verlag ist, desto schmerzlicher ist der Kundenverlust durch das Vergrätzen der Fans. Und daher ist es eben SCHLAUER als PROFESSIONELL arbeitender Verlag, wenn man halt den persönlichen Ärger über eine harsch vorgebrachte Kritik oder gar einen kritikfreien Rant einfach runterschluck oder ihn in den Eimer ausspuckt, statt ihn gegen die Fans zu schießen.