Rollenspieltheorie [Metadiskussion] Metaplot

Ich will Euch mal ein wenig von meinem Lieblingsbeispiel für Metaplot erzählen und zwar in Legend of the 5 Rings (L5R). Das Setting existiert nun schon seit über 15 Jahren (aktiv!) und 4 Editionen und hat so einiges an Metaplot angesammelt. Die Geschichte ist über 1000 Jahre spannend mit sehr unterschiedlichen Aspekten und wurde zum grössten Teil vom Cardgame weiterentwickelt.

Jedes Jahr gibt es ein grosses Cardgame Tunier (Kotei) und der Gewinner dieses Tunier kann für seinen Clan einen zukünftigen Fakt schaffen der in die Geschichte mit einfliessen wird. Ob jetzt das erschaffen bestimmter NPC, die Verbannung einzelner Clans, das Krönen eines neues Kaisers oder dem Sieg der dunklen Seite ist, steht dem Gewinner frei. Man sollte meinen das dabei ein riesiges Chaos herauskommt, aber bisher waren alle Gewinner so fanatische Fans des Hintergrundsettings, das immer interessante und rokuganstimmige Entscheidungen getroffen wurden.

Weil der Metaplot für einen Neuling so unüberschaubar geworden ist, spielt das Grundbuch zu einer konkreten Zeit innerhalb dieser 1000 Jahre doch vor kurzem kam ein “Metaplot Quellenbuch” heraus namens “Imperial Histories”, welches es der Spielgruppe ermöglich sich eine von 10 alternativen Epochen auszusuchen und zu bespielen. Diese geben jeweils der Runde einen anderen Touch und sorgt so für Abwechslung. Beispiele hierfür sind der “War of Spirits”, in der Ahnengeister real auf Rokugan wandeln und somit auch als Spielercharaktere verfügbar sind oder “The Great Famine” , in der Nahrung / Reis wertvoller wird als alles andere. Sogar einige “What if” Settings sind dabei, in denen die Dämonen und fu Leng gewannen und Rokugan beherrschen oder Gaijin aktzeptiert werden.

In allen Fällen können aber Spieler diesen Meta Plot nicht verändern. Er dient hier lediglich als Gewürz um einer Kampagne einen interessanten Beigeschmack gibt, ohne dabei unbedingt alle Abenteuer mit Metaplot Bahngleisen zu vesehen.

Ist mein Lieblingsbeispiel für aktuellen Metaplot Gebrauch und wie man diesen ohne die Spieler einzuschnüren zum würzen nutzen kann :) Dadurch das man mit einer normalen menschlichen Lebenspanne immer nur einen Bruchteil der knapp 1000 Jahre mitbekommt, wirkt es auch eher als Hintergrundstrahlung denn als aktiver Plot.
 
Diese geben jeweils der Runde einen anderen Touch und sorgt so für Abwechslung.

Das ist sehr interessant. Meistens wird ein ähnlicher Effekt über eine räumliche Entscheidung gesucht. (Eine Kampagne in Aundair ist anders als eine in Darguun.) Andere Spiele scheinen dagegen meistens davon auszugehen, dass die Welt auf dem aktuellen Datum bespielt wird.

An diesem Beispiel fallen mir auch zwei unterschiedliche Arten von Meta-Plot auf: Die eine ist die angekündigte, die andere, die sich entwickelnde. Ersteres sprach z.B. Skar mit Orpheus an: Das Spiel ist bereits darauf ausgelegt, dass gewisse Ereignisse passieren werden. Hier ist es so, dass die Spielwelt sich eben weiterentwickelt (ähnlich auch bei Shadowrun, nur dort eben ohne die Aufforderung sich eine Epoche auszuwählen).
 
Der Meta-Plot wird für mich dann zum Problem, wenn er mich als Spielleiter zu arg einschränkt. Bei Spielen wie L5R, der WoD oder DSA ist mir das einfach viel zu viel. Wenn ich das leiten würde, würde ich von Anfang an klarmachen, dass der bei mir keinen Bestand hat.

Allerdings kann ein guter Meta-Plot dem spielleiter und den Spielern eine gewisse Sicherheit bieten. Probleme gibt es da immer nur wenn der Spieler im Meta-Plot besser bewandet ist als der Spielleiter.
 
Ich stimme der Definition wie Zornhau sie eingebracht hat vollendenst zu und halte sie fuer geeignet das Phaenomen Metaplot zu definieren.
Ergaenzend wuerde ich anfuegen das Verlage in Kooperation mit den Fans Metaplot relevante Publikationen gestalten koennen.

Ich denke das der Metaplot sich durchaus sinnvoll in eine Rollenspielrunde integrieren laesst.
Das man jedoch mitunter gut daran tut die Publikationen so zu gestalten das sie auch Spielrunden welche den Metaplot nicht einbeziehen Material bieten.
 
Schreckt dich der Metaplot echt so ab um ein System zu spielen?
Ich meine Metaplots kann man an- und ausschalten wie man will und wenn ich als SL ein System leite stecke ich meine Ideen rein und kann auch den Metaplot komplett ignorieren.
Bei der oWOD finde ich haben sie in der revised Edition eine Menge "Big Things" gemacht aber okay wenn man weiß wie das alles endet, ist es vlt auch verständlich aber mich hat es damals sehr gestört und ich habe es einfach ignoriert, sowohl im pnp als auch im Live.
Bei Legende der 5 Ringe kann ich nix zu sagen, habe es bisher nur mal angetestet, genauso wie The Song of Ice and Fire,
Bei DSA liegt es meiner Meinung nach weniger am Metaplot, als vielmehr an der Fülle der Informationen und auch der "fanatsischen Fans" die keine Veränderung zulassen.

Ich persönlich finde es schön, wenn sich eine Welt verändert und ich muss sagen, dass ich immer gespannt war, wie die WoD oder die Forgotten Realms sich verändert haben, auch wenn ich sicher mit vielen Sachen nicht einverstanden war aber das stört einen dann eher, wenn man dann die Romane liest als wenn man selbst leitet.
 
Schreckt dich der Metaplot echt so ab um ein System zu spielen?
Nein. Sonst gingen DSA die Spieler aus, die cWoD wuerde sterben gelassen und niemand L5R spielen.
Meines Erachtens gibt es Runden die gerne mit Metaplot spielen und solche die ohne.

Ich persönlich finde es schön, wenn sich eine Welt verändert und ich muss sagen, dass ich immer gespannt war, wie die WoD oder die Forgotten Realms sich verändert haben, auch wenn ich sicher mit vielen Sachen nicht einverstanden war aber das stört einen dann eher, wenn man dann die Romane liest als wenn man selbst leitet.
Das Problem mit der Veraenderung kann sein das es ausgerechnet den Teil abaendert der einem Spass machte oder das Aspekte eingefuegt werden die stoerend sind (cWoD Combat? Gypsies? Ein weiteres Buch mit sehr vielen neuen PG Erweiterungen fuer Disziplinen?)
 
Naja die Frage war auch eher direkt anSwafnir gedacht
und nicht allgemein auf die Spielerschaft

Naja ich denke, wenn man mit Spielern spielt, die alle das System kennen und gespielt haben, kann man sich auch vorher absprechen
und in der Wod hatte ich das nicht
in D&D aufgrund der tausend Quellenbüchern mit tausend Talenten, Prestige Klassen usw
und bei DSA habe ich viele Geschichten gehört
 
Schreckt dich der Metaplot echt so ab um ein System zu spielen?
Ich meine Metaplots kann man an- und ausschalten wie man will und wenn ich als SL ein System leite stecke ich meine Ideen rein und kann auch den Metaplot komplett ignorieren.
Bei der oWOD finde ich haben sie in der revised Edition eine Menge "Big Things" gemacht aber okay wenn man weiß wie das alles endet, ist es vlt auch verständlich aber mich hat es damals sehr gestört und ich habe es einfach ignoriert, sowohl im pnp als auch im Live.
Bei Legende der 5 Ringe kann ich nix zu sagen, habe es bisher nur mal angetestet, genauso wie The Song of Ice and Fire,
Bei DSA liegt es meiner Meinung nach weniger am Metaplot, als vielmehr an der Fülle der Informationen und auch der "fanatsischen Fans" die keine Veränderung zulassen.

Ich persönlich finde es schön, wenn sich eine Welt verändert und ich muss sagen, dass ich immer gespannt war, wie die WoD oder die Forgotten Realms sich verändert haben, auch wenn ich sicher mit vielen Sachen nicht einverstanden war aber das stört einen dann eher, wenn man dann die Romane liest als wenn man selbst leitet.

Achso, wenn das an mich ist, dann will ich mal antworten ;)

Mich schreckt ein Meta-Plot nicht ab. Allerdings haben diese Systeme einen sehr umfangreichen Meta-Plot den ich nicht genau kenne (und ich auch nicht gewillt bin den auswendig zu lernen) oder ich doof finde (WoD) und gleichzeitig sehr viele Spieler die sehr darauf fixiert sind (bei DSA kommt noch hinzu dass beinahe jedes Dorf ausgearbeitet ist, wie du ja auch schon gesagt hast). Daher bliebe mir bei den Systemen nur die Wahl zu sagen: Leute vergesst den Meta-Plot, der interessiert mich nicht. Sonst gibts da nur Knatsch, weil die Spieler andere Erwartungen haben.

Andererseits gibt es auch Welten bei denen ich sehr wohl Lust habe, den Meta-Plot zu nutzen (z.B. Herr der Ringe), alleine weil die Erwartungen das auch kaum anders zuließen.
 
Achso, wenn das an mich ist, dann will ich mal antworten ;)

Mich schreckt ein Meta-Plot nicht ab. Allerdings haben diese Systeme einen sehr umfangreichen Meta-Plot den ich nicht genau kenne (und ich auch nicht gewillt bin den auswendig zu lernen) oder ich doof finde (WoD) und gleichzeitig sehr viele Spieler die sehr darauf fixiert sind (bei DSA kommt noch hinzu dass beinahe jedes Dorf ausgearbeitet ist, wie du ja auch schon gesagt hast). Daher bliebe mir bei den Systemen nur die Wahl zu sagen: Leute vergesst den Meta-Plot, der interessiert mich nicht. Sonst gibts da nur Knatsch, weil die Spieler andere Erwartungen haben.

Andererseits gibt es auch Welten bei denen ich sehr wohl Lust habe, den Meta-Plot zu nutzen (z.B. Herr der Ringe), alleine weil die Erwartungen das auch kaum anders zuließen.
Vor allem kommt aber hinzu, dass die DSA-Welt (zumindest das klassische Aventurien) winzig ist und es überhaupt nur gefühlt 10 wichtige Orte gibt.

Ist aber auch alles ne Frage, was man will.
Ich stecke so extrem viel Arbeit in meine WoD-Welt (wo ich den Metaplot komplett ignoriere), dass es sehr befreiend für mich ist, demnächst einfach mal ne DSA-Kampagne zu leiten, wo schon alles ausgearbeitet ist und ich mich auf die Spieler konzentrieren kann.
Und alles was mich stört, wird so oder so erbarmungslos geändert.
 
Die Frage ist wie weit gehend kann man den Metaplot ignorieren ohne das dazugehörige Setting nicht zusehr zu schaden.
Meine in der WOD kann man die ganzen revised Ereignisse ignorieren aber gerade in "New Age"
aber man lässt ja vieles auch einfach stehen: Sabbat und Camarilla als konkurrierende Sekten
Den Pentex Mogul, der die Welt mit seinen Waren und Auswürfen verseucht
die Mahlstürme der Geisterwelt
wie weit gehend darf man den Metaplot umbauen, ohne das Setting zu zerstören oder Spieler zu verschrecken, was wäre wenn man die G7 ignorieren würde, wenn die Anarchenrevolte anders ausgegangen wäre und die Technokratie nicht so mächtig geworden wäre?
Das kann man auf beliebige Settings erweitern, beispiel was wären die Forgotten Realms ohne die Zeit der Avatare oder gar ohne wichtige NSCs wie Elminster und Drizzt Do'urden?
 
Metaplots haben mich doch nur zu jucken, wenn ich Elemente davon in meiner Kampagne bzw. meinen Einzelabenteuern auftauchen lasse - UND ich mich überhaupt an die offizielle Storyline halten möchte.

Erfahrungsgemäß kratzen die Spieler sowieso nur marginal an diesen ganzen Stories, sofern diese Plots nicht ein wichtiger Teil im Spiel darstellen.

Letztlich ist es MEIN Setting und was mir nicht passt, wird passend gemacht.
 
Gerade bei V tM lassen sich doch simpel große Teile des Metaplotts ignorieren. Gehenna? Zeit des dünnen Blutes? Auflösung des Tremerefluchs? Und wohl noch so einiges mehr. Und schadet man dem Setting? Eigentlich nicht. Das Setting bleibt modernes Gothic-Punk, finster, und nicht alles friede Freude Eierkuchen. Eine Welt die wie unsere ist, ohne die unsere zu sein.
Gleichzeitig erlaubt es hier der Metaplot in unterschiedlichen Epochen oder an unterschiedlichen Ereignissen teilzuhaben. Oder sehe ich das falsch?

Am Ende heißt Metaplot doch selten, dass es unumgänglich ist. Ok, ein Metaplott kann auch sicherlich so aufgezogen werden, dass er nicht zu ignorieren ist. Aber doch eben genauso anders. Oder nicht?
 
Ein Metaplot bietet halt auch immer eine Konstante im Spiel, die gewährleistet, dass Einzelpersonen oder Gruppen innerhalb der Community über ein gleiches Ereignis aus der Spielwelt sprechen können.

Sie erleben quasi gemeinsam ein großes Ereignis. Wenn das nicht die Community stärkt, dann weiß ich es auch nicht.
 
Die Frage ist wie weit gehend kann man den Metaplot ignorieren ohne das dazugehörige Setting nicht zusehr zu schaden.
Beliebig weit.

Im Ernst: So weit, wie es BELIEBT!

Metaplot ist für eine Spielgruppe nur dann wirklich relevant, wenn die Spieler tatsächlich Interesse am KANONISCHEN Spiel mitbringen und sich wünschen, daß IHRE Kampagne exakt so verläuft, wie ALLE ANDEREN Kampagnen auf Basis des Metaplots. - Derartiges Interesse ist mir in mehrheitsfähiger Form bislang nur von DSA-Spielern bekannt.

Bei Engel war der "offizielle" Metaplot der Engel-Macher so BESCHEUERT UNAUSGEGOREN und LANGWEILIG, daß man als Engel-Spieler schon täglich auf Knien beten mußte, daß der Spielleiter bitte, bitte, BITTE NICHT am Metaplot kleben möge. - Da hatte eher der unkreative, uninspirierte, undurchdachte und kundenunfreundlich umgesetzte Engel-Metaplot dem Setting GESCHADET. Jede einzelne Engel-Spielgruppe hat es sicher BESSER hinbekommen als die Engel-Macher!
 
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