AW: K(a)ein TV
bringen die euch bei das nur kunstfilmer auf film drehen würden oder wie?
Nein, das ist eher die derzeitige Realität, wenn man a.) ein wenig in den einschlägigeren Berichterstattungen mittliest und b.) ein wenig den Leuten zuhört, die irgendwo innerhalb der Medienlandschaft sich ein kleines Zubrot verdienen können. (Bei uns lehrt man in der Hinsicht kaum etwas, unser Filmwerkstatt ist längst im 21 Jahrhundert angekommen. Der - aus heutiger Sicht - geradezu vorsintflutlich wirkende Schneidetisch ist eher zum Kuriosum, denn zum wirklichen Werkzeug geworden.) Man könnte zwar analog bei uns arbeiten, so ist es nicht, aber man tut es nicht mehr. (Zumal wir durchaus auf professionellere Kameras zurückgreifen können - nur sind diese halt digitaler Natur. - Wie bereits in einem der oberen Posts erwähnt, gibt es da ja durchaus drei aufgedröselte Formate, die deutlich mehr Informationen pro Bild speichern, als es die gewöhnlich bei Saturn erhältliche MiniDV tut.)
Es sind also wenn überhaupt unabhängige Enthusiasten, die analoges Material im Film nach wie vor aufrechterhalten. Und diese Leute findest du - meines Wissens nach - verstärkt in "unserer" Szene, sowie der der experimental Filmer. Das heißt zwar nicht, das in der Ausbildung an den Filmhochschulen vielleicht auch solche Leute anzutreffen sind, aber selbst diese dürften sobald sie mit dem freien Markt in Kontakt kommen sehr schnell umschwenken.
Und was Super8 speziell angeht: Dieses Format jenseits des Trash-Films und damit irgendwo anders als im Experimentalfilm zu sehen ist nun wirklich lächerlich. (Zumal man mittlerweile selbst die für Super8 scheinbar so typischen Filmschäden in Form von Kratzern, Staub & Co. längst auf dem digitalen Weg in der Nachbearbeitung künstlich erzeugen kann.) Wenn man sich in letzter Zeit umsieht sind es gerade Frauen, die hier und da mal ein Experiment mit Super8 vorführen. Männliche Namen hingegen findet man kaum.