Das hat viel Kommunikation zu tun. Die gehen halt davon aus, dass jeder Playtester immer und ständig weiß, was er da in der Hand hat, und die Leute sind dann angepisst, wenn es nicht hübsch/überschaubar aussieht, gewisse Sachen enthält/nicht enthält usw. Was ich übrigens nachvollziehen kann, ich hätte es auch lieber ETWAS überschaubarer, und ich bspw. scheiße auf fertige Abenteuer. Dann wiederum haben sie dadurch die 100+ Seiten mit jedem Playtest definitiv "Casual" Spieler aussortiert, und ich hatte schon mal überlegt, ob das des Feedbacks wegen durchaus der Plan war (keine Wertung meinerseits).
An Kommunikation scheitern auch die beiden Punkte hier:
-zunehmende Komplexität: Gerade die letzten Playtest lassen meine, in den ersten beiden Tests gewachsene, Zuversicht, daß es endlich ein D&D wird, welches mir uneingeschränkt gefällt, wieder schwinden. Der Grund ist die zunehmende Verkomplizierung der Regeln. Viel zu viele unnötige Optionen und Charaktereigenschaften blasen die Regeln und deren Seitenzahl wieder stark auf. Statt die traditionell asymetrischen Klassen zu präsentieren, werden diese wieder "empowered" und auf kommunistisch gleich getrimmt - der gleiche Fehler den auch das 4e Design machte. Fighter z.B. erhalten in höheren Stufen absurde Schadensboni von 30-50 Punkte und das PRO Runde! Vorbei ist der Traum von einer simplen Fighter-Charakterklasse, die man einfach mal einem Anfänger oder einem regelfaulen Spieler anbieten kann, damit er sich an das System gewöhnt. Nein, nun hat auch der Fighter mehrere Seiten Zusatzregeln. DAS tue ich mir sicher nicht an.
Was du da hast, sind die Core Regeln, nicht die Basic Regeln, die man unbedingt braucht. Das war von Anfang an so geplant (Playtest behandelt das Core, nicht das Minimum), aber sie haben es vor den letzten Blog-Artikeln, die wieder richtig gut waren, das letzte Mal vor über einem halben Jahr (!!) erwähnt. Ist klar, dass die Leute es da vergessen.
Die Basic-Regeln dürften ungefähr das werden, was du dir vorstellt, hoffe ich zumindest.
-Skilldice sind fragwürdig: die Skilldice, den man anstatt z.b. einen fixen Wert zum Skillwurf hinzuaddiert, macht die Erfolgsermittlung ein wenig "swingy". (zu glücksabhängig für meinen Geschmack)
Ich finde sie auch sehr fragwürdig (auch aus anderen Gründen), aber nach dem letzten Rundgespräch zu urteilen, läuft der Mechanismus eh schon wieder anders. Und das ist imho auch ein großes Problem: Sie lassen raushängen, dass jede Playtest-Version deutlich veraltet ist. Wenn eine rauskommt, ist die nächste praktisch schon fertig. Und das nimmt viel Motivation.
Insofern: Ich schließe mich einigen Bedenken Zornhaus an, auch was die Planung des Playtests angeht. Wie das Ding ANKOMMT, vor allem (!!!!) gegen Pathfinder, ist allerdings eine ganz andere Frage, und ich hoffe die Skeptiker winseln nicht, wenn es dann doch ganz anders passiert. Ich drücke dem Spiel alle Daumen und habe durchaus das Gefühl, dass die meisten Spieler -- gerade auch durch den Playtest -- milde interessiert bis wirklich gespannt sind.
Aber ja, sie haben mehr vergrault als nötig. Dann wiederum ... war das vorher klar.