[23.04.] Long way home

Strähne für Strähne durchbürstete Regeane sein Haar, kaum hatte er mit dem singen geendet, begann sie eine Melodie zu summen, erst leiser, dann immer eindrucksvoller, schlussendlich war es ihre Singstimme die von den Kacheln echote und den Raum einfach einzunehmen schien.

Mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,
mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will alles, oder nichts.

Für mich, soll's rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Die Welt sollte sich umgestalten,
und ihre Sorgen für sich behalten.

Und später, sagte ich noch, ich möchte,
vertehen, viel sehen, erfahre, bewahren,
und später, sagte ich noch, ich möcht',
nicht allein sein, und doch frei sein.

Für mich soll's rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Das Glück sollte sich sanft verhalten,
es sollte mein Schicksal, mit Liebe verwalten.

Und heute sage ich still, ich sollte,
mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen,
kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen,
will alles, oder nichts.

Für mich, soll's rote Rosen regnen,
mir sollten ganz neue Wunder begegnen.
Mich fern, von altem Neu entfalten,
von dem was erwartet, das meiste halten.
Ich will..., Ich will...!​

War es vielleicht möglich, dass Regeane ihn die einmalige Chance gab sie wirklich kennen zu lernen? Etwas über sie zu erfahren? Etwas was mit der Maske, die sie ständig trug nichts zu tun hatte.

Unbeirrt kämmte sie ihm weiter das Haar.

Lyrics: Hildegard Knef: Für mich solls rote Rosen regnen
 
Mit der letzten Note von Reaganes Gesang zirpte Marcos Handy auf.

"Meldung gesendet"

Das tapfere kleine Telefon hatte wohl unermüdlich versucht die Nachricht durchzustellen und eine verirrte Funkwelle genutzt um seine Pflicht zu tun.
 
Marco lehnt sich zurück, genoß sowohl Regeanes unverhoffte Berührung, als auch die Gunst ihres Gesanges, langsam drehte er sich zu ihr um, blickte ihr tief in die eisig-heißen Augen, streichelte ihr über die perfekte Wange.

Ich hab dich Regeane! Martin wird mich hier raus holen...

verdammt... will ich das eigentlich? Will ich wirklich hier raus oder lieber bei dir bleiben? Du bist so gefährlich wie eine Tretmine und so grausam wie ein Krummmesser... aber....


ABER.



Marco lächelte Regeanne an, ein (un)ehrliches, Lächeln, das nichts von der Zwiespältigkeit seiner Gefühle offenbarte... Hoffte er....

Verdammt... ich will bei dir bleiben, warum hab ich nur die verdammte SMS vergessen....
 
Martin räkelt sich auf der Couch.
Die Nacht war noch nicht weit fortgeschritten, aber er hatte schon erfolgreich gejagt.

Warum auch nicht? Um Marco scheine ich mich ja nicht mehr kümmern zu müssen.... Verdammt. Wo ist er bloß. Selbst bei ihm zuhause ist niemand.

Kling... Klingeling.

Guten Abend. Verzeihen sie, dass ich störe, aber ich habe eine Nachricht für ihr Zimmer.
...
Ja warten sie ich stelle sie durch.
...

Martin lauscht.
Aufmerksam. SEHR aufmerksam. Er saugt die Wörter förmlich in sich ein, um ja keines je wieder zu vergessen.

Er wartet kurz.
Sammelt sich.
Gedanken zu emotional, zu intensiv, zu lebendig.
Wo kommen sie her? Martin war sich nicht mehr bewusst, dass er so wütend werden konnte ohne sich auf das Tier zu berufen.


Nein.


Diese Situation war neu.
Unheimlich, neu und auf jeden Fall mit klarem Geist zu lösen.

Er warf sich seinen Umhang über und machte sich auf den Weg zum Café.


Bald würde er da sein.

Wütend.
 
Out of Character
Nur noch mal, falls das jemand übersehen oder noch nicht gelesen haben sollte:

Das hier war die SMS an Martin's Mailbox:

Sitze hier im Café gefangen, Regeanne hat mich in den Keller gesperrt, hab keine Ahnung, was ich machen soll! Hol mich hier raus!!
Marco.
 
Langsam sammelt sich Martin.

Als er durch die Tür des Cafés tritt ist er schon fast wieder ruhig.

Äußerlich...

Er blickt sich im Café um.
Im Augenblick war Greg nicht zu sehen.

Gut... Sehr gut. Mein Plan könnte funktionieren. Solange keiner hin sieht dürfte es gehen

Er verließ das Café postwendend und kam herein.
.
.
.

Aber nicht alleine. Greg war bei ihm und ging direkt hinter ihm durch die Tür.
Greg, oder zumindest eine Illusion, die aussah wie er ging auf eine der Bedienungen zu.

Wo ist Regeane? Holt sie her.... Achja und bringt diesen Kerl mit den sie unten hat. Ich warte draußen auf sie. Es gibt etwas dringendes zu erledigen. SEHR dringend.

Greg war wohl nicht so gut gelaunt...

Nun oder derjenige der "Greg" steuerte.
 
Die neue Bedienung zuckte kurz zusammen als Sie die Dumonts schlecht gelaunten Gesichtsausdruck sah. Ohne ein Wort zusagen verließ sie das Cafe durch die Hintertür,
ging zur Tür von Regeane und klopfte leicht aber bestimmend an die Tür.
Miss de'la Amalier, Herr Dumont ist hier und er möchte Sie und Ihren Gast sprechen draußen sprechen. Er scheint nicht sehr gut gelaunt zu sein. Ruhig wartete Sie auf die Antwort, die wohl einem Donnerwetter gleichen würde Warum immer ICH schoß es Ihr kurz den Kopf
Out of Character
Damit Shadom nicht cheaten muss ;)
 
"Ich könnte dir soviel zeigen. Ich könnte dich lehren, dich lieben dich für mich gebrauchen, formen und benutzen "Möchtest du denn nicht einer von uns sein?" fragte sie mit samtiger Stimme und flocht ihm das Haar streng zusammen, auf das es auf seiner Kopfhaut unangenehm ziepte und zerrte.

Sie umrundete Marco, drückte seine Knie bestimmend auseinander und schob sich selbst zwischen seine Beine und sah ihn aus ihren leblosen Augen an. "Du fürchtest dich doch nicht mehr vor dem Tod" Es klang schon wie eine Abschiedsfloskel, sie griff seinen Zopf, zerrte seinen Kopf in den Nacken und küsste ihn auf die pulsierende Halsschlagader, ehe sie die Fänge in seine Haut bohrte. er würde heute Nacht sterben und gleichzeitig wurde er geboren

Die Bedienung mochte ruhig an Regeanes Zimmer klopfen, doch Regeane war gar nicht in eben jenem Zimmer, als zuverlässige Bedienung sollte sie aber doch das Bad finden können.
 
Marco war sich nun sicher. Er wollte nicht mehr weg von Regeanne, hatte nur noch das tiefe Bedürfnis ihrer Nähe. Ihrer Aufmerksamkeit.

Ihrer Liebe.


"Ja.... ja, das will ich..."
hauchte der junge Musiker leise...

Sanft spürte er Regeannes Lippen an seinem Hals. Wie sie über seine Haut strichen.
Tief atmete Marco ihren Duft ein.


Dann der Schmerz.

Reißend.

Beißend.

Sengend.


Und einen Lidschlag später auch schon verklungen, überspült von wohliger Wärme. Berauschender Schwere.

Es wurde dunkler.

Wie mit letzter Kraft presste Marco Regeanne an sich, grub so ihre Zähne noch weiter in sein eigenes Fleisch.

Gab sich ihr hin.


Langsam ließ seine Kraft nach.

Er wurde schwächer.

Träger.


Sterbe ich?


Ja... ich sterbe...



gut.


Ein röchelnder Atemzug.
Ganz darauf bedacht, noch mehr von Regeannes Duft in sich aufzunehmen, um diesen - seinen letzten - nicht zu verschwenden.
Marco riss die Augen auf.

Spürte sein Herz aussetzten,

aufhören zu schlagen...
 
geduldig wartete die Bedienung Mh wenn Sie nicht da ist, ist sie warscheinlich wieder baden! öffnete dann die Tür zu Ihrem Zimmer und lauschte. Es war still und so ging Sie weiter zur Badezimmertüt. Erneut lauschte Sie und hörte mehrere Stimmen, mutig klopfte Sie an die Tür und wiederholte Ihren Satz, den Sie schon vorhin gesagt hatte. Miss de'la Amalier, Herr Dumont ist hier und er möchte Sie und Ihren Gast sprechen draußen sprechen. Er scheint nicht sehr gut gelaunt zu sein.
 
Regeane knurrte, sie wütete, am liebsten hätte sie geschrien. Marco hielt sie weiter in den Armen, auch wenn es nun eher sein Kopf war, den sie stützte, wie Geifer rann ihr sein Blut von den Fängen und ihre Augen hatten jeden menschlichen Zug verloren.

"Er soll eintreten, verdammt"
 
Die Bedienung zuckte zusammen, hätte Sie etwas in der Hand gehabt, hätte sie es fallen gelassen. Mutig öffnete Sie die Tür für einen kleinen Spalt. Herr Dumont hat verlangt, dass Sie nach draußen kommen, aber wenn sie wollen werde Ich Ihm sagen, dass er runter kommen soll!Nervös schloss Sie die Tür wieder und wartete auf die nächste kreischende Antwort. Lieber Gott, ich hoffe sie beruhigt gleich wieder etwas....
 
Wie durch einen dicken, warmen Nebel aus Watte nahm Marco zwar noch undeutlich die Laute seiner Umgebung wahr, hatte jedoch bereits aufgehört, sich derer überhaupt bewusst zu sein.

Wie ein ertrinkender an die rettende Planke krallte sich der großgewachsene Musiker mit letzter Kraft an Regeanne...

Es wurde dunkler...
 
Regeane wirbelte der Bedienung entgegen, einen leblosen Marco noch immer in den Armen, ihre Blicke waren scharf wie Rasierklingen die geradewegs ihre Halsschlagader aufschneiden wollte. Regeane leckte sich das Blut von den Lippen und antwortete "Sie würden mir zustimmen, dass ich SO nicht nach draußen treten kann, oder?"

Damit war die Sache für sie erledigt und sie neigte sich wieder über Marco und als sie das tat riss sie sich mit ihren Fängen die dünne Haut an ihrerem ehemaligem Puls auf.
 
Panisch stolperte Sie zurück als Sie Regeane mit einem nackten tot aussehenden Mann im Arm vor sich sah. Und was war das? Blut?Ah mein Gott!
Hektisch drehte Sie sich um und rannte die Treppe wieder hoch. Die Private Tür zum Kaffee schlug auf. Schweißnass stand Sie da Alle starren mich an, alle!
Sie rannte weiter aus dem Cafe raus, die Tür hinter hier schlug sie fest zu, so das die Scheibe kurze wackelte. Scheisse!Scheisse! Scheisse!
Sie drehte sich um und sah da Dumont. Sie hat keine Zeit! entgegnete Sie Ihm nervös, drehte sich um und rannte die Straße hinunter!
 
Marco's Blick wurde zunehmend leerer, mit der Trägheit kam auch die Verständnislosigkeit.

Thee take me now thou immortal Goddess of Darkness, to serve thee well...

Wortlos bewegte der im Sterben Liegende die Lippen, wie um eine unausgesprochene Frage zu stellen.
 
Martin stand draußen in der Kälte.

Zunehmend verwirrter.

Wie... Was? Haben die etwa jetzt schon bemerkt was passiert? Haben sie meine Schimäre erkannt?

Martin fasste sich.

Noch nicht. Ich muss warten. Er hat sie benachrichtigt also wird sie kommen. Vielleicht dauert es bloß etwas.


Martin wartete noch ein paar Minuten.
 
"Nun wird alles gut" flüsterte sie Marco ins Ohr, wissend dass er sie wohl kaum verstehen dürfte. Sie beugte sich in die Knie und saugte ihm das letzte bisschen Leben aus.

Er war tot

Beinahe zeitgleich drückte ihm Regeane ihr Handgelenk auf die Lippen und ließ nur ein paar Tropfen ihres Blutes in seinen Rachen laufen.

"Lebe" murmelte sie theatralisch und zog sich von ihm zurück.
 
Ein letzter, stotternder Herzschlag.

Wie ein sanftes Rufen vernahm Marco die Stimme des Todes.
Und er folgte ihr...

Marco Hietala war tot.


Dann berührte Regeannes Blut seine Lippen. Träufelte auf die Zunge, den Rachen hinunter.

Hauchte dem Toten ein neues, unheiliges Leben ein.


Kalte Hitze schoss durch Marco's Adern, während sein Körper weiter starb, Zelle für Zelle (Marco schien es, als würde er den Tod jeder einzelnen wahrnehmen), erwachte etwas Neues in dem jungen Musiker.

Etwas wildes.

Unbändiges.

Animalisches.


Die unheimliche Verwandlung, die von ihm Besitz ergriffen hatte, ging weiter.

Ein neues, quälendes Bewusstsein erfüllte Marco's Gedanken, seine Welt.

Ruckartig riss der Musiker seine kristallblauen, toten Augen auf, die Welt schien von einem roten Nebel verhüllt, der frisch gezeugte Vampir riss den Mund auf. Spitze Eckzähne bohrten sich aus seinem Zahnfleisch heraus.

Marco fauchte laut, wild.

DURST !!!!!!!
 
Draußen wurde der Ravnos langsam ungeduldig.
Nervös? Vielleicht.... vermutlich hatte er sogar etwas Angst.


Dieses Warten macht mich wahnsinnig! Wenn das so weiter geht stürme ich gleich einfach rein!
 
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