Märchenwelt

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Hallo Miteinander.
Ich hab nach etlicher Zeit das Mini-Rollenspiel Märchenwelt fertig. Es richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche mit leichter geistiger Behinderung oder eingeschränkter Sozialkompetenz, ist also sehr sehr einfach aufgeteilt. Das ganze ist auch Pädagogisch versucht auf eine gute Bahn zu bringen, man kanns aber auch so als RPG-Einsteiger zocken oder als Kenner der ein einfaches System sucht. Das Rollenspiel ist im High-Fantasy Bereich anzusiedeln, es orientiert sich an allen möglichen Filmen und ist kindgerecht umgesetzt, eben Märchen halt. Die Proforma-Website kann man nun besuchen und ein paar Infos holen, sagt mir doch so euren ersten Eindruck zu dieser Idee (unten gibts Infomaterial/docs).

Rechtschreibfehler dienen zur Allgemeinen verärgerung.

Website: http://www.metamo.ch/maerchenwelt/

Grüsse aus der Schweiz
 
AW: Märchenwelt

Mich würde die Zielsetzung dahinter interessieren. Ich spiele einmal die Woche eine abgespeckte DSA-Version im Rahmen eines Freizeitangebots in einer Einrichtung für verhaltensauffällige/lernbehinderte Jugendliche.
Naja...hier ein paar Punkte die mir zu "Märchenwelt" eingefallen sind.

1.) Wenn ich ehrlich bin kann ich der Idee ein System speziell für die Bedürfnisse solch einer oder ähnlicher Klientel zu entwickeln nichts abgewinnen. Die meisten Systeme und Spielwelten kann man soweit vereinfachen das es auch für solche Kinder/Jugendliche kein Problem darstellt die Regeln zu verstehen und anzuwenden.

2.) Der Verzicht auf Gewalt bzw. den Aspekt des Kampfes im RPG ist in meinen Augen unangebracht. Kampf sollte immer eine der möglichen Lösungsstrategien darstellen. Der Trick dabei ist eher diese Möglichkeit eher unattraktiv zu halten bzw. einen Weg der ohne Gewalt und Kampf auskommt stärker zu belohnen. Ein Spiel ohne Konflikt ist schlicht langweilig, auch für Jugendliche mit einer geistigen Behinderung. Weg von der "Kuschel-Pädagogik"! ;)

3.) Im Flyer wird zu stark pauschalisiert. Auch Computerspiele vermitteln ein Gefühl von Kompetenz und sind ebenfalls sozial, wenn auch auf einer anderen Ebene. Computerspiele sind nicht der Teufel, der Teufel ist mangelnde, anerzogene Medienkompetenz. Diese führt zu Abschottung und Realitätsverlust (was immer das auch sein soll).

4.)Auch mit Pen&Paper RPGs ist die "Gefahr" gegeben, das ich mich sehr mit der Welt, dem System usw. beschäftige und andere Hobbys, die Schule oder der Beruf darunter leiden.

5.) Eine Klientengruppe die ohnehin eher den Computer oder die Konsole als Medium bevorzugt wird mit einem solchen System ohnehin nicht erreicht. Was mich zum nächsten Punkt führt.

6.) Die Zielsetzung die Jugendlichen von Computerspielen wegzuholen reicht mir persönlich nicht. Der Aspekt positiven Selbsterfahrung innerhalb eines Rollenspiels sollte stärker betont werden, genau wie das Lernen im Umgang mit Konflikten und den eigenen Lösungsstrategien für solche Konflikte. Das Pen&Paper-Rollenspiel ist meiner Erfahrung nach ein gutes Mittel zur Selbstreflexion, genau wie andere therapeutischen Rollenspiele auch. Der Vorteil bei Pen&Paper liegt aber in der Motivation die anders gelagert ist und somit länger anhält.

gruß
Zwart
 
AW: Märchenwelt

Hallo derZwart, danke für die vielen Kritikpunkte und Denkanstösse.

1. Das System richtet sich unter anderem auch an Betreuer/Jugendliche, die überhaupt noch nie ein Rollenspiel in der Hand hatten, für die das alles neu ist. Sich mit einem DSA zu beschäftigen nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als das 40-Seitige einfache Regelwerk von Märchenwelt.

2. Das Regelwerk besitzt ein Kampfsystem, doch versucht man Gewalt aussen vor zu lassen. Das was du vorschlägst ist genau so im Regelwerk verankert.

3. Computerspiele fördern die Kompetenz und die steigerung eines virituellen, grandiosen Ich's. Das Spiel soll nicht Computerspiele verteufeln, sondern den Jugendlichen die (zumindest bei uns) VIEL zeit am computer und Spielen verbringen, wieder das alte erzählen und fantasieren nähergebracht werden. Das mit der Medienkompetenz sehen wir gleich, es gibt zuviele die einfach "killerspiele" sehn und mit den unwissenden Eltern wird dann Politik gegen dies ausgefechtet.

4. Absolut

5. Es gibt viele jugendliche die wir haben, deren sozialkompetenz im richtigen leben arg eingeschränkt sind, aber im virituellen leben total aufblühen. Wir versuchen mit dem Rollenspiel in der Gruppe ein Gruppengefühl zu schaffen, mit dem alten Stilmittel erzählen.

Ich verteufle Computergames nicht, bin selbst Spieler von solchigen. Ich werde aber, anhand dass man die Doc's so versteht, sie in geraumer Zeit nochmals überarbeiten.

Grüsse
 
AW: Märchenwelt

Prinzipel würde ich mich interessieren wie das Spiel funktioniert, ein Preview Regelwerk oder gar das ganze Ding werdet ihr wahrscheinlich nicht ins Netz stellen, oder?
 
AW: Märchenwelt

ich arbeite derzeit an einer schnippselsammlung für, werds in einer woche online stellen, spätestens
 
AW: Märchenwelt

Kannst im Zweifelsfall ja mal bei B!-Hosting nachfragen, ob sie dir Webspace bieten...
 
AW: Märchenwelt

So, nach längerer Zeit den Thread wieder ausgegraben.
Märchenwelt is nu relativ fertig und steht komplett frei downloadbar auf
Märchenwelt Website
als pdf mit bildern oder nur als text, charakterblatt seperat downloadbar.
der ominöse eltern-infozettel ist noch nicht bearbeitet, wollt zuerst mal mwelt fertigmachn.
 
AW: Märchenwelt

Huhu,

sehr schön geworden finde ich. Vorallem das Cover gefällt mir. Die Regeln könnten einfacher nicht sein und sind schön eingängig, auch wenn mir das Kapitel zur Charaktererschaffung irgendwie etwas unübersichtlicher erscheint. Hier wären vielleicht klare Tabellen besser. Die Welt könnte noch ein wenig mehr Beschreibungen vertragen, finde ich. Aber ansich ist das Kapitel gelungen.
Was mir aber aufgefallen ist, ist das extrem tödliche Kampfsystem das Warhammer oder gar Arcane Codex in nichts nach stehen würde, wenn man ein bisschen Blut und Därme einbauen würde. ;) Bestimmte Charaktere mit einem Schlag um zu hauen dürfte kein Problem sein, oder hab ich was falsch verstanden? Ich mein das muss nichts schlechtes sein, es hat mich aber überrascht.
Ansonsten bleiben eigentlich nur Details wie ein paar Rechtschreibfehler die wohl übersehen wurden und der recht geringe Schaden des "riesigen Feuerballs" und so. Aber das sind wie gesagt nur Details die eigentlich keine Rolle spielen. Ach ja...bei einem Spiel für Kinder und Jugendliche würde ich nicht vorraussetzen das sie wissen was eine Koryphäe oder Attitüde ist. ;)

gruß
Zwart, der das in seiner Einrichtung mal ausprobieren wird, hat ja unglücklicherweise Wochenenddienst.
 
AW: Märchenwelt

Ich hab mir das Zeug runtergeladen und werd es mir dämnächst durchlesen...
Wenn ich fertig bin, schreib ich dir was dafür...
 
AW: Märchenwelt

Werd mirs auch mal ansehen. Gerade als Erzieher, der ebenfalls Rollenspiele im pädagogischen Bereich einsetzt (und darüber seine Facharbeit geschrieben hat) interessiert mich das natürlich stark.
 

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