Ergreifende Filme

Teylen

Kainit
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16. August 2007
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Nachdem im Nachbar-Thema zu den das Thema auf schöne Filme kam die jedoch ein weniger schönes, entspannendes Ende haben, mag ich hiermit ein Thema zum sammeln von ergreifenden Filmen machen.

Ich persönlich nenne sie mitunter auch Heuler. Hauptsächlich weil man danach auf der Couch sieht und mitunter Rotz und Wasser heulend in das Kissen schluchzt (oder an seinen Partner gekuschelt).

Wieso eine Aufzählung von Filmen die sich besonders dafür eignen?
Manchmal habe ich Stress im Leben. Genügend Stress, Rückschläge, Anspannung das selbst die lustigste Komödie kein Schmunzeln entlockt und die schönsten Filme nicht Anschlagen. In solchen Situationen mag ich es mitunter zu entspannen in dem ich mit Filme ansehe die noch wesentlich trauriger sind als alles was gerade geschehen ist. Ich fiebere mit den Charaktere mit, kuschele mich danach in ein Kissen und am Ende bin ich etwas entspannter.
Manchmal sehe ich solche Filme auch ohne Krise gerne. Einfach zum entspannen.

Daneben, wenn man nicht so emotional veranlagt ist, kann man die im Film genannten Filme auch als eine Art Warnung sehen. Sachen die man sich nicht ansehen sollte.

Hauptkriterium für die Filme wäre das sie wirklich dazu neigen einen heulend zurück zu lassen, das sie gut sind oder anspruchsvoll reicht nicht. Nennungen bitte begründen.

Um einmal den Anfang zu machen:

Die letzten Glühwürmchen

Der Film setzt gegen Ende des zweiten Weltkrieg an und erzählt die Geschichten von Seita und seiner Schwester. Die Geschwister verlieren bei einem Napalm-Angriff ihre Mutter, sind gezwungen zu ihrer Tante zu ziehen und als bald völlig allein auf sich gestellt.
Er besticht durch eine ruhige Erzählweise, brilliante Bilder und eine Geschichte die durch ihren teilweise autobiographischen Ursprung sehr überzeugend und intensiv wird. Bei der man bereits weiß das sie nicht gut ausgeht und die im Lauf der Handlung an Tragik zunimmt.

Mit weitem Abstand einer der ergreifendsten Filme die ich bisher gesehen habe.
Ich vertrage bereits das Märchen "Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen" nicht besonders gut. Dieser Film erzählt über 85 Minuten eine dem Märchen sehr ähnliche Geschichte, web dort weitere Tragik mit ein (wie der Tod der Mutter), beschreibt die Protagonisten überaus stark, und verzichtet auf das positive Gleichnis.

Der Film hat mich über mehrere Tage hinweg aus dem Konzept gebracht und ich habe es nach einmal ansehen noch nicht wieder fertig gebracht ihn erneut zu sehen. Obwohl ich mit die Collectorsedition DVD leistete.


Kalt ist der Abendhauch

Um ehrlich zu sein ist es verdammt lange her das ich den Film gesehen habe und ohne den Trailer zu sehen hätte ich mich kaum an die Handlung erinnert.
Kurz gesagt geht es um zwei alte Menschen die sich treffen, sich an ihre Vergangenheit erinnern, an lustige Szenen, dramatische Entscheidungen, verpasste Chancen und kleinere Dramen. Die schließlich, vielleicht sogar etwas zu spät erkennen das sie eigentlich für einander geschaffen waren.

Der Film war nicht annähernd so ergreifend wie Die Letzten Glühwürmchen, das ist kein Film, und er war vielleicht nicht einmal der zweit traurigste. Dennoch hat er sich mir nach nur einmal sehen in's Gedächtnis eingebrannt. Vielleicht auch weil er aus Deutschland kommt und es damit um so unerwarteter war das er ebenso gut wie ergreifend gewesen ist.
 
kodomo no ame to yuki

Nicht jeder wird bei diesem Film am Ende heulen aber er ist schon ziemlich ergreifend. Wunderschön und traurig zugleich, einer meiner Lieblingsfilme. Auch dann zu empfehlen wenn man Anime nicht mag.



Die letzten Glühwürmchen war übrigens einer der Filme wo mir auch ein wenig die Tränen gekommen sind, das schaffen nicht viele Filme.
 
Den Fehler, mir "Die letzten Glühwürmchen" anzusehen, hab ich auch nur einmal gemacht. Danach war ich erstmal nen Tag krank. Und seitdem wird mir immer schlecht, wenn im Radio "Love is a shield" von Camouflage läuft, weil ich auf den Film über ein Musikvideo mit dem Lied kam. :(
Ein sehr guter Film, aber ich werde ihn bestimmt nie wieder gucken.

Ein Klassiker der heimelig-ins-Kissen-flennen-weil-der-Film-so-schön-traurig-ist-Filme ist ja "Das letzte Einhorn". Ich muss da immer weinen, wenn Molly Grue auf das Einhorn trifft.
Wo bist du gewesen? WO BIST DU GEWESEN?!
 
Also spontan fallen mir da folgende ein:

Bärenbrüder
Das letzte Einhorn
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Whale Rider
Marley&ich (der Film ist soooo dämlich)
Odd Thomas

The Road



Ich merk aber dass es immer mehr werden, je älter ich werde. Ich denke spätestens mit 35 muss ich wirklich mal bei nem Film heulen. Als das Baby bei Benjamin Button gestorben ist, war ich echt kurz davor:whistle:
 
@Teylen
Ist eine Weile her, das sich ihn gesehen habe. Es ging um ein Maori Mädchen, seine Beziehung zu seinem Großvater und die Traditionen der Maori. Ein Wal spielt natürlich auch eine wichtige Rolle.
 
Mir läuft immer eine Träne herunter, wenn ich eine Szene einer richtig guten Genreumsetzung miterleben darf, wo von Kamera über Licht über Ton über Schnitt einfach alles passt. Wie das Opening von Star Trek (2011).
Aber das ist vermutlich nicht gemeint.

A pro pos: Damals fande ich ja die Szene aus Star Trek VII: Generations sehr ergreifend, wo sich Picard und Riker von der Brücke der Galaxy verabschieden oder Kirk auf sein Leben zurückblickt *snief*

... ach, das könnt ihr nicht verstehen.:(

Bei sowas fliesst natürlich stark die Verbindung von Filmcharakteren über längere Zeiträume mit rein. Aber ganze Filme nur sehr selten. Das letzte Einhorn, klar, aber eben nur bestimmte Szenen ("Dafür sind Helden da"). Vielleicht fällt mir noch einer ein.
 
Der Club der toten Dichter
Sleepers
Vielleicht lieber morgen
Mona Lisas Lächeln
Die Stunde des Siegers
The Breakfast Club
Blind Side - Die große Chance
Der Club der Cäsaren
Aus Liebe zum Spiel

Alles Filme die mich persönlich und emotional sehr angesprochen haben, nicht alle sind im Ganzen Meisterwerke, manchen kann man Pathos vorwerfen oder das sie belehrend sind, aber die Frage war ja ob sie ergreifend waren und bei denen finde ich, dass das zutrifft.
 
Ihr werdet lachen, aber Taran und der Zauberkessel schafft es auch heute noch, mir einen Kloss im Hals zu verschaffen.
 
Die letzten Glühwürmchen - klar, dazu muss ich nichts mehr sagen, denke ich.

Whale Rider - die Kultur der Maori in der Moderene, ein märchenhafter Film über ein starkes Mädchen, dass sich trotz seines Geschlechts über Grenzen hinwegsetzt, um eine alte Tradition zu erfüllen und ihre Position in der Gemeinschaft zu erkämpfen.

Die letzte Kriegerin - es geht um eine Maori-Familie in der Gegenwart, mit all den Problemen die kulturelle Zerissenheit und Armut so haben. Der Vater schwelgt in Gedanken an die glorreiche Vergangenheit, säuft und schlägt seine Frau. Ein Freund der Familie missbraucht eine der Töchter, die sich daraufhin das Leben nimmt. Der älteste Sohn schließt sich einer Gang an, um von seiner Familie wegzukommen. Es ist ein ziemlich harter Film; aber er zeigt auch, dass es Hoffnung geben kann. Die Mutter findet Stärke, trotz alledem.

Waltz with Bashir - die gezeichnete Dokumentation über den Libanonkrieg und das Massaker von Sabra und Schatila empfand ich auch als sehr ergreifend. Im Prinzip verarbeitet der Regisseur darin über viele Interviews und teils traumwandlerische Szenen seine Erlebnisse in diesem Krieg, und versucht zu ergründen, was er all die Jahre verdrängt hat. Durch seine indirekte Beteiligung an dem Massaker empfindet er Schuld, die er aufarbeiten will.
Durch das Medium Zeichtrickfilm ist einerseits auch eine Darstellung seiner (Alp-)träume möglich, die ihn dazu bringen sich dem zu stellen, andererseits ist es doch distanzierter und besser zu ertragen. Bis am Ende der Trickfilm in reale Szenen vom Tag nach dem Massaker übergeht, was mich persönlich noch mal richtig getroffen hat. Aber auf die Art und Weise, wie so was auch treffen soll.

The Wind that shakes the barley - ein Film über den irischen Unabhängigkeitskrieg und zwei Brüder, die sich dem Kampf angeschlossen haben. Nach der teilweisen Einigung mit England kommt es zum Bruch zwischen den Brüdern - während der eine diese politische Lösung akzeptiert, und erst mal lieber wenigstens ein teils freies Irland hat (und sich auch der Armee des neuen Irlands anschließt), kämpft der andere aus dem Untergrund weiter, radikalisiert.
Und auch gegen alle, die diesen neuen Freistaat unterstützen.
Dieser Konflikt lässt sie zu Gegnern werden, und das obwohl sie eigentlich beide für dasselbe kämpfen.

Long Walk Home - ein Film über die Stolen Generation der Aborigines. 3 "Mischlingsmädchen" werden ihrer Familie weggenommen, um sie in die weiße Gesellschaft als billige Arbeitskräfte zu assimilieren und ihre kulturelle Identität zu zerstören. Sie kommen in ein Heim, von wo sie fliehen. Sie versuchen, sich auf den langen Weg nach Hause zu machen, immer entlang am großen Kaninchenzaun, der ihnen als Orientierungspunkt dient. Dabei werden sie verfolgt, müssen harschen Umweltbedingungen trotzen, und sind immer in der Gefahr von Entdeckung und erneuter Verschleppung.

Pans Labyrinth - ein für mich schöner, märchenhafter Film über den Umgang eines Mädchens mit der grausamen Gegenwart des spanischen Bürgerkriegs und der Gräuel durch die Faschisten. Der immer dann besonders ergreifend wird, wenn ihre Traumfluchten mit der Realität kollidieren.

Die Kommissarin - ein in der UdSSR lange verbotener Film; die Handlung ist im russischen Bürgerkrieg angesiedelt, wo eine Politkommissarin der rev. roten Armee aufgrund ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft von ihrem Regiment in einem kleinen Dorf zurückgelassen wird, wo sie bei einer jüdischen Familie einquartiert wird. Anfangs ist die Situation schwierig für alle Beteiligten, aber nach und nach wird sie geradezu Mitglied der Familie, die sich um sie sorgt, um sie kümmert, und ihr hartes Auftreten als Politkommissarin so langsam aufweicht.
Als nach der Geburt ihres Kindes erkennbar ist, dass "die Weißen" bald da sein werden, und durch eine Schreckensvision, die den Holocaust vorwegnimmt, schließt die Kommissarin sich wieder ihrem Regiment an, das Kind lässt sie bei der jüdischen Familie. Sie weiß nun, wofür sie kämpft.
Eine teils sehr surreale, expressionistische Bildsprache und ein Fokus auf dem Verhältnis zwischen Kommissarin und Familie - es geht hier nicht um Kampfhandlungen und Action, es geht um Menschlichkeit inmitten von schrecklichen äußeren Bedingungen, und es geht darum, nicht zu kämpfen, weil es jemand befiehlt, sondern weil man jemand beschützen möchte, der einem wichtig ist. Vielleicht auch einer der Gründe, warum eigentlich alle Exemplare des Films vernichtet werden sollten.
 
Fahrraddiebe

Rom, direkt nach dem 2. Weltkrieg. Die Stadt liegt teilweise in Trümmern, Armut herrscht überall. Ein Arbeitsloser bekommt die Möglichkeit, als Plakatkleber zu arbeiten - Voraussetzung: er bringt dafür sein eigenes Fahrrad mit. Er bekommt den Job, jedoch wird ihm schon am ersten Tag das Fahrrad gestohlen. Zusammen mit seinem Sohn macht er sich auf die schier hoffnungslose Suche nach seinem Rad.
Trotz der Verzweiflung, die den ganzen Film durchzieht, schafft "Fahrraddiebe" es dennoch, Menschlichkeit und Wärme auszustrahlen. Der Film konzentriert sich insbesondere auf das Verhältnis zwischen Vater und Sohn, und wie sich dieses durch die Suche verändert.
 
Ahja, vergessen hab ich noch:

Bambi
Das Dschungelbuch - die Szene in der Balu tot daliegt (der Schwindler)
Forrest Gump
 
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