AW: Maskerade vs. Requiem
Wie ich schon sagte:"Der Spielleiter war ein Depp!" - aber ich würde nicht sagen, dass es damit zusammenhängt was für eine Geschichte er da presentiert hat (und natürlich liegt da der Verdacht nahe, dass dieser auch an Qualität fehlte), sondern dass er das Ganze nicht ausgespielt und ausgewürfelt hat. Ein Rondrianer muss nun mal nicht kämpfen, er kann auch davon laufen, wenn es ihm sinnlos erscheint zu sterben. Dafür wird er sich wohl oder übel einen Weg suchen müssen um das wohlwollen seiner Göttin zurückzugewinnen - oder er wird mal ein Rondianer gewesen sein. Oder aber er stirbt mit einem Lächeln auf den Lippen, denn dies ist es wofürer gelebt hat. Das Seelenfressen ist natürlich totaler Käse - aber nicht weil er nicht wiederbelebt werden kann, sondern weil man dem Spieler die genugtung nimmt, dass sein Charakter in die Hallen Rondras einzieht.
Ich kenn DSA nicht gut genug um dazu was zu sagen. Mein Kumpel hat mir das so erzählt. Sein Charakter konnte laut seiner eigenen Moralvorstellung nicht fliehen, also MUSSTE er sterben. Keine Möglichkeit den Kampf zu gewinnen, keine Möglichkeit schwer verletzt zu überleben. Das war einfach die totale Willkür des SL.
Aber dennoch hat dieses Thema wenig, bis gar nichts damit zu tun wie extrem die Charakterbeschreibung ausgefallen ist - sondern mit einem schlechten Spielleiter oder einer schlechten Geschichte.
Das sollte als Beispiel für sinnloses töten der SC dienen, nicht für das mit der Charakterbeschreibung oder dem Würfelpech.
Davor wurde gepostet, dass die lange Charakterbeschreibung deshalb notwendig ist, damit man genau weiss, was der Charakter in der Vergangenheit getan hat und weshalb er was kann, wenn kennt oder was besitzt. Natürlich werden diese Punkte auch bei mir behandelt, jedoch benötige ich dafür keine 4 Wochen und erst recht nicht mehrere ausgeschrieben Seiten. Das kann ich im Gespräch mit dem Spielleiter in kurzer Zeit besprechen, mir dann notieren und somit ist das erledigt. Die länge der Charakterbeschreibung sagt weder etwas über die Qualität des Charakters aus, noch pber die Qualität des Spielers und erst recht nicht über die Qualität in der Spielrunde. Regelung die jedoch eine so ausführliche Bechreibung verlangen sehr wohl...
Ja das geht auch, klar. ... Aber nur weil manch einer der gerne schreibt das zu Papier bringt und es dann noch etwas "ausmalt" ist es kein schlechtes RPG, ganz im Gegenteil.
Und das ist auch keine Pflicht (da wird Alanna mir sicher auch zustimmen), es ist eher ein Sahnehäubchen, oder so.
Und zudem bietet es dem SL neue und interessante Möglichkeiten für Abenteuer, Auftrage, Quests oder wie man es je nach System nennen will.
Aber du stimmst doch sicher zu, dass 5 Stichworte ein wenig mager für eine Charakterbeschreibung sind, oder?
Mein SC: Männlich, weiß, ca. 175cm, braune haare, Gangrel, spielt gerne den Anführer.
Mein SC: Weiblich, Asiatin, Elektronikfreak, Schwester wurde ermordet, sehnt sich nach Rache.
Das langt doch nicht. Auch wenn man es nicht niederschreibt, sollten wenigstens ein paar Dinge überlegt sein.
Charaktere in Beat em Up Games haben sonnst ja mehr Hintergrundstory.
Zu den Punkte mit Pech beim Würfeln:
Die beschriebenen Situationen nötigen mir aber kein - Ohje, der hat aber Pech gehabt - ab. Jemand geht in seiner Kampfgestalt in eine Hütte - was hat er denn erwartet? Das nicht auf ihn geschossen wird? Wozu dann die Kampfgestalt? Und die Würfel sind so gut (oder schlecht) gefallen, dass er stirbt? Und? Vielleicht geht dann der nächste Charakter nicht einfach so in Kampfgestalt irgendwo rein. Jetzt könnte man sagen, dass ganz war Pech - ich würde es eher unter Dummheit einordnen - also auch nach manch anderer Defintion total in Ordnung das der Charakter tot ist.
Blödsinnig wäre es gewesen wenn der Charakter nach Hause kommt und ohne Grund da zwei Leute lauern die ihn erschiessen - aber es muss ja ein gewisses Gefahrenpotenial gegeben haben und da kann man dann schon gerne sterben.
Ich geb dir mal ein besseres Beispiel für Würfelpech:
In unserer ersten AD&D Runde waren wir gerade mit der Charaktererschaffung fertig und spielten eines der mitgelieferten Abenteuer. Die Gruppe bekommt nen Auftrag und geht zu irgend nem Dungeon (kann mich kaum mehr dran erinnern um was es ging. Die Charaktere betreten das Dungeon und treffen auf zwei Gnolle. Die Ersten Gegner überhaupt (Stufe Eins). Sie greifen an. Die Spieler haben Pech beim Würfeln, nach der zweiten oder dritten Runde waren alle SC tot. Das macht definitiv keinen Spaß.
Anderes Beispiel für das Gegenteil:
RuneQuest. Unsere Gruppe durchforstet eine Höhle und wird von Hölhentrollen angegriffen. Mein Krieger und sein langjähriger Waffenbruder (NSC) kämpfen Seite an Seite. Plötzlich trifft einer der Trolle meinen Kammeraden schwer am Kopf und tötet ihn. Mein SC blind vor Rage erschlägt seinen Feind und wendet sich dem Troll zu. Er weißt seine übrigen Kammeraden (die andern SC und noch ein NSC) an, ihm nicht zu helfen, weil er alleine Rache nehmen will. Alla: "Der gehört mir!"
Ein kurzer Kampf, der Troll landet einen glücklichen Treffer und zerschmettert meinem SC die Brust. ... Exitus.
Meine Schuld, und keiner hat sich drüber aufgeregt (naja ich hab mich aufgeregt, als die übrigen SC meine Stiefel, meine Waffen und mein Gold gestohlen haben, bevor sie mich beerdigten, aber das ist ne andere Geschichte
😉 )
Falls das bisher nicht klar rübergekommen ist:
Ich bin nicht dafür, dass der SL einfach ohne das es in die Geschichte passt einen Charakter tötet, aber wenn innerhalb der Geschichte eine Gefahr vorhanden ist, dann ist es absolut ok wenn der Charakter wegen gutem oder schlechtem Würfeln draufgeht. Egal ob er ausruscht und sich ein Ast in seine Brust bohrt oder ob ein Gottdämon ihm mit einem Wimpernschlag das Leben auslöscht. Ich werde keinen Charakter retten, nur weil ich gerade zu gut oder der Spieler gerade zu schlecht gewürfelt hat. Das sieht natürlich anders aus wenn der SL aus menschlicher Bösartigkeit das Ganze verbockt. Das hat dann aber auch wenig mit Glück oder Pech zu tun...
Grundsätzlich ja auch in Ordnung (solange der Spieler irgend ne Chance hat sein SC zu retten). Das ist aber auch was anderes als das was SoK geschildert hat, der ja spaß daran hat die SC zu Killen, nur weil der Spieler seinen SC vielleicht mag.
Aber um das nochmal klar zu stellen: Sowas ist leichter zu verdauen wenn man keine Mühe in seinen SC steckt. Alanna dürfte sicher auch kein Problem damit haben, wenn die Intrige ihres SC nicht auf geht und sie das den Kopf kostet, solange sie ne Chance hat.