wer in der Szene ist und das Teil haben will, holt es sich so oder so
Ich habe in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass es die vielgepriesene "Rollenspielszene" so eigentlich nicht gibt.
Es gibt zumindest mal
Internetaktive Rollenspieler
Con-Aktive Rollenspieler
Stille Rollenspieler
Wahrscheinlich kann man das noch weiter unterteilen.
Zumindest die erste (d.h. wir) ist oft von sich überzeugt, dass sie DIE Rollenspielszene darstellt.
Die Mitglieder sind größtenteils erfahrene Spieler älteren Datums, mit großer Sammlung, die einen großen Teil ihrer Freizeit dem Hobby widmen, engagiert sind und oft (bis auf die Spezialistenforen) in verschiedensten Systemen/Welten unterwegs sind.
Das merkt man auch an der Wunschliste. Es stehen größtenteils exotische Spezialsysteme drauf. Einfach weil unsereins sonst schon alles hat (und teilweise sogar schon im englischsprachigen Markt wildert auf der Suche nach dem nächsten "Kick")
Der Anteil dieser "lauten Experten" wird aber (von ihnen selber) oft überschätzt (Auch wenn ich hier WIRKLICH gerne mal eine echte Statistik sehen würde, aber wie kriegt man die "Stillen" dazu, bei einer Statistik mitzumachen?)
Ich bin kein Con-Geher (sind einfach alle zu weit weg), aber ich vermute, dass das Interesse der "Connies" und der Stillen (Soweit sie sich nicht mit den Internet-Gurus überlappen) anders liegt und sie höchstwahrscheinlich auch einen größeren Anteil stellen.
Die breite Masse kauft offenbar eher das, wo sie sich leicht was drunter vorstellen kann, d.h. wo es entweder Bezüge zur Realwelt oder allgemein bekannte Konzepte (Elfen, Zwerge) gibt.
Und, seien wir ehrlich, Systeme wie 50 Fathoms, Opus Anima und Konsorten erfordert schon eine Menge Fantasie um sich die jeweiligen Rassen zu visualisieren.
Die Herr der Ringe-Filme und die darauf folgende Fantasy-Welle haben dafür gesorgt, dass gewisse Fantasy-Konzepte allgemein bekannt und beliebt wurden.
Wenn es jemand besser weiß, möge er mich korrigieren, aber ich vermute, dass am Höhepunkt des Star Trek und -Wars-Hypes Anfang der 90er SciFi wahrscheinlich besser gelaufen wäre als heute.
Was mich allerdings immer wieder wundert ist, das gesagt wird Superhelden würden sich bei uns nicht verkaufen. Zumindest im Kino jagt im Augenblick ein Multimillionen-Superhelden-Blockbuster den nächsten.
Da frag ich mich halt, inwiefern das mit dem Umstand zu tun hat, dass da Messe ist, oder ob es einfach nur mit dem generellen Veröffentlichen zu tun hat.
Auch ne interessante Frage nach Ursache und Wirkung. Kaufen die Leute weil Messe ist und die Produzenten nutzen die erhöhte Nachfrage oder liefern die Produzenten weil Messe ist und die Leute kaufen, weils da halt gerade viel gibt? Ich würde auch eher auf letzteres tippen, was den ganzen Messe-Hype ad Absurdum führen würde, aber ich bin kein Marketing-Experte