Diese Frage taucht in verschiedenen Formen immer wieder auf:
Bei Diszi X steht was von "in die Augen schauen" - was ist, wenn das Opfer blind ist, ne Sonnenbrille trägt, eines seiner Augen sich am Hinterkopf befindet oder der Anwender flüssig oder gasförmig ist oder selbst keine Augen besitzt.
Im Grunde genommen gibt es mMn 2 große Auslegungslager:
1.) Es liegt an den Augen!
Wie die Schlange im Dschungelbuch hypnotisiert der Kainit seine Beute - über direkten Augenkontakt. Und zwar NUR über direkten Augenkontakt.
Höööööör auf miiiiiiiiich... vertraue miiiiiiiiiiir...
Ihr kennt das ja.
Somit gilt für sämtliche Abweichungen von der by-th-book Formulierung "AUGEN!!!" klipp und klar: Nix da! Geht nicht.
2.) Es geht um die Symbolik des Blickkontakts.
Der Anwender muss eine Verbindung zu seinem Opfer aufbauen. Er benötigt dessen Aufmerksamkeit. Wenn er mit jemandem redet, der währenddessen die Tapete bewundert, hat er diese vermutlich nicht - oder nur geteilt.
In dieser Interpretation steht "der Anwender sieht dem Opfer in die Augen" für ein "SCHAU MICH GEFÄLLIGST AN, WENN ICH MIT DIR REDE!".
Wenn das Opfer stattdessen seine Augen schließt - nicht um der Anwendung zu entgehen, sondern um der wunderbaren Stimme des Meisters intensiver lauschen zu können... also ganz ehrlich: Ich fände es ein Verbrechen gegen die Spielstimmung, wenn Beherrschung dann nicht funktionieren würde.
Ich stimme zu, das sind wohl die beiden vorherrschenden Lehrmeinungen. Allerdings sind die Grenzen da ziemlich schwammig. Schon das "Höör-auf-mich-vertraue-mir" von Schlange Kaa wüßte ich offen gestanden nicht genau zu kategorisieren. Denn das, was das Reptil da abzieht, scheint ja auch Moglis Aufmerksamkeit zu erfordern.
Und wenn Blinde - die sogar Auspex nutzen können - immun gegen eine Hypnose sind...
Ne, das ergibt irgendwie keinen Sinn.
Ja, sehe ich ähnlich.
Ich lege es also allgemein so aus:
Regeltext "in die Augen schauen" = Interpretation "Aufmerksamkeit des Opfers erlangen und kommunikative Verbindung herstellen."
Diese Auslegung hängt irgendwo in der Grauzone zwischen "eine Hausregel von mir" und "DIE EINZIGE COOLE ART VTM ZU SPIELEN -IHR PFEIFEN!!!!!11!!1!!!elf!!... 😉
Diese Interpretation gefällt mir vom Wortlaut her, ich erlaube mir das im Diskussionsfall bei uns am Tisch zu zitieren (Tantiemen überweise ich gerne auf ein Konto deiner Wahl).
Konkret zum Nebel:
Wenn der Nebel auffällig (also dicht) genug ist um die primäre Aufmerksamkeit der Benebelten zu erlangen:
Leg los! Coole Idee.
Stoooooooop! Nochmal: Die Frage lautet nicht, ob man - wie unten von dir sehr stimmungsvoll beschrieben - als Nebel die Aufmerksamkeit seines Opfers erlangen kann, um dann Tierhaftigkeit 3 per Quasi-Blickkontakt einzusetzen. Tierhaftigkeit 3 läßt ausdrücklich eine simple Berührung als Alternative zum Blickkontakt - wie auch immer man diesen letztlich interpretiert - zu. Genügt also die Berührung durch den Gestaltwandel-5-Nebel, um diese Kraft auszulösen oder kann man T3 nur einsetzen, wenn man tatsächlich einen greifbaren Körper zur Verfügung hat?
@Durro
Nebel hüllt die dunkle Gasse ein. Du merkst wie deine Schritte langsamer werden. Dein Herzschlag beruhigt sich.
Stille...
Du schließt deine Augen.
Eine sanfte Stimme flüstert dir in dein Ohr.
Ein kurzer Schmerz. Ein süßer Schmerz.
Für einige Augenblicke scheint die Zeit still zu stehen...
Dann öffnest du wieder deine Augen.
Der Nebel verfliegt.
Oder, um meine Frage vergleichbar zu beschreiben:
Gerade noch konntest du noch dem Haus entkommen, in dem sich nur Augenblicke zuvor schreckliche Szenen abgespielt haben. Du bist sicher, daß deine Freunde nicht mehr am Leben sind, getötet von Kreaturen, die eigentlich nicht existieren dürften. Die Waffe in deiner Hand zittert vor Aufregung und vor nackter, gellender Angst um dein Leben. Jeder Herzschlag hämmert mit der Wucht einer Dampframme gegen deine Schädeldecke.
Plötzlich füllt sich die Gasse, in die du dich geflüchtest hast, mit Nebel.
Du spürst, wie er grabeskalt und erregend sanft zugleich über deine Haut zieht.
Dennoch verlangsamt sich dein Puls.
Du. Wirst. Vollkommen. Ruhig.
Alle Aufregung ist verflogen. Alle Angst ist vergessen.
Selbst als sich der Nebel verfestigt, Gestalt annimmt.
Die Gestalt einer Frau mit merkwürdig gelben Augen und langen Klauenhänden.
Deine Waffe ist vergessen, sie erscheint dir nutzlos und entgleitet deinen Händen.
Auch das klirrende Geräusch des Metalls auf dem Asphalt kann deine Ruhe nicht stören.
Ebensowenig der kurze, stechende Schmerz an deiner Kehle.
Kein Blickkontakt. Einfach nur "Lied der Ruhe" per Berührung durch den Nebel. Darum geht's mir - würde der Regeltext so einer Auslegung widersprechen?
Zum Vergleich:
Nebel hüllt die dunkle Gasse ein. Auf einmal macht es "WUSCH!" und ne Frau mit Wolfsschnauze und Achselhaaren steht vor dir.
Du verdrehst angewidert den Kopf, woraufhin sie dich packt und anbrüllt:
"Schau mir gefälligst in die Augen."
Du hältst sie geschlossen.
"Ach verdammt.", hörst du sie fluchen, "diese Disziplin ist einfach kacke. Dann zerfetz ich dich halt eben einfach wie früher."
Also, irgendwie gefällt mir die erste Beschreibung doch deutlich besser...!
😉