Meine "Rollenspielwelt" hat sich schon vor 20 Jahren was Böses eingefangen eingefangen und ist nie geheilt worden, sondern nur gelegentlich von außen fitgespritzt worden, z.B. mit der Erschließung größerer Kreise über das Internet. Aber so richtig "gesund" ist es nie wieder geworden.
Nennt sich vermutlich auch "wandelnder Massengeschmack".
Zu den Details.
Dicke Wälzer bzw. viele Hefte haben damals auch nicht abgeschreckt. Es war eher die Art der Zugänglichmachung und der (heute stark steigenden) Notwendigkeit alles zu kennen, um vollwertig partizipieren zu können (oder anderweitig erste Erfolge zu haben. Der Einfach-So-Mispieler hat vielleicht mit seinem Basischarakter nicht zu viel gerissen, wie der optimierte Charakter, aber er war immer noch in derselben Liga. Umgekehrt war aber die Fülle an Material zum Entdecken die Triebfeder dabei zu bleiben, bis man so weit war selber dann dazu zubauen, nachdem man das Gefühl dafür gefunden hat. (Letzteres dann von der Megaschwemme an Splats weitgehend gekillt)
Es gab aber auch gefühlt mehr Einfach-So-Spieler. Bereits zu oben genanntem Zeitpunkt kam (für mich jedenfalls) ein eklatanter Wechsel von Leuten, welche einfach mitspielen wollten und auch bereit waren entsprechend selbst beizutrage hin zu Leuten, welche "ihr Recht auf Spaß" hochgehalten haben und erwarteten, dass der Rest gefälligst bedient und sofortige und ausschließliche Befriedigung lieferten.
Der Wunsch nach "dem Allerbesten" und gruppeninterne Hackordnungen erscheinen mir viel wichtiger geworden zu sein als früher, wo eben mit Sack und Pack losgezogen wurde ein Abenteuer zu bestehen.
Die Grundsozialiserung - insbesondere der Selbststarter - begann mit Hack & slash. Dann haben einige Enthusiasten das Spiel in andere Bereiche fortgetragen und andere Spieler mitgerissen, vor allem auch, weil sie es schon immer waren. welche die Hauptlast der Spielleitung getragen haben.
Diese Masse der anderen Spieler bleiben heutzutage aber eben beim Onlinespiel und übrig bleibt die kleinere Zahl sich eher an den Extremen einfindenden Enthusiasten. Der Kitt der flexiblen "Mitläufer" fehlt.
Das sieht man aber auch in anderen Hobbys. Im Jugendsport gibt es auf der einen Seite eine kleine Gruppe welche deutlich intensiver trainiert als wir früher und auch entsprechende Leistungen zeigt und ein Haufen Leute, welche kein Bock haben sich irgendwie anzustrengen oder auch nur regelmäßig zu kommen, aber gleichzeitig jammern, dass sich keine Erfolge einstellen (wobei dann teils völlig abwegige Messlatten selbst als Ziel ausgegeben werden). Im Extrem so weit, dass sie fordern Bessere einzubremsen, weil das demütigend für sie wäre!
Kosten sind natürlich auch gegeben, aber mit der ebay und spätestens der Bereitschaft zu kopieren (damals halt photokopieren) nebensächlich, denke ich.
Mit der Verbreitung im Buch- und Spielwarenladen waren aber die Chancen es familiär geschenkt zu bekommen oder per Zufall drüber zu stolpern um ein vielfaches höher als heute.